{"id":790,"date":"2013-09-13T15:36:36","date_gmt":"2013-09-13T13:36:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fu-frechen.de\/?page_id=790"},"modified":"2026-03-12T21:28:08","modified_gmt":"2026-03-12T20:28:08","slug":"bibliothek-der-f-u-f","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/?page_id=790","title":{"rendered":"LITERATUR &#8230;&#8230;. (Die F.U.F. &#8211; Bibliothek)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>[Hinweis: f\u00fcr die Datei &#8222;Ein Paket&#8220; ganz herunterscrollen!]<\/em><\/p>\n\n\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/53.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-1891 \" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/53-287x300.jpg\" alt=\"53\" width=\"108\" height=\"113\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/53-287x300.jpg 287w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/53.jpg 578w\" sizes=\"(max-width: 108px) 100vw, 108px\" \/><\/a>IE<\/strong> <span style=\"color: #000080;\">Freie Universit\u00e4t Frechen<\/span> ist online seit dem 23. April (<span style=\"color: #008000;\">Tag des Buches) <span style=\"color: #000000;\">2013<\/span><\/span>. Ein <span style=\"text-decoration: underline; color: #ff0000;\"><em>Buch<\/em><\/span> als Symbol der Bildung und der Weisheit findet sich sowohl in mittelalterlichen Darstellungen des hl. <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-1466\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2+-237x300.jpg\" alt=\"2+#\" width=\"237\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2+-237x300.jpg 237w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2+-809x1024.jpg 809w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2+-624x789.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2+.jpg 1423w\" sizes=\"(max-width: 237px) 100vw, 237px\" \/><\/a>Audomar, des Schutzheiligen von Frechen, wie auch im mittelalterlichen Wappen der Universitas Frekenae, die, wie die Beatus-Chronik \u00fcberliefert, im Jahre 1303 kurz vor ihrer Gr\u00fcndung stand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich halte es nicht f\u00fcr gewagt, f\u00fcr die Zukunft vorherzusagen, dass sich <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>das Buch<\/strong><\/span> nicht von den neuen Medien verdr\u00e4ngen lassen wird. Vielmehr rechnet der Spiritus Rector der F.U.F. mit einer in bildungsnahen Kreisen <em>steigenden Wertsch\u00e4tzung<\/em> des Buches. Wir blicken immerhin auf eine Tradition von weit \u00fcber zweieinhalb Jahrtausenden zur\u00fcck, in denen das geschriebene Wort auf Papyrus, Pergament oder Papier (und in Stein gemei\u00dfelt) von besonderer Bedeutung war und daher wertgesch\u00e4tzt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun kann man einwenden, dass das geschriebene Wort ja bei der Nutzung digitaler Medien nichts von seiner Bedeutung verliert. Warum soll es dann ein Buch sein? Dazu sagt der Professor f\u00fcr deutsche Sprache und Didaktik Michael Becker-Mrotzek:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wissen aus Studien, dass das Lesen von informativen Texten nach wie vor besser auf Papier als auf digitalen Ger\u00e4ten gelingt. Lesen im Internet erfordert zus\u00e4tzliche Kompetenzen. Zum Beispiel kann man auf einem kleinen Smartphone-Bildschirm nur einen kleinen Ausschnitt lesen, der \u00dcberblick \u00fcber den ganzen Text fehlt. Online gibt es Verlinkungen. Als Leser muss ich mich st\u00e4ndig entscheiden, ob ich weiterlese oder dem Link folge. Im gedruckten Text ist der Faden vorgegeben. Die dritte Herausforderung: Im Internet muss ich immer auch die Glaubw\u00fcrdigkeit der Quelle einsch\u00e4tzen. Das muss man bei einem Buch oder einer Zeitung in der Regel nicht, weil eine Redaktion oder ein Verlag dahintersteht. Wer als ge\u00fcbter Leser diese zus\u00e4tzlichen H\u00fcrden meistert, kann im Internet genauso wie in einem Buch lesen. (zitiert aus einem Interview im K\u00f6lner Stadt-Anzeiger, &#8222;Es f\u00e4ngt mit Vorlesen an.&#8220; 9.\/10.Mai 2020, S. 14; es geht dabei um Lesenlernen, Lesen und Lernen von Kindern)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer seinen Kindern etwas Gutes tun und ihre Entwicklungschancen f\u00f6rdern m\u00f6chte, sollte ihnen vorlesen; die Grundschule muss fl\u00fcssiges Lesen und die richtige Strategie der Informationsentnahme vermitteln. Letzteres bedingt das sp\u00e4tere Interesse am Lesen, denn wenn ein Kind oder heranwachsender Mensch Texte liest, ohne sie zu verstehen, erlahmt die Lust am Lesen, und wir bekommen einen Lesemuffel. Das sind laut einer PISA-Studie von 2018 \u00fcber die H\u00e4lfte der deutschen Sch\u00fclerInnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Befund ist erschreckend, kein Zweifel. Was f\u00fcr viele \u00e4ltere Menschen noch selbstverst\u00e4ndlich ist, n\u00e4mlich bisweilen oder \u00f6fter ein &#8222;gutes Buch&#8220; zu lesen, das wird zunehmend jungen Menschen fremd, sie bevorzugen die Bilder- und Videoflut diverser Internet-Angebote und ihre knalligen, meist umgangssprachlich formulierten Textnachrichten. Dabei k\u00f6nnte manch sprachliche und damit gedankliche Differenzierung verloren gehen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor diesem aktuellen Hintergrund sieht die F.U.F. eine wachsende Notwendigkeit nicht nur darin, dem oben beschrieben Trend entgegenzuwirken; dazu geh\u00f6rt auch, die Wertsch\u00e4tzung des Buches zu erhalten und zu f\u00f6rdern. Einen Beitrag dazu soll die Auslobung des ANIMUS-Preises liefern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der F.U.F. besonders wertgesch\u00e4tzte B\u00fccher werden mit dem <span style=\"color: #ff0000;\"><em>ANIMUS-PREIS<\/em><\/span> ausgezeichnet, wobei nicht der aktuelle Buchmarkt, sondern <em>der langfristige Wert des Buchinhalts das wichtigste <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/29.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1378 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/29-300x271.jpg\" alt=\"29\" width=\"161\" height=\"146\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/29-300x271.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/29-1024x926.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/29-624x564.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 161px) 100vw, 161px\" \/><\/a>Kriterium f\u00fcr eine Nominierung<\/em> ist. Hier interessiert also nicht die Spiegel-Bestsellerliste oder eine \u00e4hnliche Hit- oder Ranking-Liste, die sich an Verkaufszahlen orientiert. Denn auf solchen Listen erscheinen ziemlich viele Titel, deren Verlage auf schnelle Verkaufserfolge aus sind und den evtl. literarischen Wert oder die ggf. bildende bzw. aufkl\u00e4rerische Tragweite fast schon billigend in Kauf nehmen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Der Buchmarkt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sollten das den Verlagen nicht ver\u00fcbeln, denn sie m\u00fcssen sich auf einem Markt behaupten, der in den letzten zwei Jahrzehnten durch die neuen Medien noch schwieriger geworden ist. Dabei setzen Lektoren und Verlagsleiter sowie deren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer nat\u00fcrlich nur z.T. auf Qualit\u00e4t; in den Vordergrund ist inzwischen die Frage ger\u00fcckt, ob ein Manuskript das Zeug zu einem Bestseller hat und damit ein paar weniger gut verkaufte Titel quersubventionieren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei kann niemand sicher vorhersagen, ob ein Buch zum Bestseller wird. Da aber die Verlage insgesamt vorsichtiger in der Auswahl der Manuskripte geworden sind, kommt es sicher h\u00e4ufiger als in fr\u00fcheren Zeiten zu einer Ablehnung von Manuskripten, die sowohl<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/IMG_0534.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-1403\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/IMG_0534-210x300.jpg\" alt=\"IMG_0534\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/IMG_0534-210x300.jpg 210w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/IMG_0534-719x1024.jpg 719w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/IMG_0534-624x888.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/IMG_0534.jpg 1778w\" sizes=\"(max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a> Qualit\u00e4t aufweisen als auch vom Lesepublikum gut angenommen w\u00fcrden. Es gibt wenige Ausnahmen, wo VerlegerInnen noch Leidenschaft f\u00fcr Literatur und f\u00fcr wirklich gute B\u00fccher in ihre Entscheidungen einbeziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir alle haben schon von fr\u00fcheren Fehlurteilen von LektorInnen bzw. Verlagsleitungen geh\u00f6rt, die Manuskripte ablehnten, bis der 10. oder 15. Verlag es doch wagte und damit einen Sensationserfolg landete. So erging es Arthur Conan-Doyle mit seinen Sherlock-Holmes-Geschichten im sp\u00e4ten 19. Jahrhundert, oder Joanne K. Rowling mit ihren Harry-Potter-Romanen im sp\u00e4ten 20.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da kann man heute jeder Autorin und jedem Autor, deren Namen noch niemand kennt, nur raten, unbeirrt an viele Verlage heranzutreten und sich von Absagen nicht abschrecken zu lassen. Allerdings muss man auch hier einschr\u00e4nken: Manch ein Lektorat ertrinkt in Zusendungen von Manuskripten und pr\u00fcft daher dieselben nicht mehr eingehend, sondern nur nach vorheriger Reduzierung der Auswahl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So landen viele Manuskripte ungelesen beim Absender, weil die oft \u00fcberlasteten und zugleich m\u00e4\u00dfig bezahlten LektorInnen die Menge nicht bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Au\u00dferdem verlassen sich viele Verlage gern auf die Vorauswahl von LiteraturagentInnen, die vermittelnd zwischen Autoren und Verlage treten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und im Zweifel verlegt man lieber mit Lizenz einen erfolgreichen Autor aus dem Ausland, als einen deutschen Neuling zu setzen. Beim ersteren wei\u00df man: Der hat im Ausland schon hohe Verkaufszahlen gebracht, das unternehmerische Risiko ist folglich geringer. Gut, man muss das Buch \u00fcbersetzen lassen \u2014 aber \u00dcbersetzerInnen werden traditionell schlecht bezahlt (Das deckt sich heutzutage voll mit den neoliberalen Denkmustern: Man spart am Personal, das ist immer der erste Ansatz zur Kostensenkung).\u00a0 So rechnet sich das Ganze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so sieht dann auch ein gro\u00dfer Teil des Buchmarktes aus: Man versucht, den Massengeschmack zu treffen und mit knalligem Cover und\/oder exzentrischem Titel die Aufmerksamkeit des potentiellen K\u00e4ufers zu erregen. B\u00fccher verkaufen kann nun jede\/r, die\/der anst\u00e4ndig reden kann, von Literatur muss sie\/er nichts verstehen. Werden \u00fcberhaupt noch Buchh\u00e4ndlerInnen ausgebildet? Wenn ja, wer stellt sie ein, wo doch nach neoliberaler Denke am liebsten mit Billigpersonal gewirtschaftet wird?