{"id":1939,"date":"2014-11-26T21:32:56","date_gmt":"2014-11-26T20:32:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fu-frechen.de\/?page_id=1939"},"modified":"2020-07-05T14:51:17","modified_gmt":"2020-07-05T12:51:17","slug":"hoeheres","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/?page_id=1939","title":{"rendered":"H\u00f6heres"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/ha.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-5794\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/ha-300x293.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/ha-300x293.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/ha-768x750.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/ha-1024x1001.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/ha-624x610.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>\u00d6HERES ist f\u00fcr viele Menschen das Erhabene, Entr\u00fcckte, G\u00f6ttliche, das der gew\u00f6hnlichen irdischen Sph\u00e4re entzogen ist. F\u00fcr Menschen, die nicht an einen personal vorgestellten Gott glauben, ist H\u00f6heres das Prinzip des Lebens oder ein Korb h\u00f6herer, \u00fcber dem Materiellen stehender Werte. Unabh\u00e4ngig von der jeweiligen Gottesvorstellung ist eine Werte-Vorstellung bzw. -ordnung immer letztlich religi\u00f6s (oder vornehm gesagt: metaphysisch) begr\u00fcndet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies vorausgeschickt, k\u00f6nnen wir ganz banal feststellen: Ein Leben ohne Religion (im weitesten Sinne) gibt es eigentlich gar nicht. Jeder Mensch glaubt doch an etwas, was den Sinn des bzw. seines Lebens ausmacht, an etwas, was ihm in schwieriger Zeit Halt gibt und ihn motiviert, weiter zu machen. Das gilt auch f\u00fcr Atheisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit k\u00f6nnte man es gut sein lassen und mit dem Alten Fritz sagen: &#8222;Jeder m\u00f6ge nach seiner Fa\u00e7on selig werden.&#8220; Friede, Freude, Toleranz und Respekt vor dem andersdenkenden Mitmenschen\u00a0\u2014 und schon ist Schluss mit religi\u00f6s begr\u00fcndeten Konflikten. Man sucht Verst\u00e4ndigung, bem\u00fcht sich um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Andersdenkenden (ohne sich ihrer Auffassung anschlie\u00dfen zu m\u00fcssen), vergisst den Respekt vor dem Menschen nicht\u00a0\u2014 und verzichtet auf gewaltsame L\u00f6sungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch leider funktioniert das nicht, sobald Menschen mit dem Anspruch auftreten: Nur <em>mein<\/em> Glaube ist der richtige, alle anderen sind Irrt\u00fcmer, und alle Irregeleiteten m\u00fcssen zu meinem Glauben \u00fcbertreten, sonst sind sie verdammt zur H\u00f6lle. Das schafft Unfrieden; und es schafft blutige Metzelei, wenn Glaubensfanatiker die &#8222;Ungl\u00e4ubigen&#8220; zwangsbekehren oder schon im Diesseits\u00a0 zur H\u00f6lle schicken wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die Dauer kann unter einem solchen Einheitsdruck kein Gemeinwesen bl\u00fchen und seine Potentiale entfalten. Ein Klima der Unterdr\u00fcckung und Angst l\u00e4sst die Entwicklungsm\u00f6glichkeiten einer Gesellschaft verk\u00fcmmern. Das erleben z.B. Staaten, die versuchen, ihr Gemeinwesen zum &#8222;Gottesstaat&#8220; zu machen. Allein der Begriff &#8222;Gottesstaat&#8220; ist ein Widerspruch in sich: Da ma\u00dfen sich Menschen an, ihre Vorstellung von einem irdischen Staatswesen als absolut unantastbaren g\u00f6ttlichen Willen zu deklarieren \u2014 und das dank der Eroberung der politischen Macht durchzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der absolute Machtanspruch wird mit brutaler Unterdr\u00fcckung jeglicher Opposition durchgesetzt: Widerspruch, ja selbst vorsichtige Kritik wird schon mit Gottesl\u00e4sterung oder Infragestellen des Glaubens gleichgesetzt. Das kann man \u00fcberall dort beobachten, wo Fanatiker an die Macht kommen und ihre Ideologie mit Religion gleichsetzen. Im Machtrausch kennen sie kein Halten und keine Grenzen mehr, sehen sich als Vollstrecker eines g\u00f6ttlichen Auftrags\u00a0\u2014 oder sich selbst als Halbg\u00f6tter. Da spielt es keine Rolle mehr, ob Gegner wie Anh\u00e4nger zu Tausenden sterben: Gott will es! Die Sache ist es wert! Und unsere K\u00e4mpfer landen als M\u00e4rtyrer direkt im Paradies. Ein kollektiver Glaubensrausch macht m\u00f6glich, das wirklich zu glauben (und die Opportunisten sagen sich zu recht: besser mitmachen, als von den eigenen Leuten umgebracht zu werden). \u2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"94\" height=\"69\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 94px) 100vw, 94px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Jede anst\u00e4ndige Religion<\/strong> stellt Barmherzigkeit in das Zentrum ihres Glaubens. Dagegen sind blutr\u00fcnstige Gottheiten, die Menschenopfer verlangen und ganze V\u00f6lker von der Erde vertilgen wollen, eine Ausgeburt sadistischer Phantasie von Menschen, die ihre Machtphantasien und ihren Hass einem Gott unterschieben, damit sie in seinem Namen Grausamkeiten und Morde begehen und die Verantwortung diesem Gott zuschieben k\u00f6nnen.<br \/>\nSo waren die Kreuzz\u00fcge in der Christenheit\u00a0\u2014 ebenso wie Pogrome gegen Juden\u00a0\u2014 eine Verirrung menschlicher Machtphantasien und keineswegs Gottes Wille. Auch die Pr\u00e4gung &#8222;Gott mit uns&#8220; auf den Koppelschl\u00f6ssern deutscher Soldaten noch im Zweiten Weltkrieg war eine Anma\u00dfung, deren Bestrafung, wenn man so will, mit der deutschen Niederlage folgte.<br \/>\nWenn in den letzten Jahrzehnten &#8222;Gotteskrieger&#8220; auftreten und im Namen des Islam nicht nur &#8222;Ungl\u00e4ubige&#8220; abschlachten, sondern auch Moslems, die nicht derselben Auslegung des Islam folgen, dann zeigt sich da wieder nur dieselbe Verirrung und derselbe Missbrauch von Religion wie schon bei den Kreuzz\u00fcgen und anderen historischen Glaubenskriegen.<br \/>\nWas hei\u00dft \u00fcberhaupt &#8222;Glaubenskriege&#8220;? Bei genauem Hinsehen sind religi\u00f6se Gr\u00fcnde vorgeschoben, um ganz irdische Macht zu erlangen, um Andersgl\u00e4ubige zu berauben und zu vergewaltigen, um mit g\u00f6ttlichem Segen niedere Instinkte auszutoben und im Blutrausch des Gemetzels alles zu vergessen, was Jahwe, Gott oder Allah an Menschlichkeit gebietet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jedem Beobachter ist klar: <strong><span style=\"color: #ff0000;\"><em>An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!<\/em><\/span><\/strong> Die Horden, die da ihre niederen Instinkte austoben, strafen ihre eigenen Behauptungen L\u00fcgen, dass sie f\u00fcr den H\u00f6chsten k\u00e4mpften und nur seinen Willen vollstreckten. Denn <em><span style=\"color: #666699;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>sie beten in Wahrheit die Gewalt an<\/strong><\/span>,<\/span><\/em> ihr &#8222;Gottesdienst&#8220; besteht in roher und exzessiver Gewaltt\u00e4tigkeit. F\u00fcr ihre Gewalt-Orgien zitieren sie aus Tora, Bibel oder Koran die ihnen passenden S\u00e4tze, die als Rechtfertigung f\u00fcr ihren Feldzug gegen die Menschlichkeit dienen sollen.<br \/>\nUnd wenn ihnen von einigen cleveren Rabbis, Priestern, Popen, Imamen etc. noch so oft die Glorie des M\u00e4rtyrers und die direkte Fahrkarte ins Paradies, am besten noch mit vielen willigen Jungfrauen, versprochen wird\u00a0\u2014 ihre Taten sind abscheulich, sie beschmutzen und entwerten den Glauben, f\u00fcr den sie angeblich k\u00e4mpfen. Und daf\u00fcr soll Gott oder Allah sie mit dem Nonstop-Flug ins Paradies belohnen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das glaubt doch nur, wer geistig arg zur\u00fcckgeblieben ist, oder seinen Verstand verkifft und versoffen, oder seine Kritikf\u00e4higkeit mit im Chor gebr\u00fcllten Hetzparolen gel\u00e4hmt hat, wer also seinen von Gott gegebenen Verstand nicht benutzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberhaupt\u00a0\u2014 wer bitte stellt sich denn freiwillig im Paradies diesen verrohten K\u00e4mpfern als Sexobjekt zur Verf\u00fcgung? Wenn das so w\u00e4re, dann w\u00e4re der Islam keine Religion f\u00fcr Frauen, sondern nur eine Phantasie der M\u00e4nner, in der sie uneingeschr\u00e4nkt \u00fcber die Frauen verf\u00fcgen. Dann w\u00e4re Allah ein Feind der Frauen. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, es sei der Frauen h\u00f6chstes Gl\u00fcck, diese Sklavinnen-Rolle zu spielen, die ihnen M\u00e4nner im pubert\u00e4ren Phantasie-Sandkasten zuweisen? Man sollte wohl eher am gesunden Menschenverstand dieser M\u00e4nner zweifeln, zumindest aber an ihrer charakterlichen Reife. Vielleicht hat an dieser Stelle doch der Spruch seine Berechtigung, den Emanzen gern zitieren: <em>Als Gott den Mann erschuf, \u00fcbte sie nur<\/em>. Ich als Mann sehe jedenfalls mit Skepsis auf den Anspruch gerade solcher Gewaltt\u00e4ter, sie seien die &#8222;Krone der Sch\u00f6pfung.