Arts in Frechentown

c.2012 by W.R./edition "Is it art?"

c.2012 by W.R./edition „Is it art?“

Wer sich für Kunst (engl.: arts) interessiert und Hinweise sucht, was wo in Frechen zu sehen/erleben/genießen/diskutieren oder zu beachten ist, der ist hier nicht falsch. Wir konkurrieren aber nicht mit schon existierenden Informationsangeboten, vielmehr möchten wir sie ergänzen, und darum weisen wir ausdrücklich mit Links auf solche hin. Auf diese Links folgt ein Streifzug „Frechen sehen“ in mehreren Teilen — der vielleicht auch geeignet ist, manch Eine (n) zum genaueren Hinsehen zu ermuntern, der/die bisher nur darauf fixiert war, spektakuläre, bombastische und als bedeutend deklarierte Dinge wahrzunehmen…

You are interested in arts and looking for hints at what could be worth looking at in Frechen, and where? Welcome. Browse in this page and see what could be the thing for you. Not competing with, but supporting existing platforms of information, we include those we know in our list of links below. And you can follow our tour of Frechen in the series „Frechen sehen“, maybe to enjoy a look at things that are not declared as „must see“ in your Tourist’s Handbook of Central Europe…

So this subpage of fu-frechen.de may well contribute to a still not existing tourist information in Frechentown.

.

46

.

Links und Tipps:

www.kunstverein-frechen.de

http://www.kunstzentrum-signalwerk.de/kuenstler.html

www.jenny-graf-bicher.kulturserver-nrw.de

            http://kulturserver-nrw.de/home/jenny-graf-bicher/BLICKWINKEL.html  Im Mai/Juni 2014: „Rituale“ – Malerei, Collage und Objekte von Brigitte Reinert; ein Zeitungsartikel darüber:  Christina Stemmermann – Wochenende Frechen – Hürth – Pulheim   Was manch Einen überraschen dürfte: Auch im redaktionellen Teil der kostenlosen Werbezeitungen finden sich gut gemachte Artikel, wie in diesem Fall! — Mit der gut besuchten Lesung von Hartwig Suhrbier (siehe Unterseite >F.U.F.-Bibliothek, zu „Blaubarts Geheimnis“) am 21.05.2014 hat sich die GalerieBlickwinkel“ zum neuen Hotspot der Frechener Kulturszene entwickelt. —

Detail aus dem Innenhof der Galerie B., 3.7.16

Detail aus dem Innenhof der Galerie B., 3.7.16

__________Ausstellung 19.10. bis 30.11.2014: Helmut Werres, „Der Innere Monolog“. Dazu fand am 14.11. ein wiederum gut besuchtes Künstlergespräch statt, in dessen Verlauf Bezüge zum Inneren Monolog in bekannten Werken der Literatur hergestellt wurden. — Zu den nachfolgenden Ausstellungen und Events siehe Link oben: …BLICKWINKEL. —  Juli 2016: Werke von Olaf Höhnen, verstorben 2009. Schwerpunkt der Ausstellung ist die weniger bekannte Seite des Künstlers, nämlich seine Bilder. Außerdem natürlich werden Skupturen aus verschiedenen Materialien gezeigt. Höhnen ist ja in Frechen vor allem dadurch bekannt, dass viele seiner Plastiken das Ortsbild schmücken (siehe auch weiter unten).

www.linie7-frechen.de

http://www.minikulturverein.de/

www.linden-theater-frechen.de

http://www.harlekin-theater.de/

090

Töpfermarkt am Rathaus in Frechen – 17./18.05.2014

www.keramion.de   –  nächster Töpfermarkt in Frechen: 26./27.05.2018

(disclaimer >Home F.U.F.)

032

029031

Vielfalt der Farben und Formen …

027036

.

46

.

Arts in Frechentown:

Kunst im öffentlichen Raum

Frechen sehen (1)

Wer mit offenem Blick durch Frechen streift, dem fällt auf, dass hier nicht nur schnöder Pragmatismus und profane Zweckmäßigkeit das Erscheinungsbild von Plätzen und Fassaden bestimmen. Gewiss, wie in vielen anderen Orten auch, gibt es Manches, was sensible Augen eher zum Wegsehen finden, oder wie im bekannten Frechen-Lied des Kabarettisten Rainald Grebe gar als „ästhetisches Verbrechen“ registrieren. Klar, und geschenkt.

42a+

Panorama des Stadtkerns um 1950, von Süden gesehen (idealisierende Zeichnung, um 2000)

Doch bliebe das Urteil einseitig, würde man die Augen vor den Hinguckern und interessanten Anblicken verschließen, die Frechen an einigen Ecken zu bieten hat. Gerade in Zeiten, in denen die meisten Fabrikschlote verschwunden sind und Frechen „durchatmen“ kann, fällt es leichter, Frechen unvoreingenommen wahrzunehmen; dann kann der unvorbelastete Blick eher die künstlerisch und kunsthandwerklich ansprechenden Objekte und Details — vor allem in der Innenstadt — wahrnehmen und ggf. schätzen.

Als jemand, der in Frechen aufgewachsen ist, kenne ich noch die Zeit, in der Westwinde Ruß mit sich über den vor kurzem erst Stadt gewordenen Ort trugen und das frisch angezogene, weiße Nyltest-Oberhemd schon nach wenigen Stunden einen innen schwarz gepunkteten Kragen hatte. Frechen war seit dem späten 19. Jahrhundert zunehmend Industriestandort geworden: Hier wurden aus Braunkohle Briketts gemacht, hier wurden Tonröhren für die Kanalisation vieler Städte hergestellt.

War Frechen damals bloß eine Anhäufung von Arbeiter-Reihenhaussiedlungen? Weit gefehlt! Betuchte Bauherren setzten schon um 1900 etliche Häuser mit ansehnlich geschmückten Fassaden in die Ortsmitte oder als Villen neben ihre Fabriken. Und in den späten 1920er Jahren glänzte Frechen mit dem städtebaulichen Leuchtturm am Freiheitsring (Laubenganghäuser): Diese ästhetisch gestalteten, mit erschwinglichen Mietwohnungen ausgestatteten Wohnanlagen hatte man z.T. mit Produkten der Köln-Frechener Keramik verschönert, die man auch Ooms’sche Keramik nennt. Darüber informieren ausführlich und fundiert die Bücher von Egon Heeg (siehe unten*).

20-Ooms'sche Ker., RingschuleMit diesem keramischen Schmuck wurde auch die am Freiheitsring neu erbaute Ringschule ausgestattet, an der man noch heute den mit blaugrün glasierter Keramik verzierten Haupteingang bestaunen kann. Eine solche Austattung war damals keineswegs alltäglich und ist auch bis heute eher unüblich: Schulen wurden oft als reine Zweckbauten konzipiert, weshalb meist nüchterne Materialflächen das Bild beherrschen.

In den Jahren um 1930 entwarf u.a. Prof. Albermann aus Köln eine Reihe von Fassadenfiguren und Skulpturen, die in dem tonverarbeitenden Frechener Industriebetrieb unter der Leitung von Toni Ooms realisiert wurden. Exemplarisch verweise ich hier auf ein paar Objekte, die man noch6 heute gut sichtbar in Frechen finden kann. In der Mitte der oben gezeigten Fassade steht die Figur „Weisheit“ (Abb. rechts) . An der Ecke Hasenweide – Keimesstraße (früher Blumenstraße) prangt hoch an einer Hauswand eine 24b-Sonnenuhr4Sonnenuhr, ausgeführt als Keramik-Relief (Abb. links), weithin wahrnehmbar in der Sichtachse Antoniterstraße-Keimesstraße.

