Archiv der Kategorie: Donald Trump

Da die USA kein unwichtiges Land sind, und da ihr Präsident ein mächtiger Mann ist, muss diesem Präsidenten eine gewisse Aufmerksamkeit gewidmet werden – selbst nach seiner Abwahl

Grundsätzlich…

… muss jeder Mensch bei Verstand das so sehen. Aber ist der Homo Sapiens immer bei Verstand?

Wie schon im letzten Beitrag „Welt, quo vadis?“ mit guten Gründen dargestellt: Die Menschheit überlebt nur durch Zusammmenarbeit und Verständigung, durch friedlichen Austausch und Interessenausgleich.

Vergesst allen Unfug aus Opas Mottenkiste, in die z.B. ein Putin ganz tief hineingreift, vergesst Nationalismus, Macho-Wahn, Ehrenpusselei, etc. Sowas wirft uns zurück in gewalttätige Zeiten, in denen es auch nicht gepasst hat; nur lenkte es damals nicht, wie heute, von den Problemen ab, die aktuell die ganze Menschheit betreffen.

Wer heute noch Opas schädliche Parolen vertritt, der outet sich als denkfaul, oder als begrenzt zurechnungsfähig, weil er/sie den wahren Zustand dieser Welt nicht erkennt — oder nicht sehen will. Von wegen: Homo Sapiens, da lachen ja die Hühner!

Wer geistig nicht flexibel ist und sich an alte, unheilbringende Parolen und Konzepte klammert, dem sollte man kein politisches Amt anvertrauen. Das sollte, ja müsste wenigstens ab heute und in Zukunft gelten.

Fragt sich nur noch: Wie werden wir die Knallköpfe los, die unflexibel denken, die sich an die Macht klammern, die lieber alles in Scherben schlagen, als sich zurückzuziehen und den Zukunftsorientierten das Steuer zu überlassen?

W. R.

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Welt, quo vadis?

W O steht die Welt heute? Das ist eine Frage, die wir noch vor drei Jahrzehnten gern optimistisch beantworteten. Ja, Ende des Kalten Krieges, Auflösung und Demokratisierung des Ostblocks — das ermutigte zu kühnen Zukunftsentwürfen, gar zu der These vom „Ende der Geschichte“…
Weltfrieden, internationale Verständigung und Konfliktlösung durch Interessenausgleich, viele Menschen glaubten sich an der Schwelle zu einem Friedens-Endzeitalter. Denn eigentlich weiß Homo Sapiens: „Friede ist machbar, Herr Nachbar.“

Doch bald kam Ernüchterung, z.B. beim Zerfall des Staates Jugoslawien. Es gab Kämpfe zwischen den Volksgruppen, die lange friedlich miteinander ausgekommen waren. Und das in Europa! Wir hatten geglaubt, dass Alle die Lektion der Weltkriege gelernt hätten und Krieg als Mittel der Konfliktlösung verwerfen würden. Aber da gab es die machtgeilen Scharfmacher, die ethnische Unterschiede zu Feindschaften hochjazzten und Propaganda für ein ethnisch „gesäubertes“ Territorium machten, sodass Nachbarn plötzlich zu Feinden erklärt und umgebracht oder vertrieben wurden.

Ein serbischer Politiker namens Milosevic machte sich zum Sprecher für ein „Großserbien“ und bemühte die Geschichte: Wo im Mittelalter die Osmanen in einer Schlacht dem Großserbischen Reich ein Ende gemacht hatten, da rief er 600 (!) Jahre später zum Kampf für ein neues Großserbien auf. Mit welcher Berechtigung? Egal, der Großserbien-Mythos taugte dazu, Gefolgsleute hinter sich zu sammeln und zum großen völkischen Führer zu werden.

Ein Höhe-(oder besser: Tief-)punkt dieser Aktionen war das Massaker von Srebenica (1995): Der serbische Kommandeur Mladic befahl den Mord an ca. 8000 unbewaffneten männlichen Einwohnern. Sein erklärtes Ziel: Ethnische Säuberung, Tötung waffenfähiger Menschen, Schüren von Hass bis weit in die nächsten Generationen. (Näheres > Massaker von Srebrenica – Wikipedia)

Das war ein Schock. Wie konnten zivilisierte Menschen in Europa solch einem Befehl folgen und zu Mördern werden?
Diese Frage konnte man sich jüngst auch wieder stellen, als im Frühjahr 2022 die Gräueltaten an der Zivilbevölkerung in Butscha (Ukraine) bekannt wurden.

Wir träumten von einer friedlichen, zumindest aber einer friedlicheren Welt. Und sahen: Mit milden Worten und Appellen an die Vernunft drangen wir längst nicht überall durch. Und bei Rückblicken in die Geschichte finden wir viele Beispiele: Wo man einer aufgehetzten und verrohten Soldateska freie Hand lässt, da foltert und metzelt sie wahllos alle Lebewesen, die nicht fliehen konnten. Aber ein aufgehetzter, ziviler Mob ist ebenso zu Mordtaten und Massakern fähig.

Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass die Mörder zuvor aufgehetzt und aufgestachelt wurden, sodass sie jede Menschlichkeit vergessen und in einen Blutrausch geraten konnten. Darum richte man sein Augenmerk auf den Vorlauf: Wer hetzt, wer ruft zu Gewalt, zu Totschlag und Mord auf? Gewaltbereitschaft wird durch militante Worte und Extremismus gefördert. Wer vom Rednerpult aus Feindbilder malt und zur Aktion aufruft, der darf sich hinterher nicht aus der Mitverantwortung stehlen.

Das hat Donald Trump uns vorexerziert, als er den Sturm auf das Capitol (6. Januar 2021) befeuerte und den Mob ungebremst toben ließ. Mit in der Verantwortung stehen neben Trump andere Hetzer, die seit Langem über Medienkanäle Lügen, Hassparolen und Verschwörungstheorien verbreiteten und nach Kräften weiterhin das politische Klima vergiften. Einer dieser Hetzer wurde jüngst in den USA aufgrund einer Privatklage zu Schadensersatz verurteilt, weil er schamlos Lügen über ein Schulmassaker verbreitete.

Doch man muss diesen Auswüchsen schon im Vorfeld wehren. Erst wenn es Tote gibt, erwägt die Politik Maßnahmen. Doch was bisher geschah, war offenbar zu wenig. Vordringlich ist ein wirksames Vorgehen gegen Hetze und Hetzer im Netz. Da ist bisher zu wenig Erfolg — was auch an den Strukturen im Netz liegt, nämlich an den Algorithmen in den „social media“. Dort ist das Geschäftsmodell: Je krasser die Posts und Beiträge, desto länger bleiben die User dabei und hecheln den Sensationen hinterher (… und desto mehr Werbe-Einschübe kann man unterbringen, mit denen fettes Geld verdient wird). Wer es noch nicht wusste, nehme zur Kenntnis: Im Internet ist nichts wirklich umsonst; vor allem die Betreiber von Social-Media-Plattformen wollen nicht sozial sein, sondern Kohle machen!

Schlimm ist dabei die Naivität oder Unbedarftheit, mit der sich viele Menschen ins Netz einloggen und da herumsurfen. Vielen ist nicht klar, dass sie nicht kostenlos surfen, sondern zahlen — nämlich mit ihren Daten, die sie im Netz hinterlassen. Manche geben sogar freiwillig jede Menge Informationen über sich und ihre Familie im Netz preis. Folge: Google weiß sehr viel über dich, auch Dinge, die du längst vergessen hast. Das Netz vergisst nichts. Damit wird Geld verdient: Daten über Menschen werden gehandelt und paketweise verkauft.

Doch Undedarftheit sieht man leider auch in vielen Meinungen und Einstellungen von Menschen, denen es an gesundem Menschenverstand mangelt oder an politischer Bildung, und die deshalb ihre Likes an Vieles vergeben, das sie bei gründlichem Nachdenken nicht gut finden dürften. Beispiel: Sehr verbreitet und sehr berechtigt ist die Ansicht, dass Krieg Sch… ist und Friede ein wertvolles Gut. Doch wo ein Hetzer den richtigen Trigger bedient und zu spontan-emotionalen Reaktionen verleitet, da liken viele Menschen militante Äußerungen, die ihrer eigentlichen Grundeinstellung widersprechen.

Solche Menschen sollte man nicht gleich verurteilen, sondern sie eher dazu anleiten, sich mehr ihres Verstandes zu bedienen und zu überlegen, welche Folgen sich aus dieser Behauptung oder jener Aktion ergeben werden. Das ist nicht leicht für Menschen, die gern ihrem Herdentrieb folgen und sich mitziehen lassen. Aber letztlich bleibt die Verantwortung für sein Handeln oder Nichthandeln bei jedem/jeder Einzelnen.

Wenn Menschen sich daran gewöhnt haben, Autoritäten zu folgen und kritiklos zu gehorchen, dann haben es machtgierige Menschen leicht, sich zu Führern aufzuschwingen und die Menschen dahin zu lenken, wo sie gegen ihre eigenen Interessen zustimmen und folgen.

Das kann z.B. so weit führen, dass sich ein Großteil der russischen Bevölkerung von einem ausgebufften Geheimdienstmann ihre Demokratie abschwatzen lässt und ihm auch dann noch glaubt, wenn er sie in einen unnötigen Krieg führt… (Obwohl fast niemand für Krieg ist). Da wird sich dann die Welt mit Wodka schön getrunken.