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Frauen<\/em><\/strong> als Wesen zweiter Klasse zu sehen und zu behandeln ist eine Anma\u00dfung, die zumindest von mangelnder Information und Bildung zeugt, au\u00dferdem von unberechtigtem Stolz, also von Arroganz, Einbildung, \u00dcberheblichkeit. Denn wo keine eigene Leistung war, worauf soll ich da stolz sein? Habe ich als befruchtete Eizelle denn selbst etwas leisten m\u00fcssen, um mich biologisch zum Mann zu entwickeln? Erstmal hat vor allem meine Mutter etwas leisten und aushalten m\u00fcssen, als sie mich austrug und zur Welt brachte. Der Vater hat, wenn er nicht vor der Verantwortung geflohen ist, die Mutter unterst\u00fctzt und f\u00fcr Schutz und Nahrung gesorgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"94\" height=\"69\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 94px) 100vw, 94px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Jede anst\u00e4ndige Religion<\/strong> sollte nicht nur Barmherzigkeit als positiven Wert enthalten, sondern auch ein anst\u00e4ndiges, menschliches Verh\u00e4ltnis zwischen den Geschlechtern. Wer aber die Herrschaft der M\u00e4nner \u00fcber die Frauen als Gottes Willen ausgibt, entlarvt seine Religion als Machtinstrument, das zur Zementierung gesellschaftlicher Ungleichheit genutzt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich anschaut, was ein gewisser Jesus von Nazareth gepredigt hat, der erkennt signifikante Unterschiede zur damals herrschenden, patriarchalischen Vorstellung von Religion. Dieser Jesus respektierte Frauen und ging als Mann mit ihnen auf Augenh\u00f6he um. Dieser Jesus predigte so Manches, was den g\u00e4ngigen Moralvorstellungen gegen den Strich ging\u00a0\u2014 siehe die Bergpredigt, die das besonders in den &#8222;Seligpreisungen&#8220; zuspitzt. \u00dcbrigens gilt dieser Jesus auch den Moslems als nicht unbedeutender Prophet.<\/p>\n<h3>Das &#8222;Wort Gottes&#8220; \u2014 aufgeschrieben von Menschen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber kann man in das geschriebene &#8222;Wort Gottes&#8220; unbegrenztes Vertrauen haben? Sind es nicht Menschen, die es aufgeschrieben oder abgeschrieben und dabei wom\u00f6glich Fehler gemacht haben? In allen Buchreligionen gab und gibt es die Zweifler, die meinen, die Religion sei vom urspr\u00fcnglichen Inhalt abgewichen, und man m\u00fcsse zu den Wurzeln zur\u00fcckkehren und die Tora, die Bibel oder den Koran in fr\u00fchesten Texten studieren und dort das unter Entstellungen versch\u00fcttete, wahre Wort Gottes finden und freilegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch das hat seine T\u00fccken. Erst einmal muss man die \u00e4ltesten Texte sprachlich, in ihrer <em>damaligen<\/em> Bedeutung, richtig lesen und verstehen. Dazu bedarf es sprachwissenschaftlicher Untersuchungen. Dann muss man sich mit evtl. vorhandenen Textvarianten und verschiedenen Lesarten der fr\u00fchesten Texte auseinandersetzen. Das nennt man Textkritik nach der historisch-kritischen Methode.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und im Zuge solcher Forschungen kann es zu der Erkenntnis kommen, dass wir uns heute an eine Fassung unserer jeweiligen Heiligen Schrift halten, die zwar versucht, die alten Bedeutungen zeitgem\u00e4\u00df verst\u00e4ndlich zu artikulieren, die aber auch an vielen Stellen ein Kompromiss zwischen verschiedenen \u00dcbersetzungsm\u00f6glichkeiten ist. Die Moslems vermeiden dieses Problem, indem sie den arabischen Urtext des Koran lesen und in Koranschulen auswendig lernen. Das <em>scheint<\/em> den unmittelbaren Zugang zum Wort Allahs, \u00fcbermittelt durch den Propheten Mohammed, zu garantieren\u00a0\u2014 vorausgesetzt, man hat den einen, echten Urtext vor sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch werden auch da von Forschern Fragezeichen gesetzt: In den ersten Jahrzehnten und Jahrhunderten nach Mohammeds Tod sei dieser Text auch ver\u00e4ndert worden, nicht so sehr durch direkte Eingriffe in den Textinhalt, als vielmehr durch die Herstellung einer Reihenfolge der Textabschnitte (Suren), die nicht alle von einer Hand aufgeschrieben wurden. Die g\u00fcltige Reihenfolge ist nicht historisch ausgerichtet, sondern an der L\u00e4nge der Suren. Die k\u00fcrzeren wurden an den Schluss gestellt, obwohl sie die \u00e4lteren sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer historischen Situation etliche Jahrzehnte nach Mohammeds Tod fanden es f\u00fchrende M\u00e4nner sinnvoll, den Koran als ideologische Waffe f\u00fcr ihre Kriege und Eroberungsfeldz\u00fcge zu sch\u00e4rfen. Daher r\u00fcckten ihre Geistlichen die besonders militanten Suren, die zum Kampf gegen Ungl\u00e4ubige aufriefen, n\u00e4her an den Schluss des Koran. So sollte der Eindruck entstehen, der Prophet habe gegen Ende seines Lebens (im Auftrag Allahs) besonderes Gewicht auf den Krieg gelegt\u00a0\u2014 und dieser Wegweisung gelte es zu folgen, sie stelle so etwas wie den &#8222;letzten Willen&#8220; des Propheten dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie auch immer, es ber\u00fchrt seltsam, dass der Islam in seinen ersten Jahrhunderten vor allem mit dem Schwert verbreitet wurde, wobei meist aber die &#8222;Ungl\u00e4ubigen&#8220; in den eroberten Gebieten nicht massakriert, sondern mit einer Sondersteuer belegt wurden, wenn sie nicht zum Islam konvertierten. Das bewirkte sicher bei einigen Menschen einen \u00dcbertritt weniger aus \u00dcberzeugung denn aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden. Aber immerhin: Sie hatten eine Wahl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Form der Toleranz geht z.B. den &#8222;Gotteskriegern&#8220; des IS (Islamischer Staat) v\u00f6llig ab, wie wir aktuell aus dem Nahen Osten h\u00f6ren. Sie erhoben den Anspruch, ein Kalifat (Kalif=Nachfolger Mohammeds) zu errichten, und profilierten sich vor der Welt mit ins Internet gestellten Videos von Gr\u00e4ueltaten und Geisel-Enthauptungen. Das sollte doch nicht etwa Werbung f\u00fcr den Islam sein? Oder wollten sie mit solchen Bildern, die die Realit\u00e4t wie ein spannendes Videospiel inszenieren, nicht eher die Mordlustigen und Sadisten unter den orientierungslosen, von viel Testosteron getriebenen Jugendlichen als K\u00e4mpfer anwerben? Diese Anti-Werbung wird zumindest daf\u00fcr gesorgt haben, dass sich anst\u00e4ndige, menschlich f\u00fchlende Moslems von einer solch abartigen Auslegung des Islam abgesto\u00dfen f\u00fchlten und folglich distanzierten: <em>Das<\/em> hat mit meinem Islam kaum etwas oder gar nichts zu tun!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Banden wie IS (im Nahen Osten) oder Boko Haram (in Afrika) sind l\u00e4ngst weit entfernt von ihrem Ursprung, n\u00e4mlich teils berechtigter Kritik an Missst\u00e4nden, die sie bek\u00e4mpfen und korrigieren wollten. Dabei ist nebens\u00e4chlich, woher sie ihr Weltbild und ihre Wertvorstellungen beziehen. Entscheidend ist: Sie sind \u2014 wie viele andere Terrorbanden vor ihnen\u00a0\u2014 auf der Stra\u00dfe der Gewalt so weit vorgeprescht, dass es keinen R\u00fcckzug und keine R\u00fcckkehr zu menschlichem Umgang mit Andersdenkenden und Andersgl\u00e4ubigen mehr zu geben scheint. Schaut auf ihre Taten: Sie sind Feinde des Lebens geworden und verherrlichen den Tod. Ihr Name verbindet sich mit Grausamkeit.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Jede anst\u00e4ndige Religion<\/strong> verurteilt eine solche, lebensfeindliche Haltung. Denn jede Religion, die diesen Namen verdient, ist <em><span style=\"text-decoration: underline;\">f\u00fcr<\/span> den Menschen<\/em> und <em><span style=\"text-decoration: underline;\">f\u00fcr<\/span> das Leben<\/em> &#8211; und wendet sich mit Abscheu gegen die Verherrlichung von Gewalt, Mord und Tod. <em>Dazu ausf\u00fchrlich &gt;<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/anst\u00e4nd.-Religion-PDF.pdf\">anst\u00e4nd. Religion PDF<\/a><\/em><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Eine Religion, die diesen Namen verdient, will im Menschen die Menschlichkeit wecken und st\u00e4rken. Wir erkennen die wahre Religion daran, dass sie allein f\u00fcr dieses Ziel den Menschen einen moralischen Kompass bietet.