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn das Buch noch ein &#8222;Kulturgut&#8220; sein und bleiben soll, dann fragt sich der nachdenkliche Mensch: Was sagt die heutige Buchproduktion \u00fcber unsere Kultur? Und wenn es nicht mehr so sehr um das Medium Buch geht, wie sieht es in den anderen Medien aus? Was spiegelt sich denn in den Filmen, der Musik, den Spielen, die uns auf dem Markt entgegenfluten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fragen \u00fcber Fragen, \u00fcber die es sich nachzudenken lohnt. Und schon Albert Einstein stellte fest: &#8222;Wichtig ist, dass man nicht aufh\u00f6rt zu fragen.&#8220;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Der Animus-Preis<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die F.U.F. zeichnet mit dem <em>Animus-Preis<\/em> B\u00fccher aus, die man getrost (neben anderen) in die Rubrik &#8222;Das Buch als Kulturgut&#8220; einordnen kann. Aber die hier preisgekr\u00f6nten Kulturg\u00fcter erf\u00fcllen au\u00dferdem einen wertvollen sozialen Zweck:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Der ANIMUS-PREIS der Freien Universit\u00e4t Frechen<\/span> wird vergeben an AutorInnen, die in besonderer Weise &#8211; und im Sinne des inhaltlichen Programms der FUF &#8211;\u00a0 zur Aufkl\u00e4rung und Horizont-Erweiterung ihres Publikums beitragen und Menschen anleiten, sich mehr ihres eigenen Verstandes zu bedienen und ihr Urteilsverm\u00f6gen zu st\u00e4rken.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/7.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-297 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/7-300x73.jpg\" alt=\"7\" width=\"300\" height=\"73\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/7-300x73.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/7-1024x251.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/7-624x153.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/7.jpg 1622w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><strong>Der Animus-Preis geb\u00fchrt also Menschen, die uns ohne R\u00fccksicht auf liebgewonnene und eingefahrene Denkgewohnheiten andere Wege und neue Zusammenh\u00e4nge sehen lehren,<em> auf dass wir <span style=\"color: #ff6600;\">unsere Welt tiefer begreifen und sinnvoller mitgestalten<\/span> k\u00f6nnen<\/em>.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nominierung und Preisvergabe beziehen sich auf ein bestimmtes oder auch auf mehrere Werke der Preistr\u00e4gerin oder des Preistr\u00e4gers. Ein Auswahlkriterium dabei ist die Ver\u00f6ffentlichung in deutscher Sprache nach 1980.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Der Animus-Preis ist eine ideelle Auszeichnung<\/em><\/strong> und nicht materiell dotiert. Er sollte aber dazu beitragen, dass einige beachtenswerte Werke nicht dem Vergessen anheimfallen, nur weil der Markt der Medien die Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit gern im raschen Wechsel auf das jeweils Neueste lenken will.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Es folgt die <strong>Liste der bisherigen Preistr\u00e4gerInnen &#8212;<\/strong> in chronologischer Reihenfolge der Erstver\u00f6ffentlichung ihres als preisw\u00fcrdig ausgezeichneten Werkes:<\/h4>\n<h3><span style=\"color: #0000ff;\"><em><strong>Hartwig Suhrbier, G\u00fcnter Kr\u00fcger, Heinz Ohff, Richard David Precht, Hagen Schulze, Elke Heidenreich, Frank Dix, Matthias Schulz, Waltraud Sperlich, John Nettles, Eva Goris und Claus-Peter Hutter, Jasmin Schreiber<br \/><\/strong><\/em><\/span><\/h3>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"100\" height=\"68\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #3366ff;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">HARTWIG SUHRBIER<\/span><\/strong><\/span> f\u00fcr sein Buch <span style=\"color: #000000;\">&#8222;Blaubarts Geheimnis&#8220;<\/span>. 1984<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anl\u00e4sslich einer Lesung in der Galerie &#8222;Blickwinkel&#8220; in Frechen und dem sich daraus ergebenden Gespr\u00e4ch im Mai 2014 wurde deutlich, dass die Blaubart-Figur und die Bearbeitungen des Stoffs seit der ersten Fassung von Charles Perrault aus dem Jahre 1697 eine kulturhistorische Dimension besitzen, deren Brisanz nicht nur von sp\u00e4teren Bearbeitern des Stoffs empfunden wurde, die ihn abzumildern suchten, sondern in psycholgogischer Sicht auch eine erschreckende Aktualit\u00e4t aufweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Erinnerung: Das M\u00e4rchen vom &#8222;Blaubart&#8220; erz\u00e4hlt von einem Mann, der von Frauen besessen ist und sie zugleich unter seine totale Kontrolle zu bringen versucht. Er stellt ihnen als Gehorsamsprobe eine Falle: Sie d\u00fcrfen w\u00e4hrend seiner Abwesenheit ein bestimmtes Zimmer des Hauses nicht \u00f6ffnen und betreten &#8211; doch gerade dieser Versuchung kann die Neugier nicht widerstehen. Als die Ehefrau die T\u00fcr zur verbotenen Kammer aufschlie\u00dft, findet sie dort ihre ermordeten Vorg\u00e4ngerinnen &#8211; und wird daraufhin vom zur\u00fcckgekehrten Blaubart selbst ermordet. Erst als eine es schafft, mit Hilfe ihrer herbeieilenden Br\u00fcder Blaubarts mordender Hand zu entkommen und ihn zu t\u00f6ten, ist der Bann gebrochen, und sie kann ein eigenes, selbstbestimmteres Leben beginnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Einleitung zu der Sammlung von Blaubart-Texten aus mehreren Jahrhunderten schreibt Suhrbier: &#8222;Dass mit Blaubart ein repr\u00e4sentativer Typ geschaffen wurde, d\u00fcrfte eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr den au\u00dferordentlichen Erfolg dieser Erz\u00e4hlung nicht nur in Frankreich gewesen sein&#8230;&#8220; (S. 12). Was repr\u00e4sentiert er? Blaubart ist ein extremer Exponent der M\u00e4nnerherrschaft, die die Frauen zu kontrollieren und zu unterdr\u00fccken sucht, ein Patriarch, der sich sogar ein Urteil \u00fcber Leben und Tod der Frau anma\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei muss &#8222;Tod&#8220; nicht wie im Blaubart-M\u00e4rchen w\u00f6rtlich genommen werden, Herrschaft kann und wird vielfach auf subtilere Art ausge\u00fcbt, n\u00e4mlich als psychische Kontrolle, d.h. durch Angst bis hin zur Todesangst, oder als totale Kontrolle \u00fcber das Leben der Frau, die kein eigenes hat und v\u00f6llig zur Kreatur des Mannes wird. &#8222;Tod&#8220; ist hier das nicht gelebte eigene Leben, tot ist die eigene Pers\u00f6nlichkeit der Frau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4tere Fassungen, die die Blaubart-Erz\u00e4hlung in den Orient verlegen, entspringen offensichtlich dem Bed\u00fcrfnis, diese Thematik als exotisch auszulagern und ihre Bedeutung als nicht relevant f\u00fcr die b\u00fcrgerliche Gesellschaft Mittel- und Westeuropas kleinzureden. Dabei muss doch das Publikum die Symbolik des Blaubarts gep\u00fcrt haben, sonst w\u00e4re er nicht sonderlich interessant und der Stoff nicht so erfolgreich gewesen. Im sp\u00e4ten 19. Jahrhundert, in dem mit Hilfe der Technik die Natur unterworfen, mit Hilfe der Waffentechnik die Welt in Kolonien aufgeteilt wird, ist Blaubart die Chiffre des Zeitgeistes schlechthin:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Unterwerfungsversuch \u00fcber die Gehorsamsprobe befindet sich Blaubart in \u00dcbereinstimmung mit den Leitwerten der b\u00fcrgerlich-patriarchalischen Gesellschaft. Denn Unterwerfung, Dienstbarmachung und schlie\u00dflich auch Zerst\u00f6rung der Natur ist in ihr, bedingt durch die kapitalorientierte Wirtschaftsweise, an der Tagesordnung &#8211; Allmachtsphantasien, die heute als umweltzerst\u00f6render Allmachtswahn erkennbar sind. (S. 18f.)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Blaubart will das &#8222;Naturwesen&#8220; Frau, ihre emotionale und sexuelle Vitalit\u00e4t, domestizieren und kontrollieren, weil er sich davon bedroht f\u00fchlt. Das hei\u00dft, er f\u00fchlt sich einer Begegnung auf Augenh\u00f6he nicht gewachsen. Blaubart mordet nicht aus Lust, sondern aus Angst, damit die Frauen nicht hinter sein Geheimnis kommen: die Hohlheit seines Wesens, seine emotionale Impotenz (weil er Gef\u00fchlsunterdr\u00fcckung f\u00fcr starke M\u00e4nnlichkeit h\u00e4lt).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun k\u00f6nnte man aus heutiger, mitteleurop\u00e4ischer Sicht einwenden: Wir haben doch inzwischen die Frauen-Emanzipation und eine weitgehende Gleichberechtigung der Geschlechter durchlaufen; bei uns ist Blaubart nicht mehr aktuell, sondern eine ferne Erinnerung an \u00fcberwundene Gesellschaftsstrukturen. Doch stimmt das wirklich?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lassen wir mal die Mitb\u00fcrger au\u00dfer Acht, die aus patriarchalischen Gesellschaften zu uns eingewandert sind. Wir regen uns gern &#8211; und v\u00f6llig zu Recht &#8211; \u00fcber sogenannte Ehrenmorde in Familien von Migranten auf. Doch schauen wir auf die eingesessenen: Wie steht es denn fl\u00e4chendeckend mit der Gewalt in der Kindererziehung einer deutschen Familie, mit Gewalt in der Ehe, mit Vergewaltigung? Sind das v\u00f6llig verschwundene Ph\u00e4nomene?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Relevante Untersuchungen zeigen, dass es nicht umsonst Frauenh\u00e4user gibt, in die sich Frauen vor pr\u00fcgelnden Ehem\u00e4nnern fl\u00fcchten. Denn eine gro\u00dfe Zahl macht immer noch Erfahrungen von Gewalt, nicht nur in der Ehe. Sexuelle \u00dcbergriffe, auch scheinbar harmlose verbale, entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als Machtspiele von M\u00e4nnern, die Frauen in die Rolle der Schw\u00e4cheren, Unterlegenen dr\u00e4ngen wollen. Auch Vergewaltigungen sind ja eigentlich weniger sexuelle als vielmehr Gewaltverbrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir dann noch die Perspektive erweitern und uns fragen, wie weltweit diese Machtk\u00e4mpfe zwischen den Geschlechtern aussehen und was uns das \u00fcber den Menschen im Allgemeinen sagen k\u00f6nnte, dann kommen wir so schnell aus dem Gr\u00fcbeln nicht mehr heraus. Dazu fand ich einen Zeitungsartikel, der diese Thematik aktuell beleuchtet: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/weltspiegel\/pakistan-sudan-indien-barbarische-akte-gegen-frauen-erschuettern-die-welt\/9976026.html\">http:\/\/www.tagesspiegel.de\/weltspiegel\/pakistan-sudan-indien-barbarische-akte-gegen-frauen-erschuettern-die-welt\/9976026.