Und vor der Kirche St. Audomar steht auf einem Sockel die Figur des Christus als Welterlöser (unten). Sie schmückte ursprünglich ein Denkmal auf dem Friedhof, der heutige Sockel entstand erst bei der Aufstellung am Kirchplatz (Näheres siehe Heeg 1992*, S. 109).

Kein Wunder, dass der Engel Beatus, der im Buch DIE BEATUS-CHRONIK um das Jahr 2009 Frechen besucht, angesichts der Sonnenuhr staunt: „So etwas Schönes hatte Frechen damals nicht.“ (S. 132)

133
.
* Das Standardwerk zum Thema ist: Egon Heeg, DIE KÖLN-FRECHENER KERAMIK DES TONI OOMS 1919-1934. Köln: Rheinland-Verlag, 1992 (vergriffen, nur noch antiquarisch zu bekommen, im Zweifel in der Buchhandlung Brauns). Dazu gehört (noch im Handel): Egon Heeg, DIE KÖLN-FRECHENER KERAMIK DES TONI OOMS 1919-1934. Ergänzungsband, hrsg. Förderverein des Keramikmuseums der Stadt Frechen e.V.i.L., 2003.

W. R.

Nachtrag: Bis 1970 zierten an der Ecke Hauptstraße/Hüchelner Straße grünglasierte Keramik-Ornamente die Gaststätte Zur Glocke (vgl. Foto unter dem >Blog-Beitrag „Wie kam Audomar nach Frechen?“). Reste davon wurden beim Abriss des Hauses vom Frechener Kultur-Aktivisten Gerd Steinmetzer geborgen und dem Keramikmuseum (heute: historische Ausstellung des Stadtarchivs)019 übergeben. Dort ist das ergänzte Portal der „Glocke“ zu besichtigen, in dem sich auch Toni Ooms auf humoristische Art selbst darstellte (siehe Foto rechts). Ebenfalls im dortigen Foyer sieht man in Vitrinen 19ckleine Objekte aus der vielfältigen Produktion der Ooms’schem Keramik, und ein paar historische Krüge aus Frechener Töpferöfen.

W. R.

.

46

.

—(±¥$%€¢±)—

Oben war eingangs von „schnödem Pragmatismus“ die Rede. Ein kleines Beispiel findet sich ausgerechnet unmittelbar über der oben gezeigten Kostbarkeit, der Sonnenuhr von Albermann. Ich weiß nicht, wie es dazu kam, ich habe nur beobachtet, wie dem weniger auffälligen Ensemble von Fernsehantennen erst eine und dann immer mehr Satellitenschüsseln beigesellt wurden. Da kann von „unauffällig“ keine Rede mehr sein, da muss man schon von „störend“ sprechen – ehrlicher gesagt, von äußerst störend für den optischen Gesamt-Eindruck.

Ich verzichte hier auf ein Foto, das muss man nicht auch noch hervorheben (Das kann allenfalls in einer Rubrik „Frechen – besser nicht hinsehen“ unterkommen.) Wer will, kann es sich live vor Ort ansehen. Hier kollidieren mal wieder private Interessen mit öffentlichen. Hausbesitzer (oder Mieter) machen manchmal, was sie wollen, ohne sich um das Stadtbild oder denkmalschützerische Aspekte zu kümmern. Dabei wären sie oft sogar gut beraten, wenn sie mehr Rücksicht auf den äußeren Eindruck ihrer Immobilie im optischen Umfeld nehmen würden.

Aber leider ist nicht jedem Menschen ästhetische Sensibilität gegeben (Vielleicht ist da früher öfter der Kunstunterricht ausgefallen?), und daher kommt es eben auch immer mal wieder zu solch unbekümmertem Pragmatismus nach dem Motto „Nicht schön, aber Hauptsache: zweckmäßig“.

Einspruch, Euer Ehren: Das allein ist eben nicht die Hauptsache! Eine nur zweckdienliche Umgebung, die so manches „ästhetische Verbrechen“ (R. Grebe) auf Jahre und Jahrzehnte den Blicken der Öffentlichkeit zumutet, ist nicht hinnehmbar und sollte „repariert“ werden — was ja nicht immer viel kosten muss. Auf Dauer ist so eine optische Schadhaftigkeit, die nicht geheilt wird, auch kein Renommee für die Stadt insgesamt. Und erst recht muss man sich fragen, ob das Wohlbefinden der Einwohner nicht unter einer solchen Wunde im optischen Umfeld leidet.

Dabei wurden die oben gezeigten keramischen Schmuckelemente an Hausfassaden ja gerade deshalb angebracht, um den Menschen nicht nur Behausungen zu bieten, sondern auch eine Umgebung, in der sie sich wohl fühlen, und die sie auch dazu anreizt, pfleglich mit diesem ansprechend gestalteten Lebensraum umzugehen.

Ihr findet das übertrieben, ist doch alles nicht so schlimm? Dann, bitte, seid doch gleich konsequent und betoniert alle Grünflächen zu, und räumt auch gleich die Brunnen und die Bäumchen in der Fußgängerzone sowie alle anderen Straßenbäume als „überflüssigen Kram“ ab! Wer es trotzdem schön haben will, kann sich ja privat seine ganze Hausfassade mit billigen Plastik-Gartenzwergen aus dem Baumarkt dekorieren (Vorteil: Die machen keinen Dreck). Und nicht vergessen: im Dezember luftgefüllte Weihnachtsmann-Ballons ans Haus hängen! (Ich kann mir nicht helfen, aber da sehe ich immer einen dicken Einbrecher, der sich mit der Beute im Sack an der Fassade abseilen will, sich aber mit seiner Weihnachtsmann-Verkleidung im Seil verheddert und dabei selbst stranguliert.)

W. R.

46

 

Land-Art in Frechentown

Frechen sehen (2)

.

Land-art auf der Kölner Str.

Foto: W. R., c. W. R./edition „Is it Art?“

Die Experten mögen darüber streiten, wie genau der Begriff Land-Art abzugrenzen und zu definieren ist. An dieser Stelle wird er jedenfalls nicht streng auf die Umgestaltung oder Ergänzung natürlicher Landschaft bezogen, sondern weiter gefasst als Landschaft wie besiedelter Lebensraum, die durch menschliche Eingriffe gewollt oder ungewollt so gestaltet werden, dass dabei Kunst entsteht.

Kunst entsteht zunächst im Auge des Betrachters. So ist im nebenstehenden Foto der Standpunkt des Betrachters bzw. Fotografen entscheidend für den Eindruck der Bildkomposition mit Zentralperspektive, in der der Blick auf den Bildmittelpunkt, den Kirchturm von Sankt Audomar, zielt; und der auf dem Asphalt aufgemalte Richtungspfeil in der Straßenmitte verstärkt noch einmal massiv die Blickrichtung.

Sie wollen das nicht unter „Land-Art“ einordnen, weil diese Umgebung keine Landschaft ist, oder weil sie nicht in künstlerischer Absicht so gestaltet wurde? Na, dann ist wenigstens dieses Abbild eben Foto-Kunst oder künstlerische Fotografie. Ordnen Sie es meinetwegen auch unter „Konzeptkunst-Fotografie“ ein, wenn Sie wollen.