<\/strong><\/span><\/p>\n<h2><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"94\" height=\"69\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 94px) 100vw, 94px\" \/><\/a><\/h2>\n<h2>Religion und Politik<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>D<\/strong>ie drei bekanntesten <em>Buchreligionen <\/em>sind im Nahen Osten entstanden und haben gro\u00dfe, auch weltgeschichtliche Bedeutung erlangt, n\u00e4mlich (in der Reihenfolge ihres Enstehens) mosaischer Glaube, Christentum und Islam. Ihnen ist nicht nur gemeinsam, dass sie in derselben Region der Erde geboren wurden \u2014 das allein erkl\u00e4rt schon eine \u00dcbereinstimmung in einigen Lebensfragen und weltanschaulichen Prinzipien\u00a0\u2014 sondern sie entstammen auch aus historisch-politischer Sicht einer Zeit, in der es keine Trennung zwischen Staat und Religion gab, in der also die moderne Vorstellung eines s\u00e4kularen Staatswesens, getrennt von der Religion und ihrer Aus\u00fcbung, den Menschen v\u00f6llig fern lag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, das wissen wir, na und? So m\u00f6gen viele auf diese Feststellung reagieren. Aber diese hat eben Konsequenzen, die in ihrer Tragweite oft nicht wahrgenommen werden. Denn das bedeutet: Je enger sich ein Mensch unserer Zeit an den Wortlaut seiner Heiligen Schrift anlehnt, je rigoroser er\/sie seinen\/ihren Glauben getreu den Worten der Heiligen Schrift zu leben versucht, desto eher st\u00f6\u00dft er\/sie auf Regeln, Prinzipien, Denkweisen, die aus alter Zeit stammen und nicht konform gehen mit dem Leben in vielen der heutigen, modernen L\u00e4nder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man mache sich das klar: Eine strenge, eng an den Buchstaben gebundene Auslegung und Befolgung einer dieser Heiligen Schriften bedeutet f\u00fcr den Strenggl\u00e4ubigen: Ich richte mein Leben nach Prinzipien, Geboten und Regeln aus, die aus einer Zeit vor weit mehr als tausend Jahren stammen\u00a0\u2014 einer Zeit, in der die Menschen noch in vieler Hinsicht v\u00f6llig anders lebten und v\u00f6llig anders dachten. In historisch-politischer Sicht bedeutet das: Dieser Gl\u00e4ubige orientiert sich an sehr alten Vorschriften, die eher einer historisch lange zur\u00fcckliegenden Zeit entsprechen als der heutigen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2638\" style=\"width: 281px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_4397a.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2638\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-2638\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_4397a-300x221.jpg\" alt=\"Detail aus der Titelseite der gedruckten Bibel\u00fcbersetzung Martin Luthers (1534)\" width=\"271\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_4397a-300x221.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_4397a-1024x754.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_4397a-624x459.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 271px) 100vw, 271px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2638\" class=\"wp-caption-text\">Detail aus der Titelseite der gedruckten Bibel\u00fcbersetzung Martin Luthers (1534)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz logisch, dass die eng schrifttreuen Gl\u00e4ubigen ihre Heilige Schrift denn auch als \u00fcberzeitlich g\u00fcltig verstehen wollen, und dass sie sie sogar als ewigg\u00fcltig\u00a0\u2014 und nicht von dieser Welt\u00a0\u2014 verstehen und verstanden wissen wollen. Daher wehren sie sich heftig gegen eine historische Betrachtungsweise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt sie in allen drei der o.g. Religionen: Menschen, die streng nach der Heiligen Schrift leben wollen, die alles w\u00f6rtlich auslegen und real in ihrem Leben umsetzen wollen. Sie meinen, damit w\u00fcrden sie die wahre, urspr\u00fcngliche, reine Form ihrer Religion aus\u00fcben. Aus moderner Sicht k\u00f6nnte man dazu sagen: Lasst sie doch, lasst jeden nach seiner Fa\u00e7on seinen Glauben leben! Doch das gilt nicht umgekehrt, weil oft der altert\u00fcmlich-schrifttreue Glaube einen einheitlichen Glauben im Staat fordert, weil er keine Toleranz im heutigen Sinne kennt\u00a0\u2014 sodass es den streng nach der Schrift Lebenden gro\u00dfe Probleme macht, wenn sie andere Glaubensauffassungen als gleichberechtigt respektieren sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso problematisch, weil mit dem Leben in anderen Zeiten oft nicht kompatibel, ist die Vorstellung mancher radikal zu den Wurzeln ihres Glaubens strebenden Menschen, sie seien dem Glaubensursprung und ihrem Gott am n\u00e4chsten, wenn sie das Leben ihres Propheten oder Glaubensbegr\u00fcnders m\u00f6glichst 1:1 kopierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese v\u00f6llig ahistorische Sehweise nehmen nicht etwa nur strenggl\u00e4ubige Moslems ein, man findet sie genauso bei anderen Religionen. So versuchte z.B. Franz von Assisi, die Nachfolge Jesu zu leben, indem er in Armut, Demut und praktizierender N\u00e4chstenliebe ein die Zeitgenossen im 13. Jahrhundert beeindruckendes Beispiel gab, das Viele damals als berechtigten Protest gegen die Macht und den Prunk der Kirche verstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Idee vom Gottesstaat auf Erden, den man einrichten m\u00fcsse, ist nur zu erkl\u00e4ren, wenn man gesellschaftliche und politische Verh\u00e4ltnisse bzw. Ideale des Altertums zum Vorbild nimmt, die in Tora, Bibel und auch im Koran ganz selbstverst\u00e4ndlich die Grundlage f\u00fcr eine Lebens- und Weltordnung bilden. Religion und politische Staatsordnung erg\u00e4nzten sich, und das gesellschaftliche Leben sollte an den religi\u00f6sen Vorstellungen ausgerichtet sein. Demgem\u00e4\u00df regierten politische Machthaber und oberste Priester Hand in Hand. Wenn dem Staat Unheil widerfuhr, hie\u00df es: Die S\u00fcnden des Volkes haben den Gott\/die G\u00f6tter erz\u00fcrnt, und nun erleben wir ein g\u00f6ttliches Strafgericht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wurde z.B. ein antiker Stadtstaat von einer fremden Macht erobert, die andere G\u00f6tter anbetete, dann hie\u00df das meist: Die fremden G\u00f6tter sind st\u00e4rker, sie haben den Feinden zum Sieg verholfen, somit beten wir besser auch die st\u00e4rkeren G\u00f6tter an, damit sie uns in Zukunft beistehen. Jedenfalls glaubte man fest, dass man g\u00f6ttlichen Beistand brauchte, damit es dem eigenen Staat wohl ergehe, und damit er z.B. gegen feindliche Nachbarn siege.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher war es f\u00fcr den Erhalt des Staates zwingend notwendig, dem h\u00f6chsten oder Staatsgott durch die Repr\u00e4sentanten des Staates im Tempel zu opfern. Das war ein ganz wichtiger Staatsakt und zeigte Allen, wie eng Religion und politische Macht zusammengeh\u00f6rten. Im R\u00f6mischen Reich wollte man die Zentralmacht des Kaisers dadurch st\u00e4rken, dass er vergottet wurde und jeder staatstreue B\u00fcrger seine Loyalit\u00e4t durch ein Opfer f\u00fcr den &#8222;g\u00f6ttlichen C\u00e4sar&#8220; am Kaiser-Altar zeigen sollte. Das brachte bekanntlich die Christen in arge Bedr\u00e4ngnis, weil es f\u00fcr sie nur einen Gott gab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Vorstellungen kennen wir auch aus anderen Weltgegenden, wo oft der Herrscher zugleich h\u00f6chster Priester war, z.B. im Staat der Inka: Der Herrscher war eine Verk\u00f6rperung des h\u00f6chsten Gottes. Um die Indio-Bev\u00f6lkerung ihrer Herrschaft zu unterwerfen, legten die spanischen Konqistadoren gro\u00dfen Wert darauf, dass diese zum Christentum bekehrt wurde. So kannten sie es ja aus ihrer Heimat, wo Religion und Politik gemeinsam herrschten, wo \u00fcberhaupt dem Volk gepredigt wurde, es m\u00fcsse nach den Vorstellungen der Bibel leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um bei der Bibel zu bleiben: W\u00e4hrend den Juden gepredigt wurde, Gott habe sie als sein besonderes Volk auserw\u00e4hlt, \u00fcbernahmen die Christen die j\u00fcdischen Schriften als das &#8222;Alte Testament&#8220; in ihre Bibel und \u00fcbertrugen die Vorstellung vom Volk Gottes auf alle Christen. Daraus wurde dann der &#8222;allein seligmachende Glaube&#8220; der katholischen Kirche: Nur durch diesen Glauben gelangt ein Mensch zum Ewigen Leben. Andere fallen der &#8222;Verdammnis&#8220; anheim. Das f\u00fchrte man besonders in der Gegenreformation ins Feld gegen die Protestanten (die nach katholischer Auffassung nicht als &#8222;Kirche&#8220; gelten).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Vorstellung lag auch den Moslems nicht fern: Allah war der einzig richtige und wahre Gott; andere Religionen waren von diesem Glauben abgeirrt. Da Mohammed diese Religion erst nach Juden und Christen gestiftet hatte, wurde aus der &#8222;sp\u00e4ten Geburt&#8220; ein Pluspunkt gemacht: Diese Offenbarung an Mohammed zeigte den Weg zur\u00fcck zur richtigen, urspr\u00fcnglichen Religion, gerade weil die \u00e4lteren Religionen abgeirrt waren. Folglich war Mohammed der letzte in einer Reihe von Propheten. (Auch hier geht Geschichte \u00fcber in eine ahistorisch gesehene Endphase.