Das kann auch dazu führen, dass ein Großteil der türkischen Bevölkerung sich erneut in Feindschaft gegen Kurden treiben lässt, dass sie die militärischen Abenteuer ihres Präsidenten in Nordsyrien gutheißt, dass sie nicht aufmuckt, wenn er zu seinem persönlichen Machterhalt mit konservativen religiösen Kräften paktiert und eine relativ freie Gesellschaft unter eine streng-konservativ-islamische Knute beugen will. Schon treibt er viele junge Menschen aus dem Land, indem er Freiheiten zunehmend einschränkt und sogar in diesem Jahr (man glaubt es kaum!) Rock-Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen verbieten lässt. Außerdem provoziert er bewusst Spannungen zum Nachbar Griechenland, damit eine Bedrohung von außen ihm hilft, die Reihen unter seiner Führung zu schließen und Kritik verstummen zu lassen.

Leider kennt die Welt derzeit gleich mehrere Machthaber, die groß auftrumpfen und ihre Macht erhalten und vergrößern wollen — ohne Rücksicht auf die Folgen ihrer Scharfmacherei, auf Kosten der eigenen Bevölkerung, auf Kosten des friedlichen Zusammenlebens der Völker. Die Menschheit im Ganzen hat noch zuwenig aus der Geschichte gelernt, um Mittel gegen solche Auswüchse zu finden und zu etablieren. Die UNO ist mit ihrem Sicherheitsrat längst kein Mittel zur Verhinderung von Kriegen und Vertreibung mehr (Das sollte sie ursprünglich sein, nach der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs).

Und Europa bekleckerte sich auch nicht mit Ruhm, als es in den 1990er Jahren darum ging, die grassierende Gewalt in Ex-Jugoslawien zu stoppen. Da mussten die USA Weltpolizist spielen und militärisch eingreifen, um die Scharfmacher an den Verhandlungstisch zu bringen.

Dabei ist eigentlich klar: Die Welt, d.h. die Menschheit ist dazu verdammt, zusammenzuarbeiten und sich zu verständigen. Ein Putin und einige andere rückwärts denkende Machthaber und Machtgierige haben das nicht kapiert, sie sind aus der Zeit gefallen. Wenn die Menschheit untergeht, dann wegen dieser Knallköpfe an der Macht sowie der Knallköpfe, die ihnen folgen und ihnen damit die Macht geben, die sie für ihr unheilvolles Wirken brauchen. Merke: Die Menschheit kann nur überleben, wenn sie die untauglichen Denkschablonen früherer Jahrhunderte über Bord wirft und Gegenwart und Zukunft gemeinsam gestaltet.

Dann, Herr Erdogan, Herr Putin, etc., vergessen Sie schnell ihre unsinnigen Träume von der Wiedererrichtung längst vergangener Reiche. Und, Herr Xi Jin Ping, reden Sie keinen Quatsch mehr und geben Sie zu, dass Menschenrechte universal gelten müssen und die chinesische Kultur eine arme, weil menschenverachtende wäre, wenn sie keine Menschenrechte zuließe! Und, Herr Orban und andere, versuchen Sie nicht, die Zeit zurückzudrehen und alte Gesellschafts-Konzepte aufzuwärmen!

Wir haben Probleme zu bewältigen, die nicht mit Retro-Konzepten zu lösen sind. Vergesst die alten Konzepte von Nationalstaat-Über-Alles, von Eroberungen und Grenzverschiebungen, von Uniformierung einer Nation ohne abweichende Meinungen und Lebensentwürfe… Dieser alte Kram ist Klotz am Bein der Menschheit und hindert nur beim Fortschritt, nämlich bei internationaler Zusammenarbeit und gemeinsamer Lösung weltumspannender Aufgaben.

Wenn sich die Menschheit nicht positiv zusammenrauft und gemeinsam gegen Klimakatastrophe und menschengemachte Plagen inklusive Umweltzerstörung vorgeht, dann… gute Nacht. Aber es geht nur positiv: Dass Ihr nur gemeinsam überlebt, das müsst Ihr doch einsehen! Optimisten haben den Pessimisten eins voraus: die bessere Laune. Darum redet nicht vom Untergang, sondern vom Leben und Überleben — für alle Lebewesen auf dieser unserer Erde.

W. R.

„Welt — quo vadis“ könnte auch überschrieben werden „Was die Welt braucht — und was nicht“. Dies ist ein Beitrag, der helfen soll, desorientierten Menschen den Blick für’s Ganze zu öffnen und ihren moralischen Kompass zu justieren. Auf jeden Fall muss verkündet werden, dass die alten, gewohnten Lösungen nicht mehr taugen, dass die alten Parolen nicht mehr ziehen dürfen, dass wir als Menschheit gemeinsam unsere Zukunft sichern müssen, wir als Menschheit. Unsere Zukunft aber ist gekoppelt an die Zukunft des Lebens auf diesem Planeten. Wenn wir gegen die Natur wirtschaften, verfehlen wir das Ziel. Wenn wir uns weiter von machtgeilen Egoisten spalten lassen, erst recht.

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Putins Freund…

Was geht uns Donald Trump noch an?“ dachten Viele, als er abgewählt und auch sein Putschversuch am Capitol gescheitert war. Aber leider ist dieses Gespenst von der politischen Geisterbahn nicht verschwunden, sondern wühlt in den USA weiter im Schlamm der rechtslastigen, antidemokratischen Umtriebe und hat die Partei der Republikaner weitgehend im Griff. Dass er sich als Putin-Freund versteht, wussten wir eigentlich schon, und die Wahlkampfhilfe aus Russland hat er bekanntlich gern angenommen. Nur kann er dem gewieften Putin nicht das Wasser reichen und vertrat als Präsident gegen Putin nicht mit Nachdruck amerikanische Interessen.

Aber was soll man sich da in Einzelheiten ergehen, wenn klar ist, dass Trumps Ego weit größer ist als seine Kompetenz als Politiker, und dass er (gerade deshalb) seine persönlichen, wirtschaftlichen Interessen ganz vorn sieht. Wer diese Figur in einer kommenden Wahl nochmal wählt, hat noch immer nichts begriffen und hält Politik für ein Affentheater, in dem derjenige der Größte ist, der am meisten pöbelt und stänkert. Das, muss ich leider sagen, scheint seine Fans zu charakterisieren: Sie spiegeln sich in Trump. (Mehr kann man darüber in früheren Blog-Beiträgen lesen.)

Aktuell blamiert sich Trump in den Augen eines Großteils der Welt mit seinem Kommentar zu Putins Überfall auf die Ukraine. Wer noch Zweifel hatte, muss nun erkennen: Dieser Trump hat mit Demokratie und Menschenrechten rein gar nichts am Hut. Im Gegenteil: Er applaudiert Machthabern, die ihre Interessen mit allen Mitteln durchsetzen wollen und vor gar keiner Gräueltat zurückschrecken.

Das muss doch mal so deutlich gesagt werden!

W. R.

Nachtrag am 09.03.2022: In einem Fernsehbericht über die Spaltung Serbiens in prorussische und prowestliche Stimmen zeigte man Tiitelseiten von Boulevard-Blättern, die in großen Lettern verkündeten: „Ukraine greift Russland an!“ Da bleibt einem die Spucke weg, oder? So viele Lügen sind in die Welt gesetzt von Machthabern und ihren Propaganda-Organen… Dreist wird die Wahrheit ins genaue Gegenteil verkehrt – da sind Viele bei Hitler und Goebbels in die Schule gegangen. Die Erfahrung zeigt allerdings: Im Laufe der Zeit sickert die Wahrheit doch durch, sodass immer mehr Menschen denen misstrauen, die Lügen verbreitet haben, und ihnen gar nichts mehr glauben, selbst wenn sie mal die Wahrheit sagen sollten.

Es macht einen Unterschied, ob jemand sagt: Ich habe mich leider geirrt; oder ob jemand stur an der Erzählung festhält, immer das Richtige gesagt zu haben (was angeblich die Leute nur nicht richtig verstanden haben). Figuren wie Trump haben nicht einmal damit ein Problem, sie behaupten nach einer 180-Grad-Wende einfach: Nein, das habe ich so nie gesagt, oder nie gemeint.

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Machtpolitik

Machtpolitik zeigt ihre hässliche Fratze derzeit an vielen Stellen auf dem Globus. Und viele Machtpolitiker schämen sich nicht, die Bevölkerung mit alten Kamellen von nationaler Größe und Nationalstolz zu behumsen, was in Wahrheit leere Luftblasen sind, übersteigerte Ideen aus dem 19. Jahrhundert, die ihren Wert längst verloren haben. Denn wo Menschen sich dazu überreden ließen, nationale Hirngespinste über die Menschlichkeit zu stellen, da liefen sie in das Verderben blutiger Kriege. Viele dieser armen Verführten bezahlten die Machtträume ihrer Führer mit ihrem Leben, viele „nur“ mit lebenslangen körperlichen und seelischen Schäden. In Todesanzeigen wurde gelogen: „auf dem Felde der Ehre gefallen“, und ähnlich. Noch schlimmer: „geopfert auf dem Altar des Vaterlandes.“ Was nützen den Toten schnulzige Nachrufe? Man hätte besser den Krieg vermieden und rechtzeitig auf Politiker gehört, die andere Wege bevorzugten, um „nationale Interessen“ zu wahren.
Was sind das überhaupt, diese nationalen Interessen? Was soll man denn anders darunter verstehen als das Bestreben, möglichst allen Menschen in einem Land ein sicheres und auskömmliches Leben zu ermöglichen! Dafür ist ein Staat da.*
Aber leider kommen immer mal wieder Politiker an die Macht, die von ihrer persönlichen Geltungssucht in die Illusion getrieben werden, ihr persönliches Wohlergehen sei mit dem des Staates und seiner Bevölkerung gleichzusetzen. Sie finden sich selbst umso großartiger, je mehr Macht sie ausüben und je mehr Menschen sie unter ihre Kontrolle bringen. Diese Gier nach Macht kennt kein Halten, sie greift auch über die Grenzen des eigenen Staates hinaus. Logischerweise folgt daraus der Wunsch, das Staatsgebiet zu erweitern, im Zweifel auch mit militärischen Mitteln – obwohl sie insgeheim wissen: Krieg ist Mist. Krieg ist menschengemachte Katastrophe.