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da soll noch Eine oder Einer sagen, &#8222;Blaubart&#8220; sei nicht mehr aktuell! Darum geh\u00f6rt dieses Buch, und die Besch\u00e4ftigung mit der Blaubart-Figur, in die Bibliothek der F.U.F. und mit dem Animus-Preis ausgezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">-SR-<\/p>\n<p><em>Nachtrag Jan. 2019:<\/em> Mehr zu H. Suhrbier siehe unten unter der \u00dcberschrift &#8222;Entdeckungen&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"100\" height=\"68\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #3366ff;\"><strong>G\u00dcNTER KR\u00dcGER<\/strong><\/span> f\u00fcr sein Buch <span style=\"color: #000000;\">&#8222;Bauen und Wohnen im Wandel: ein baugeschichtlicher Streifzug durch den Erftkreis.&#8220;<\/span> 1992<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">G\u00fcnter Kr\u00fcger starb im Jahre 2009 &#8211; ein Verlust f\u00fcr die Stadt Br\u00fchl (im Rheinland), die ihm viele Anst\u00f6\u00dfe und Aktivit\u00e4ten verdankt, und diese beschr\u00e4nkten sich nicht auf sein k\u00fcnstlerisches Wirken. Er setzte sich vehement f\u00fcr die Wertsch\u00e4tzung und Erhaltung alter Bauwerke aus verschiedener Epochen ein, um eine dem Menschen angemessene Lebenswelt zu erhalten, in der Altes mit Neuem vers\u00f6hnt und in harmonischer Beziehung steht. Diesem Ziel diente auch sein hier ausgezeichnetes Buch, das den ganzen Rhein-Erft-Kreis in den Blick nimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 1970er Jahren startete Kr\u00fcger die B\u00fcrgerinitiative &#8222;Rettet Br\u00fchl jetzt!&#8220;, die sich &#8211; z.T. mit Erfolg &#8211; gegen das forsche Abr\u00e4umen alter, denkmalw\u00fcrdiger Bausubstanz in Br\u00fchl wehrte. Sp\u00e4ter gelang ihm die Erhaltung und Unterschutzstellung einiger, z.T. jahrhundertealter Bauten im Zentrum der Stadt Br\u00fchl. In einem dieser denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude richtete er das <em>Museum<\/em> <em>f\u00fcr Alltagsgeschichte<\/em> ein, das nach seinem Tod &#8222;G\u00fcnter-Kr\u00fcger-Haus&#8220; getauft wurde. mehr&gt;<a href=\"http:\/\/www.bruehler-museumsinsel.de\/museum_alltagsgeschichte.html\">http:\/\/www.bruehler-museumsinsel.de\/museum_alltagsgeschichte.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kr\u00fcger stellte mit seiner vielf\u00e4ltigen Arbeit unter Beweis, dass nicht nur bombastische Zeugnisse der Vergangenheit wie das Br\u00fchler Schloss interessant und erhaltenswert sind, sondern auch eher unscheinbare Objekte, die dem fl\u00fcchtigen Auge leicht entgehen. Der Sch\u00f6nheit, der Aura, ja der spirituellen Qualit\u00e4t auch kleinerer Relikte aus dem Leben unserer Vorfahren galt sein besonderes Augenmerk. Das musste jedem Besucher des Museums f\u00fcr Alltagsgeschichte auffallen, wenn z.B. am Nachmittag Sonnenstrahlen durch die Sprossenfenster fielen und nicht nur die Holzdielen des Fu\u00dfbodens warm aufleuchten lie\u00dfen, sondern auch die Ensembles der hier pr\u00e4sentierten Objekte in ein fast mystisches Licht tauchten. In diesem Haus, so erlebte es der SR bei einem Besuch, war man in einer Welt, die sich wohltuend den hastigen Sehgewohnheiten moderner Medienkonsumenten widersetzte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kr\u00fcgers Blick war nicht allein auf Kleinode fixiert; der Vielseitige ging auch nicht an den Highlights Br\u00fchler Selbstvermarktung vorbei, ohne sich damit auseinanderzusetzen. So trat er im Jubeljahr des Br\u00fchler Schlosses mit einer Ver\u00f6ffentlichung hervor, die den Nachruhm Balthasar Neumanns kritisch betrachtete und dessen Rolle beim Bau des Schlosses vom genialen Architekten zum t\u00fcchtigen Bauleiter herabstufte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso lie\u00df er die Lobhudelei auf den gro\u00dfen K\u00fcnstler und Sohn der Stadt, Max Ernst, nicht unkommentiert. In einer seiner letzten Publikationen, die auch optisch sehr sch\u00f6n gestaltet ist, b\u00fcrstete Kr\u00fcger den Nimbus auf und stellte Max Ernst vom Kopf auf die F\u00fc\u00dfe: &#8222;Max Ernst macht Spa\u00df: Fakten statt Legenden.&#8220; Nicht als Demontage des ber\u00fchmten K\u00fcnstlers, sondern als Richtigstellung und Erg\u00e4nzung einer einseitigen Sicht will Kr\u00fcger dieses Buch verstanden wissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So verweist er auf die oft eher schnell \u00fcbergangene Fr\u00fchzeit des K\u00fcnstlers, als er sich der DADA-Bewegung anschloss und mit Anderen in K\u00f6ln eine Ausstellung organisierte, die von der Polizei geschlossen wurde. DADA war politisch, gesellschaftskritisch und provokant. Sp\u00e4ter experimentierte der phantasievolle M.E. viel mit k\u00fcnstlerischen Techniken, blieb aber bescheiden und lehnte 1971 die Ehrenb\u00fcrgerschaft der Stadt Br\u00fchl ab. Kr\u00fcger erw\u00e4hnt den Hintergrund\u00a0\u2014 nicht ohne Seitenhieb auf das offizielle Br\u00fchl: Man tat sich schwer mit dem &#8222;verlorenen Sohn&#8220; der Stadt\u00a0\u2014 und h\u00e4tte ihn am liebsten nur als den ber\u00fchmten K\u00fcnstler vereinnahmt, dessen Werke am internationalen Kunstmarkt hohe Preise erzielten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kr\u00fcger wird hier f\u00fcr das eingangs genannte Buch geehrt. Doch auch sein Buch &#8222;Max Ernst macht Spass&#8220; (Verlag dieterklein.com, 2005) h\u00e4tte ihn f\u00fcr den Animus-Preis empfohlen. Dazu mehr &gt;<a href=\"http:\/\/www.inbruehl.com\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=215&amp;Itemid=73\">Im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch: G\u00fcnter Kr\u00fcger, Museumsleiter und Buchautor<\/a> <a href=\"http:\/\/www.inbruehl.com\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=215&amp;Itemid=73\">.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann G\u00fcnter Kr\u00fcger mit Fug und Recht einen politischen K\u00fcnstler nennen. Dar\u00fcber hinaus war er ein Kultur-Aktivist, der sich nicht auf Appelle beschr\u00e4nkte, sondern selbst in Wort und Tat auf die Verwirklichung von Ideen und Projekten dr\u00e4ngte, die sowohl die \u00e4sthetische Erziehung wie die soziale Sensibilisierung der Menschen f\u00f6rdern sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem Artikel im K\u00f6lner Stadt-Anzeiger vom 29.07.2009 mit der \u00dcberschrift &#8222;Querdenker voller Ideen&#8220;* werden Stimmen \u00fcber G\u00fcnter Kr\u00fcger zitiert: &#8222;Er konnte hinter grauen Fassaden das Einzigartige sehen.&#8220; &#8211; &#8222;Er war ein enfant terrible.&#8220; &#8211; &#8222;Er hat Geschichte in Br\u00fchl bewahrt und Geschichte geschrieben.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nicht zu vergessen: Er war ein exzellenter Zeichner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(An G\u00fcnter Kr\u00fcger wird auch auf der Unterseite &gt;<em>Pers\u00f6nliches<\/em> erinnert.)<\/p>\n<p>-SR-<\/p>\n<p>\u00a0* Das Wort &#8222;Querdenker&#8220; hatte damals noch einen eher positiven Klang und bezeichnete einen unangepassten, eigenwilligen Denker. W\u00e4hrend der Corona-Pandemie (2022\/23) schm\u00fcckten sich einige Leute mit diesem Begriff, deren Anliegen man eher als wissenschaftskritisch bis verschw\u00f6rungsgl\u00e4ubig umrei\u00dfen kann. Seitdem haftet dem Begriff &#8222;Querdenker&#8220; ein sektiererischer Beigeschmack an, zumindest in der politischen Sph\u00e4re. &#8212;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"97\" height=\"64\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 97px) 100vw, 97px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><span style=\"color: #3366ff; text-decoration: underline;\">HEINZ OHFF<\/span><\/strong><\/span> f\u00fcr sein Buch &#8222;K\u00f6nig Artus: Eine Sage und ihre Geschichte.&#8220; 2004, Erstver\u00f6ff. 1993 unter dem Titel &#8222;Artus&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht ist es das ultimative Buch zum Thema &#8222;K\u00f6nig Artus&#8220;. F\u00fcr Interessierte l\u00e4sst es keine Frage offen, weder zur historischen noch zur literarischen Seite dieses Themenkomplexes. Und es ist gut lesbar geschrieben, was wenig verwundert, denn der Autor Heinz Ohff (1922-2006) war lange als Journalist im Kulturbereich t\u00e4tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als einer der Interessierten\u00a0\u2013 und zudem Reisender, der u.a. Tintagel und Glastonbury besucht hatte\u00a0\u2013 war ich begeistert von diesem Buch, es zog mich f\u00f6rmlich hinein, sodass ich es kaum weglegen konnte. Genauso ging es mir einige Jahre sp\u00e4ter, als ich es erneut aufschlug. Ohff wahrt trotz aller Farbigkeit der Erz\u00e4hlweise Distanz zu seinem Thema, er weist uns immer wieder sachlich auf Eigenarten und Differenzen der verschiedenen Quellen und Darstellungen hin, aus denen der Stoff (oder die Legende) um Artus und den Personenkreis um ihn in Jahrhunderten gewachsen ist &#8211; bis zum H\u00f6hepunkt gegen Ende des Mittelalters, als Sir Thomas Malory die vielf\u00e4ltigen \u00dcberlieferungen und Erz\u00e4hlstr\u00e4nge in einem Werk zusammenf\u00fchrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Malorys &#8222;Morte d&#8217;Arthur&#8220; wurde vom ber\u00fchmten englischen Druck-Pionier William Caxton 1485 redigiert und verlegt, der die letzte Kapitel\u00fcberschrift kurzerhand auch zum Titel des Gesamtwerks machte. Inzwischen gibt es eine weitere Version, die auf dem 1947 ver\u00f6ffentlichten Manuskript Malorys fu\u00dft; dieses enth\u00e4lt Korrekturen und Erg\u00e4nzungen Malorys und ist etwas umfangreicher, wurde aber nicht f\u00fcr den Druck von Caxton benutzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohff lotet bei verschiedenen Gelegenheiten auch die psychologische Seite der Arthur-Erz\u00e4hlungen aus und die Motive der Handlungen einzelner Protagonisten, u.a. auch der Motive hinter Caxtons &#8222;Klappentext&#8220; zur ersten Ausgabe der &#8222;Le Morte Darthur&#8220;, wie es anf\u00e4nglich betitelt war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier k\u00f6nnte man nun eine besonders gelungene oder erhellende Passage zitieren, doch wo ich auch das Buch aufschlage, finde ich \u00fcberall solche Passagen. Lest also selbst nach, und erfahrt dabei, so Ihr wollt, alles \u00fcber ein ber\u00fchmtes St\u00fcck Weltliteratur.<\/p>\n<p>-SR-<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"97\" height=\"64\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 97px) 100vw, 97px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #3366ff;\"><strong>RICHARD DAVID PRECHT<\/strong><\/span> f\u00fcr sein Buch <span style=\"color: #000000;\">&#8222;Noahs Erbe: vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen.&#8220;<\/span> 1997<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Precht bietet mit diesem denkerischen Rundumschlag ein Paradebeispiel f\u00fcr das, was der Animus-Preis auszeichnen will. Sein vernetztes Denken, sein weiter Horizont und seine Darstellung von Zusammenh\u00e4ngen werden in verst\u00e4ndlicher Sprache dem Publikum n\u00e4her gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Precht zu h\u00f6ren ist eine Wohltat: in Interviews wie in seinen Beitr\u00e4gen zur Diskussion in Talkshows besticht sein Auftritt durch eine klare, allgemeinverst\u00e4ndliche Ausdrucksweise, und in seiner unaufgeregten Art macht er auch dem weniger informierten Publikum Sachverhalte klar. Das f\u00e4llt besonders auf im Kontrast zu manchen Politikern, die ihm in Talkrunden gegen\u00fcbersitzen und dazu neigen, Dinge eher wortreich zu verschleiern als kenntlich machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Precht hat nach dem hier pr\u00e4mierten Werk weitere B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht, die es wie &#8222;Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?&#8220; zum Bestseller brachten. Aber der Animus-Preis geb\u00fchrt dem Inhalt und nicht dem Verkaufserfolg. &#8222;Noahs Erbe&#8220; schlug der Spiritus Rector (SR) der FUF schon vor Jahren f\u00fcr eine Auszeichnung vor, denn sein Motto dabei lautet: &#8222;Was gut ist, soll man auch gut nennen!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachtrag vom 21.04.2017: Mehr zum Inhalt dieses Buches findet man hier &gt; <a href=\"https:\/\/www.lovelybooks.de\/autor\/Richard-D-Precht\/Noahs-Erbe-144651830-w\/\">Noahs Erbe von Richard D Precht bei LovelyBooks (Sachb\u00fccher)<\/a><\/p>\n<p>Nachtrag 2017: Im Jahr 2016 erschien eine aktualisierte und \u00fcberarbeitete Neuauflage mit dem Titel: &#8222;Tiere denken. Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen.&#8220; Ebenso lesenswert wie die Vorg\u00e4ngerversion von 1997.\u00a0 mehr &gt;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/angebote\/buchtipp\/precht-3\/index\">Richard David Precht: Tiere denken |\u00a0ZEIT ONLINE<\/a>\u00a0 .<\/p>\n<p>Nachtrag am 16.10.2023: Die Lobeshymne auf Precht klingt stellenweise so, als sollte er zum Halbgott erhoben werden. Dem ist nat\u00fcrlich nicht so, denn auch er ist nur ein Mensch &#8212; das zeigte sich in manch einer \u00c4u\u00dferung zu aktuellen Fragen, der man nicht kritiklos applaudieren muss. Da war seine Einlassung kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine (24.2.23), in der er meinte, die Ukrainer sollten keine Gegenwehr leisten, um weiteres Blutvergie\u00dfen zu vermeiden.\u00a0 Das war quasi abstrakt-philosophisch im Sinne der reinen Lehre des Pazifismus gedacht, aber weit weg von der brutalen Wirklichkeit vor Ort. Denn Krieg l\u00e4sst sich nur verhindern, <em>bevor<\/em> er ausbricht, und blo\u00dfes &#8222;Nichtmitmachen&#8220; sch\u00fctzt nicht davor, zum Opfer zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">-SR-<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"97\" height=\"64\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 97px) 100vw, 97px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline; color: #3366ff;\"><strong>HAGEN SCHULZE<\/strong><\/span> f\u00fcr sein Buch &#8222;Gibt es \u00fcberhaupt eine deutsche Geschichte?&#8220; Erstver\u00f6ffentlichung 1989, bearb. Neuausgabe 1998<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als dieses Buch erstmals erschien, stand Deutschland kurz vor der Weichenstellung zur Wiedervereinigung. Damals lag es auf der Hand, die Frage nach deutscher Nation, nach den Grenzen des deutschen Nationalstaates, auch in historischer Perspektive aufzurollen. Denn die Deutschen in Ost und West suchten ihre gemeinsame nationale Identit\u00e4t wieder zu finden bzw. neu zu definieren, als die Chance zur Wiedervereinigung ins Blickfeld r\u00fcckte. Und dazu wurde nat\u00fcrlich auf die gemeinsame Geschichte zur\u00fcckgegriffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem die erste Auflage erschienen war, stellte sich heraus, dass in Deutschland Viele ganz selbstverst\u00e4ndlich auf Vorstellungen einer deutschen Nation zur\u00fcckgriffen, die in der Zeit vor der deutschen Teilung vorherrschten. Manche schlugen sogar nationalistische bis chauvinistische T\u00f6ne an, kauften T-shirts mit der Aufschrift &#8222;Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein&#8220; und meinten, das sei jetzt wieder angesagt. Mehr noch, es kam zu ausl\u00e4nderfeindlichen T\u00e4tlichkeiten, und schlie\u00dflich zu Brandanschl\u00e4gen auf H\u00e4user, in denen Migranten wohnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor diesem Hintergrund erschien die bearbeitete, ungek\u00fcrzte Taschenbuchausgabe bei Reclam, neun Jahre nach der Erstausgabe. Es war ein lobenswerter Versuch, denen, die es lesen wollten, und darunter vor allem denen, die glaubten, sich mit ihrem Neo-Nationalismus auf eine lange &#8222;deutsche Geschichte&#8220; berufen zu k\u00f6nnen, eine sachliche Analyse des Werdegangs der deutschen Nation vorzulegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hagen Schulze spart dabei nichts aus, weder die Frage &#8222;Was ist deutsch?&#8220; noch die Frage nach den politischen Grenzen einer Nation, die im 19. Jahrhundert einen Nationalstaat zu bilden suchte, noch die Frage, wieviele Mythen und wieviel Verkl\u00e4rung der Vergangenheit sich in das Bild der deutschen Geschichte gemischt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tatsache ist, dass es bis weit in das 19. Jahrhundert hinein zwar ein Bewusstsein einer &#8222;deutschen Kulturnation&#8220; gab, die sich geografisch im Zweifel am deutschen Sprachraum orientierte; doch war angesichts der politischen Verh\u00e4ltnisse gar nicht daran zu denken, die Menschen &#8222;deutscher Zunge&#8220; bzw. die von ihnen mehrheitlich bewohnten Gebiete politisch zu vereinigen. Politisch war Mitteleuropa seit dem 17. Jahrhundert in zahlreiche Territorien zersplittert. Erst 1871 wurde mit der Gr\u00fcndung des kleindeutsch-gro\u00dfpreu\u00dfischen Reichs ein deutschen Nationalstaat in Mitteleuropa installiert, der sich &#8222;Zweites Kaiserreich&#8220; nannte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff &#8222;deutsch&#8220; bezog sich seit dem Mittelalter auf die Volkssprache und die Leute, die sie in einer der Dialektformen sprachen. Die deutsche Nation war bis weit ins 18. Jahrhundert &#8222;ganz und gar Sache des gebildeten B\u00fcrgertums, ein reiner Kulturbegriff.&#8220; (S. 27) Als die Herrschaft Napoleons die nationalen Gef\u00fchle entfachte, suchte man nach einer politisch brauchbaren Vorstellung einer deutschen Nation. Der Wiener Kongress (1815) ordnete Europa jedoch nach den alten Vorstellungen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Da also die Gegenwart der neuerwachten nationalen Idee keine Anhaltspunkte gab, wurde die deutsche Nation aus der Geschichte in Form einer utopischen Projektion begr\u00fcndet.&#8220; (S. 31)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man griff auf eine Seelenverwandschaft mit den alten Griechen zur\u00fcck. Man entdeckte die von Tacitus als sittlich unverdorben hochgelobten Germanen, die zu direkten Vorfahren der Deutschen erkl\u00e4rt wurden, und setzte sie in Gegensatz zur r\u00f6mischen Dekadenz und Sittenverderbnis bei den romanisierten V\u00f6lkern, allen voran den Franzosen. Man erschuf das Bild von einem &#8222;deutschen Mittelalter&#8220;, mehr ertr\u00e4umt als wirklich, mit deutschen Domen (wobei der Fakt vernachl\u00e4ssigt wurde, dass z.B. die Gotik kein deutscher, sondern ein europ\u00e4ischer Baustil war, der sich von Frankreich her ausbreitete).<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lyriker und Romanciers wetteiferten darin, ein romantisch-heroisches Mittelalterbild zu entwerfen, in dem strahlende Kaiserherrlichkeit und eine alle Klassen des Volkes umfassende, christliche Fr\u00f6mmigkeit und Einfachheit herrschten, ohne Konflikte und Gegens\u00e4tze; das B\u00f6se kam stets von au\u00dfen, als r\u00f6mische Intrige oder franz\u00f6sische Sittenverderbnis. (S. 43)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Buch leitet schl\u00fcssig aus einer Palette von Beispielen her, wie sich ein deutscher Nationalismus aus romantischen und teils kitschigen Bildern der Vergangenheit zusammenbackt. Und wir lesen von der Unf\u00e4higkeit der deutschen Geschichtswissenschaft, die von ihr selbst in die Welt gesetzten Mythen im sp\u00e4ten 19. oder fr\u00fchen 20. Jahrhundert kritisch zu hinterfragen und zu korrigieren. \u00dcberhaupt ist es gerade f\u00fcr Historiker eine Lust, dieses Buch zu lesen, sodass man es kaum aus der Hand legen m\u00f6chte. Und einen Rat gibt Hagen Schulze den Historiker noch mit:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die deutsche Geschichte muss also, um ihre Zusammenh\u00e4nge zu finden, entnationalisiert werden. Das gilt besonders f\u00fcr den zweiten Strang der historischen Kontinuit\u00e4t, die Kulturgeschichte. Denn trotz der territorialen Zersplitterung Mitteleuropas gibt es hier seit dem Mittelalter eine zusammenh\u00e4ngende kulturelle Tradition auf der Grundlage der deutschen Sprache. Wenn es, wieder einmal nach Nietzsche, die Deutschen kennzeichnet, dass bei ihnen die Frage nie ausstirbt, was eigentlich deutsch sei, so gibt es doch eine sichere Antwort: die deutsche Sprache. Aber auch hier muss vor allen Versuchen einer nationalen Verengung gewarnt werden. Die deutsche Sprache war zun\u00e4chst eine Volkssprache; wo sie auf die Ebene der literarischen Elite gehoben wurde und in kulturellen Denkm\u00e4lern gerann, da sind ihre mittelalterlichen Zeugnisse ohne Anregungen und direkte \u00dcbertragungen aus dem Franz\u00f6sischen nicht denkbar (&#8230;) (S.65f.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die deutsche Kultur- und Sprachgemeinschaft kann nicht die Identit\u00e4t eines Nationalstaates begr\u00fcnden\u00a0\u2014 dieser Versuch ist im Laufe der vergangenen zwei Jahrhunderte exemplarisch misslungen. (S. 66)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also, weder ist die deutsche Kulturnation in politische Grenzen zu fassen\u00a0\u2013 sie ist vielmehr eine mitteleurop\u00e4ische\u00a0\u2013 noch kann man von einer langen Traditionslinie einer Deutschen Geschichte in einem in politischen oder geografischen Grenzen definierten Raum reden. Deutschland ist\u00a0\u2013 kurz zusammengefasst\u00a0\u2013 in Europa eingebettet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich f\u00fcr deutsche Geschichte interessiert und sich dieses erschwingliche (4,-\u20ac) und handliche Reclam-B\u00e4ndchen nicht kauft, ist selbst schuld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich ausf\u00fchrlicher mit der Frage nach der deutschen Geschichte befassen m\u00f6chte und dazu auch eine Menge Illustrationen sch\u00e4tzt, sei verwiesen auf: Hagen Schulze, <em>Kleine deutsche Geschichte: Mit Bildern aus dem Deutschen Historischen Museum.