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was hei\u00dft das alles nun f\u00fcr uns heute? Zun\u00e4chst einmal leben wir in den &#8222;westlichen&#8220; L\u00e4ndern in s\u00e4kularen Staaten, wo Religion und politische Instanzen per Verfassung getrennt sind. Damit ist der Glaube praktisch Privatsache eines jeden Staatsb\u00fcrgers und wird nicht mehr (als staatstragende Ideologie) vorgeschrieben oder vereinheitlicht, wie noch vor Jahrhunderten \u00fcblich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich fragt, warum das seit L\u00e4ngerem so gemacht wird, muss in die Geschichte Europas blicken. Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte Europa blutige Kriege, die vordergr\u00fcndig zwischen christlichen Konfessionen, zugleich aber um Macht und Vorherrschaft gef\u00fchrt wurden. Nach dem verheerenden 30j\u00e4hrigen Krieg war vielen Entscheidern endlich klar geworden: Das muss aufh\u00f6ren, das bringt mehr Schaden als Nutzen. Aber erst sp\u00e4ter erkannten sie, dass es auch wenig Sinn machte, dem eigenen Land eine einzige Religion bzw. Konfession vorzuschreiben. Also trennte man sich von dem Prinzip einer Staatsreligion und f\u00fchrte religi\u00f6se Toleranz als ein Herrschaftsprinzip ein, z.B. in Preu\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was den meisten Menschen, zumindest in der &#8222;westlichen Welt&#8220;, heute als Fortschritt erscheint, gef\u00e4llt den oben erw\u00e4hnten, strenggl\u00e4ubigen Schrifttreuen gar nicht. Sie sehen das, wie schon gesagt, v\u00f6llig ahistorisch: Weil ihr Heilige Schrift vom Gottesstaat ausgeht, muss diese Vorstellung f\u00fcr alle Zeiten Leitlinie sein. Damit b\u00fcrden sie sich ein Problem auf: Wie kann ich mit dem Weltbild des Altertums in der heutigen Welt leben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist ein <em>Grundproblem:<\/em> Wer seine Heilige Schrift als \u00fcber der Geschichte schwebendes, f\u00fcr alle Zeiten g\u00fcltiges Dokument sieht, das man nur in G\u00e4nze und ohne jeden Abstrich als Gottes Wort und seinen Willen akzeptieren kann (und muss), der sieht auch keinen Spielraum f\u00fcr eine Modernisierung. Der sieht, mehr noch, schon in einer Betrachtung der Schrift als historisches Dokument eine Gottesl\u00e4sterung und will nichts von historisch-kritischer Untersuchung seiner Heiligen Schrift h\u00f6ren.<\/p>\n<h2>&#8222;Bibeltreue&#8220;\u00a0\u2014 eine Fortschrittsbremse?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so muss auch deutlich festgestellt werden: Wer sich so eng an den Buchstaben seiner Heiligen Schrift bindet, der kann auch moderne Staats- und Regierungsformen nicht akzeptieren, denn die passen ja \u00fcberhaupt nicht zum altert\u00fcmlichen Welt- und Politik-Bild der Tora, der Bibel, des Koran (weil sie damals unbekannt waren). Wir h\u00f6ren z.B. auch, dass &#8222;bibeltreue&#8220; Christen in den USA vehement fordern, die Evolution nach Darwin geh\u00f6re nicht in den Biologie-Unterricht einer christlich orientierten Schule; denn in der Bibel gibt es keine Evolution, vielmehr war die Welt am siebten Sch\u00f6pfungstag fertig\u00a0\u2014 ohne Entwicklung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sehen wir, wie religi\u00f6se Vorstellungen sich als Denkverbote auswirken k\u00f6nnen, als Hemmnisse f\u00fcr Forschung und Wissenserweiterung. Wir kennen Beispiele aus der Geschichte. Im Grunde sind solche enggefassten, rigiden Glaubensvorstellungen modernit\u00e4tsfeindlich: Sie lehnen, konsequent angewendet, nicht nur die Demokratie ab (wie oben schon dargelegt), sie vertreten auch ein wissenschaftsfeindliches Weltbild und ein antiquiertes, patriarchalisches, mehr oder weniger frauenfeindliches Gesellschaftsmodell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Licht stellt <strong>Jesus von Nazareth<\/strong> eine Ausnahme dar: Er wendet sich gegen die buchstabengl\u00e4ubigen und m\u00f6glichst viele religi\u00f6se Verhaltensregeln befolgenden Pharis\u00e4er, die sich f\u00fcr besonders fromm halten. Jesus spricht zu Frauen auf Augenh\u00f6he.* Er verhindert die Steinigung einer Ehebrecherin mit dem Verweis: &#8222;Wer unter Euch ohne S\u00fcnde ist, der werfe den ersten Stein.&#8220; Er wendet sich gegen die Gesch\u00e4ftemacherei im Tempel. Er h\u00e4lt die &#8222;Bergpredigt&#8220;, in der er die landl\u00e4ufigen Moralvorstellungen gegen den Strich b\u00fcrstet&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Jesus erscheint merkw\u00fcrdig aus seiner Zeit gefallen\u00a0\u2014 im Vergleich zu dem, was die Schriften sonst vermitteln. Und obwohl an vielen Stellen in den Evangelien Jesus-Worte erscheinen, die sich explizit auf das &#8222;Alte Testament&#8220; berufen (schlie\u00dflich sprach Jesus als Jude zu j\u00fcdischem Publikum), wirken seine Sentenzen doch oft revolution\u00e4r. Das war anscheinend auch vielen christlichen Kirchenm\u00e4nnern schon in der Sp\u00e4tantike nicht geheuer: Viele wollten vom patriarchalischen Geist nicht lassen und formten in diesem Sinne die Kirche (Beispiel: &#8222;Kirchenvater&#8220; Augustinus).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich verhalten sich konservative muslimische Prediger: Sie verteidigen die althergebrachte, patriarchalische Gesellschaftsordnung als gottgewollt. Sie predigen, die Muslime h\u00e4tten sich nach dem Vorbild des Propheten zu richten, wenn sie besonders fromm sein wollten. <em>Frauen<\/em> sollten deshalb ihre Fr\u00f6mmigkeit durch das <em>Tragen eines Kopftuchs<\/em> zur Verh\u00fcllung ihrer Haarpracht zeigen, sie sollten \u00fcberhaupt ihre Reize in der \u00d6ffentlichkeit m\u00f6glichst verbergen. Warum? <strong>Mohammed<\/strong> hielt <em>seine<\/em> Frauen zu diesem Verhalten an, um sie den l\u00fcsternen Blicken anderer M\u00e4nner zu entziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mohammed selbst hatte zu Frauen aber kein patriarchalisch-diktatorisches Verh\u00e4ltnis. Das kann man in der Lebensbeschreibung des Propheten nachlesen. Er machte der Muslima auch das Tragen eines Kopftuchs nicht zur Pflicht. Bleibt als Erkl\u00e4rung nur: Er nahm R\u00fccksicht auf die beinhart-traditionelle, patriarchalische Haltung seiner Anh\u00e4nger und seiner Umgebung, die er f\u00fcr den Islam gewinnen wollte. Daher sehe ich das o.a. religi\u00f6se Argument f\u00fcr das Kopftuch als nicht \u00fcberzeugend an. Vielmehr scheint es eher die M\u00e4nner zu entlasten von der Pflicht, Frauen (nach dem Vorbild Mohammeds) zu respektieren, und die eigene, m\u00e4nnliche L\u00fcsternheit zu beherrschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konservative Prediger (nicht nur im Islam) verurteilen Frauen f\u00fcr &#8222;unkeusches&#8220; Auftreten, d.h. f\u00fcr ein \u00c4u\u00dferes, das sexuelle Reize nicht v\u00f6llig verbirgt (Wo das anf\u00e4ngt, ist auch nach Lekt\u00fcre von Sure 24, 31 auslegungsf\u00e4hig). Sie erlauben gleichzeitig M\u00e4nnern, sich schwach zu zeigen in ihrer Selbstkontrolle, d.h. sich von ihren Trieben steuern zu lassen. Was ist das f\u00fcr ein M\u00e4nnerbild? Wo bleibt da die St\u00e4rke des Mannes, wo seine Selbstbeherrschung? St\u00e4rke soll sich wohl eher in Unterdr\u00fcckung Schw\u00e4cherer zeigen, oder wie? Das ist doch eher ein Eingest\u00e4ndnis von Schw\u00e4che.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte es als eine St\u00e4rke Mohammeds bzw. seiner Verk\u00fcndigung verstehen, dass er die harten Traditionen der W\u00fcste abmilderte und de facto als Reformer wirkte. Er entsch\u00e4rfte die rigiden Ehegesetze, indem er den Frauen mehr Rechte gab, z.B. im Erbrecht. Und er ersetzte die \u00fcbliche Blutrache durch die M\u00f6glichkeit einer materiellen S\u00fchne. Das waren zu seiner Zeit fortschrittliche Gebote, nachzulesen im Koran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie auch immer, Muslime m\u00fcssen zur Kenntnis nehmen, dass (f\u00fcr viele M\u00e4nner: leider) die traditionelle Unterdr\u00fcckung der Frauen nicht mehr anerkannter Standard in westlichen Gesellschaften ist. Mehr &gt;<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/interview-psychologe-uebrig-bleibt-dasmacho-gehabe-1.2810369\">Interview &#8211; Psychologe: &#8222;\u00dcbrig bleibt das\u00a0Macho-Gehabe&#8220; &#8211; Politik &#8211; S\u00fcddeutsche.