Allerdings, nach längerem Nachdenken beschleicht mich die Frage: Wer weiß denn so genau, ob die Frechener Stadtverwaltung bzw. die Planer dieses im Bild sichtbaren öffentlichen Raumes nicht doch insgeheim künstlerische Absichten verfolgen, diese aber listig hinter ebenso pragmatischen wie paragrafentreuen, in Amtsdeutsch gefassten Planungs-Begründungen verbergen? Wer ein Auge für Feinheiten hat, kommt auch beim Anblick des Überholverbot-Schildes (rechts im Bild) ins Sinnieren: Da haben die heimlichen Künstler mit Hintersinn den Richtungspfeil und die Mittelachse nochmals betont…

W. R., im August 2013

46

Frechener Ansichten

Frechen sehen (3)

.

Frechener Ansichten, Nov. 2013

Bei diesem Foto wollen wir nicht wieder diskutieren, ob hier der Begriff „Land-Art“ zur Anwendung kommen könnte. Es geht hier einfach nur um’s Sehen. Ja, Sehen, nicht nur Gucken und denken: „Na und?“ Das Besondere liegt im Einfachen, Alltäglichen verborgen. Wir alle sehen hin, wenn etwas auf einem Podest oder an einer Museumswand als Besonderheit herausgestellt ist, wir sehen genau hin, denn es muss ja etwas Sehenswertes sein.

Aber genau darum geht es: Unsere Welt bzw. Umwelt ist sehenswert! Es liegt am Betrachter, ob er sieht, hinsieht, und mit allen Sinnen wahrnimmt, erkennt, auch staunt oder sich wundert — oder leeren, gleichgültigen Blickes vorbeigeht und erst auf das Besondere, das Sehenswerte hingewiesen werden muss. „Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!“ So werden Gaffer aufgefordert, den Rettern den Weg zum Unfallopfer freizumachen. Da ist was passiert, das sieht man nicht alle Tage! Da stehen sie mit offenem Mund und können sich nicht abwenden.

Dagegen ist es etwas Anderes, da zu staunen, wo Andere achtlos vorbeigehen und nichts Besonderes sehen. Schauen Sie sich das Foto oben an, als ob Sie gerade die Hauptstraße heruntergingen und einen Moment stehenblieben. Und? Bemerken Sie nichts? Auch nicht die Bildkomposition, die ein Maler für sein Gemälde gewählt haben könnte? Lassen Sie sich Zeit, sehen Sie alles genau an, die Details ebenso wie die Linienfluchten…

46

.

Aktueller Nachtrag  zu „Frechen sehen (3)“:

Ein Wunder, so scheint es fast, ist geschehen, und zwar — (über)natürlich — nahe einer Kirche… allerdings der Evangelischen Kirche, wo man den Glauben an Wunder, zumindest im Zusammenhang mit Heiligenverehrung, weniger pflegt. Das „Wunder“: Die Werbebrücke mit der Aufschrift „Frechen-City“, die sich als blau gestrichenes Metallgerüst seit den späten 1990er Jahren über die Hauptstraße spannte, ist verschwunden. 058

Verglichen mit dem Foto in „Frechen sehen (3)“ vom November 2013 fällt hier, am 24.05.2014,  nicht nur das helle Sonnenlicht auf, sondern auch die Abwesenheit besagter Brücke!

Wie man hört, hat die Evangelische Kirche dem Wunder materiell nachgeholfen, sodass diese von Anfang an kritisierte Baumaßnahme nach ca. 16 Jahren rückgängig gemacht werden konnte. So kann der Blick dessen, der die Hauptstraße heraufkommt oder aus der Bahnstraße einbiegt, wieder ungehindert den Baukörper der Kirche erfassen.

056

Säulenstumpf, römisch?, mit abgesägten Metallhalterungen

Bald wird das Werbebrücken-Intermezzo vergessen sein, das oben in Frechen sehen (3) gezeigte Foto nur eine historische Erinnerung. Und Passanten werden sich fragen: Was bedeuten diese vermutlich römischen Überreste beiderseits der Straße, die an die Stümpfe von Rundsäulen denken lassen? Vielleicht waren es Meilensteine in Säulenform? Vieleicht trugen sie ein aufmontiertes Wasserbecken, an dem Pferde getränkt werden konnten?

67

Rekonstruktionszeichnung: mögliches Aussehen des Meilensteins (ohne Aufsatz)

Eine römische Mautstelle kann hier nicht gewesen sein, denn die Fernstraße von Köln in Richtung Düren lief über die Alte Straße im Abstand von ca. 50m nördlich vorbei. Flankierten hier auf den Sockeln vielleicht zwei Statuen den Weg in ein keltisch-römisches Ur-Frechen, das archäologisch bislang nur unzureichend nachgewiesen wurde? Immerhin wurde in Bachem, nahe der einstigen Wimarus-Quelle, ein Weihestein für die aufanischen Matronen gefunden. (Die Quelle wurde für Kohle im 19. Jahrhundert abgebaggert.)

So werden Archäologen wohl noch in 100 Jahren rätseln, was dort gestanden haben könnte. — (mehr zur frühen Geschichte Frechens >Blog / „Wie Frechen entstand (1)“)

Weiterer Nachtrag aus aktuellem Anlass:

Komme ich doch neulich auf dem Weg zur Galerie „Blickwinkel“ die Hauptstraße herunter und vermisse die römischen(?) Säulenstümpfe beiderseits der Straße. Wo sind sie hin? Wer hat sie abgeräumt? Wurde hier etwa wieder Historisches einfach mal als „alter Kram“ entsorgt, oder was?

Dagegen fiel mir vor Monaten in Kölns Innenstadt auf, dass man dort solche Säulenstümpfe mehr zu schätzen scheint und sogar etliche an Straßenrändern präsentiert. Wen wundert’s,57c-in Köln schließlich führt Köln seine Ursprünge stolz auf die Römerzeit zurück. Wenn man genauer hinschaut, fragt man sich allerdings, ob da nicht des „Römischen“ zuviel aufgetragen wurde… Denn hier im Bild sieht man nur ein Exemplar, doch geht man um die Ecke, findet man eine ganze Reihe weiterer. Ob die überhaupt antik sind oder eher billige Kopien? Köln ist doch so klamm und spart auch an der Kultur, siehe Planung für den Neubau des Historischen Archivs.

W.R.

.

46.

Frechener Ansichten

Frechen sehen (4)

Das an Kunst-Gemälden und Fotografie geschulte Auge kann auch in Frechen (s.o.) auf An- und Ausblicke stoßen, die ganz einfach das Auge fesseln. Da muss nicht immer gleich eine Kategorie her wie Land-Art oder Sonstiges, man bleibt einfach nur stehen und schaut…

199

Grube Carl, von Norden gesehen

.

46

.

Stichwort: „Konzeptkunst / Conceptual Art“

Im Impressum (>Impr.) wird Näheres zum Begriff Konzeptkunst alias Conceptual Art angekündigt. Dem soll hier Raum gegeben werden.