Wer Krieg plant und anfängt, rechnet sich zwar Erfolgschancen aus, doch zeigt die Geschichte: Krieg ist immer unsicher in seinem Verlauf wie seinem Ergebnis. Krieg ist riskant. Das gehört zum alten Wissen der Menschheit, das demonstriert schon die Geschichte von dem Herrscher, der vor einem geplanten Feldzug das Orakel befragte und zur Antwort bekam: Wenn du die Grenze überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören. Er verstand das als Verheißung großen Erfolgs. Doch das Gegenteil trat ein: Das Reich, das er durch diesen Krieg zerstörte, war sein eigenes.

In England schrieb ein heller Kopf: „Patriotism is the last refuge of a scoundrel.“ Patriotismus ist die letzte Zuflucht eines Schuftes. Heißt: Wenn ein Machtpolitiker nicht mehr weiß, womit er die Leute noch auf seine Seite ziehen und überreden könnte, greift er zu nationalistischen Parolen und gibt vor, sein Ziel sei die Größe der Nation, und seine Politik richte sich allein auf das Ziel, das Vaterland zu alter (oder neuer) Größe zu führen – und dazu müssten ihm alle aus patriotischer Pflicht ohne Widerspruch folgen.

Um Beispiele zu finden, brauchen wir gar nicht weit in die Geschichte zurückzuschauen, denn in unserer Zeit kennt jeder diesen Politikertyp, der einfach nicht von der Macht lassen kann: Figuren wie Donald Trump, Silvio Berlusconi, Boris Johnson, Victor Orban, Wladimir Putin und sein Vasall Lukaschenko, usw. Für Viele besonders abstoßend sind diejenigen, die sich vor Kameras ungeniert als gewaltbereite Machos inszenieren, wie Trump oder Bolsonaro, und ihre Anhänger unverhohlen zu Gewalt aufrufen.

Doch was heißt abstoßend? Das ist keine politische Kategorie. Politische Begriffe wären hier: Autoritäre Herrschaft, Diktatur, Willkürherrschaft, Überwachungsstaat, … Wohlgemerkt: Diese Begriffe sind nicht auf jeden der oben Genannten anwendbar. Aber in der Riege der Machthaber dieser gegenwärtigen Welt findet man durchaus Figuren, auf die sie anwendbar sind.

Lasst Euch nicht behumsen: Manche behaupten, so ein riesiges Land wie Russland oder China könne nur mit einer starken Hand regiert werden. Die Wahrheit ist: Gerade unter den modernen Bedingungen der Kommunikationstechnik ist es möglich, einen großen Flächenstaat so zu organisieren, dass eine demokratische Mitbestimmung der Bevölkerung funktionieren kann. In den USA war das auch möglich – ohne ein autoritäres Regime oder eine Diktatur. Dort erodiert die Demokratie derzeit durch rechtsgerichtete, teils religiös-fanatische, rassistische Kräfte, die einen machtgeilen Populisten wie Trump bis ins Weiße Haus spülten, die eine ehemals ehrenwerte demokratische Partei, die Republikaner, gekapert haben und eine antidemokratische Radikalisierung betreiben.

Von China wollen wir gar nicht groß reden: Diktatur, Überwachungsstaat sind zwei Begriffe, die hier zur Anwendung kommen. Bei aller menschlichen Sympathie für die Chinesen fragt man sich: Haben sie, ein altes Kulturvolk, ein solches Regime verdient? Und glauben sie wirklich, sie seien eine Nation, wo sie doch in Wahrheit ein Vielvölkerstaat sind. Kulturelle und religiöse Minderheiten werden nicht geduldet, Kritik wird gnadenlos unterdrückt. Das Regime der Kommunistischen Partei Chinas puscht Nationalismus hoch, er ist ein Machtinstrument zur emotionalen Gleichschaltung der Bevölkerung Chinas.

Es ist wohl mehr als Zufall, dass das Regime der Militärdiktatur in Myanmar gute Beziehungen zu Chinas Führung unterhält. Man kann sich ja gut austauschen über die Unterdrückung von Demokratie-Bewegungen und ethnischen Minderheiten… Und apropos gute Beziehungen: Putin reiste zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2022 nach Peking/Beijing und ließ sich beim demonstrativen Handschlag mit Xi Jinping fotografieren, während eine Menge vor allem westlicher RegierungsvertreterInnen der Show fern blieben.

Derzeit sieht es weltweit nicht so sehr gut aus für die Demokratie. Der „Economist“ erarbeitet jährlich einen Demokratie-Index und beobachtet: Die Anzahl Menschen der Weltbevölkerung, die in einer Demokratie leben, hat in den letzten Jahren von knapp 50% um ein paar Prozentpunkte abgenommen. Der Anteil der autoritär regierten Staaten in der Welt ist in den letzten Jahren gestiegen, und ein Drittel der Weltbevölkerung lebt in einer Diktatur. mehr > «Economist»: Anteil der Demokratien 2021 weltweit erneut gesunken

Zur Erinnerung: Demokratie ist nicht nur, alle paar Jahre auf einem Stimmzettel ein Kreuz malen zu dürfen, vielmehr gehören dazu für alle (!) StaatsbürgerInnen Grundrechte, die von den allgemeinen Menschenrechten abgeleitet sind. Außerdem gehört zur Demokratie Gewaltenteilung im Staat, d.h.: Gesetzgebende Gewalt (Legislative), Ausführende Gewalt (Exekutive) und Rechtsprechung (Judikative) sind klar voneinander getrennt und kontrollieren sich gegenseitig. Das ist in einer demokratischen Verfassung geregelt (die in Deutschland Grundgesetz heißt).

W. R.

* Der Staat an sich ist nur eine Organisationsform und weder gut noch schlecht. Das ist anscheinend zu hoch für Leute, die aus Prinzip gegen „den Staat“ sind: Sie verstehen nicht, dass das Zusammenleben einer großen Zahl von Menschen geregelt werden muss und Anarchie keine Alternative ist. Demokratie ist nicht unbedingt die ideale Lösung aller Probleme, aber sie ist eine Herrschaftsform, die der Bevölkerung eines Staates Möglichkeiten der Mitwirkung und Mitentscheidung bietet. Demokratie ist zwar von der Verfassung (Grundgesetz) geboten, muss aber durch Kontrolle gesichert und ihre Umsetzung eigentlich täglich durchgesetzt werden, wenn einzelne Akteure oder Gruppen ihre Interessen auf Kosten Anderer durchsetzen wollen. Das Wichtige daran: In einem demokratischen Staat wird ein Ausgleich verschiedener Interessen angestrebt, um inneren Frieden in der Gesellschaft herzustellen. Wer sich benachteiligt sieht oder fühlt, kann z.B. Gerichte anrufen, um seine Interessen zu vertreten und sein Recht zur Geltung zu bringen (Prinzip des Rechtsstaates).

Nachtrag am 23.02.2022: Nachdem Putins Spielzüge gegen die Ukraine und den Westen sichtbar geworden sind, stellt sich mir u.a. die Frage, wieso man anscheinend im Westen von Putins Vorgehen überrascht wurde. Allen stand doch noch vor Augen, wie er 2014 die Annexion der Krim einleitete, und wie er den Krieg im Donbass (östliche Ukraine) bis heute am Köcheln hielt. Putin täuscht über seine Absichten und schafft derweil Tatsachen. Ich bin nicht der einzige historisch Bewanderte, der Putins Taktik mit der Hitlers von 1938 vergleicht und da Parallelen sieht. Putin will letztlich die Ukraine einverleiben, Hitler machte dasselbe mit der Tschechoslowakei. Dies ist kein direkter Vergleich Hitler-Putin, sondern ein Vergleich der Handlungsweise von zwei skrupellosen Machtpolitikern. Wer Putin immer noch Verständnis entgegenbringt und seiner Erzählung folgt, er wehre sich nur gegen eine Einkreisung durch die Nato, der blendet eine Menge Dinge aus.

Für Putin gibt es das Selbstbestimmungsrecht der Völker nur, wenn sie zu Russland gehören wollen und sich den Anordnungen Moskaus fügen. Hier wird autoritär regiert, Wahlen und Parlamentsabstimmungen werden der Form halber veranstaltet, wenn Putin die Weichen gestellt hat, d.h. nachdem er im Vorfeld jede Opposition klein gemacht hat. Er nannte das „gelenkte Demokratie“, was ich schon vor Jahren zum Lachen fand: ein bloßes Versteckspiel mit Worten, die die wahren Verhältnisse verschleiern sollen.

Putins Bezugnahmen auf die Geschichte sind in meinen Augen fast schon absurd, wenn er z.B. das Völkerrecht ignoriert und als legitime Grenzen der Macht Russlands nur die des Sowjet-Imperiums bzw. des Zaren-Reichs ansieht. In einer Fernsehansprache in diesen Tagen meinte er, Lenin habe 1918 unnötig die Ukraine aus dem Staatsverband entlassen.