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn <strong>Jesus<\/strong> teilweise, wie gesagt, aus der Zeit gefallen erscheint, dann spricht das wohl daf\u00fcr, ihn eher ernst zu nehmen als die altbackenen, altert\u00fcmlichen, systemkonformen Lehren der alten Heiligen Schriften. Und sein schrecklicher Tod am Kreuz ist, wenn man nicht nur die kirchliche Interpretation ber\u00fccksichtigt, ein Beweis daf\u00fcr, dass er bei den M\u00e4chtigen aneckte und unbequem war. Man muss ihn nicht einen Revolution\u00e4r nennen; es gen\u00fcgt schon, seine Sentenzen als Denkanst\u00f6\u00dfe zu verstehen. Man kann in ihm einen Lehrer und charismatischen Wanderprediger sehen, der den Menschen &#8222;food for thought&#8220; gab, der sie veranlasste, \u00fcber ihr Leben und Handeln grunds\u00e4tzlich nachzudenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht\u00a0\u2014 aber das ist Spekulation\u00a0\u2014 w\u00fcrde Jesus heute sagen: Warum haltet Ihr an starren Vorstellungen fest, die in Vielem nicht dem wahren Geist der Religion entsprechen? Warum befolgt Ihr gedankenlos, was einmal vor hunderten von Generationen die Altvorderen in einer anderen Zeit f\u00fcr richtig oder angemessen hielten? Warum haltet Ihr Euch an den Buchstaben und nicht an den Kern von Gottes Wort? Gott ist das Leben, nicht die starre, tote H\u00fclle. <strong>Der wahre Kern der Botschaft Gottes ist das Lebendige, er spricht f\u00fcr den Menschen und gegen die Abt\u00f6tung von Gef\u00fchl und Verstand.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ein von Jesus berufener J\u00fcnger einmal einwandte, er m\u00fcsse erst einen Verstorbenen beerdigen, da entgegnete Jesus: Lass die Toten ihre Toten begraben und folge mir nach. Dieses auf den ersten Blick r\u00e4tselhaft, ja unsittlich erscheinende Jesus-Wort ist gar nicht so schwer zu deuten. So wie er an den Pharis\u00e4ern die \u00dcberbetonung der formalen religi\u00f6sen Pflichten kritisierte, so wollte er auch hier sagen: Die Form ist nicht wichtiger als der Inhalt, Formalit\u00e4ten haben sich dem wichtigen Sinn des Lebens unterzuordnen, das Leben selbst hat Sinn, aber die Form allein ist f\u00fcr sich tot.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An vielen Stellen in den Evangelien demonstriert Jesus: Gesellschaftliche Konventionen und Regeln haben nicht den allerh\u00f6chsten Stellenwert. Deshalb ging er auch vor aller Augen zu den Verachteten der Gesellschaft, besuchte sie und speiste mit ihnen. Dies alles lief auf <em>eine<\/em> Aussage hinaus: Der Mensch an sich ist zu respektieren, niemand ist weniger wert aufgrund geringeren Ansehens. Nicht nur vor Gott sollten alle Menschen gleich sein, sondern auch in der Haltung des Menschen gegen\u00fcber dem Leben seines Mitmenschen. (Wer will, kann darin das religi\u00f6s verkleidete Prinzip der Menschenrechte erkennen, historisch 17\u00bd Jahrhunderte vorweg-genommen.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer f\u00fcr diese Botschaft offen ist, kann zu der Ansicht kommen, dass Jesus wahrhaft aus seiner Zeit f\u00e4llt und gerade darum geeignet ist, als moralischer Wegweiser auch in anderen Zeiten zu dienen. So gesehen, bedeutet das <em>Kreuz als Symbol:<\/em> Seht, ich habe mich f\u00fcr die Verachteten und Unterprivilegierten eingesetzt, ich habe meine Stimme gegen Misst\u00e4nde erhoben, und das hat den M\u00e4chtigen im Land nicht gefallen; darum erlitt ich diesen Tod. Die Erz\u00e4hlung von meiner <strong><span style=\"color: #339966;\">Auferstehung<\/span><\/strong> beweist, dass mein Glaube an Menschlichkeit nicht tot ist und Vielen <span style=\"color: #339966;\"><strong>Hoffnung <\/strong><\/span>gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr meinen ganz pers\u00f6nlichen Geschmack \u00fcbrigens w\u00e4re der auferstandene Christus ein geeigneteres Symbol als das Kreuz, aus dem oben genannten Grund. Anders als der am Kreuz leidende, gemarterte Christus, der sogar in vielen Schul-Klassenzimmern (nicht nur in Bayern) fr\u00fcher den Kindern t\u00e4glich vor Augen hing,\u00a0 w\u00e4re ein Bildnis des Auferstandenen ein deutlich positiveres Zeichen der Hoffnung.<\/p>\n<p>____________________________<\/p>\n<p>* Dieser Aspekt von Jesu Verhalten wird anscheinend von Kirchen<em>m\u00e4nnern <\/em>ungern thematisiert, weil Kirche \u2014 wie oben bereits angesprochen \u2014 am liebsten als m\u00e4nnerbestimmte Instituition gedacht und gelebt wird. Darum: &gt; <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/feminismus-toxische-maennlichkeit-gleichberechtigung-1.4413241\">Toxische M\u00e4nnlichkeit: Kampf gegen moderne Rollenbilder &#8211; Kultur &#8211; S\u00fcddeutsche.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"94\" height=\"69\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 94px) 100vw, 94px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>N<\/strong>achdem diese Unterseite &#8222;H\u00f6heres&#8220; von <span style=\"text-decoration: underline;\">fu.frechen.de<\/span> schon \u00fcber vier Monate im Netz gestanden hatte, vernahm die Welt am 11. April 2015 aus Rom, dass Papst Franziskus ein <em>Heiliges Jahr<\/em>* ausrief und unter das <em>Thema &#8222;Barmherzigkeit&#8220;<\/em> stellte. Am 8. 12. wurde es mit der \u00d6ffnung der Heiligen Pforte des Petersdoms in Rom er\u00f6ffnet, es endet am 20.11.2016.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte auf die Idee kommen zu sagen: Da findet wohl irgendwo im Vatikan die Website <span style=\"text-decoration: underline;\">fu-frechen.de<\/span> Beachtung und hat als Anregung zu dieser Themenstellung gedient. Das mag sogar sein, aber wir glauben nicht ernsthaft, dass gerade dieser Papst erst durch unsere Website auf das Thema aufmerksam gemacht werden musste. Er war es doch, der gleich nach seinem Amtsantritt (M\u00e4rz 2013) auf die italienische Insel Lampedusa reiste und das \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingslager besuchte. Er erinnerte Europa an die in Fensterreden hochgehaltenen christlichen Werte und mahnte mehr praktische Umsetzung an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberhaupt forderte dieser Papst von den Politikern und sonstigen Entscheidern Europas, die doch von ihnen selbst beschworenen europ\u00e4ischen Ideale und Werte wie Frieden, V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung, Solidarit\u00e4t zu beachten und in praktische Politik einflie\u00dfen zu lassen. Diese Mahnung hat ihm f\u00fcr das Jahr 2016 die Verleihung des Karlspreises eingetragen: Um Europa besorgte Politiker haben sich daf\u00fcr stark gemacht. Ihnen ist es nicht egal, dass die Europ\u00e4ische Union, die auch als Wertegemeinschaft gegr\u00fcndet wurde, derzeit aus-einanderfallen k\u00f6nnte (siehe dazu auch &gt;<em>Blog<\/em>\/&#8220;Verspielt die EU die europ\u00e4ische Idee?&#8220; vom Juli 2015).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W. R.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">_____________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* Wer genauere historische Informationen zum &#8222;Heiligen Jahr&#8220; sucht, wird f\u00fcndig im Buch DIE BEATUS-CHRONIK, S. 60, Anm. 76.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"94\" height=\"69\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 94px) 100vw, 94px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>E<\/strong>iner christlichen Legende zufolge h\u00f6rte der sp\u00e4tere Kirchenvater Augustinus eines Tages von irgendwo eine Stimme, die rief: &#8222;Nimm und lies! Nimm und lies!&#8220; Er bezog das auf sich und sah sich veranlasst, die Bibel aufzuschlagen, genauer: Er las den R\u00f6merbrief des Apostels Paulus, und mit Kap. 13, 13-14, so schrieb er in seinen Aufzeichnungen (Bekenntnisse VIII, 12) sp\u00e4ter, sei ihm Erleuchtung aus dem christlichen Wort Gottes zuteil geworden; wenig sp\u00e4ter lie\u00df er sich taufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von einer zuf\u00e4lligen und unbedarften Lekt\u00fcre der Bibel an irgendeiner Stelle ist jedoch abzuraten. Sehr leicht ger\u00e4t jemand, der nach dem Zufallsprinzip etwa das Alte Testament aufschl\u00e4gt, an eine Textpassage, die sich ohne qualifizierte Erl\u00e4uterung nicht oder allenfalls missverstehen l\u00e4sst. Nicht jede Passage von &#8222;Gottes Wort&#8220; ist geeignet, dem Suchenden unmittelbar Trost, moralische St\u00e4rkung oder Erleuchtung zu spenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da gibt es, um nur ein Beispiel zu nennen, im 1. Buch Mose zwei voneinander abweichende Sch\u00f6pfungsberichte. \u00dcberhaupt sollte der oben erw\u00e4hnte Suchende im Zweifel eher das Neue Testament aufschlagen und dort in den Evangelien lesen. Jedenfalls ist gerade das 1. Buch Mose eine Ansammlung von Angaben, die in vieler Hinsicht erl\u00e4uterungsbed\u00fcrftig und (nicht nur f\u00fcr Naturwissenschaftler) diskussionsw\u00fcrdig sind. Wie man\/frau die Dinge auch anders als gewohnt lesen und interpretieren kann, zeigt folgendes Zitat:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ich bin ein Fan von Eva. W\u00e4hrend Adam einen auf bl\u00f6d machte und dumm g\u00f6ttlichen Befehlen folgte, war Eva flei\u00dfig und fand den Apfel. Laut Bibel war es der Apfel der Erkenntnis. Im Grunde verdanken wir also Eva Wissenschaft, Raumschiffe, iPhones, Tonstudios, Kaffeebecher aus Pappe und das Internet. Uns wurde gesagt, M\u00e4nner w\u00fcrden alles erfinden, doch ohne Eva h\u00e4tten sie gar nicht angefangen zu denken und nach dem Wissen der Welt zu suchen. Eva war die erste Feministin und \u00fcberhaupt &#8217;ne ziemlich coole Braut.