Zu „Konzeptkunst“ gibt es natürlich auch im Internet Seiten zum Nachschlagen. Was man als erste Einführung in Kürze auf Wikipedia dazu lesen kann, ist noch wenig anschaulich: http://de.wikipedia.org/wiki/Konzeptkunst. Aber ausführlichere Darstellungen von Kunst-Fachleuten sind z.T. doch etwas schwer verdaulich, also nicht gerade eine im Sinne der F.U.F. allgemeinverständliche Auskunft und Horizonterweiterung. Trotzdem folgt hier ein Link zu einem solchen Text; man nehme sich etwas Zeit und Ruhe zum aufmerksamen Lesen und bilde sich selbst eine Meinung: http://www.google.de/imgres?imgurl=http://konzeptkunst4.files.wordpress.com/2012/07/konzeptkunst.jpg&imgrefurl=http://konzeptkunst4.wordpress.com

Derzeit findet Konzeptkunst (wenn man so will) auf dieser Homepage fu-frechen.de, statt, und hier wohl am ehesten nach der Definition von Marcel Duchamp (vgl. Wikipedia-Text). Es entspricht aber nicht der erklärten Absicht der F.U.F., dem Betrachter oder Teilhaber an dieser Veranstaltung intellektuelle Hochleistungen und Ausschaltung der Emotionen abzuverlangen — wie man es in manchen75-2009-14.05.(1b) Beschreibungen der Conceptual Art lesen kann. Wir wollen doch eher auf dem Teppich bleiben und die Erdung in dieser Welt auch bei gedanklichen Höhenflügen nicht ganz verlieren. Ebenso bleibt im Blick, die Kommunikation zum Mitmenschen nicht durch sprachliches und gedankliches Geschwurbel unnötig zu strapazieren und zu komplizieren — zumal Emotionen zum Menschen genauso dazugehören wie der Intellekt. Behalten wir also besser den Menschen ganzheitlich im Blick.

Somit werden LeserInnen des Buches DIE BEATUS-CHRONIK wie BesucherInnen dieser Homepage feststellen, dass die Texte im Allgemeinen gut lesbar sind und sprachlich keine Barrieren enthalten, die den Zugang zum Inhalt versperren könnten. Der Inhalt ist jedoch keineswegs ohne Anspruch und verlangt ein Publikum, das bereit ist, sein von Gott gegebenes Denkvermögen auch zu nutzen.

Menschen, die die Unterseite Arts in Frechentown angeklickt und durchgesehen haben, verfügen vermutlich außerdem über eine von Gott gegebene Palette von fünf (oder gar sechs?) Sinnen — und werden somit hier angesprochen und evtl. angeregt, vielleicht sogar gut unterhalten im Sinne von Seneca: „Res severa est verum gaudium“ / Die ernste Sache ist das wahre Vergnügen (vgl. >F.U.F. – der Club, Leitsätze). Das schließt sinnliches Vergnügen keineswegs aus.

W. R., im Januar 2014

Notabene:

Der folgende Beitrag ist für Menschen mit pragmatischem Gemüt gedacht (und für solche mit Fantasie rein überflüssig.)

44a-Dez. 2010

Schneeskulptur von unbekannter Hand, Frechen Dez. 2010

Anlässlich des Tages der Poesie (21. März) sei angemerkt: Oben war davon die Rede, dass man bei allen gedanklichen Höhenflügen in der F.U.F. doch auf dem Teppich bleiben wolle. Dieser Teppich kann gelegentlich auch ein fliegender sein — denn was wäre die Welt ohne Phantasie und phantasiebegabte Leute! Darum sollte auf der oben erwähnten Palette der Sinne auch ein Farbtupfer Phantasie nicht fehlen.

002

Blüte am Rande von Frechen (Bild anklicken und schauen…)

Wer Phantasie für überflüssig hält, vergisst, dass sie durchaus eine wichtige, in Extremfällen sogar überlebenswichtige Funktion haben kann, z.B. indem ein Mensch in schwer erträglicher Lage sich mit Hilfe der Phantasie an positiven Vorstellungen aufrichtet, oder mit Hilfe der Phantasie in schwieriger, gar ausweglos erscheinender Lage eine 1dkreative Lösung findet. So kann der Fliegende Teppich Menschen aus Gefahr erretten, ihre Stimmung aufhellen oder sie sogar beglücken.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Hier wird nicht zum Konsum von enthemmenden, „bewusstseinserweiternden“, oder halluzinogenen Drogen aufgefordert. Es dürfte doch ohnehin jedem informierten Menschen klar sein, dass häufiger bzw. regelmäßiger Konsum von Drogen die Kreativität langfristig schädigt bzw. zerstört. Von anderen Nebenwirkungen wollen wir hier gar nicht erst reden.

W.R.

Apropos Kreativität und Fantasie: Trotz globalisierter Geldgier gibt es nach wie vor Menschen, für die Kreativität und Fantasie ein Teil ihres Lebens sind, um sich auszudrücken und ihr Potential zu entfalten. Und es gibt Menschen, die sich bemühen, auch Heranwachsende zum Mut zu Fantasie und eigenem Ausdruck anzuleiten. Wie das in einer Schule gelingen kann, berichtet dieser Beitrag: >Schulfach Kreativität in Gesamtschule Weierheide: Auf Kresch-Kurs – SPIEGEL ONLINE   Natürlich ist das nicht einfach im Rahmen einer Schule, schon gar nicht im ordentlich paukenden deutschen Schulsystem, aber das beschriebene Beispiel gibt doch Manches zu denken…

W.R. (Nachtrag im Mai 2016)

.

46

.

Frechener Ansichten

Frechen sehen (5)

Ein wehmütiger Blick in die jüngste Geschichte

Wie konnte das geschehen: Um die Jahrtausendwende wurde Frechen eines seiner größten, spektakulärsten Kunstwerke im öffentlichen Raum beraubt! Die stillgelegte Tonröhrenfabrik Cremer und Breuer (C+B) am Alten Bahnhof in Frechen wurde abgebrochen, und der Beginn dieser Arbeiten geschah ausgerechnet an den Keramik-Kunstwerken, die die Fassade schmückten. Niemand hatte zuvor den Denkmalschutz informiert, und als der einschritt, waren bereits große Teile der Keramik abgetragen.

Das riesige Bild „Jonas und der Wal“, das die Fassade in voller Höhe schmückte und vom Bahnhof bzw. der Kölner Straße gut zu sehen war (eine Sehenswürdigkeit der Stadt!), das 20-Jonas 1 - 13.02.1999 die Leute aus der vorbeifahrenden Straßenbahn (heutige Linie 7) bewundern konnten — es wurde als Verfügungsmasse behandelt, obwohl es seit Jahrzehnten zu Frechen gehörte. Wie passte das zum Kunstsinn des Gottfried Cremer, der die Firma lange geleitet, der das Keramion als Museum für zeitgenössische Keramik-Kunst gebaut und mit seiner Sammlung bestückt hatte?

22a-C+B 13.02.1999

Hauptgebäude der Fabrik C+B, vom Bahnhof aus gesehen (Foto: W.R. 1999)

Die Firma C+B hatte ihren Sitz in den 1990er Jahren aus Kostengründen aus Frechen verlagert (mehr zur Firmengeschichte >http://www.deutsche-steinzeug.de/konzern/geschichte.html?pe_id=11 ), und danach ging es den Eignern anscheinend darum, sich möglichst kostengünstig ganz aus dem Standort Frechen zurückzuziehen. Darum wollte man auch das Keramion, am anderen Ende des Firmengeländes gelegen, nicht mehr länger betreiben, sondern es der Stadt Frechen übereignen und sich damit auch der Unterhaltspflichten entledigen.