<\/em> M\u00fcnchen: Beck, 1996<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. Hagen Schulze (1943-2014) lehrte Neuere Deutsche und Europ\u00e4ische Geschichte an der FU Berlin.<\/p>\n<p>-SR-<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"97\" height=\"64\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 97px) 100vw, 97px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #3366ff;\"><strong>ELKE HEIDENREICH<\/strong><\/span> f\u00fcr das Fernseh-Feature <span style=\"color: #000000;\">&#8222;Schlafes M\u00f6rder &#8211; \u00fcber Shakespeares Macbeth&#8220;<\/span>, zusammen mit Tom Krausz, 2008 (vorausgegangen: Buch 2002, Film 45 Min. 2005)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter dem Titel &#8222;Schlafes M\u00f6rder&#8220; gibt es mehrere Versionen der Behandlung dieses Sujets. 2002 erschien ein Buch, zu dem der Fotograf Tom Krausz die Bilder aus der schottischen Landschaft lieferte. Diese erste Version stand noch sehr unter dem Eindruck der Anschl\u00e4ge vom 11. September 2001, was die Verweise auf aktuelle Bez\u00fcge betrifft. Sp\u00e4ter gab es auch eine Verfilmung. Die hier pr\u00e4mierte Fassung war ein noch sp\u00e4teres Fernseh-Feature, in dem Elke Heidenreich auch als Sprecherin agierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letztgenannte Version verbindet wie die vorangegangenen die Faszination des &#8222;Macbeth&#8220; von Shakespeare einerseits mit der atmosph\u00e4risch meist d\u00fcster fotografierten schottischen Landschaft, f\u00fcgt andererseits den aktuellen Bez\u00fcgen Verweise auf die im September 2008 von Finanz-Zockern ausgel\u00f6ste Finanzkrise (Stichworte: Immobilienkrise in den USA, Zusammenbruch der Bank Lehman-Brothers) hinzu, die eine weltweite Wirtschaftskrise ausl\u00f6ste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Einen fallen ihre Aktualisierungen zu deutlich aus, f\u00fcr die Anderen wird &#8222;Macbeth&#8220; als zeitlos g\u00fcltige Darstellung menschlicher Verf\u00fchrbarkeit und Gier gerade damit in seiner Aktualit\u00e4t best\u00e4tigt und f\u00fcr das breite Publikum nachvollziehbar interpretiert, man k\u00f6nnte auch sagen: popularisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade der letztgenannte Aspekt begr\u00fcndet die Preisverleihung. Shakespeare ist zwar bis heute zeitlos-aktueller Bestandteil von Theater-Spielpl\u00e4nen weltweit, doch wird damit nur ein kleiner Teil der Bev\u00f6lkerung erreicht. Heidenreich aber versucht, die Hemmschwelle des theaterfernen Publikums zu umgehen und das herrliche St\u00fcck &#8222;Macbeth&#8220; \u00fcber eine popul\u00e4re Fernseh-Aufbereitung einem gr\u00f6\u00dferen Publikum nahezubringen. Schade, dass dieses Fernseh-Feature vom WDR zu sehr sp\u00e4ter Stunde ausgestrahlt wurde.<\/p>\n<p>-SR-<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"100\" height=\"67\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #3366ff;\"><strong>FRANK DIX<\/strong><\/span> f\u00fcr sein Buch <span style=\"color: #000000;\">&#8222;Futurizing Oberberg: Gewinnerregion oder Haferspanien?&#8220;<\/span> 2008<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht um nichts Geringeres als die Zukunft einer ganzen Region. Dix macht in seinem Buch etwas, das eigentlich Berufenere schon h\u00e4tten tun k\u00f6nnen: die vorhandenen Indikatoren einer Situation und die daraus resultierenden Perspektiven der Entwicklung zusammenzustellen, auszuwerten, und daraus ein Gesamtbild f\u00fcr eine Region und ihre Chancen zu entwerfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dix bleibt nicht bei der Analyse stehen, er zeigt auch Handlungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Entscheider und die Menschen an den Stellschrauben auf, um einer negativen Tendenz rechtzeitig entgegenzusteuern und die Weichen f\u00fcr eine positive Entwicklung in der Region zu stellen. Und er verbindet dies mit einem Appell: Die Zeit dr\u00e4ngt! Die Verantwortlichen an den Schaltstellen (das sind nicht nur Politiker!) m\u00fcssen aktiv werden und um breite Unterst\u00fctzung werben, damit ein Gesamtkonzept f\u00fcr die Region erarbeitet und m\u00f6glichst bald umgesetzt werden kann. Dann kann der Kreis Oberberg, um den es hier geht, in eine prosperierende Zukunft steuern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Buch entstand aus einer Diplomarbeit, die Dix im Sp\u00e4tsommer 2008 an der Fachhochschule in Gummersbach vorlegte. Die renommierte Kienbaum-Unternehmensberatung zeichnete diese Arbeit mit einem Sonderpreis aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Buch ist aber nicht, wie man meinen k\u00f6nnte, nur f\u00fcr Interessierte aus dem Oberbergischen Kreis lesenswert. Auch au\u00dferhalb dieser Region interessieren Menschen sich daf\u00fcr, wie eine solche Untersuchung durchgef\u00fchrt wird und mit welchen Parametern man zu solchen Ergebnissen kommen kann. So gesehen hat das Buch auch exemplarischen Charakter f\u00fcr alle, die einen Ausblick in die Zukunft einer Region versuchen wollen. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Jahre sp\u00e4ter zur\u00fcckblickend, muss man sich \u00fcber das geringe Echo dieser Publikation in der \u00d6ffentlichkeit wundern. Am Buch und seinem Thema kann es nicht liegen. Aus der Ferne betrachtet erscheint das sonderbar: In Oberberg wurde diese, schon vom Thema her wichtige Ver\u00f6ffentlichung nahezu totgeschwiegen. F\u00fcrchtete man vielleicht, zu weitreichenden Taten gedr\u00e4ngt zu werden, wo doch wichtiger erscheint, zeitnah wiedergew\u00e4hlt zu werden, oder die letzten Jahre in der Verwaltung bis zur Pensionierung in Ruhe abzusitzen, oder \u00fcberhaupt sich nicht im eingefahrenen Trott aufst\u00f6ren zu lassen, oder&#8230; ?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht spielte der einsetzende Rummel um die Entwicklung des neuen Zentrums der Kreisstadt Gummersbach eine &#8211; m\u00f6glicherweise entscheidende &#8211; Rolle: Da flossen F\u00f6rdergelder aus dem Topf &#8222;Regionale 2010&#8220;, da wurde aus dem neu zu gestaltenden Steinm\u00fcller-Gel\u00e4nde ein innovatives Zukunftsprojekt, als &#8222;Leuchtturm&#8220; gelobt in den Medien &#8211; um das sich nat\u00fcrlich Viele verdient gemacht haben wollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Internet-Pr\u00e4sentation konnte man allerdings nicht erkennen, dass in diesem Projekt einer &#8222;Standort-Entwicklung und Standort-Vermarktung&#8220; \u00fcber die Stadt Gummersbach hinaus, also f\u00fcr den \u00fcbrigen(!) Oberbergischen Kreis, positive Impulse oder Perspektiven mitgedacht und mitgeplant worden w\u00e4ren. Daher kann man vermuten, dass das Buch von Dix ungelegen kam und von Einigen als st\u00f6render Zwischenruf in der offiziellen Gummersbach-Euphorie empfunden wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schade, dass der Zwischenruf von Dix ungeh\u00f6rt zu verhallen scheint &#8211; schade vor allem f\u00fcr die Region Oberberg, die nun mal nicht blo\u00df aus der Stadt Gummersbach besteht. Die konkurrierenden Nachbarkreise werden im Zweifel von der Ignoranz in Oberberg profitieren. Auch das kann man schon bei Dix, sachlich begr\u00fcndet, seit 2008 lesen. Dix&#8216; Appell zur Eile wurde nicht geh\u00f6rt, nun hat der Kreis das Nachsehen: Inzwischen wurden messbare Anzeichen festgestellt, n\u00e4mlich Abwanderung junger Menschen und sinkende Immobilienpreise. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass sich der Negativtrend fortsetzen wird, prognostiziert eine Studie, die im Oktober 2013 ver\u00f6ffentlicht wurde. Mehr&gt;<a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/politik\/-bevoelkerungsentwicklung-landlust-und-landfrust-in-nrw,15187246,24631066.html\">http:\/\/www.ksta.de\/politik\/-bevoelkerungsentwicklung-landlust-und-landfrust-in-nrw,15187246,24631066.html<\/a> (Man beachte die Grafik: Oberberg liegt am nord\u00f6stlichen Rand des dort abgebideten Regierungsbezirks K\u00f6ln.) &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Anm.:<\/em> &#8222;nahezu totgeschwiegen&#8220; &#8211; <em>nahezu<\/em> wegen einer Ausnahme, n\u00e4mlich der &#8222;Rundschau&#8220;, die am 01.10.2008 einen Artikel \u00fcber die Arbeit von Dix brachte: &#8222;Region mit Licht und Schatten&#8220; von Julia Jochem &#8211; allerdings in der Regional-Ausgabe &#8222;Rhein-Berg&#8220; und nicht &#8222;Oberberg&#8220;! Ein Schelm, wer da denkt, bestimmte Leute mit Einfluss h\u00e4tten ein Interesse daran gehabt, die Studie von Frank Dix von der \u00d6ffentlichkeit in Oberberg fernzuhalten.<\/p>\n<p>-SR- zuletzt bearb. Okt. 2013<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"100\" height=\"67\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #3366ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>MATTHIAS SCHULZ<\/strong><\/span>\u00a0<\/span> f\u00fcr seinen Beitrag <span style=\"color: #000000;\">&#8222;Romantiker in Waffen&#8220;<\/span> \u00fcber Alexander den Gro\u00dfen, in: Johannes Saltzwedel (Hg.), G\u00f6tter, Helden, Denker: Die Urspr\u00fcnge der europ\u00e4ischen Kultur im antiken Griechenland. M\u00fcnchen 2008, TB-Ausgabe M\u00fcnchen: Goldmann \/ Spiegel-Buchverlag 2010, S. 215-227<\/p>\n<div id=\"attachment_814\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/22.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-814\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-814 \" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/22-300x221.jpg\" alt=\"22\" width=\"300\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/22-300x221.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/22-1024x757.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/22-624x461.