&#8220;\u00a0\u00a0 \u00a0 (aus: Nadja Tolokonnikowa, Anleitung f\u00fcr eine Revolution. Berlin 2016, S. 77)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist das nicht ein sch\u00f6ner Kontrapunkt zu den frauenfeindlichen Lehren des Augustinus? Wer es genau wissen will, dem bleibt nur, dem Ruf &#8222;Nimm und lies!&#8220; zu folgen und selbst nachzulesen, was in der Bibel steht, und was Augustinus (folgenreich) lehrte (in seinen &#8222;Bekenntnissen&#8220; und anderen Schriften). Augustinus formulierte auch die Lehre von der &#8222;Erbs\u00fcnde&#8220; aus. Dazu die bereits zitierte Nadja T.:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Das Christentum postuliert die Erbs\u00fcnde und wir alle sollen von Geburt an Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehmen, dass Eva und Adam vor zehntausend Jahren einen Apfel konsumiert haben. Dann kann man genauso gut weiterhin s\u00fcndigen. Wir sind sowieso von Geburt an s\u00fcndig.&#8220; \u00a0 (a.a.O., S. 122f.)<\/p>\n<\/blockquote>\n<div id=\"attachment_2968\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Portalschmuck-im-Schlosshof-Brake-Lemgo.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2968\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2968\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2968 size-medium\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Portalschmuck-im-Schlosshof-Brake-Lemgo-300x167.jpg\" alt=\"Portalschmuck im Schlosshof Brake, Lemgo\" width=\"300\" height=\"167\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Portalschmuck-im-Schlosshof-Brake-Lemgo-300x167.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Portalschmuck-im-Schlosshof-Brake-Lemgo-768x428.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Portalschmuck-im-Schlosshof-Brake-Lemgo-1024x570.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Portalschmuck-im-Schlosshof-Brake-Lemgo-624x348.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2968\" class=\"wp-caption-text\">Adam und Eva am Baum der Erkenntnis, Bildschmuck \u00fcber einem Seitenportal im Hof von Schloss Brake, Lemgo<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In aller Deutlichkeit gesagt: Was schon in einigen Apostelbriefen im Neuen Testament an manchen Stellen anklingt, n\u00e4mlich ein Widerspruch zu der frauenfreundlichen Haltung Jesu, das artikulieren einige christliche Kirchenm\u00e4nner Ende des 2. Jahrhunderts und sp\u00e4ter schon lauter, n\u00e4mlich ihr Missfallen daran, dass Frauen in der Christengemeinde \u00c4mter bekleiden, dass sie missionieren, predigen, Seelsorge betreiben. Bedeutende Theologen wie Tertullian, Origines, und die sp\u00e4ter &#8222;Kirchenv\u00e4ter&#8220; genannten wie Hieronymus, Ambrosius, Augustinus, ziehen alle Register der religi\u00f6sen und biologischen Argumentation, um zu &#8222;beweisen&#8220;, dass Frauen f\u00fcr diese \u00c4mter (wie auch sonst im patriarchalisch gepr\u00e4gten R\u00f6mischen Reich f\u00fcr \u00f6ffentliche \u00c4mter) nicht geeignet seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist der Apostel Paulus noch respektvoll mit der Missionarin Thekla umgegangen, schreibt er aber in seinem R\u00f6merbrief den sp\u00e4ter vielzitierten Satz: &#8222;Mulier taceat in ecclesia.&#8220; (Die Frau schweige in der Kirche.) Aus heutiger Sicht abstrus und erstaunlich unlogisch wirkt die Argumentation von sp\u00e4teren Kirchenm\u00e4nnern, die sich als M\u00e4nner prinzipiell geistvoller und intelligenter w\u00e4hnten als die Frauen. Mir kommen sogar Zweifel am charakterlichen Format eines Hieronymus, wenn er \u00fcber abweichende theologische Meinungen (H\u00e4resien) herzieht und dabei deren Vertreter beschimpft und verleumdet, wobei ihm als besonders gewichtig das Argument einf\u00e4llt, sie h\u00e4tten sich auch der Hilfe von Frauen bedient (Hieronymus, Gegen Jovinianus 1, 48).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Augustinus schenkte der Christenheit eine Fantasie von einer &#8222;Paradiesehe&#8220;: Zwar habe es im Paradies eine Ehe und Fortpflanzung, beim Sex aber keine Lust gegeben, sondern nur Steuerung durch den Verstand (Woher wei\u00df er das?). Erst durch den S\u00fcndenfall sei sexuelle Lust und Begierde entstanden; deshalb sei sie s\u00fcndhaft und kein positiver Wert (DerGottesstaat, 14). Damit war mehr als ein Jahrtausend der Verklemmung durch &#8222;besch\u00e4mende Lust&#8220; (Augustinus) im Christentum vorprogrammiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"94\" height=\"69\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 94px) 100vw, 94px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Der Blick auf die eigene Geschichte&#8230;<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;ist bei den o.g. Religionen nicht immer ungetr\u00fcbt und klar. Wie sonst auch in der historischen R\u00fcckschau, gibt es hier keinen &#8222;objektiven&#8220; oder von gegenw\u00e4rtigen Problemen unbeeinflussten Blick. So schl\u00e4gt sich z.B. die katholische Kirche heute mit dem Problem des Z\u00f6libat f\u00fcr Priester und M\u00f6nche herum, was nicht nur Ehelosigkeit, sondern auch sexuelle Enthaltsamkeit bedeutet. Dabei ist der Z\u00f6libat keine Vorgabe der Bibel, auch keine Regel der fr\u00fchen Kirche, sondern aus teils materiellen Motiven erst im Mittelalter von der Kirchenf\u00fchrung verordnet worden \u2014 und daher im Prinzip auch wieder aufhebbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Blick auf die eigene Geschichte ist auch im Islam nicht unbefangen. Das formuliert die Autorin Irene Schneider (in ihrem Buch &#8222;Der Islam und die Frauen&#8220;, M\u00fcnchen 2011) wie folgt:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die historischen Quellen stammen aus den [auf Mohammeds Tod 632] folgenden Jahrhunderten. In diesen islamischen \u00dcberlieferungen wird die Zeit vor Muhammad als &#8222;Zeit der Unwissenheit&#8220; (arab. <em>djahiliya<\/em>) gesehen, womit aus religi\u00f6ser Perspektive die Zeit vor der g\u00f6ttlichen Offenbarung gemeint ist; die Bezeichnung impliziert jedoch einen Bruch in der historischen Kontinuit\u00e4t, so dass vorislamische Sitten und Br\u00e4uche aus der Perspektive der neu entstandenen Religion betrachtet wurden. Viele die vorislamische Zeit betreffenden Nachrichten sind daher unzuverl\u00e4ssig, l\u00fcckenhaft und widerspr\u00fcchlich, und Historiker kommen in vielen F\u00e4llen nicht \u00fcber Hypothesen hinaus. Seit den siebziger Jahren hat sich in der islamischen Welt verst\u00e4rkt die Vorstellung durchgesetzt, die Entstehungszeit des Islams im 7. Jahrhundert sei auch f\u00fcr heutige Muslime als politisch ma\u00dfgeblich zu betrachten. Dadurch setzte eine r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Idealisierung ein, eine aus der Perspektive des 20. oder 21. Jahrhunderts kommende \u00dcberformung der ohnehin schwierig zu rekonstruierenden Vergangenheit. Die Biografie Muhammads von Ibn Ishaq ist uns beispielsweise in der \u00dcberlieferung von Ibn Hischam (gest. 830) erhalten, der mithin zweihundert Jahre nach dem Propheten lebte.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch dort treffen wir auf ein bekanntes Ph\u00e4nomen: Immer wieder gibt es R\u00fcckbesinnungen auf die Wurzeln, auf die Anf\u00e4nge einer Religion, um Orientierung zu finden in einer zunehmenden F\u00fclle abweichender Interpretationen des Glaubens. Dabei wird den Muslimen vereinfachend gepredigt: Haltet euch an die Aussagen des Koran und an die Hadith, die Aufzeichnung der Handlungen des Propheten. Historisch gesehen ist die Sachlage komplizierter, die \u00dcberlieferung der Hadith wurde erst im 9. Jahrhundert gesammelt aufgeschrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch im Christentum gibt es eine historische Entwicklung hin zur Kodifizierung der Glaubensinhalte, z.B. bei der Festlegung der zur christlichen Bibel geh\u00f6renden Schriften. Man einigte sich erst lange nach der Aufzeichnung der ersten vier Evangelien auf den Kanon der B\u00fccher, die als das &#8222;Neue Testament&#8220; zusammengefasst eine Fortsetzung der j\u00fcdischen Schriften darstellen sollten, welche demnach als das &#8222;Alte Testament&#8220; bezeichnet wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den christlichen Gemeinden des R\u00f6mischen Reiches wurden zahlreiche Schriften gelesen und als Erbauungsliteratur tradiert, darunter sp\u00e4tere Evangelien und allerlei Apostelbriefe. Viele flogen als &#8222;Apokryphen&#8220; aus der