Vermutlich wollten die Eigner auch keine Pflichten übernehmen, wenn besagte Kunst an der Fassade des Hauptgebäudes unter Denkmalschutz gestellt worden wäre. Ein Schelm, der denkt, sie hätten schnell Fakten schaffen wollen (Was gibt es unter Schutz zu stellen, wenn es nur noch in Resten oder gar nicht mehr existiert?).

Der SR der F.U.F. fotografierte die C+B-Fassade und „Jonas“ am 13.02.1999, ohne sich bewusst zu sein, dass dieser Anblick bald Geschichte sein würde, nämlich ab Juni 2000. Nun scheint es angebracht, diese Fotos wenigstens als nostalgischen Rückblick in der Reihe „Frechen sehen“ zu zeigen. *

Leider wurde die Chance verpasst, in Frechen durch einen „Kulturpfad“ (wie in einigen anderen Orten) sehenswerte Dinge zu verbinden, z.B. vom historischen Rathaus über die Hauptstraße an St. Audomar vorbei und den historischen Häusern an der Kölner Straße zu „Jonas und der Wal“ und weiter bis zum Keramion.

Der C+B-Abgang hatte weiter zur Folge, dass die Stadt Frechen das Keramion zwar übernahm, dann aber aus Kostengründen beschloss, das für’s Publikum günstig in der Marienschule im Zentrum gelegene historische Keramikmuseum zum Keramion zu verlegen. Das Keramion und das (reduzierte) historische Keramikmuseum sollten zusammengelegt und fortan von einer neu gegründeten Stiftung getragen werden (Aus technokratischer Sicht sollte die Zusammenlegung einen kostendämpfenden Synergie-Effekt bringen, und die Stiftung sollte Sponsorengelder anlocken).

Einige Aktive in der Kulturszene Frechens fühlten sich sehr vor den Kopf gestoßen. So löste sich z.B. der Förderverein des historischen Keramikmuseums auf, und Leihgaben wurden zurückgezogen. Es tröstet nicht, wenn man daran denkt, dass auch andernorts manche Entscheidungen über Kunst und lokale Geschichte vom Geld abhängig gemacht werden: Kultur ist schön, soll aber nicht viel kosten — und wenn, dann gibt man Geld eher für einzelne Prestige-Objekte aus, die Stadt und Spitzenpolitiker in ein günstiges Licht rücken sollen.

Die Entscheidung, was dem Prestige einer Stadt Zuwachs bringt, wird dabei nicht von Kulturverständigen allein bestimmt. Im Vordergrund steht oft die Frage: Womit kann sich die Stadt nach außen gut präsentieren und ihr Image aufpeppen? Das Keramion als Aushängeschild ist überregional zumindest den Fans moderner Keramik bekannt, und die erreichen es per guter Autobahn-Anbindung (sind aber auch ebenso schnell wieder aus Frechen verschwunden). Das stadtgeschichtliche Keramikmuseum im Zentrum war dagegen für Frechens Bürger gut erreichbar und optimal an den ÖPNV angebunden, lockte auch auswärtige Besucher in die Innenstadt. Diese Vorteile in der Mitte Frechens genießt jetzt nur noch das Stadtarchiv, während die historische Frechener Keramik im Keller des Keramions (weit weg vom Stadtzentrum) gesucht werden muss.

Es ist nun, wie es ist, und trotz alledem lohnt sich ein Besuch im Keramion: Man findet nicht nur Bartmannkrüge und andere Stücke aus Frechens Vergangenheit dort ausgestellt, sondern auch schöne Exponate aus der (oben vorgestellten) Köln-Frechener oder Ooms’schen Keramik. Und achitektonisch ist das Keramion ohnehin eine Sehenswürdigkeit (mehr >Link s.o. zum Keramion). Also: Der nächste Ausflug geht zum Keramion!

IMG_4643

Im Stadtarciv Frechen: restaurierte Synagogen-Pforte, gestaltet als Gedenk-Nische

Ehe nun der falsche Eindruck entsteht, im Stadtzentrum am Ort des früheren Keramikmuseums gäbe es nichts mehr zu sehen, muss ich darauf hinweisen, dass dort, betreut vom Stadtarchiv, sehr wohl noch bemerkenswerte Exponate gezeigt werden. Zur Stadtgeschichte gehört auch der ausführliche Einblick in die Entwicklung des Braunkohle-Tagebaus.** Dazu gehört auch die Präsentation der Eingangspforte der ehemaligen Synagoge im Stadtzentrum (siehe Foto rechts) mit Erläuterungen zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Frechen.

Zu guter Letzt sei erwähnt, dass zwar vor Jahren nicht der oben angedachte „Kulturpfad“ eingerichtet wurde, dass aber inzwischen ein Faltblatt des Keramions auf einem „Keramikweg“ durch Frechen führt (vgl. oben: Link zum Keramion). Und seit Mitte November 2015 gibt es einen handlichen Führer zu den Sehenswürdigkeiten der Frechener Innenstadt, von Kunstverein und Geschichtsverein gemeinsam erarbeitet: „Frechen: Ein kunst- und kulturhistorischer Wegweiser“. Er zeigt mit Foto und Text auch Keramiken im öffentlichen Raum (und ist dank der Förderung durch die Stadt Frechen kostenlos erhältlich).***

W. R.

* Ein großes Schwarzweiß-Foto des Wandbildes findet sich in: Werner Madsack, u.a., 150 Jahre Frechener Steinzeugindustrie. Frechen 2002, S.156, im Kapitel „Die Keramische Kunst im Umfeld der Frechener Steinzeugindustrie.“ Ein Foto S. 155 zeigt den Künstler Kurt Derkum, der für C+B mehrere Wandbilder schuf.

** Wer sich allgemein für das Thema „Frechen und die Industrie“ interessiert, findet auf >Clio einen Beitrag (8.) mit ebendiesem Titel, plus weitere Infos.

*** Die Broschüre war eine gute Idee, die auch gut umgesetzt wurde. Für historisch Interessierte noch ein kleiner Hinweis: Zur Kirche St. Audomar und Frechens frühmittelalterlichen Anfängen enthält der kurze, erste Textabschnitt (S. 15) leider einige Ungenauigkeiten. So liegen die Anfänge des Dorfes Frechen weit vor 877, d.h. wahrscheinlich im 6. Jahrhundert, und die erste Kirche wurde wohl um 750 erbaut. Dieses „kleine, unbedeutende Kirchlein“ war laut Urkunde von 877 Mutterkirche für weitere Kirchengründungen in der Umgebung. Auch der Ort Frechen war als „Freies Kaufdorf“ nicht ganz unbedeutend. — Vgl. dazu Genaueres in dem Buch DIE BEATUS-CHRONIK von 2013 (mehr >Die Beatus-Chronik).

 46

.

Frechener Ansichten

Frechen sehen (6)

Als Kontrast zum oben betrachteten großen Verlust der Frechener Denkmallandschaft wenden wir hier nun unseren Blick auf die weniger spektakulären, kleinen, aber feinen Dinge, die dem aufmerksamen Auge auffallen und es erfreuen können.

So manch ein(e) Frechener(in) wird angesichts manch eines der folgenden Bilder sagen: Kenne ich – na und? Wenn das so sein sollte: schön! Und erfreulich, dass nicht alle abgestumpften Auges, oder „betriebsblind“, oder aus ständigem Zeitmangel, nur noch das bemerken, was sie gerade interessiert, oder was unvermeidbar ins Auge springt.