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/22.jpg 1853w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-814\" class=\"wp-caption-text\">Rest eines Wandgem\u00e4ldes in Pompeii (Ausschnitt, Nachzeichnung): Alexander in der Schlacht von Issos gegen den persischen Gro\u00dfk\u00f6nig Dareios<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon gegen Ende meines Geschichts-Studiums, als Alexander der Gro\u00dfe eins meiner Examensthemen war, beschlich mich die Frage, wozu dieser Mann das alles veranstaltet hatte und worin der nachhaltige Nutzen des zusammeneroberten, kurzlebigen Riesenreichs f\u00fcr die Menschheit gewesen war. Ja, gewiss, nach ihm kam das Zeitalter des Hellenismus, und die Welt des Nahen und Mittleren Ostens konnte am hellenischen Wesen genesen&#8230; oder so. Das zumindest berichteten die Geschichtsb\u00fccher, darin mehr oder weniger treu den antiken Autoren folgend; und ein r\u00f6mischer klebte jenem Alexander aus Makedonien das Etikett &#8222;der Gro\u00dfe&#8220; an, das ihm bis heute wie selbstverst\u00e4ndlich anhaftet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dankbar las ich in den Ausf\u00fchrungen von Matthias Schulz, dass die Fragen, die mich damals beschlichen, auch ihn, und zwar besonders, besch\u00e4ftigt hatten. Dass Alexander sich f\u00fcr g\u00f6ttlich hielt und selbst schon von Anbeginn seines Feldzuges gegen das Persische Reich daf\u00fcr sorgte, dass seine Taten im rechten Licht gesehen und der Welt kundgetan w\u00fcrden, wusste man ja schon. Aber wundern darf man sich doch dar\u00fcber, wie selbstverst\u00e4ndlich die aus der Heldengeschichtsschreibung antiker Autoren sprechende Verehrung Alexanders von den Historikern des 19. und 20. Jahrhunderts (in Deutschland wegweisend: J. G. Droysen) \u00fcbernommen und fortgeschrieben wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was war so &#8222;gro\u00df&#8220; an diesem Alexander? Mit Blick in den Geschichtsatlas gesprochen: Klar, die gro\u00dfe Ausdehnung seines Reiches, das sogar noch \u00fcber die Grenzen des persischen Gro\u00dfreiches hinausgriff. Eine Karte des &#8222;Alexanderzuges&#8220; darf in keinem Geschichtsbuch fehlen. Was war sonst noch gro\u00df? Er war weder gro\u00df von Gestalt, noch gro\u00dfz\u00fcgig gegen besiegte Feinde. Gro\u00df war aber sein Durst nach alkoholischen Getr\u00e4nken, und gro\u00df war bisweilen sein Zorn und seine Tobsucht im Rausch. Gro\u00df, nein, eher vermessen war sein Drang zu immer neuen Eroberungen, bis seine Soldaten am Indus nach exzessivem Abschlachten nicht mehr weiter wollten. Lie\u00df er deshalb einen Gro\u00dfteil des Heeres auf dem R\u00fcckweg durch die W\u00fcste umkommen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbst da schiebt sich vor den Wahnsinn des &#8222;Gro\u00dfen&#8220; noch die verkl\u00e4rende Legende: Ein Soldat fand in der W\u00fcste etwas Wasser und brachte es in seinem Helm dem Feldherrn. Der aber goss es aus und sprach: &#8222;Ein Alexander trinkt nicht, w\u00e4hrend seine Soldaten d\u00fcrsten.&#8220; Das mag sich genau so zugetragen haben, es zeigt dann eher die sich selbst nicht schonende Besessenheit dieses Menschen. Er sprengte immer wieder an der Spitze seiner Reiterei ins Schlachtget\u00fcmmel, was ihm nat\u00fcrlich auch verst\u00e4rkte Loyalit\u00e4t seiner Soldaten einbrachte. Er soff aber auch bis zum Gehtnichtmehr und war dann tagelang kaum vor seinem Zelt zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So zechte er auch eines Nachts gegen jede Vernunft und ohne Ma\u00df, bis er mit heftigen Bauchschmerzen zusammenbrach und Tage darauf verstarb, am 10. Juni, dem Vorabend seines n\u00e4chsten, schon vorbereiteten Feldzuges im Jahre 323 v. Chr. Ohne einen designierten Nachfolger zerfiel Alexanders Reich in zahlreiche Teile, von denen einige als &#8222;Diadochenreiche&#8220; unter seinen Gener\u00e4len fortbestanden. Und die Autoren schrieben flei\u00dfig, dass der Hellenismus, die griechische Kultur, dank Alexander den Osten befruchtet habe&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schulz wendet ein:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>Doch seit einigen Jahren f\u00e4llt Schatten auf den antiken Gr\u00f6faz* (&#8230;). Historiker werfen dem Mann einen &#8222;psychotischen Charakter&#8220; und eine krankhafte Todessehnsucht vor. Auch von &#8222;autoaggressiven Trinkgewohnheiten&#8220; (V\u00f6ssing) ist die Rede. (&#8230;) Vieles spricht daf\u00fcr, dass er an einer Entz\u00fcndung der Bauchspeicheldr\u00fcse starb &#8211; ein typisches Trinkersymptom. (&#8230;) War Alexander ein Komatrinker? Diese Diagnose verd\u00fcstert das traditionelle Bild vom edel gesinnten &#8222;Weltverbr\u00fcderer&#8220;, der griechische Lebensart bis ins Land der Brahmanen gebracht habe und der am Ende tragisch an Malaria oder einem Giftanschlag verschieden sei.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Held? Wohl kaum, meint Schulz:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>Die Wahrheit ist weit weniger erbaulich. Sch\u00e4tzungen zufolge starben beim Angriff auf das Morgenland, den der Stratege als &#8222;Rachefeldzug&#8220;** startete, etwa 750 000 Menschen. Zerschlagen wurde dabei ein tolerantes Vielv\u00f6lkerreich, das Religionsfreiheit, ertr\u00e4gliche Steuerlasten und Chancengleichheit ohne Ansehen der Rasse bot. In dieses &#8222;Paradies&#8220; (&#8230;) schlug Alexander mit nie gekannter Brutalit\u00e4t hinein.<\/em> (S. 217)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Animus-Preis wird vergeben mit Dank daf\u00fcr, dass hier auch einmal Fragen beantwortet wurden, die in fr\u00fcheren Zeiten eher \u00fcberh\u00f6rt wurden, in Zeiten n\u00e4mlich, da Feldherren imperialen Gro\u00dfmachttr\u00e4umen nachhingen und Alexander als gro\u00dfes Vorbild sahen. Und wer sich mit den ideologischen Rechtfertigungen der R\u00f6mer f\u00fcr ihre Eroberungen befasst hat, der erkennt, dass das Rechtfertigungsmuster schon vorlag: Die Barbaren k\u00f6nnen froh \u00fcber unsere Eroberungen sein, denn wir bringen ihnen die h\u00f6here Zivilisation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daran wird im 19. jahrhundert, im Zeitalter des Imperialismus, nahtlos angekn\u00fcpft und z.B. im britischen Weltreich von &#8222;the white man&#8217;s burden&#8220; bramarbasiert: Wir wei\u00dfen Europ\u00e4er laden die Last auf uns, andere Kontinente mit unserer hochentwickelten Zivilisation zu begl\u00fccken. Und folglich kann auch Alexander in den Augen der damals tonangebenden Historiker nur segensreich erobert haben, denn er war der Halbgott, der die hellenische Hochkultur mitbrachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Beitrag von M. Schulz regt auch dazu an, \u00fcber die Frage nachzudenken, wer warum einigen Pers\u00f6nlichkeiten der Geschichte den Beinamen &#8222;der Gro\u00dfe&#8220; zugeschrieben hat. \u2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcbrigens: Auch andere Beitr\u00e4ge in diesem Buch sind lesenswert\u00a0\u2013 der oben belobigte f\u00fcllt nur etwa 12 der knapp 280 Seiten dieses Sammelbandes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">_______________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0* Gr\u00f6faz = sp\u00f6ttische Abk\u00fcrzung f\u00fcr &#8222;gr\u00f6\u00dfter Feldherr aller Zeiten&#8220;, ein Propaganda-Etikett f\u00fcr Hitler<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0** Alexander hatte etliche griechische Stadtstaaten zur Teilnahme am Feldzug gegen das Perserreich \u00fcberredet, indem er als Kriegsziel Rache f\u00fcr die Zerst\u00f6rung griechischer Heiligt\u00fcmer durch persischer Truppen verk\u00fcndet hatte. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">-SR- Aug. 2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"100\" height=\"67\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #3366ff;\"><strong>WALTRAUD SPERLICH<\/strong><\/span> f\u00fcr ihr Buch <span style=\"color: #000000;\">&#8222;Alles Mythos! 20 popul\u00e4re Irrt\u00fcmer \u00fcber die Steinzeit.&#8220;<\/span> Darmstadt: WBG\/Theiss-Verlag, 2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer das Cover dieses Buches sieht und den Titel liest, k\u00f6nnte meinen, es handelte sich um ein sehr popul\u00e4r verpacktes Werk, mit dem der Verlag breite K\u00e4uferschichten ansprechen m\u00f6chte. Es ist auch im Stil gut verst\u00e4ndlich und publikumsnah geschrieben und verzichtet auf &#8222;Fachchinesisch&#8220;. Das ist auf jeden Fall gut so, denn damit ist dieses Buch ein Beispiel f\u00fcr Wissenschaft, die einem breiteren, interessierten Publikum nahe gebracht wird, ohne dabei auf sachlich korrekte Darstellung zu verzichten. Ein so konzipiertes Buch ist aus der Sicht der F.U.F. auf jeden Fall preisw\u00fcrdig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Theiss-Verlag kennt man ja schon einige gute B\u00fccher, die den neueren Stand der Wissenschaft den Interessierten, d.h. gebildeten Laien vorf\u00fchren, so sie sich einen fundierten \u00dcberblick \u00fcber ein Wissensgebiet verschaffen wollen. Das bekommt man\u00a0\u2014 auf den zweiten Blick\u00a0\u2014 auch hier geboten, wenn man nicht auf den ersten Blick, f\u00e4lschlich und vorschnell, das Buch beiseite gelegt hat in der Meinung, es handele sich um so etwas wie Wisssenschaft &#8222;f\u00fcr Dummies&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, dieses Buch hat vor allem ein Anliegen: Aufkl\u00e4ren und irrige Ansichten beseitigen, die noch in unseren K\u00f6pfen sitzen m\u00f6gen. So haben die deutschen Sch\u00fclerInnen bis in die 1980er Jahre aus ihren Geschichtsb\u00fcchern noch gelernt, dass der Neanderthaler im Vergleich zum Homo Sapiens grobschl\u00e4chtig, affenartig, primitiv und kulturell wenig entwickelt und schon aus anatomischen Gr\u00fcnden nicht in der Lage gewesen sei, sprachliche Laute zu formen oder gar eine differenzierte sprachliche Kommunikation aufzubauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/014-Neandertaler-Figur-1928.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-2376\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/014-Neandertaler-Figur-1928-222x300.jpg\" alt=\"014-Neandertaler-Figur, 1928\" width=\"201\" height=\"272\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/014-Neandertaler-Figur-1928-222x300.jpg 222w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/014-Neandertaler-Figur-1928-758x1024.jpg 758w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/014-Neandertaler-Figur-1928-624x843.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a>Und selbstverst\u00e4ndlich hielten es fr\u00fcher die Autorit\u00e4ten der Wissenschaft f\u00fcr unm\u00f6glich, dass H\u00f6hlenmalereien aus der Steinzeit von einem Anderen als dem Homo Sapiens geschaffen sein k\u00f6nnten. Nach dem ersten Knochenfund im Neanderthal bei D\u00fcsseldorf (1856) wurde in Deutschland Jahrzehnte lang bestritten, dass es sich um vorzeitliche Menschenknochen handeln k\u00f6nnte. Als das Alter nicht mehr zu leugnen war, entwarf man das oben zitierte Zerrbild des unterbelichteten Wilden, dessen Abbild man als Statue noch heute unweit des Neanderthalmuseums besichtigen kann (siehe Foto) \u2014 auch ein Zeitzeugnis!