Dazu fällt mir nur noch ein satirischer Aufkleber ein, den ich vor langer Zeit sah: Einen Grenz-Umriss unter Einschluss Italiens mit der Forderung „Für ein Deutschland in den Grenzen von 1228!“. In diesem Sinne möchte man Putin zuraunen: „Vorsicht, Wladimir, gleich kommen die Nachfahren der Ostgoten um die Ecke und fordern die Krim als Teil ihres ureigenen Gebietes zurück!“ Nach Putins völkischer Logik hätten sie nämlich allen Grund dazu: Goten siedelten viele Jahrhunderte in diesem Raum, ihre Sprache wurde auf der Krim sogar bis ins 18. Jahrhundert gesprochen. Was sind dagegen die wenigen Jahre, in denen Russen dort angesiedelt wurden?

Wer so selektiv auf die Geschichte zugreift wie Putin, entlarvt die Schwäche seiner Argumentationsbasis – zumindest in den Augen informierter Menschen. Und er offenbart, dass seine eigenwilligen historischen Gedanken ihm wichtiger sind als Völkerrecht und internationale Verträge. Kann man daraufhin mit Putin überhaupt noch Verträge schließen? Er macht doch nach Belieben seine eigenen Regeln, und handelt anders, als er redet – wenn es ihm gerade passt. Das zerstört Vertrauen, das aber eine Basis internationaler Beziehungen ist.

Nachtrag am 24.02.2022: Oops, he did it again! Wieder hat Putin mit den westlichen Regierungen gespielt, um sie dann zu überrumpeln und Fakten zu schaffen. Wer jetzt nicht an 1938 denkt, hat mangelhafte historische Kenntnisse. Wenn Putin die Geschichte jener Jahre studiert hat, dann weiß er aber auch: Hitlers Kalkül, mit seiner Taktik die westlichen Demokratien weiter vorführen und überrumpeln zu können, verfing danach nicht mehr: Beim Überfall auf Polen 1939 handelte er sich Kriegserklärungen und den Zweiten Weltkrieg ein; wie der für Hitler und Deutschland 1945 endete, ist bekannt. Hitler hat damit das Schicksal von König Krösus von Lydien wiederholt und ein großes Reich zerstört, nämlich sein eigenes.

Eine von Hitlers Fehleinschätzungen war die angebliche Schwäche und Hinfälligkeit westlicher, friedensseliger Demokratien gegenüber autoritären, gewaltbereiten Machtsystemen. Eine ähnliche Einschätzung könnte auch Putin in arge Schwierigkeiten bringen.

Übrigens: Die Geschichte von Krösus, dem Orakel und seinem Krieg, der sein eigenes Reich zerstörte, kann man nachlesen bei Herodot (485 – ca. 425 v.Chr.), dem „Vater der Geschichte“, wie ihn Cicero nannte. Dieser Herodot war – was Viele nicht wissen – nicht nur ein gebildeter und weitgereister Mann, er brachte vor Allem Verständnis für andere Völker und deren Kulturen auf und suchte das, was er vorfand und beobachtete, zu verstehen. Das kann man von vielen Weitgereisten späterer Zeiten nicht immer sagen, besonders in den Kolonialzeiten waren sie meist vom europäischen Überlegenheitsdenken geprägt und hatten damit eine ideologische Barriere im Kopf. Aber auch da gab es Ausnahmen, Wissenschaftler mit unvoreingenommenem Blick wie Alexander von Humboldt (1769 – 1859), der die Sklaverei kritisierte und grundsätzlich Freiheit als natürlichen Zustand des Menschen postulierte. —

In der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 2022 offenbarte Putin sein zweites Gesicht:

Dieses Gesicht hatte er zwar schon bei früheren Gelegenheiten gezeigt, doch westliche PolitikerInnen wollten ihn wohl lieber so wahrnehmen, als sei er im Grunde einer von ihnen und spiele nach denselben Regeln. Das war ungefähr so, als habe man Graf Dracula nächtens mit blutigem Maul umhergehen sehen, das aber als bösen Traum verdrängt und ihn am Tag als eher umgänglichen Gesprächspartner erlebt.

Putins „Sonderoperation“ gegen die Ukraine reiht sich ein in mehrere Militäroperationen der Vergangenheit. Ernsthaft betrachtet könnten seine „Sonderoperationen“ Gründe liefern für eine Anklageschrift vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Der Gipfel des zynischen Machtspiels war seine Unterstützung des syrischen Machthabers Assad, die nicht vor gezieltem Bombardement von Schulen und Krankenhäusern in „Rebellengebieten“ zurückschreckte. Man konnte sehen, dass Putin vor nichts Halt macht, wenn es in sein Kalkül passt…

Zuletzt drohte er Allen, die sich von außen einmischen und der Ukraine helfen wollen, mit dem Einsatz von Atomwaffen. Geht’s noch? Das sind Gangster-Allüren. Statt laut Putin die „Entnazifizierung“ der Ukraine anzustreben, wäre eher umgekehrt zu überlegen, wie man den Faschismus aus dem Kreml austreiben könnte. Da Voodoo hier vermutlich wenig hilft, sind harte Sanktionen das Mittel der Wahl – wenn sie auch eher langfristig Wirkung entfalten werden.

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Zukunft der Menschheit

SO ist der Mensch: Was nicht ins Weltbild passt, wird geleugnet bis zum Gehtnichtmehr. Oder umgekehrt: Was so prima und einfach ins Weltbild passt, das wird gern geglaubt (selbst wenn es bei genauer Betrachtung nicht stimmen kann). Damit ist schon viel gesagt über das Schicksal der Menschheit – wenn man Geschichte, Gegenwart und mögliche Zukunft ins Auge fasst.
Diese „Erfindung der Chinesen“ (D. Trump), gegen die wir nichts tun können (AfD): die durch Menschenhilfe beschleunigte Klimaerwärmung, wird uns noch lehren: Egal, was Ihr denkt oder glaubt, die Natur lässt sich ihre Gesetze nicht von menschlichem Wunschdenken vorschreiben. „Der Mensch denkt, Gott lenkt“, lautet ein alter Spruch. Denn unsere Vorfahren kannten die Macht der Natur und ihre Wucht, mit der sie zuschlagen kann.

Doch dann, als man sich des „wissenschaftlich-technischen Fortschritts“ bewusst wurde, begann die Hybris: Man konnte die Natur bezwingen, wie man schon die Welt kolonisiert und unterworfen hatte.
Als die Brücke über den Tay, ein Vorzeigeobjekt damaliger Baukunst und 1879 längste Brücke der Welt, von einem mächtigen Sturm samt einem darüber fahrenden Zug in die Fluten gerissen wurde, dichtete Theodor Fontane:

„Tand, Tand, ist das Gebilde von Menschenhand.“

Der Stolz britischer Schiffsbaukunst, die „Titanic“, versank 1912 im Meer – auch das ein Fanal, das man als Warnung hätte verstehen können.

1914 begann das große Schlachten, der Erste Weltkrieg, der die Menschen fassungslos auf in diesem Ausmaß nie dagewesenes Leid und immense Zerstörung blicken ließ. Dementsprechend hart bestraften die Siegermächte die Verlierer, vor allen Deutschland, womit sie aus Rachsucht und mangelnder Weitsicht dem „Führer“ Bühne und Aufstieg bereiteten – und sich selbst neues Leid in einem Krieg, den man den Zweiten Weltkrieg nennt. Den Weg dahin bereiteten auch die militärischen Führer aus dem Ersten Weltkrieg, Hindenburg und Ludendorff, die sich vor der Verantwortung für die deutsche Niederlage drückten und die „Dolchstoßlegende“ erfanden: Angeblich sei der Aufstand in der Heimat der Front in den Rücken gefallen und habe die Niederlage ausgelöst. (In Wahrheit war der Krieg schon lange vor dem Kieler Matrosenaufstand verloren.)

Die Legende vom „Dolchstoß“ glaubten damals viele Deutsche, die der Kriegspropaganda nach wie vor folgten: Die Armee war angeblich „im Felde unbesiegt“ in die Heimat zurückgekehrt. So blieben die beiden Kriegsherren ungestraft bei ihrer Lüge. Nur eine Minderheit zog aus dem entsetzlichen Schlachten die Schlussfolgerung: „Nie wieder Krieg!“

Und nach dem Zweiten Weltkrieg war endlich Schluss mit Lügen und Selbstbetrug? Denkste! Viele Deutsche duckten sich weg und behaupteten, das Nazi-Regime nie unterstützt zu haben, beschwiegen diese Zeit nach Möglichkeit und stürzten sich in Wiederaufbau und Geldverdienen. In Westdeutschland betäubte das „Wirtschaftswunder“ bei Vielen das Nachdenken über die Vergangenheit. Das Gefühl „Wir sind wieder wer“ griff um sich, man integrierte sich im Kalten Krieg ins westliche Bündnis und Wirtschaftssystem und wollte die NS-Zeit als „Betriebsunfall der deutschen Geschichte“ ablegen.

Es passt eben besser ins eigene Weltbild, das Prinzip „Wir sind die Guten“ aufrechtzuerhalten und Anderen die Schuld an Krieg und Katastrophen zuzuschieben. Dann braucht man nichts zu überdenken oder zu ändern. Schön bequem!