Ein Zweck dieser „Frechen-sehen“-Reihe ist ja auch, dass man in Frechen nicht bloß sagt: Was ist Frechen gegen Köln, die haben den Dom, die romanischen Kirchen, die Altstadt, und was haben wir hier — ? Wer das jetzt immer noch sagt, hat sich die obige Reihe „Frechen sehen (1-5)“ noch nicht wirklich angeschaut.

Also: Genauer Hinsehen bringt ‚was, nicht nur beim Kleingedruckten in Verträgen mit Versicherungen oder Energielieferanten, und Ähnlichem. Wer in der Lage ist, gewohnte Dinge wie ganz neue zu sehen, der entdeckt oft etwas, das er/sie bisher nicht wahrgenommen hat — auch beim Gang durch Frechentown near Cologne, Germany.

5c-Dachreiter Ev.KiFangen wir mal im „Oberdorf“ an: Mein Lieblingsobjekt unter den Kleinigkeiten ist der vergoldete Posaunenengel auf der Spitze des Dachreiters der Evangelischen Kirche, auch weil er in dieser Form selten ist.

16eWer in den Kirchenraum hineinschaut oder den Gottesdienst besucht hat, entdeckt an der Ostseite drei teils farbige Glasfenster, die Kernsätze der Bibel illustrieren (Eins davon, zu Psalm 23, ist rechts im Foto zu sehen). Mich haben sie als jungen Menschen immer beeindruckt — wie eben farbige Kirchenfenster schon im Mittelalter konzipiert waren: Sie waren nicht nur Schmuck, sondern auch Anschauung und Belehrung für das Volk.

7Gehen wir die Hauptstraße ein Stück weiter hinab, so kommen wir an der Galerie „Blickwinkel“ vorbei und werfen einen neugierigen Blick durch das Schaufenster. Das Foto hier zeigt den Blick im Frühjahr 2014 (mehr s.o. >Links und Tipps).

Weiter abwärts, im Zentrum von Frechen, steht unübersehbar der „Klüttenbrunnen“ von Olaf Höhnen. Der Name weist auf das Thema hin: die Gewinnung und Verarbeitung von Braunkohle in vorindustrieller und industrieller Zeit und die Lieferung in die Haushalte. Die Bronzefiguren zeigen die Schufterei nicht ohne Humor. Doch nur bei genauem Hinsehen fallen einem manch liebevoll gestaltete Details ins Auge.

14a

14b

12Im Schatten von Platanen weniger beachtet, weil in grauem Zementguss nicht stark zur Umgebung kontrastierend, steht diese Figurengruppe des störrischen Esels mit den zwei Mädchen in der Grünanlage beim Schützenhaus. Wer hier vorbeikommt, erkennt die Skulptur erst bei genauerem Hinsehen (sofern er/sie nicht am Steuer eines Autos vorbeirauscht).

8Weiter auf der Franz-Hennes-Straße abwärts gelangt man an einen kleinen Kreisverkehr. Wer ihn umrundet und, auf der gegenüber liegenden Seite stehend, den Blick nach oben schweifen lässt, erkennt in einem Hausgiebel gegenüber ein kleines, achteckiges Fenster, in dem ein Schwein steht und in den Himmel schaut.

Köln hat die beiden Pferdeköpfe am Richmodis-Haus, die oben aus einem Turmfenster schauen – Frechen hat dagegen Schwein. In Köln gehören die beiden Pferdeköpfe zur Richmodis-Sage, in Frechen… ? Mir ist noch keine Sage mit dem Schweinchen zu Ohren gekommen.

7dAm früheren Kirchplatz an St. Audomar angekommen, schweift der Blick erneut nach oben und entdeckt auf dem Dach des hohen Eckhauses eine Windfahne mit einer aus Draht geformten Figur. Sie erinnert an die Menschen, die früher in den vielen Steinzeug-Fabriken schufteten, Tonröhren herstellten und verluden. Heute ist noch eine Fabrik übrig, weiter unten an der Kölner Straße.

Da wir vor dem hoch aufragenden Westwerk der Kirche St. Audomar stehen, gehen wir gleich mal hinein und lassen uns von der ruhigen Atmosphäre herunterkühlen. Hier gibt es Einiges zu sehen. Wir wenden uns linker Hand der Seitenkapelle zu, die Peter Hecker 1931 mit Wandmalereien versehen hat. Diese erinnern (an der Wand links) an das Grauen des Weltkriegs — damals wusste man noch nicht, dass es trotz dieser schrecklichen Erinnerungen einen Zweiten(!) Weltkrieg geben würde. 10eUmso inbrünstiger weist das große Erlöser-Bild der Auferstehung auf die Hoffnung hin, wenn nicht hier, dann wenigstens im Jenseits eine bessere Welt zu finden. In den Details des Grabenkrieges links hat Hecker das Grauen ausdrucksvoll in das Gesicht eines Soldaten gelegt, und heutige Augen sehen vielleicht darin auch das Gesicht eines traumatisierten Soldaten, der aus dem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt ist. „Sag mir, wo die Blumen sind … Wann wird man je verstehn?“Verträumter Ort a

Wenn wir, nachdenklich aus der Kirche St. Audomar heraustretend, uns wieder nach rechts wenden und durch die Hüchelner Straße mit ihren historischen Bürgerhäusern (erbaut um 1900) gehen, wo in manch einem Garten, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, verträumte Winkel verzaubern (wie im Foto rechts), zum Freiheitsring gelangen und uns nach links wenden, kommen wir zur Ringschule, deren mit Oomsscher Keramik verzierte Front oben schon zu sehen war (>“Frechen sehen, 1″). Aber auch die Details sind liebevoll gestaltet: So ist z.B. am linken Portal ein Huhn zu sehen, das fleißig ein Ei produziert. Nicht immer, aber 12bauf nebenstehendem Foto (links) ist zu entdecken: Auf dem Sims darunter ruht sich eine Schnirkelschnecke in ihrem Häuschen aus. Vieleicht wollte sie damit demonstrieren: Bei all dem Leistungsdruck muss man auch mal Pause machen (oder chillen, wie das neudeutsch heißt) und sich regenerieren.

Weiter oben am Freiheitsring, wo das Ensemble der Laubenganghäuser steht, geht es auch tierisch zu: Zwei große, aus braun glasierter Keramik gefertigte Bärenfiguren liegen auf Sockeln, die eine breite Treppe flankieren. Sie schauen entspannt in die Gegend, einer hält einen Ball zwischen den Vorderpranken. Diese Bären scheinen auch eher zu „chillen“, jedenfalls wirken sie keineswegs aggressiv oder15a bedrohlich, 15bzumal sie nicht größer sind als junge Bären im Alter von vielleicht zwei Jahren. Diese und andere das Stadtbild bereichernde Figuren sollte man bewahren und schützen, zumal sie eine positive, d.h. friedliche und heitere Ausstrahlung im öffentlichen Raum entfalten.

In Frechen ist die Zeit keineswegs stehen geblieben, aber man sollte sich öfter mal die Zeit nehmen und sich einen ruhigen, offenen Blick auf die beachtenswerten Details gönnen, die im Laufe der Zeit in Frechen für aller Augen platziert wurden. Warum das für Frechen besonderen Wert hat, versucht der folgende Beitrag „Frechen sehen (7)“ zu klären.