<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sieben Jahre nach der Entdeckung ordnet der irische Geologe William King den Neandertaler der Gattung Fr\u00fchmenschen zu und klassifiziert ihn als Homo neanderthalensis. Ein Jahr, bevor Virchow [1872] sein vernichtendes Urteil f\u00e4llt, schreibt Charles Darwin: &#8222;Nichtsdestoweniger muss zugegeben werden, dass einige Sch\u00e4del von sehr hohem Alter, wie beispielsweise der ber\u00fchmte Neandertaler-Sch\u00e4del, sehr gut entwickelt und ger\u00e4umig sind.&#8220; Die wissenschaftlichen Sph\u00e4ren waren zu keiner Zeit hehre. Schon damals wurde gehauen und gestochen, was das Zeug hielt. &#8222;Bevor sich eine neue Theorie durchsetzt, m\u00fcssen erst ihre Gegner sterben&#8220;, mag man da Max Planck zitieren. &#8230; (S.61)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch das lehrt dieses Buch: Nicht nur viele Irrt\u00fcmer hielten sich z.T. bis heute in unseren K\u00f6pfen, auch die Geschichte der Wissenschaft ist z.T. ein Vorw\u00e4rtsirren, und vielen Menschen f\u00e4llt es eben schwer, eine einmal gefasste Meinung zu korrigieren oder gar einen Fehler einzugestehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sperlich stellt dar, dass\u00a0\u2014 man staune\u00a0\u2014 der Neandertaler anscheinend sogar in Vielem besser an die Bedingungen der Eiszeit angepasst war als der sp\u00e4ter eingewanderte Homo sapiens, und dass manche Spuren k\u00fcnstlerischer Bet\u00e4tigung wohl f\u00e4lschlich dem Homo sapiens zugeordnet wurden\u00a0\u2014 aus den o.g. Gr\u00fcnden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Neandertaler ist nicht ausgestorben, weil er als Primitivling dem modernen Menschen unterlegen war. Kulturell war er ihm zumindest ebenb\u00fcrtig, hatte Kunstempfinden ebenso entwickelt wie Speere und Keilmesser. Und k\u00f6rperlich war der bullige Kraftprotz dem Homo sapiens weit \u00fcberlegen. (S. 66)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Exemplarisch wurde hier das Kapitel &#8222;Irrtum 5: Der Neandertaler war mehr Tier als Mensch&#8220; herausgegriffen, um dieses Buch vorzustellen. Es ist auf jeden Fall lesenswert, denn kaum jemand hat den neuesten Stand der Forschung zur Fr\u00fchgeschichte des Menschen &#8222;auf dem Schirm&#8220; (wie man heute sagt). Wer das dennoch von sich meint, \u00fcberpr\u00fcfe sein Wissen am letzten Kapitel: &#8222;Die Entwicklung des Menschen: Statt Stammbaum ein Stammbusch&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">-SR- August 2015<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"100\" height=\"67\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><span style=\"color: #3366ff; text-decoration: underline;\">JOHN NETTLES<\/span><\/strong><\/span><strong>\u00a0<\/strong> f\u00fcr sein Buch &#8222;Hitlers Inselwahn: Die britischen Kanalinseln unter deutscher Besetzung 1940-1945.&#8220; 2015 \/ &#8222;Hitlers England&#8220; in der Reihe ZDF-History<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">John Nettles kennen Viele aus der Fernsehserie &#8222;Inspector Barnaby&#8220;, in der er lange Zeit die Hauptrolle spielte. Doch ist er auch Historiker &#8211; was ich erst erfuhr, als ich im Fernsehen diejenige Folge der ZDF-Reihe &#8222;History&#8220; sah, in der Nettles in einem Dokumentarfilm pers\u00f6nlich durch die Kriegsjahre f\u00fchrt, in denen die britischen Kanalinseln von deutschen Truppen besetzt waren. Der Film basiert auf seinen Recherchen zu dem o.g. Buch, die er unternahm, als er f\u00fcr eine andere Fernsehserie l\u00e4ngere Zeit auf den Inseln drehte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Film geht er auf die Problematik von Widerstand und Kollaboration einerseits ein und die spezielle Situation, die das Ganze noch komplizierte: In London hatte man beschlossen, die Kanalinseln nicht zu verteidigen, als die deutschen Truppen Frankreich besetzten. Man zog die britischen Truppen von den Inseln ab und bot Einheimischen an, auf die britische Insel evakuiert zu werden. Letzteres w\u00e4hlte aber nur ein kleinerer Teil der Bev\u00f6lkerung von Alderney, Guernsey, Jersey, und Sark. Dann \u00fcberlie\u00df man sie ihrem Schicksal: Zun\u00e4chst bomardierten die Deutschen die beiden H\u00e4fen, dann kamen Besatzungstruppen, und bald darauf bauten Deutsche und Zwangsarbeiter Befestigungen zur Verteidigung gegen britische Angriffe (die aber nicht stattfanden).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die verbliebene Inselbev\u00f6lkerung f\u00fchlte sich von London im Stich gelassen. Schlimmer wurde die Lage, als die Nahrungsmittel knapp wurden, sowohl f\u00fcr Einwohner wie Besatzer. Die Deutschen verloren Sympathie oder zumindest Toleranz bei vielen Briten, als die sahen, wie man mit den osteurop\u00e4ischen Zwangsarbeitern umging. Andererseits gab es auch Kollaboration und Denunziation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nettles hat all dies dokumentiert\u00a0\u2013 was ihm nicht nur Anerkennung einbrachte: Die Freunde, die er bei seinem Aufenthalt auf den Inseln gewonnen hatte, k\u00fcndigten ihm die Freundschaft auf, als sein Buch erschien. Ein Ph\u00e4nomen, das wir aus anderen L\u00e4ndern kennen: Als Nachwirkung der Kriegspropaganda mit ihrem Freund-Feind=Gut-B\u00f6se-Schema will man bei den Guten gewesen sein und folglich nur Gutes getan haben, w\u00e4hrend man alle Missetaten auf die Gegenseite projiziert. Wer dieses Schema st\u00f6rt, gilt als &#8222;Nestbeschmutzer.&#8220; So erging es den Initiatoren der Wehrmachts-Ausstellung in den 1990er Jahren; so wehrten sich die Serben heftig gegen Berichte \u00fcber das Massaker von Srebenica (1995), in dem ihre &#8222;Helden&#8220; ca. 8000 unbewaffnete Bosniaken umbrachten. Und in Polen will man nicht dar\u00fcber reden, dass nach dem Zweiten Weltkrieg in manchen D\u00f6rfern Pogrome gegen Juden stattfanden (<em>nach<\/em> Abzug der Deutschen!).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist John Nettles daher hoch anzurechnen, dass er auf der Suche nach der historischen Wahrheit auch unangenehme Dinge berichtet, die Andere lieber beschweigen w\u00fcrden. Und es geh\u00f6rt sich nicht, h\u00e4misch mit dem Finger auf gewisse Leute zu zeigen, die unter schwierigen Umst\u00e4nden ein aus sp\u00e4terer Sicht zweifelhaftes Verhalten zeigten. Denn was Nettles und Andere uns vor Augen f\u00fchren, sind keine Aussagen \u00fcber &#8222;die Briten&#8220;, &#8222;die Deutschen&#8220; oder andere Pauschalurteile; vielmehr lernen wir etwas \u00fcber Menschen und wie sie sich verhalten, wenn sie in besondere Situationen kommen.<\/p>\n<p>-SR-<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"100\" height=\"67\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><span style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\">EVA GORIS UND CLAUS-PETER HUTTER<\/span><\/strong><\/span> f\u00fcr ihr Buch &#8222;Federleicht: Das erstaunliche Leben der Spatzen&#8220;, mit Illustrationen von Bernd P\u00f6ppelmann. Wilhelm Heyne Verlag M\u00fcnchen, 2022<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3d-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8345\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3d-755x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"848\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3d-755x1024.jpg 755w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3d-221x300.jpg 221w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3d-768x1041.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3d-1133x1536.jpg 1133w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3d-1510x2048.jpg 1510w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3d-624x846.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3d-scaled.jpg 1888w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unspektakul\u00e4r erscheint dem fl\u00fcchtigen Passanten dieses Buch wie auch sein Gegenstand. Und doch f\u00e4llt es Menschen auf, die sich darauf verstehen, das Ungew\u00f6hnliche im Gew\u00f6hnlichen zu sehen, und die zudem nichts Lebendiges in ihrer Lebenswelt f\u00fcr uninteressant halten, sondern sich gerade f\u00fcr Allt\u00e4glich-aber-kaum-Bekanntes interessieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber reden wir vom Positiven: Das Buch kreist um die Begegnungen mit einem <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3b.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8347 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3b-1024x763.jpg\" alt=\"\" width=\"323\" height=\"241\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3b-1024x763.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3b-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3b-768x572.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3b-1536x1144.jpg 1536w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3b-624x465.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3b.jpg 1636w\" sizes=\"(max-width: 323px) 100vw, 323px\" \/><\/a>besonderen Spatz, d.h. eigentlich ist er nicht mehr besonders als alle anderen Lebewesen auch, nur: Dieser Spatz hatte sich mehr als andere den Menschen zugewandt, die ihm einen Namen gaben &#8212; und ihm F\u00fcrsorge und Schutz angedeihen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wir erfahren in diesem Buch viel \u00fcber Spatzen und andere V\u00f6gel, lernen sie mit Kenntnis beobachten und &#8212; soweit m\u00f6glich &#8212;<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8346 alignright\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3-706x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"308\" height=\"447\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3-706x1024.jpg 706w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3-207x300.jpg 207w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3-768x1113.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3-1059x1536.jpg 1059w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3-1413x2048.jpg 1413w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3-624x905.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/3-scaled.jpg 1766w\" sizes=\"(max-width: 308px) 100vw, 308px\" \/><\/a> verstehen. Und w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre wird und klar: Auch die unscheinbaren, oder weniger spektakul\u00e4ren V\u00f6gel, Tiere, Lebewesen sind der Beachtung wert&#8230; und der Erhaltung. Und wir sollten in unseren Urteilen \u00fcber den Wert von Lebewesen etwas vorsichtiger sein und bescheidener, statt uns als &#8222;homo sapiens&#8220; erlaucht und vermeintlich allwissend \u00fcber sie zu erheben.<\/p>\n<p>Weil Menschen wenig \u00fcber Spatzen wussten oder zu wissen f\u00fcr wichtig hielten, ignorierten sie deren Ern\u00e4hrungsweise: Erwachsene Spatzen sind vor allem K\u00f6rnerfresser, verschm\u00e4hen jedoch auch anderes Essbares nicht; ihre Jungen aber f\u00fcttern sie <em>nur<\/em> mit Insekten, und das in gro\u00dfer Menge.