Nach diesem Prinzip verfängt bei Vielen auch der Irrglaube, die wesentlich von Menschen verursachte globale Erwärmung sei nicht unsere Schuld, wir könnten sogar nicht einmal etwas dagegen tun. Das ist so ziemlich das Faulste und Ignoranteste, was die Menschheit sich leistet.* Wie verbohrt oder blind muss man sein, um abzustreiten, was offensichtlich ist? Was wir aktuell, im Juli/August 2021, gehäuft in den Nachrichten von Katastrophen hören und sehen (Flutkatastrophen, Brandkatastrophen), ist die exakte Bestätigung von wissenschaftlichen Voraussagen! Und diese Voraussagen gab es schon in den 1980er Jahren.**

Man könnte daraufhin am Homo Sapiens verzweifeln und sagen: Er hat’s nicht besser verdient, er will ja mehrheitlich nicht auf Vernunft hören und benutzt sein Gehirn bloß für egoistisches, engstirniges Vorteilsdenken. Für diese Beurteilung gibt es unbestreitbar gute Gründe. Aber das ist nicht alles. Es gibt auch einen Teil der Menschheit, der nicht im Strom der Denkfaulen und Egozentrischen mitschwimmt. Dieser Teil versucht, sich gegen die Mehrheit für Humanität, Empathie, Solidarität, Vernunft, Weitsicht einzusetzen.

Wer ein einseitig schlechtes Menschenbild hat, der unterstützt indirekt die blutigen Diktatoren, die in einigen Staaten dieser Erde an der Macht sind (und sie nicht mehr hergeben wollen). Den Gewaltherrschern dieser Erde ist eins gemeinsam: Sie verachten die Menschen prinzipiell als manipulierbar, verführbar, einer „starken Hand“ bedürftig, und sehen sie als Masse, die zu lenken ihre Aufgabe sei. Angeblich weiß nur der Diktator, was für diese Masse gut ist (nämlich, was für ihn selbst gut ist). Alle Kritik muss daher zum Schweigen gebracht werden: Die Masse soll nur glauben, nicht denken, nicht wissen. Diesem Ziel dient alle staatliche Propaganda. Das alles wird begründet mit der angeblichen Unreife der Masse und der Schlechtigkeit der Menschen.

Wenn die Menschheit noch zu retten ist, dann… Ja, was? Jetzt denkt mal bitte selbst weiter! Brauchen wir mehr Diktatoren, die als Zuchtmeister die Massen mit Zuckerbrot und Peitsche zu Zielen treiben, die die Diktatoren vorgeben? Oder brauchen wir mehr Aufklärung und Menschlichkeit, damit sich eine große Mehrheit für Vernunft und Mitgefühl einsetzt?

In diesen Zeiten geht es nicht um Kleinigkeiten. Es geht um Grundsätzliches. Und ja, selbst wenn Euch das übertrieben vorkommen sollte: Es geht um die Zukunft der Menschheit. Über diese Zukunft wird in unserer Gegenwart entschieden, nicht irgendwann später.

W. R.

Nachtrag am 03.09.21: Neulich fanden Journalisten heraus, dass eine russische Firma im Internet versucht, Fake News über das Impfen zu verbreiten, und dazu besonders in bestimmten sozialen Medien aktiv ist, die viel in Afrika und Lateinamerika genutzt werden. Diese Desinformationskampagne will den Leuten einreden: Wer sich impfen lässt, wird zum Schimpansen!

Ja, da müsst Ihr laut lachen! Zu komisch! Nur: Die Kampagnen-Betreiber wissen, dass gerade in diesen Kontinenten viele Menschen wenig Bildung bekommen und noch sehr einem magischen Weltbild verhaftet sind. Magisches Weltbild heißt: Man glaubt an Zauberei und den Bösen Blick, an Hexen, u.a.m. (Das war auch bei uns in Mitteleuropa vor Jahrhunderten sehr verbreitet). Was man sich halt so vorstellt, wenn man viel glaubt und wenig weiß, wenn man anfällig ist für alle möglichen Gerüchte und aufregende Falschmeldungen. Ja, Ihr merkt schon: Das ist auch bei uns nicht so selten, da ja ständig Verschwörungsmythen im Netz verbreitet werden – und sogar von Einigen geglaubt werden.

Man könnte jetzt überlegen lästern über die geistigen Schimpansen, über Leute, die sich im Netz verrückt machen lassen und sensationellen Stuss eher glauben als wissenschaftlich geprüfte Tatsachen. Aber Vorsicht vor Hochmut: Kehrt auch vor Eurer eigenen Tür, und seid vorsichtig gerade im Wahlkampf, wenn dubiose News an Euch herangespült werden. Denn es gibt sie, die Produzenten von Fake News, die alles versuchen, um Unruhe ins Netz zu tragen, Leute zu verunsichern und Zweifel gegen die nach guten journalistischen Standards arbeitenden Medien zu säen.

Wollt Ihr nicht zu Bildungs-Schimpansen werden, dann schaltet Euer Hirn nicht ab bei abenteuerlichen Meldungen, die auf Euren Bauch zielen und Euer Denken ausmanövrieren wollen. Ihr wollt Beispiele? Klar, z.B. die „jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“ (die Hitler sogar, ohne rot zu werden, in seinen offiziellen Reden nannte), oder: Die „Weiße Rasse“ ist allen anderen überlegen (eine nicht haltbare Behauptung, mit der weiße Bildungsschimpansen sich selbst bauchpinseln), oder: Impfen macht unfruchtbar (Gegenbeweise werden stur ignoriert), oder… ach, Ihr habt sicher auch schon einigen Blödsinn im Internet vorgefunden.

Aber Ihr, hoffe ich, habt genug fundiertes Wissen und fallt schon deshalb nicht auf jeden Betrugsversuch herein. Hab ich recht?

P.S. Ihr braucht diesen Beitrag nicht zu „liken“ und zu teilen wie in einem Kanal der „social media“. Es reicht völlig, wenn Ihr ohne Hast nachdenkt und daraus Schlüsse zieht — und Euch eine begründete Meinung bildet.

__________________

* die Menschheit? Sagen wir genauer: Die von einer Verdummungskampagne der Ölindustrie und von ihnen bezahlten Multiplikatoren irregeführte Menschheit, darunter auch die offiziellen Vertreter der hiesigen AfD (Gauland etc.)

** Der „Spiegel“ brachte das Thema als Titelgeschichte im August 1986(!); als aufrüttelnde Mahnung zeigte das Titelbild den Kölner Dom in einem rundum überschwemmten Gebiet. Unglaublich, aber wahr: 35 Jahre Nicht-Hinhören und Wegschauen bei den Verantwortlichen in der Politik – und bei großen Teilen der Wirtschaft, die lieber weiter um das Goldene Kalb tanzten und die Zukunft allein im Weitermachen-Wie-Bisher sahen…

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Nichts ist gut…

Nichts ist gut in Afghanistan, sagte jemand vor Jahren öffentlich und wurde dafür viel gescholten. Und jetzt? Man kann der Bundeswehr keinen Vorwurf machen, man sollte fragen: Warum gab es keine größeren Bemühungen, dem Land im zivilen Bereich nachhaltige Verbesserungen zu ermöglichen? Und warum werden jetzt die zivilen Helfer der Bundeswehr wie der NGOs der Rache der Taliban überlassen?
Letzteres wird schlimmen Eindruck machen auf Menschen in Mali oder anderen Krisengebieten … Damit hat schon Trump als US-Präsident angefangen, als er z.B. die kurdischen Peschmerga im Stich ließ, die als Verbündete effektiv den IS in Syrien bekämpften. Müssen nicht die Menschen in destabilisierten Ländern Angst haben, dass ausländische Stabilisierungseinsätze (aus innenpolitischen Gründen) abgebrochen werden und die Menschen im Regen stehen gelassen werden?
Wer die Bundeswehr oder anderes Militär in Krisengebiete schickt, muss sich in Zukunft gut überlegen, was das bringen soll, ob das (klar definierte) Ziel erreichbar ist und welche Mittel dafür nötig sind. Und, vom Ende her gedacht: Wie gehen wir da wieder heraus, und was bleibt – auch als politisches Ergebnis für unser Bild in der Welt?
Wenn heutzutage Viele in Deutschland davon reden, dass wir mehr Verantwortung in der Welt übernehmen müssten (und nicht alles im Zweifel den USA überlassen), dann müssen die auch sehen, was das bedeutet, und dass man da nicht einfach mal wieder rausgehen kann.
Tatsache ist, dass Deutschland im 21. Jahrhundert, in einer globalisierten Welt, nicht die Außenpolitik des 20. Jahrhundert einfach fortführen sollte. Dazu gehört auch, dass die Verquickung von Außen- und Wirtschaftspolitik sowie Entwicklungshilfe kritisch geprüft werden muss. Das „deutsche Interesse“ soll nicht vernachlässigt werden, aber auch nicht vorrangig Entscheidungen bestimmen. Und im deutschen Interesse ist es auch, vor der Weltöffentlichkeit nicht als ein Land dazustehen, das nur für den Eigennutz Anderen hilft.

Einem Teil der Bevölkerung ist das schwer zu vermitteln, wie wir im Spätsommer 2015 gesehen haben: Merkel ließ die in Ungarn gestrandeten Flüchtlinge aus humanitären Gründen einreisen. Das passte einigen BürgerInnen gar nicht, auch einige Politiker in den eigenen Reihen kritisierten Merkel öffentlich. Die CDU/CSU verteidigt christliche Werte? Merkel schon, aber die kritischen Stimmen wollten nationalistischen Eigennutz in den Vordergrund rücken.