W. R., im Dez. 2015

46

.

Frechener Ansichten

Frechen sehen (7)

Nachdem wir oben in Frechen sehen (1) schon auf R. Grebes Schmäh-Lied und auf viel „schnöden“ bzw. „unbekümmerten Pragmatismus“ (±¥$%€¢±) in der Gestaltung der Lebenswelt der Frechener eingegangen sind, können wir — gerade in der F.U.F. — nicht umhin, das Thema in einen größeren Zusammenhang einzuordnen und damit möglicherweise die Handlungsweise und Mentalität vieler Menschen in Frechen und Umgebung verständlicher machen.

Übertrieben gesagt: Glück und Fluch Frechens ist (bzw. war) seine große Abhängigkeit von den Industriebetrieben am Ort und in der Umgebung. Dazu gibt es eine längere Betrachtung auf >Clio/8., den Interessierten zur Lektüre empfohlen. Oben in Frechen sehen (5)  haben wir bereits das Beispiel C+B angeführt, wo wir letztlich seit 2001 einen Verlust ästhetischer Substanz in Frechen verbuchen müssen. Aber das Problem hat größere Dimensionen.

Frechen, und noch viel mehr die Landschaft der Umgebung, die Ville, hat im vergangenen Jahrhundert eine enorme Umgestaltung erfahren. Das ist jetzt neutral formuliert, man könnte auch sagen: Die Landschaft in weitem Umkreis ist brutal umgekrempelt worden. Um der Kohle (im doppelten Sinne) willen wurde historisch gewachsene Landschaft ersatzlos weggeräumt, jahrzehntelang sah man dort „Mondlandschaften“. Nach der „Auskohlung“ wurde ein Teil aufgeforstet, ein Teil für landwirtschaftliche Nutzung hergerichtet.

Eine so zugerichtete und dann hergerichtete „Landschaft“ ist auf lange Sicht fremd und ersetzt nicht verlorengegangene Heimat. Von Ästhetik konnte man auch lange Zeit nicht reden, da die Aufforstungen zunächst von schnellwüchsigen Pappeln geprägt waren und eher öden Plantagen glichen; erst später setzte sich die Einsicht durch, dass Mischwald in vieler Hinsicht die bessere Lösung ist, und dass die neue Landschaft (ohne Anführungszeichen) abwechslungsreicher gestaltet werden muss.

Mit den oben beschriebenen Anblicken lebten die Menschen der Region, nicht nur die Frechener, über lange Zeit. Mehrere Generationen gewöhnten sich nicht nur an den Anblick der von Menschen umgekrempelten, wenig reizvollen Landschaft in Wohnortnähe, sie nahmen das unschöne Landschaftsbild auch fatalistisch hin (zumal viele bei Rheinbraun ihre Brötchen verdienten). Damit einher ging auch eine Gewöhnung an eher pragmatisch gestaltete Umgebung, an finanziell günstige Lösungen ohne besondere Berücksichtigung ästhetischer Bedürfnisse (s.o.: „nicht schön, aber zweckmäßig“).

Nicht nur Rainald Grebe, auch einige andere Einwohner Frechens missbilligten den geringen Sinn für Ästhetik im öffentlichen Raum. Obwohl es ja in Frechen trotzdem einige ansprechende Beispiele für eine schöne und z.T. etwas aufwändigere Gestaltung der Wohnumgebung gab (s.o.), war die Bevölkerung doch in großen Teilen durch die oben dargestellten 039-Ästhetik des HässlichenRahmenbedingungen eher abgestumpft, was Ansprüche an die Ästhetik betraf.

So ist es wenigstens z.T. zu erklären, dass ein größerer Teil der Bevölkerung durch Gewöhnung eine Umgebung mit manch „ästhetischem Verbrechen“ akzeptierte. Forderungen nach mehr schöner Gestaltung fanden keine Mehrheiten (Dafür so viel Geld ausgeben?). Ein Projekt wie das vielgelobte Terrassenfreibad (eröffnet 1958) im Rahmen des neu angelegten Sportparks wurde trotz einiger Bedenken im Vorfeld schließlich doch — mit Unterstützung aus der Industrie (Quarzsandwerke) — verwirklicht, wobei Stadtdirektor Hans Schaeven die treibende Kraft war, ein Mann mit Visionen für die junge Stadt.*

Zur Verdeutlichung stelle man sich das Gegenteil vor: In einer oberbayrischen Landschaft mit vielen Dörfern und liebevoll gepflegten, teils barocken Kirchen und Kapellen wollte eine Kapitalgesellschaft große Tagebau-Breschen ins Landschaftsbild schlagen… Dort bilden sich (zumindest heutzutage) sogleich Bürgerinitiativen gegen solche Vergewaltigung der Landschaft. Solche Verwertungs-Pläne kommen ja meist sowieso von außen, von Leuten, deren Heimat ganz woanders liegt.

Hier liegt natürlich auch der Hase im Pfeffer: Die Menschen im (damaligen) Kreis Köln-Land waren großenteils arm und bekamen durch den Braunkohleabbau die Chance auf einen Arbeitsplatz mit regelmäßigen Einkommen. Und die Zuschüsse oder Spenden zu den sozialen Einrichtungen der Kommunen, zusätzlich zur nicht unbeträchtlichen Gewerbesteuer, machten die Stadt- und Gemeinderäte dem Industriekonzern gewogen.

Schauen wir wieder nach Frechen: Dort haben wir ein Beispiel im Zentrum, nämlich den „Klüttenbrunnen“. Oben unter Frechen sehen (6) wurde er bereits gewürdigt. Olaf Höhnen gestaltete ihn, als die Fußgängerzone auf der Hauptstraße in den 1980er Jahren neuP1000477 eingerichtet wurde. Eine großzügige Spende für diesen Brunnen floß von Rheinbraun-RWE. Thema des Brunnens ist ja auch der Braunkohleabbau und die Lieferung der Klütten an die Haushalte, „wie et fröher wor“, also zur Zeit der Plackerei mit viel Staub und Dreck. Höhnen stellte diese harte Arbeit anschaulich dar, nahm ihr aber ihren Ernst durch die oben erwähnten humorigen Details.

Mit Humor lässt sich Vieles besser ertragen. Das hat auch Rainald Grebe mit seinem Lied über Frechen** gemeint, wenn auch sein Humor dabei eher Sarkasmus ist. Zum Glück für uns heute ist diese Zeit, in der viel Kohlenstaub in der Luft lag, wie oben schon gesagt, Vergangenheit. Jedoch muss man dafür sorgen, dass die alte Gewohnheit des schnöden Pragmatismus einem geschärften Sinn für Ästhetik weicht und kein Frechener mehr unwidersprochen sagen kann: „Egal, nicht schön, aber zweckmäßig.“

Man sollte daher auch die kunst- und kulturbezogenen Einrichtungen und Initiativen in der Stadt wahrnehmen und unterstützen, seien es Kunstverein, Galerien, Malschulen, Musikschule, und was es sonst noch gibt. Vor dem oben skizzierten Hintergrund kommt diesen Einrichtungen eine gesteigerte Bedeutung zu. Sie spielen sozusagen eine missionarische Rolle, indem sie Menschen sensibilisieren für guten Geschmack, gutes Design, usw.***  Man beachte daher auch die ganz oben angeführten Links.