Kandidatenrunde hinaus, und um das Jahr 400 einigte man sich auf die bis heute g\u00fcltigen Teile des NT. J\u00fcngere Forschungen haben allerdings erwiesen, dass z.B. einige Apostelbriefe im NT auch nicht authentisch sind, sondern literarische Produkte, die nach antiker Sitte bekannten Autoren, in diesem Falle Aposteln, untergeschoben wurden. Die damalige Entscheidung, sie in den Kanon aufzunehmen, mag aus Unkenntnis geschehen sein, aber auch aus inhaltlichen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle soll nicht weiter auf die Kritik des Kanons des NT eingegangen werden. In mancher Hinsicht viel grundlegender ist eine Kritik, die auf sprachwissenschaftlicher Forschung beruht: Die Evangelien zitieren viele Jesus-Worte, ihre Sprache ist das Griechische. Doch Jesus sprach Aram\u00e4isch. Franz Alt schreibt (in seinem Buch &#8222;Was Jesus wirklich gesagt hat&#8220;. G\u00fctersloher Verlagshaus, 2015) mit Berufung auf die Forschungen von G\u00fcnter Schwarz:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das \u00dcbersetzungsproblem ist das gr\u00f6\u00dfte Problem f\u00fcr das Verstehen des Neuen Testaments. Auch die heutigen Theologiestudenten lernen \u2014 wie ich es tat \u2014 Lateinisch, Griechisch und Hebr\u00e4isch, aber nicht die Sprache Jesu. Kaum ein Theologie-Professor ist des Aram\u00e4ischen m\u00e4chtig. Hinzu kamen \u00fcber die Jahrhunderte Abschreibfehler, dogmatische \u00c4nderungen, subjektive Erg\u00e4nzungen, Fehldeutungen, Irrt\u00fcmer und Auslassungen. (S. 24)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alt gibt dazu etliche Beispiele von verzerrten oder fehlgedeuteten Jesus-Worten, wie sich aus einer R\u00fcck\u00fcbersetzung ins Aram\u00e4ische ergibt, genauer gesagt: ins galil\u00e4ische Westaram\u00e4isch (Jesus stammte aus Nazareth in Galil\u00e4a). Damit nicht genug, beschreibt Alt weitere Folgerungen aus dem \u00dcbersetzungsproblem:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230; Das k\u00f6nnte \u00e4hnlich auch f\u00fcr den Koran gelten: Zur Zeit der Entstehung des Koran war das Arabische noch keine Schriftsprache. Die Urheber des Arabischen waren wahrscheinlich Christen und Juden. Sie werden im Koran als &#8222;Schriftbesitzer&#8220; bezeichnet. Das Wort &#8222;Koran&#8220; ist nicht arabisch, sondern syro-aram\u00e4isch. (&#8230;) In ganz Westasien war zwischen der Zeit Jesu und der Zeit Mohammeds das Syro-Aram\u00e4ische die lingua franca, die vorherrschende Schriftsprache. In diesem Umfeld entstand auch der Koran. (S. 75)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folglich macht der Koranforscher und Syrologe Christoph Luxenberg, auf dessen Forschungen sich Alt hier beruft, den Vorschlag, \u00e4hnlich wie G\u00fcnther Schwarz f\u00fcr das NT, den Koran r\u00fcckzu\u00fcbersetzen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem aufsehenerregenden Buch &#8222;Die syro-aram\u00e4ische Lesart des Koran&#8220; schl\u00e4gt Luxenberg eine R\u00fcck\u00fcbersetzung des Koran vom Arabischen ins Aram\u00e4ische vor.\u00a0 Die ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten 72 Jungfrauen, die im Paradies angeblich auf M\u00e4rtyrer warten, sind dann synonym mit &#8222;saftigen, wei\u00dfen Weintrauben&#8220; oder schlicht mit dem Paradies, folgert Luxenberg. Das Aram\u00e4ische kann tats\u00e4chlich helfen, manches unverstandene R\u00e4tsel beider Heiliger Schriften mit Herz und Verstand zu l\u00f6sen. (S. 75)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch das Kopftuch-Gebot erscheint in diesem Licht anders als geglaubt:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das entsprechende Wort &#8222;Chumur&#8220; aus der Sure 24, Vers 31 hei\u00dft im Aram\u00e4ischen eher &#8222;G\u00fcrtel&#8220;. Danach soll dieser um Die Lenden geschlagen werden. Mit diesem Wissen h\u00e4tte man sich weltweit manches Theater ersparen k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Alt schlie\u00dft diese Ausf\u00fchrungen mit den vers\u00f6hnlichen Worten ab:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der R\u00fcckbezug auf die gemeinsamen aram\u00e4ischen Wurzeln der heiligen B\u00fccher in allen drei monotheistischen Religionen kann f\u00fcr den k\u00fcnftigen Dialog zwischen Juden, Muslimen und Christen hilfreich sein.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir alle wissen: Das setzt nat\u00fcrlich die <em>Bereitschaft<\/em> zum Dialog voraus. Beinharter Dogmatismus ist da ebenso hinderlich wie militante Missionsversuche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W. R.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"94\" height=\"69\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 94px) 100vw, 94px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der geh\u00f6rnte Moses<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Reisegruppe in Rom die Kirche &#8222;San Pietro in Vincoli&#8220; besichtigte, f\u00fchrte sie der Kunsthistoriker und Reiseleiter vor eine gro\u00dfe, helle Marmorskulptur. Diese ist ein ber\u00fchmtes Meisterwerk Michelangelos und zeigt Moses, die von Gott empfangenen Gesetzestafeln in den H\u00e4nden, wie er vom Berg Sinai herabsteigend pl\u00f6tzlich L\u00e4rm, Singen, Jubel und Musik aus dem Lager der Israeliten h\u00f6rt und h\u00f6chst beunruhigt aufschreckt. Wer die biblische Erz\u00e4hlung kennt, wei\u00df, dass Moses dazu allen Grund hatte: In seiner ca. siebenw\u00f6chigen Abwesenheit auf dem Berg hatte sich ein Teil seiner Landsleute dazu hinrei\u00dfen lassen, von Gott Jahwe abzufallen und ein G\u00f6tzenbild in Gestalt eines goldenen Kalbes anzubeten. Den aufkommenden Zorn des Moses hat Michelangelo in seiner Plastik gekonnt in Szene gesetzt, der ganze K\u00f6rper bebt in emotionalen Schwingungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur eins befremdet das Auge des Betrachters: Moses hat \u00fcber der Stirn zwei Ausformungen, die wie H\u00f6rner auf seinem Kopf stehen, nicht so lang und spitz wie bei Rindern, aber doch sichtbar. Sehr seltsam!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Reiseleiter erkl\u00e4rt: \u00dcber Jahrhunderte wurde Moses in der christlichen Kunst mit H\u00f6rnern dargestellt. Das geht auf einen Fehler im Text der Vulgata, der lateinischen Bibel, zur\u00fcck. Urspr\u00fcnglich war im hebr\u00e4ischen Text vom strahlenden Antlitz Moses die Rede, doch in einer \u00dcbersetzung ins Griechische wurde ein mehrdeutiges Wort fehlinterpretiert, und\u00a0 Moses hatte nun eine geh\u00f6rntes Antlitz. Das \u00fcbersetzte Hieronymus so ins Lateinische, und da seine als &#8222;Vulgata&#8220; verbreitete Bibel\u00fcbersetzung der Standard im katholischen Europa wurde, galt auch der geh\u00f6rnte Moses als Teil von Gottes Wort. Der Text der Bibel als Gottes Wort war unab\u00e4nderlich, und \u00fcberzeitlich g\u00fcltig. Man hielt sich also gerade bei kirchlichen Auftr\u00e4gen strikt an den Wortlaut, ohne zu ahnen, dass die unerkl\u00e4rlich auftauchenden H\u00f6rner des Moses dort gar nichts zu suchen hatten \u2014 weil sie ungl\u00fcckliche Folge einer menschlichen Fehlleistung sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit dem 11. Jahrhundert findet man Moses in der christlichen Kunst also geh\u00f6rnt dargestellt, erst Jahrhunderte sp\u00e4ter wurde der Fehler entdeckt und korrigiert. Die beeindruckende Skulptur Michelangelos, geschaffen im fr\u00fchen 16. Jahrhundert f\u00fcr das Grabmahl des Papstes Julius II., blieb unversehrt erhalten.<\/p>\n<p>W. R.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"94\" height=\"69\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 94px) 100vw, 94px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_3475\" style=\"width: 361px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9c.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3475\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3475\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9c-300x297.jpg\" alt=\"\" width=\"351\" height=\"348\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9c-300x297.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9c-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9c-768x759.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9c-624x617.