Das wird sicher von Merkels Amtszeit als wesentlicher, positiver Punkt in den Geschichtsbüchern bleiben: Sie hat die Grenzen für Menschen in Not geöffnet, ungeachtet der Kritik und der eigentlich nötigen Absprache mit den EU-Staaten. Das war Handeln statt wochen- oder monatelangem Verhandeln. Angela Merkel hat bewiesen, dass sie auch anders kann als Aussitzen oder Auf-die-lange-Bank-schieben. Im Ausland hat sie damit sowieso viele Sympathien gewonnen. Hierzulande wurde leider z.T. nach „Grenzen dicht!“ gerufen und auf einer Flüchtlings-Obergrenze herumgeritten (selbst als das sachlich längst geklärt war). Und derselbe Obergrenzen-Meister schiebt nun als Innenminister Menschen nach Afghanistan ab, ein angeblich „sicheres Land“ – immer noch, trotz der dortigen Lage!

Apropos EU: Einige Mitgliedsstaaten, die in Fensterreden als besonders christlich gesehen werden wollen, sperren sich seit Jahren ganz gegen die Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten. Ganz schlecht steht die EU da, wenn man die Art und Weise betrachtet, wie sie im Mittelmeer mit den Geflüchteten umgeht. Man muss sich fragen, wie das zu den „europäischen Werten“ passt – oder zu den Grundwerten des „christlichen Abendlandes“.

W. R.

Nachtrag 15.08.21: Innenminister Seehofer ließ sich erst vor wenigen Tagen dazu bewegen, endlich die Abschiebungen nach Afghanistan zu stoppen. Am 14.08. stehen die Taliban bereits vor Kabul, der Flugverkehr ist unterbrochen, der afghanische Präsident will die Hauptstadt „friedlich“ übergeben. Die Ereignisse überrollen die langsame, bräsig wirkende Entscheidungsmaschinerie unserer derzeitigen Regierung und des Bundestages, wo zudem mehr oder weniger Alle mit Wahlkampf beschäftigt sind.

Wie und wann wollen die jetzt noch die Menschen ausfliegen, die für die Bundeswehr vor Ort gearbeitet haben? Ebenso werden die USA von der schnellen Übernahme des Landes durch die Taliban überrascht. Ja mei, haben da die Entscheider mal wieder nicht auf die Kenner des Landes gehört? Trump und Biden haben wohl in dieser Sache zuviel auf die Innenpolitik geschielt. Dabei geriet aus dem Blick, welche negativen außenpolitische Folgen in Kauf genommen wurden.

Nachtrag 19.08.21: Alle in der Bundesregierung geben sich überrascht von der schnellen Machtübernahme der Taliban, niemand in der verantwortlichen Politikerriege will etwas schuld sein (schon gar nicht im Wahlkampf). Für mich verdichtet sich der Eindruck, dass in der CDU/CSU Viele mit klammheimlich frohen Herzen in Kauf nehmen, dass jetzt vielen Afghanen die Flucht nach Deutschland nicht mehr gelingen dürfte. Laschet ließ neulich verlauten, ein 2015 dürfe sich nicht wiederholen, und Seehofer soll dagegen gesprochen haben, dass „unbürokratisch“ möglichst viele HelferInnen der Deutschen aus Afghanistan ausgeflogen werden. Mag sein, dass wir viele Hintergrundinformationen noch nicht haben, aber naheliegend ist der Verdacht, dass hier innenpolitische Gründe eine große Rolle gespielt haben – wie übrigens auch in den USA, als es bei Trump wie Biden um den Truppenabzug ging.

Natürlich ist das ein fatales Signal, in vielerlei Hinsicht. Bald wird es in der Welt womöglich heißen: „Hilfe, die Hilfe aus dem Westen kommt!“ Die USA haben Vieles vermasselt im Nahen und mittleren Osten, aber wir wissen nicht, ob wir an ihrer Stelle (als westliche Führungsmacht) eine bessere Performance geliefert hätten.

Tatsache ist: Die Bilder und Berichte vom Flughafen Kabul zeigen ein Szenario, das man sich eher in einem apokalyptischen Gruselroman denken könnte. Aber dieses ist offenbar real – einfach unglaublich! Und oft hört man von KommentatorInnen: Das macht mich fassunglos.

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Macht und Moral

Macht ist wichtiger als Moral – nach dieser Parole verfahren derzeit eine Menge Machthaber auf dieser Welt. Gerade zeigt der Präsident der Türkei wieder, woran ihm am meisten liegt, und dass er dafür viel zu opfern und zu verraten bereit ist.
Nicht nur Ex-US-Präsident Trump verwechselte seinen persönlichen Nutzen mit dem Wohl seines Landes, es gibt dafür weltweit viele weitere (schlechte) Beispiele. Brasiliens Machthaber Bolsonaro lässt die Corona-Pandemie in seinem Land laufen und redet Schutzmasken schlecht, fingert bei öffentlichen Auftritten mit Schusswaffen vor den Kameras herum und lässt den Regenwald-Vernichtern freie Hand. Chinas Führung nutzt jegliche Überwachungstechnik zur Kontrolle der Bevölkerung und drangsaliert ethnische und religiöse Minderheiten*, wobei chinesische Politiker sich mit religiösen Hardlinern in der Türkei einig sind: Die im Westen hochgehaltene Idee der allgemeinen Menschenrechte passt nicht zu unserer (türkisch-islamischen bzw. chinesischen) Kultur, und deshalb lehnen wir sie für uns ab. Die Türkei wollte eigentlich näher an Europa rücken und der EU beitreten, doch Präsident Erdogan setzt aus innenpolitischen (Machterhaltungs-)Gründen auf die islamisch-konservativen Kräfte und versucht sie durch Annäherung für sich zu gewinnen.
(mehr zur Politik Erdogans >https://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-erdogan-istanbul-konvention-1.5241502 )
Was sind das für Kulturen, die (angeblich!) nicht für allgemeine Menschenrechte sind? Was für ein Armutszeugnis stellen diese Politiker und Religionsvertreter ihrer Kultur aus! Denn sie sagen im Klartext: Unsere Kultur kennt nur Mächtige und Ohnmächtige, das Volk hat nichts zu melden und ist die Knute der Unterdrückung gewohnt, und das gilt insbesondere für Frauen, die bei uns traditionell und immerwährend Menschen zweiter Klasse sind und bleiben sollen.
Andere Machthaber bzw. ihre Propagandisten sagen das nicht immer so deutlich, meinen aber z.B. (siehe Russland): So ein Riesenreich kann nur mit harter Hand und despotisch regiert werden, und die Menschen sind schon seit Jahrhunderten gewohnt, die Knute zu spüren, ihnen bleibt nur zu beten, dass sich ein neuer Zar als guter Zar erweisen möge, einen Einfluss darauf haben sie nicht, und kennen sie auch nicht.
Was für ein Menschenbild steht dahinter? Wenn wir da von Kultur reden, müssen wir ja fast annehmen, eine permanente Unterdrückung und Ausbeutung der Masse durch Wenige gehöre zur Kultur dieser Länder dazu. Aus den Machtverhältnissen wird dann auch noch Verhöhnung derer da unten abgeleitet: Die haben es nicht besser verdient, wir Ausbeuter und Unterdrücker sind eben die Schlaueren, die Besseren (d.h. besser in Skrupellosigkeit und Menschenverachtung).

Und so sehen die Verhältnisse in vielen Gegenden dieser Welt aus. Es wird rücksichtslos ausgebeutet, Mensch wie Natur sind reine Verfügungsmasse für Machtgelüste und Geldgier.

Um die Mehrheit der ausgebeuteten Menschen zu verwirren und für dumm zu verkaufen, faselt man von kulturellen und religiösen Gründen, die diese Verhältnisse rechtfertigen (und zementieren) sollen. Und im Zweifel werden alle als unpatriotisch hingestellt, die den Machthaber nicht unterstützen; Kritiker werden heuzutage gern als „Terroristen“ diffamiert (siehe Türkei) und in Gefängnisse und Umerziehungslager gesteckt. Wir in Deutschland kennen das aus unserer jüngeren Geschichte (siehe KZs).**

Passt gut auf! Es fängt immer damit an, dass Menschen diffamiert, ausgegrenzt, unterdrückt werden. Erst sind es Minderheiten; wenn das gut klappt, kommen die Machthungrigen erst recht in Fahrt, dann sind immer mehr von Unterdrückung betroffen… Lasst Euch das nicht gefallen! Widersprecht, wehrt den Anfängen! Verteidigt die Minderheiten, die Schwachen, stellt Euch an ihre Seite! Lasst Euch nicht zum Stimmvieh für machtgeile Großmäuler machen, die insgeheim noch über Euch lachen, wenn Ihr auf sie hereinfallt.

W. R.

* ein Update vom 25.03.21 > Adidas, Nike und H&M bekommen Chinas Wut zu spüren – Wirtschaft – SZ.de Hier zeigt sich, wie dünnhäutig autoritäre Machthaber auf Kritik reagieren. Sie wollen eben nur positiv gesehen und dargestellt werden, ein fast schon kindisch zu nennender Wunsch, der im Übrigen zeigt, was sie von ihrer Bevölkerung halten: alles Kindsköpfe, die man auf blöd-patriotisch drillen kann. Wie blöd ist das? Die Chinesen sind ein altes Kulturvolk, da kann man nicht die Gedanken steuern. Da hilft auch die weitestgehende Überwachung nicht.

Nachtrag: Ungeniert präsentiert die chinesische Führung in Hongkong, wie ein autoritäres Regime gegen Demokraten vorgeht. Ein Schein von Legalität wird gewahrt, im Zweifel scheut man keine nackte Gewalt – wie derzeit das Militärregime in Myanmar. Dazu liefert der Machthaber von Belarus, Lukaschenko, im Mai 2021 ungeniert ein weiteres Beispiel: Vor den Augen der Weltöffentlichkeit lässt er ein Flugzeug entführen und zur Landung zwingen, um einen oppositionellen Journalisten zu verhaften.