Und am Schluss sei angemerkt: Auch die Schulen sollten den Wert musischer Fächer nicht unterschätzen und solche „Nebenfächer“ nicht als Kürzungsmasse zusammenstreichen, wenn es um den Unterricht in den „Hauptfächern“ geht. Dieser Hinweis gilt nicht nur für Frechen, sondern landesweit.

W. R., im Febr. 2016

* Eine ausführliche Darstellung dazu: Claudia Werner, „Der wahrhaft krönende Schlußstein im Sportpark An den sieben Bäumen“. in: Jahrbuch des Frechener Geschichtsvereins, Bd. 4 / 2008, S. 7-66

** Das Lied auf Youtube: Das Rainald Grebe Konzert Teil I – YouTube , (dort ziemlich am Schluss bei Minute 38)

***Kurz erklärt, ist gutes Design eine Verbindung von gutem, ansprechendem Aussehen mit gutem, praktischen Nutzen.

46

.

Frechen sehen (8)

Ein besonderes Augenmerk widmen wir hier dem Frechener Entrée oder der Einfallspforte für den Autoverkehr aus Richtung Köln und Autobahnkreuz Köln-West. Wer hier die ersten Eindrücke der Ortschaft empfängt, die die Autokarte oder das Navi als „Stadt Frechen“ bezeichnet, der registriert erst einmal: nichts Besonderes. Hier sieht man, von der B 264 nach Frechen rechts abbiegend, links und rechts ganz gewöhnliches Gewerbegebiet, schon hundertfünfzigmal so oder ähnlich am Rande anderer Orte gesehen und durchfahren. Viele Namen von Firmen kennt man auch, und die Gestaltung diverser Zweckbauten ebenso.

Das Entrée von Frechen

Das Entrée von Frechen

Da bietet Frechen nichts, was es von anderen Orten unterscheidet: Ein „Alleinstellungsmerkmal“ sucht man hier jedenfalls vergebens. Sogar auf der hohen Werbesäule ganz oben ist der Schriftzug „Frechen“ mit Signet soweit verblasst, dass ihn niemand mehr wahrnimmt. Letzteres nimmt man als Frechener schon eher mit Erleichterung zur Kenntnis, denn hier beginnt eine vorgelagerte Verwertungslandschaft, aber nicht das Frechen mit eigenem Gepräge.

Fährt man weiter auf der Kölner Straße nach Frechen hinein, so grüßt als erstes Zeichen des bewohnten Stadtkerns von fern der hohe Turm der Kirche St. Audomar, immer noch ein weithin sichtbares Wahrzeichen. Vor der Kreuzung Bonnstraße rückt dann rechter Hand ein erstes historisches Wohnhaus ins Blickfeld, das 1907 für den Betriebsdirektor des ersten Elektrizitäts- und Wasserwerks von Frechen fertiggestellt wurde. Ab hier mischt sich Wohnbebauung mit Gewerbegebiet, das sich rechts der Straße noch weiter Richtung Zentrum fortsetzt. Dann — sieh da — taucht vor uns ein hohes, schmales Gebäude auf und verdeckt den Blick nach St. Audomar. Wir fahren darauf zu, die Straße führt uns dann im Schwenk rechts an diesem schief sich zur Straße neigenden Komplex vorbei, der nun den Blick zum Alten Bahnhof versperrt.

IMG_0593Man hörte mal etwas vom „Eingangstor nach Frechen“, das dieses neue Gebäude darstellen sollte… Wie sagte man in den Nachkriegsjahren: „Schief (=chief) ist Englisch, und Englisch ist modern.“ Also: was Modernes. Aber die Nachkriegsjahre sind auch schon eine Weile her, nun ja. Die Meinungen sind geteilt: Manche finden das Haus, das der Investor „alpha-forum“ nennt, „schräg“ (im Sinne von „mal was Anderes“) oder „cool“,  Andere hätten lieber stattdessen das frühere Freiluftkunstwerk „Jonas und der Wal“ [s.o. >“Frechen sehen (5)“] als Blickfang in der Bahnhofsumgebung zurück.

Wie dem auch sei, wir sind (diskutierend) inzwischen an einigen gewerblich genutzten Zweckbauten vorbeigefahren und werden von der Platanenallee des Freiheitsrings aufgenommen, an dem sich nun Wohnbebauung entlangzieht, rechts unterbrochen von der Ringschule mit ihrer schmucken Fassade (s.o.: >“Frechen sehen 1″). Hier sind wir im eigentlichen Frechen mit eigenem Gepräge angekommen, geborgen unter dem hohen Blätterdach der alten Bäume. Ich will jetzt nicht sentimental werden, nur weil ich als Junge hier P1000473öfter mit anderen Kindern gespielt habe und mich diese Straße an einen Teil meiner Kindheit erinnert… aber so ist das mit den Heimatgefühlen, die kann man nicht ganz ausblenden.

Das ist für mich das alte, das eigentliche Frechen, mit dem ich ein Stück eigenes Leben verbinde. Mag es für Außenstehende nicht so besonders sein, aber für mich ist es das. So ist das für jeden Menschen, wo immer er oder sie aufgewachsen ist; selbst in einer dreckigen Industriestadt kann man solche Gefühle haben: „Dirty old town“ ist ein Lied, das fast jeder kennt und das diese Gefühle aufgrund von Jugenderinnerungen in einer englischen Industriestadt beschreibt.

Doch davon abgesehen, die obige Beschreibung ästhetischer einerseits und andererseits nichtssagender oder gar hässlicher Qualitäten von Teilen Frechens kann auch als nüchtern-kunsthistorische Betrachtung ohne besondere, emotionale Beteiligung gelesen werden. Das gilt eigentlich für alle Teile von „Frechen sehen“. Und wer offenen Blicks mit mir Frechen durchschritten hat, muss zugeben: Es gibt sie, diese oder jene „Alleinstellungsmerkmale“. Wer sie sehen will, und wer sehen kann, der kann sie auch finden. —

W.R., 28.02.2016

46

.

Nachdem der SR schon viel von Frechens ansehnlichen Seiten gezeigt und sich lokalpatriotisch engagiert hat, darf er auch einmal etwas ironisch oder sarkastisch zeigen bzw. kommentieren — zumal sich das Objekt an Frechens Entrée befindet. Es war an einem Maientag im Jahre 2016, W.R. befand sich auf dem Rückweg von einer Veranstaltung des Kunstvereins zu Frechen, als er in fast goldenem Abendsonnenschein die folgende Ansicht erblickte, die ihn zu einer foto-

 "Große Freiheit Frechen" (zum Scharfstellen anklicken!)

„Große Freiheit Frechen“ (zum Scharfstellen anklicken!)

grafischen Aufnahme reizte. Später, beim Ausdrucken an einem Gerät in einer Drogerie, setzte er oben links noch drei Wörter ein, die dem Hamburg-Kenner etwas sagen und auch einen Bezug zu der Figur rechts im Bild haben. Wer hier eine Verbindung zur Kritik an der Gestaltung des Frechener Entrées sieht [vgl. oben „Frechen sehen (8)“, 1. u. 2. Absatz], liegt nicht falsch. Rainald Grebe wird das vermutlich gefallen.

W. R.

46

Text sowie alle Fotos u. Abb. in Arts in Frechentown © 2013/14/15/16 by W.R.

8b