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9c.jpg 961w\" sizes=\"(max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3475\" class=\"wp-caption-text\"><strong>Der Philosoph&#8230;<\/strong><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;, so nannte ich dieses Foto, das ich Mitte der 1990er Jahre im K\u00f6lner Zoo aufnahm. Wenn Sie zun\u00e4chst dar\u00fcber l\u00e4cheln, nun gut; und dann frage ich Sie ernsthaft: Was gibt es da lustig zu finden? Woher wollen Sie wissen, was in diesem Orang-Utan vorgeht? Was unterscheidet ihn \u00fcberhaupt von einem Menschen, und was nicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bezeichnung Orang-Utan stammt von den Menschen, die in Indonesien h\u00e4ufiger diese Wesen zu Gesicht bekommen, sie n\u00e4her beobachten konnten, und sie in ihrer Sprache daher Wald-Menschen (Orang-Utan) nannten. Das hei\u00dft, dass diese Menschen erkannten, wie wenig sich diese Wesen vom Menschen unterscheiden, n\u00e4mlich eher in \u00c4u\u00dferlichkeiten. Es sind eben Menschen, die im Wald leben und f\u00fcr das Leben im Wald gut ausgestattet sind, mit besonderen Kletterf\u00e4higkeiten und einem witterungsabweisenden Fell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was diese Waldmenschen denken und f\u00fchlen, muss sich nicht sehr von dem unterscheiden, was die Menschen denken und f\u00fchlen, die in den D\u00f6rfern am Rande des Waldes leben. Und doch kommen wir, in westlicher Denktradition aufgewachsene Menschen, daher und setzen eine scharfe Grenze zwischen &#8222;Mensch&#8220; und &#8222;Tier&#8220;: Der eine ist &#8222;Krone der Sch\u00f6pfung&#8220;, ist vernunftbegabt, ist ein Homo Sapiens, w\u00e4hrend das andere Wesen ein Tier ist, das auf einer Entwicklungs- und damit Wertstufe <em>unterhalb<\/em> des Menschen steht, das nicht denkt, und auch nicht f\u00fchlt wie ein Mensch. So dachte man sich das jahrhundertelang in Europa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn im christlichen Abendland ging man vom Bibeltext im AT Genesis \/ 1. Buch Mose 1, 28 aus, wo Gott u.a. mit den Worten zitiert wird: &#8222;Macht euch die Erde untertan.&#8220; Als isoliertes Zitat ist das missverst\u00e4ndlich; im Kontext (Gen 1, 26-30) interpretiert ist<em> nicht<\/em> gemeint, der Mensch k\u00f6nne mit der gesamten Erde und allem Leben darauf nach Belieben und Laune umgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn wer seine Vernunftbegabung nutzt und sich die Konsequenzen durch den Kopf gehen l\u00e4sst, sieht da einen Widerspruch: Wie\u00a0 kann Gott seine Sch\u00f6pfung ganz der Verf\u00fcgungsgewalt des Menschen \u00fcberlassen, wenn er doch genau wei\u00df, was f\u00fcr ein Wesen er da geschaffen hat \u2014 mit all seinen Defiziten und menschlichen Schw\u00e4chen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fakt ist: Der oben zitierte Spruch Gottes ist von Menschen gern gro\u00dfz\u00fcgig interpretiert worden, und bis heute wird folglich mit den Sch\u00e4tzen der Erde, mit ihren Pflanzen, mit ihren Tieren r\u00fccksichtslos umgegangen, &#8222;Nutzpflanzen&#8220; werden von &#8222;Unkraut&#8220; unterschieden, &#8222;Nutztiere&#8220; von &#8222;Raubtieren&#8220; (die angeblich dem Menschen etwas rauben, was doch seiner alleinigen Verf\u00fcgungsgewalt unterliegen soll) \u2014 schon der Sprachgebrauch spiegelt das Denken der Menschen wider. Und so handeln sie auch, z.B. mit rigoroser Unkrautvernichtung, z.B. mit Massentierhaltung. Das muss hier nicht n\u00e4her ausgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Philosoph oben im Bild macht sich vielleicht gerade Gedanken dar\u00fcber, was f\u00fcr eine seltsame Tier-Spezies da auf der anderen Seite der Glasscheibe heruml\u00e4uft. Warum die ihn in einem Gehege gefangen h\u00e4lt. Warum man ihn nicht in seinem Wald gelassen hat. Oder warum diese Verr\u00fcckten unbedingt seinen Wald roden wollten. Vielleicht sinnt er noch \u00fcber ganz andere Fragen, auf die wir gar nicht kommen. Wer wei\u00df das schon, au\u00dfer ihm selbst oder vielleicht noch seinem Artgenossen, dem er sich mitteilt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir jedenfalls sollten nicht so dumm sein zu glauben, dass es nur das gibt, was wir wahrnehmen. Und \u00fcber Orang-Utans wissen wir sicher noch lange nicht alles. Das hindert uns Menschen aber nicht daran, ihren Lebensraum immer weiter abzuholzen und dort Plantagen zur Palm\u00f6l-Gewinnung anzulegen. Das bringt ja schlie\u00dflich Profit. Und das ist f\u00fcr den Homo Sapiens ein hinreichender Grund, zerst\u00f6rerisch in die Natur einzugreifen \u2014 angeblich mit Gottes Segen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So rottet er denn flei\u00dfig bestimmte Walarten aus, \u00fcberfischt die Meere, vergiftet ganze Landschaften, und bringt mit zunehmender Geschwindigkeit die von ihm &#8222;genutzte&#8220; Erde in einen Zustand, dass dem Sch\u00f6pfer angst und bange um seine Sch\u00f6pfung werden muss &#8230; w\u00e4hrend Homo Sapiens die Erde so rasant ausbeutet und herunterwirtschaftet, dass er mit kurzfristiger Profitgier langfristig seine eigenen Lebensgrundlagen vernichtet. Ist das &#8222;sapiens&#8220; (weise)? Muss da der Mensch nicht selbstkritisch sagen: Als Krone der Sch\u00f6pfung versagen wir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hat Gott, wenn allwissend, das vorhergesehen? L\u00e4sst er, wie mit der Sintflut, demn\u00e4chst seine missratenen Gesch\u00f6pfe erneut untergehen? L\u00e4sst er auch diesmal einen &#8222;Gutmenschen&#8220; wie Noah mit Familie und einen Stamm von Tieren f\u00fcr einen Neuanfang davonkommen (Genesis 6)? Wer die alten Erz\u00e4hlungen in unseren heiligen B\u00fcchern ernst nimmt, kann zun\u00e4chst nichts anderes erwarten als eine derartige Katastrophe; aber ob Gott dann noch einmal ein Experiment mit Menschen startet? Vielleicht reicht es ihm endg\u00fcltig &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht sieht Gottes n\u00e4chster Sch\u00f6pfungsplan (so er denn einen macht) eine Erde ohne Menschen vor, mit einer Evolution, die als &#8222;Krone der Sch\u00f6pfung&#8220; hoch entwickelte Quallen oder Haie hervorbringt, wobei aber vorsichtshalber keine Tiere mehr an Land krabbeln und sich dort weiter entwickeln d\u00fcrfen? Dann k\u00f6nnte Gott sich an einer besseren Welt erfreuen: mit unvergifteten Ozeanen, in denen kein einziges Plastik-Teil schwimmt, und Kontinenten, in denen der Wind \u00fcber von Menschen unber\u00fchrte, von Pflanzen besiedelte Landschaften weht. Der Satz &#8222;Und er sah, dass es gut war&#8220; wird dann wohl wieder G\u00fcltigkeit haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann w\u00e4re da allerdings auch kein Platz mehr f\u00fcr unseren Philosophen, weil er Gott zu menschen\u00e4hnlich w\u00e4re, und weil Gott, wie gesagt, vorsichtshalber gar keine Tiere mehr an Land lassen w\u00fcrde, schon gar keine Menschenaffen (viel zu gef\u00e4hrlich, die entarten auf Dauer zu Menschen \u2014 das habe ich experimentell bewiesen!).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist Euch das zu negativ, zu deprimierend? Oder gar &#8222;nestbeschmutzend&#8220;? Das wollt Ihr nicht h\u00f6ren oder lesen? Dann stellt Euch einfach vor: Das alles waren nur die Gedanken jenes Orang-Utans, der im Zoo sitzt und viel Zeit zum Denken hat. Schaut also auf das Foto oben, belustigt Euch (&#8222;Der spinnt ja&#8220;), setzt wieder die H\u00f6rer f\u00fcr Eure Musik in die Ohren und verdaddelt Eure Zeit auf Eurem Smartphone. Das lenkt von tr\u00fcben Gedanken ab, vom Denken \u00fcberhaupt. Don&#8217;t worry, be happy. Alles easy!<\/p>\n<p>W. R.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 mehr \u00fcber Orang-Utans &gt;<a href=\"https:\/\/orang-utans-in-not.org\/de\/\">Orang-Utans in Not e.V.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-3224\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-300x79.png\" alt=\"8b\" width=\"376\" height=\"99\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-300x79.png 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-768x203.png 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-1024x271.png 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-624x165.png 624w\" sizes=\"(max-width: 376px) 100vw, 376px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6HERES ist f\u00fcr viele Menschen das Erhabene, Entr\u00fcckte, G\u00f6ttliche, das der gew\u00f6hnlichen irdischen Sph\u00e4re entzogen ist. F\u00fcr Menschen, die nicht an einen personal vorgestellten Gott glauben, ist H\u00f6heres das Prinzip des Lebens oder ein Korb h\u00f6herer, \u00fcber dem Materiellen stehender Werte. Unabh\u00e4ngig von der jeweiligen Gottesvorstellung ist eine Werte-Vorstellung bzw. -ordnung immer letztlich religi\u00f6s (oder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1937,"parent":0,"menu_order":10,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1939"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1939"}],"version-history":[{"count":94,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1939\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6553,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1939\/revisions\/6553"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1937"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}