Diese Machthaber kennen kein Halten, sobald sie bemerken, dass die „internationale Gemeinschaft“ ihnen nicht in den Arm fällt und es bei verbalen Protesten belässt – oder ein paar milde Sanktionen beschließt (die dann noch teils unterlaufen werden und kaum schmerzen).

** Kennen wir doch, hoffe ich – oder etwa nicht? Dann wird’s aber Zeit, dass Ihr Euch informiert und dann Bescheid wisst über die Nazi-Diktatur, wie sie entstand, wie sie erst mit Gewalt in Deutschland, dann in Teilen Europas ihre Macht ausübte und keinen Respekt vor Menschenleben zeigte. Ein mörderisches Regime kann man nicht schönreden.

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Man war gewarnt

Schon vor Monaten war hier unter der Überschrift „Wie ertragen die das?“ ein Fazit zu Donald Trump zu lesen. Der Noch-Präsident beweist in den letzten Wochen fast täglich, dass unsere Beurteilung seiner Person als Präsident der USA zutrifft. Die Ereignisse des 6. Januar 2021 sind eine fast logische Fortsetzung.

Der Vorgang ist ungeheuerlich, aber im Hinblick auf Trump nicht sehr überraschend. Denn er wiederholte praktisch nur, was er schon mit seinem Aufruf „Befreit Michigan“ im April 2020 angezettelt hatte: Anstiftung zum Aufruhr und zur Gewalt gegen demokratisch legitimierte AmtsinhaberInnen, gefolgt von der Erstürmung des Parlamentsgebäudes durch bewaffnete Trump-Fans und Rechtsradikale.

Wenn sich das Land nicht konsequent gegen einen solch untragbaren Präsidenten wehrt, dann kann es einem leid tun. Es scheint für Trumps unpolitisch-aufrührerische Haltung in den USA soviel Unterstützung zu geben, dass am 6.1. das Capitol nicht wirksam vor dem Mob geschützt wurde. Man war doch gewarnt (siehe oben : Michigan)! Und darum werden da noch viele konkrete Fragen beantwortet werden müssen.

Der angerichtete Schaden ist immens. Das aber kümmert einen Trump wenig. Er nimmt auf nichts und niemanden Rücksicht und sieht nur seine persönlichen Interessen. Ob das irgendwann auch die Mehrheit seiner Partei, der Republikaner, erkennen wird?

W. R.

Nachtrag am 29.01.2021: Professor Noam Chomsky sagte kürzlich in einem Interview, es fühle sich gut an, diesen „bösartigen Tumor“ los zu sein: „Die Trump-Regierung war die gefährlichste Regierung der Weltgeschichte.“

Nachtrag am 24.02.2021: Trump schäumt, denn sogar der Supreme Court hat es (einstimmig!) abgelehnt, Trump vor Offenlegung seiner Steuerunterlagen zu schützen. Typisch Trump, versteigt er sich dazu, das als „Faschismus“ zu beschimpfen.

Ich musste laut lachen, als ich das in der Zeitung las. Trump greift wie immer wahllos zu irgendwelchen Anwürfen gegen Leute, die ihn kritisieren oder nicht nach seiner Pfeife tanzen. Noch schlimmer: Er zeigt damit seine mangelnde Bildung, weil er nicht weiß, was man unter Faschismus versteht. Oder es ist ihm völlig egal, und das zeigt wieder einmal sein skrupelloses Dummschwätzen, weil er seine Anhänger (zu recht?) für so ungebildet hält, dass sie ihm blind alles glauben, auch sein Geschwätz von Wahlbetrug.

Übrigens: Wer mehr über Faschismus wissen will (und was der Begriff wirklich meint), der findet dazu mehr im Beitrag „Liebe Faschisten?“ vom 02.10.2020.

Nachtrag am 23.07.2021: Trump bleibt Trump, gibt keine Ruhe und will sich (wie so oft schon) mit skandalösen Lügen in die Medien puschen. Trump spricht in Interview über den Sturm auf das US-Kapitol – Politik – SZ.de Sachlichkeit kennt er nicht, ihm geht es immer um die dicke Keule und den Widerhall bei seinen Anhängern. So war auch seine Politik als Präsident, auch die Außenpolitik, reine Innenpolitik mit Blick auf den Beifall seiner Wähler (-Innen, muss ich leider hinzufügen, denn, kaum glaublich: Auch Frauen wählten ihn trotz seiner frauenverachtenden Äußerungen).

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Endlich Beweise!!

Virologen sind überrascht: Das hätten sie nicht gedacht! Da greift ein offenbar ansteckender Keim um sich, der sich Dummheit nennt. Leute, die davon infiziert werden, glauben jeden Mist, der im Internet verbreitet wird, und liken fleißig unwissenschaftlichen Murks, der aber so schön glaubhaft daherkommt. Eine Menge dieser Infizierten konnte man heute* in Berlin in einer Demo laufen sehen: Die Gefahr des Corona-Virus leugnen sie und stellen die große Mehrheit der Wissenschaftler als Lügner hin, sie selbst hingegen sind die erleuchteten Durchblicker, die die ganze Corona-Verschwörung durchschauen! Grandios. Und woher beziehen sie ihre Informationen? Von dubiosen, dafür aber heilsbringerisch auftretenden Leuten in den sozialen Medien und auf YouTube-Kanälen.

Ich weiß, wovon ich rede, schließlich habe ich mir ein paar von denen angeschaut und angehört, weil ich mich vorurteilsfrei aus verschiedenen Quellen informieren möchte. Und ich stellte fest: Wer genau hinhört, merkt schnell, wo die Schwachstellen dieser „Enthüllungen“ sind – aber viele Verschwörungsgläubige hören ja nur noch kritisch hin, wenn etwas von seriösen „Mainstream“- -Medien kommt.

Dabei wissen sie noch nicht von einer wahrhaft skandalösen Verschwörung:

Rechtsradikale, „Reichsbürger“, durchgeknallte Sektenführer, russische und chinesische Agenten und Trumps nun abgelöster US-Botschafter (der Merkel ebenso hasst wie sein Chef) haben unbemerkt eine Substanz in das Kerosin sämtlicher Verkehrsflugzeuge gemischt, die Deutschland überfliegen. Die Kondensstreifen dieser Flugzeuge verteilen …

… Verdummungs-Aerosole über das Land. Wie die Corona-kritischen Demos zeigen, haben sie damit schon Erfolge erzielt, besonders bei Leuten, die sich nicht mit Gesichtsmasken schützen.
Damit Ihr das glaubt, gehe ich mit dieser Enthüllung morgen in die sozialen Netzwerke und eröffne zusätzlich einen YouTube-Kanal, wo diese Verschwörung aufgedeckt wird. Parole: „Endlich Beweise!!“ Wetten, dass ich hohe Klickzahlen und massenhaft Likes kriege?
W. R.

*Coronaleugner demonstrieren in Berlin: „Ihr denkt, ihr werdet verschont von den Tribunalen? Werdet ihr nicht!“ – Berlin – Tagesspiegel.

Die Verwirrten rufen auf der Demo nach Freiheit. Ja, was denn noch? Ihr nehmt Euch schon die Freiheit heraus, die Infektionsgefahr zu missachten, das Ansteckungsrisiko für Andere und damit deren Wunsch, frei und gesund zu bleiben, zu missachten. Die Freiheit, Party zu machen und in Gruppen dicht gedrängt herumzustehen ist Euch wichtiger als der Schutz Eurer eigenen und der Gesundheit Anderer, nicht zu reden von den Älteren und Immungeschwächten, die eine Covid-19-Infektion schwerkrank machen kann, auch im Hinblick auf Langzeitfolgen. Eure persönliche Freiheit ist der egoistische Wunsch, jederzeit zu tun oder zu lassen, was Euch gerade gefällt, ohne Rücksicht auf irgendwen und irgendwas. Wenn Ihr ältere Verwandte ansteckt – was soll’s, Ihr seid Euch natürlich keiner Schuld bewusst und feiert weiter.

Niemand will Euch – gerade in diesem Land – Eure Freiheit einschränken, darum geht es nicht. Hier geht es darum, die Bevölkerung (eingeschlossen Euch selbst) vor einer Erkrankung zu schützen, von der niemand im Voraus sagen kann, wen sie in welcher Heftigkeit treffen wird – wenn erst die Infektion da ist. Wir wissen noch nicht einmal, wie lange eine überstandene Infektion immun macht. Wir wissen aber, dass eine Anzahl Infizierter sehr schwere Krankheitsverläufe hatten, und dass einige daran gestorben sind.

Ich meine: Freiheit bedeutet Selbstverantwortung. Sichgehenlassen ist was für Besoffene, die sich nicht mehr im Griff haben. Wer sich nur hemmungslos austoben will, hat das noch nicht verstanden. Meine Freiheit besteht darin, mich nach eigenem Verstand zu entscheiden: Will ich gesund bleiben? Will ich mich sozial verhalten und Rücksicht auf Andere nehmen? Es hat in meinen Augen auch etwas mit Menschenwürde zu tun, wenn ich als Mensch wahrnehme, dass andere Menschen genauso Rechte haben und ihre Freiheit nicht durch mein Verhalten eingeschränkt sehen wollen. Und ehe Ihr Euch auf das Grundgesetz beruft, schaut doch erst einmal nach, was da überhaupt drin steht, z.B. im Artikel 1. Und lest auch Artikel 2 mal in Ruhe durch.

