Archiv für den Monat: Juli 2017

Hooligans in Hamburg

Der G20-Gipfel in Hamburg geht zu Ende, Rauchschwaden der Ausschreitungen angereister Hooligans verfliegen, und der Streit um die richtige Polizei-Taktik geht weiter. Schon Tage zuvor beklagten sich Teilnehmer an Protest-Aktionen über das Verhalten der Polizei. Doch lasse ich das nicht als Ausrede gelten, um das Verhalten der Hooligans vom „Schwarzen Block“ zu rechtfertigen oder auch nur zu relativieren. Die Randale-Touristen haben mit Politik und begründetem Protest nichts am Hut. Das Demonstrationsrecht ist Teil des Rechts auf freie Meinungsäußerung und kein Freibrief für selbsternannte Rächer der Unzufriedenen und Benachteiligten, um brennend und plündernd durch Wohnstraßen zu ziehen und wahllos Eigentum auch kleiner Leute zu zerstören. Das ist pubertäre Gewalttätigkeit, die niemand als politische Äußerung ernst nehmen kann. Mehr ->https://daily.spiegel.de/news/gewalt-beim-g20-gipfel-kampf-den-zwerghasen-a-18684
Man wüsste gern mehr über den ernstzunehmenden Protest, seine Anliegen, seine Begründungen.* Doch die Medien, na klar, bringen Bilder von Krawall und Gewalt, von der Kaperung der Demos durch vermummte Schwarzer-Block-Kämpfer, die so tun, als wären sie Teil des Protestes. Sind sie aber nicht. Sondern sie sind eher ein Anlass für die Polizei, den Protest insgesamt zu stoppen und aufzulösen. Das führt zu falscher Frontbildung und macht den friedlichen Protest kaputt, er geht fast unter in den Medien.
Schon Wochen vor dem G20-Gipfel fanden konzertierte Anschläge auf Anlagen der Deutschen Bahn statt und behinderten den Zugverkehr für die Bevölkerung. Was sollte das? Von einer auch nur ansatzweise verständlichen Begründung habe ich nichts gehört. Aber mir war klar: Das ist kein politischer Protest, das ist nur Sabotage, wenn nicht im Ansatz schon Terrorismus, mit der simplen Begründung: „Wir können es, also machen wir es. Wen das trifft, interessiert uns nicht.“ Sowas kann schon deshalb keine politische Aktion sein, weil man damit die Bevölkerung nur gegen sich aufbringt. Wo ist der Unterschied zu den Hooligans in und an Fußballstadien? Die wollen auch nur Krawall und Gewalt als Selbstzweck. Und verursachen erhöhten Einsatz von Steuergeldern für Polizei-Einsätze.
Es sieht aber nicht so aus, als könnte man den Adrenalin-Junkies unter den Hools mit Argumenten kommen. Vielleicht sind die zu sehr von ihrem Darm gesteuert (vgl. Beitrag „Homo Sapiens“?).

W. R.

* Wer nach den sachlichen Kritikpunkten am G20 fragt, erhält vielleicht Hinweise durch folgende Links:  1. Interview mit  Heike Löschmann von der Heinrich-Böll-Stiftung >G20-Kritik: „Ein Durchregieren der Großen und Starken“ – heute-Nachrichten ; 2. Statements auf der Attac-Homepage >Attac Deutschland – Startseite – Attac Deutschland  – www.attac.de    Dies zur Information, als Beispiele für die kritischen Standpunkte.