W. R.

Nachtrag am 12.09.2020: Die Verquerdenker demonstrieren immer noch gegen — was eigentlich? Dagegen, dass der Staat seiner Pflicht zur Daseinsvorsorge für die Bevölkerung nachkommt? Oder für das Recht auf Dummheit? So langsam fragen sich die Vernünftigen: Was soll das?

Heute kommt die Antwort! Achten Sie auf das erste Foto in diesem Bericht: Proteste gegen Corona-Maßnahmen: Polizei stoppt Demo in München – 10.000 unterwegs – Politik – Tagesspiegel Da enthüllt ein von Demonstranten gezeigtes Banner die Erklärung: Corona bringt als Nebenwirkung auch Verblödung unter die Leute! Damit ist das Rätsel gelöst: Weniger die Aerosole aus Kondensstreifen (s.o.), vielmehr das Covid19-Virus selbst ist eine Virus-Mutation, die viele Infizierte nicht mehr klar denken lässt. Die Infizierten selbst merken nichts, weil die Erkrankung oft symptomfrei verläuft. Und der Volksmund weiß schon lange: Blödheit tut nicht weh. Darum merken jene Demonstranten auf dem Foto nicht, dass sie ein Eigentor schießen.

Aber so isser, der Homo Sapiens: Leicht lässt er sich mitziehen, schöner als Selbstdenken ist die wohlige Wärme der Herde, da guckt man nicht mehr so genau hin, wer da alles unter welcher Flagge mitläuft …

Noch ein Nachtrag am 15.11.2020: Dass diese Verquerdenker den Begriff „Querdenker“ okkupiert haben, dass einige sich Corona-„Rebellen“ nennen, ist eine Anmaßung, die nichts Anderes ist als Etikettenschwindel. Das Wort Querdenker war früher eher positiv besetzt und bezeichnete nonkonformistisch und evtl. innovativ denkende Einzelgänger, die u.U. durchaus inspirierende Impulse einbrachten. Solche Qualitäten kann ich bei dieser Initiative nicht erkennen.

Schon eher sehe ich da Leute, die nach einer bei Nazis beliebten Methode Begriffe besetzen und umdeuten, um Leute zu irritieren und zu behumsen. Nicht zufällig mischen sich Neonazis erkennbar unter die Demonstranten und verbinden das Corona-Leugnen mit ihrer staatsfeindlichen Gesinnung. Was auch bedeutet: Wer mit dem Grundgesetz in der Hand gegen Corona-Maßnahmen protestiert und dabei die Nähe staatsfeindlicher Mitmarschierer duldet, der … (denken Sie selbst weiter!).

Und wer schon nachgedacht hat, münzt das folgende Zitat aus Goethes „Faust“ I, 2128f., gesprochen von Mephisto in Auerbachs Keller, auf die aktuelle Situation:

Den Teufel spürt das Völkchen nie / Und wenn er sie beim Kragen hätte.

Wie ertragen die das?

IR sehen, es geht: Ein großes Land wählt einen inkompetenten Dödel zum Präsidenten, der sich durch schlechtes Benehmen, großmaulige Ankündigungen, schamloses Selbstlob, und irrlichternde Entscheidungen immer wieder selbst disqualifiziert. Und dennoch, oder gerade deswegen, lieben und unterstützen ihn seine Anhänger, denn seht, er ist einer von uns, er redet und benimmt sich wie wir, wir verstehen ihn und er uns, einen besseren Präsidenten können wir uns gar nicht vorstellen.
So scheint das für Donald Trump zu funktionieren. Und wenn er Glück hat, kann das sogar für seine Wiederwahl funktionieren. Jedenfalls ordnet er alles diesem Ziel unter. Das Wohl des Landes interessiert ihn nur soweit, wie er sich als mächtiger Präsident wohlfühlen und in Szene setzen kann. In den Augen von Menschen, die nicht zu seinen Wählern und Anhängern zählen, ist er eine schlechte Karikatur eines geltungssüchtigen Möchtegern-Fürsten mit absolutistischem Glanz. Solche Kritik stört aber einen Trump nicht, ihm ist nur wichtig, bei seinen Anhängern gut anzukommen.
Man möchte eigentlich gar nicht mehr über ihn reden, aber das geht nicht, wenn so ein unreifer Kindskopf dieses Amt innehat und einfach nicht die Klappe halten kann – und wieder mal Mist baut, für den Andere verantwortlich sein sollen. Es gibt dafür mittlerweile zahlreiche Beispiele. Und weil er es nicht versteht, dass es gut wäre, auch mal den Mund zu halten, liefert er zuverlässig immer neue Klöpse und Aufreger. Er muss zu Allem unreflektiert seinen Senf geben, am liebsten über Twitter; das kommt seinen knappen, kindisch übertriebenen Formulierungsmöglichkeiten entgegen.

Aber genau damit verhält er sich so wie die Mehrheit der Menschen, die in den „sozialen Netzwerken“ unterwegs sind: Nachricht und Unfug werden oberflächlich wahrgenommen, nebeneinander gestellt, gleichwertig konsumiert, und spontan gelikt, kommentiert, geteilt. Auch Trump hat keine Ahnung, was guter Journalismus ist, für ihn ist eine Meldung bei den rechtslastigen Fox-News, die ihm spontan gefällt, mehr wert als ein Artikel in der New York Times, der nach den Regeln des Journalismus recherchiert wurde und dessen Autor seine Quellen kritisch geprüft hat.

So beschimpft er denn auch Vertreter des Qualitäts-Journalismus auf seinen Pressekonferenzen oft: „You are Fake News!“ Denn Kritik und kluge Einwände mag er gar nicht, und demgemäß verhält er sich, er lobt, er beschimpft, er prahlt aus dem Bauch heraus. Mit der Wahrheit nimmt er es auch nicht genau, er lässt sich beim Lügen ertappen, er sucht die Schuld für seine Fehler immer bei Anderen – eine Erklärung dafür, dass in seinem Beraterkreis eine hohe Fluktuation herrscht. Das verstärkt noch die Tendenz zu sprunghafter und planloser Politik.

Schlimmer geht immer: In der Corona-Krise heizt er die aggressive Stimmung an, spaltet weiter das Land, ruft indirekt zum Sturz von Gouverneuren auf, die wirksame Maßnahmen durchsetzen – sofern es Demokraten sind: „Befreit Michigan!“ Und schon rotten sich bewaffnete Demonstranten vor dem Gouverneurs-Amtssitz zusammen. Das bewegt sich schon gefährlich in die Nähe eines Bürgerkriegs.

„Make America great again“ – dass ich nicht lache! Trump demontiert das Ansehen der USA wie ein Horrorclown. Armes Amerika! Da bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Wie ertragen die Vernünftigen im Lande das nur?*

W. R.

*Antwort: gar nicht. (5) Eine Weltmacht höhlt sich selbst aus: Die USA sind auf dem Weg zu einem „failed state“ – Politik – Tagesspiegel

Nachtrag am 04.05.2020: Wie könnte es anders sein, nicht nur in den USA, sondern auch bei uns versuchen verschiedene Akteure, auf der Corona-Krise ihr eigenes Süppchen zu kochen: „Das wird man ja wohl mal sagen dürfen“: Der fehlgeleitete Furor der Corona-Kritiker – Politik – Tagesspiegel

Aktueller Einwurf Juni 2020:

Nachtrag im Juli 2020: Wer die Nachrichten verfolgt, sieht, dass es über Trump im Prinzip nichts Neues zu melden gibt. In der Bevölkerung scheint aber der Überdruß an seiner Schaumschlägerei zu wachsen. Denn die Menschen müssen seine verfehlte Politik der Verharmlosung des Covid 19 Virus ausbaden. Sie glauben immer weniger seinen markigen Beteuerungen des „Wir haben alles im Griff“. Und sein autoritäres, brachiales Vorgehen gegen Demonstranten kommt nicht gut an bei Leuten, die noch an die Demokratie im Lande glauben wollen.

Typisch für Trump sind auch seine sprunghaften Kehrtwendungen. Monatelang lehnte er es ab, mit Mund-Nasen-Schutz aufzutreten. Dann plötzlich zeigt er sich mit Maske und sagt, er habe nie etwas gegen die Masken gehabt. Dass seine Anhänger ihrem Vorbild folgten und mehrheitlich seine Wahlveranstaltungen ohne Masken besuchten, dass danach die Infektionszahlen in derselben Gegend sprunghaft anstiegen – das interessiert einen Trump nicht. Hauptsache, er hatte seine Show.

Was interessiert einen Trump überhaupt? Dass er Beifall bekommt, dass er wiedergewählt wird. Mit Wissenschaft und Fakten hat er nichts (Gutes) im Sinn, weil die oft seinen Behauptungen und Lügen widersprechen. Konkret: >US-Wahl: „Dass Trump Republikaner ist, ist zweitrangig“ – Medien – SZ.de

Nachtrag am 24.12.2020: Trump ist abgewählt, aber noch im Amt. Und er treibt Unfug und egoistische Manöver bis zuletzt, siehe > US-Präsident Donald Trump: Präsident gnadenlos – Politik – SZ.de

Trump will rundum alle dafür strafen, dass sich seine Erzählung vom (nicht belegten) „Wahlbetrug“ nicht durchsetzt. Das kommt davon, wenn man so einen egozentrischen Kindskopf zum Präsidenten wählt. Doch Schadenfreude ist unangebracht, weil Trump noch bis 20.01.2021 weiteren Schaden anrichten kann. Sein Nachfolger kann einem jetzt schon leid tun.