<\/p>\n<p>Daher f\u00fchrten ignorante Vernichtungskampagnen fr\u00fcherer Landesherren nicht nur zur Dezimierung der Spatzenpopulation, sie hatten auch f\u00fcr die Menschen unvorhergesehene, sch\u00e4dliche Folgen: Friedrich der Gro\u00dfe blies seine Kampagne ab, als erkennbar wurde, dass Schad-Insekten sich \u00fcberm\u00e4\u00dfig vermehrten, die vorher von Spatzen in Schranken gehalten wurden. Und Mao Zedong erwies der Landwirtschaft in China einen B\u00e4rendienst, als er Spatzen nahezu ausrotten lie\u00df. Die Folge waren Insektenplagen, Ernteausf\u00e4lle und Hunger. Doch auch in Deutschland wurde der Spatz bis in die Gegenwart eher als Sch\u00e4dling gesehen, der die Kornernte schm\u00e4lerte. Man wusste einfach zu wenig \u00fcber seine Ern\u00e4hrung und Lebensweise.<\/p>\n<p>Das Buch korrigiert so manche Fehleinsch\u00e4tzung, z.B:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Staubb\u00e4der sind ideal f\u00fcr die K\u00f6rperpflege. Parasiten bleiben in den Staubpartikeln h\u00e4ngen und fallen mit den winzigen Sandpartikeln aus dem Gefieder. Wissenschaftler haben in den Badekuhlen von Spatzen jede Menge Federparasiten gefunden. Das ist der wahre Grund f\u00fcr &#8222;Dreckspatzen&#8220;, sich im Staub zu w\u00e4lzen. Diese Form der Hygiene hat dem reinlichen Vogel den unr\u00fchmlichen Namen eingebracht. Typisch Mensch: Wie so oft hat er Naturbeobachtungen falsch interpretiert.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr die Redensart vom &#8222;Spatzenhirn&#8220;: Das kleine Spatzenhirn ist zu ungeahnten Leistungen an Geschicklichkeit und Anpassung f\u00e4hig. Das beweist, dass allein die Gr\u00f6\u00dfe eines Gehirns wenig \u00fcber seine Leistungsf\u00e4higkeit sagt.<\/p>\n<p>Dem ist nicht viel hinzuzuf\u00fcgen. Allzu schnell irrt der Mensch mit seinem relativ gro\u00dfen Gehirn, wenn er glaubt, sich \u00fcber allgegenw\u00e4rtige, &#8222;banal&#8220; erscheinende Dinge ein schnelles Urteil erlauben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>-SR-\u00a0 Juni 2023 (Fotos: W. R.)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-296 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg\" alt=\"53-In nova ... animus\" width=\"100\" height=\"67\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/53-In-nova-...-animus.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\"><strong>JASMIN SCHREIBER<\/strong><\/span><\/span> f\u00fcr ihr Buch &#8222;Schreibers Naturarium&#8220;. Eichborn-Verlag 2023. Mit Illustrationen der Autorin<\/p>\n<p>Ganz im Sinne der F.U.F. &#8212; und das \u00fcberrascht KennerInnen dieser Website nicht &#8212; bringt dieses Buch Wissen mit gut lesbarer, allgemeinverst\u00e4ndlicher Sprache unter die Leute. Im Anschluss an das oben belobigte Buch \u00fcber Spatzen (auch die kommen in diesem Buch vor) muss man feststellen, hier wird nicht nur Wissen, sondern werden auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse verst\u00e4ndlich und in verdaulichen Dosen pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230606_193712-scaled.jpg\">(Foto: W.R.) <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-8370 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230606_193712-221x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"407\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230606_193712-221x300.jpg 221w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230606_193712-755x1024.jpg 755w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230606_193712-768x1042.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230606_193712-1132x1536.jpg 1132w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230606_193712-1510x2048.jpg 1510w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230606_193712-624x847.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230606_193712-scaled.jpg 1887w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Buchtitel deutet darauf hin: Die Autorin nimmt hier nicht einen engeren Bereich der Natur in den Blick, nicht nur die Pflanzen- oder die Tierwelt, sondern die ganze Natur, so wie sie uns umgibt.<\/p>\n<p>Eingangs stellt sie klar: Natur ist nicht gleich &#8222;Natur&#8220; in Natur-Dokumentationen, die uns Highlights in Super-Tele-Aufnahmen mit emotionalisierendem Kommentar oder unterlegt mit ebensolcher Musik ins Wohnzimmer bringen. Sie meint mit &#8222;Natur&#8220; das, was wir erleben, wenn wir vor die Haust\u00fcr treten, aber oft kaum bis gar nicht wahrnehmen; das, was sich nicht in tollen Bildern vor uns aufbaut, sondern sich oft verbirgt, daf\u00fcr aber sehr pr\u00e4sent ist und vielerorts w\u00e4chst und wuselt.<\/p>\n<p>Gegliedert in Monats-Abteilungen, geht die Autorin mit uns durch das Jahr, st\u00f6\u00dft uns quasi mit der Nase auf die sinnlich erfahrbare Natur und ihre Ver\u00e4nderungen \u00fcber&#8217;s Jahr. Da sie von Kindheit an Insekten-Fan ist, schlie\u00dfen ihre Wahrnehmungen auch die kleinsten Lebewesen mit ein, die wir drau\u00dfen vorfinden k\u00f6nnen. Das k\u00f6nnen wir besonders dann, wenn wir uns mit Interesse, Neugier und etwas Geduld den Objekten n\u00e4hern, d.h. Lebewesen, die bei n\u00e4herem Hinsehen eine Vielfalt von Erscheinungen und Lebensweisen zeigen.<\/p>\n<p>Die Autorin Jasmin Schreiber ist studierte Biologin, behelligt uns aber nur, wo n\u00f6tig, mit Fachsprache, und setzt ansonsten auch gern mal umgangssprachliche Zwischenrufe, oder bricht einen Sachverhalt abschlie\u00dfend auf eine einfache Formel herunter &#8212; wohlgemerkt: nachdem die Sache verst\u00e4ndlich beschrieben und erkl\u00e4rt wurde. So macht die Lekt\u00fcre Spa\u00df und bereichert zugleich das Wissen \u00fcber und das Verst\u00e4ndnis der Natur. Dabei ist klar: Wir Menschen sind auch Teil der Natur (obwohl\u00a0 wir uns oft anders sehen).<\/p>\n<p>Als kleines Schmankerl m\u00f6chte ich aus diesem umfangreichen Buch (nicht repr\u00e4sentativ f\u00fcr das ganze) einen Auszug zitieren. Im Kapitel &#8222;Flirtende B\u00e4ume&#8220; erl\u00e4utert sie:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Das Spektrum an Reproduktionsm\u00f6glichkeiten unter Pflanzen ist sehr breit. Manche Samenpflanzen kommen nie wirklich aus der Pubert\u00e4t raus und befummeln sich die ganze Zeit selbst, das bedeutet: sich selbst best\u00e4uben. Yes, I am looking at you, Kartoffeln und Erbsen, es ist uns allen schon etwas unangenehm. H\u00e4nde \u00fcber die Erde, da, wo ich sie sehen kann!<\/p>\n<p>Es gibt viele verschiedene Arten der Baumvermehrung, das eben beschriebene Beispiel ist nur eine davon. B\u00e4ume sind sexuell genauso vielf\u00e4ltig aufgestellt wie wir, allerdings nicht so verurteilend. Wenn ein Baum nur mit sich selbst Sex haben will oder mit achtundzwanzig anderen, st\u00f6rt das niemanden. Alle wissen, dass Karolina Kirsche es gern mit 76 B\u00e4umen und 2.736 Hummeln parallel treibt und dass sie sich als Mann UND Frau identifiziert. Aber sie ist dennoch ein hoch angesehenes Mitglied der Baumcommunity, da B\u00e4ume nicht solche Fieslinge wie wir Menschen (manchmal) sind. (S. 144)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dieser Auszug zeigt, dass Jasmin Schreiber bei aller sachlichen Kompetenz sehr unterhaltsam sein kann. Hervorheben m\u00f6chte ich die Vielfalt an Einzelthemen, die auf der H\u00f6he der Zeit behandelt werden. Und sie lenkt unseren Blick nicht nur auf kleine und allt\u00e4gliche Lebewesen in unserer Umgebung, sondern auch auf gr\u00f6\u00dfere Zusammenh\u00e4nge, sprich: auf die \u00f6kologische Dimension und unsere Rolle darin.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Studien haben gezeigt, dass der N\u00e4hrstoffkreislauf auf der Erde drastisch reduziert wurde, als viele der gro\u00dfen Tierarten ausgestorben waren. DerMensch hatte bei diesem R\u00fcckgang eine wichtige Rolle gespielt, indem er diese Tiere gejagt und get\u00f6tet hatte, um sich zu ern\u00e4hren. Dar\u00fcber hinaus ver\u00e4nderte die Menschheit die \u00d6kosysteme so stark, dass wichtige Akteure im N\u00e4hrstoffkreislauf es schwer hatten zu \u00fcberleben. Zum Beispiel betr\u00e4gt das Gesamtgewicht aller Meeress\u00e4uger heute nur noch ein Drittel bis ein Zehntel von dem, was es vor dreihundert Jahren einmal betragen hatte. (&#8230;) Nach Sch\u00e4tzungen von Forschenden erreicht daher heute 96 Prozent weniger Phosphor das Land als vor dem Beginn der kommerziellen Hochseefischerei und des Walfangs. (S. 149)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Sie f\u00fchrt weiter aus, welche dramatischen Ver\u00e4nderungen f\u00fcr Flora und Fauna der ganzen Welt von menschlichem Handeln verursacht werden &#8212; etwas, was in dieser Deutlichkeit bisher kaum jemand einem breiteren Publikum vor Augen gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Aber dies ist kein pessimistisches Buch, es ist voll von Anregungen zu produktivem Handeln: Wir k\u00f6nnen in kleinem wie gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab aktiv werden und uns damit vor l\u00e4hmender Passivit\u00e4t sch\u00fctzen. Das hier vermittelte Wissen hilft uns, Fehlgriffe zu vermeiden und unsere Umwelt <em>sinnvoll<\/em> zu gestalten. Genau darum geh\u00f6rt dieses Buch nat\u00fcrlich in die Bibliothek der Freien Universit\u00e4t Frechen &#8212; und ausgezeichnet mit dem Animus-Preis.<\/p>\n<p>-SR-<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/019+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-1896\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/019+-300x296.jpg\" alt=\"019+\" width=\"215\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/019+-300x296.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/019+-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/019+-1024x1010.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/019+-624x615.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Der Name ANIMUS-Preis<\/strong><\/h1>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong>oher leitet sich der Name &#8222;Animus&#8220; ab?\u00a0 Zun\u00e4chst sei klargestellt: Hier geht es nicht um die Begrifflichkeit von C.G. Jung, auch nicht um die Bedeutung des im Englischen negativ geladenen Wortes;* vielmehr haben wir die urspr\u00fcngliche, lateinische Bedeutung des Wortes im Sinn. So entlehnen wir das Motto dieses Preises beim r\u00f6mischen Dichter <strong>Ovid<\/strong> (43 v. Chr. &#8211; ca. 18 n.). Dessen ber\u00fchmtes Werk &#8222;Metamorphosen&#8220; (Verwandlungen) beginnt mit den Worten: <em>&#8222;In nova fert <strong>animus<\/strong>.&#8220; <\/em>Ins Deutsche \u00fcbersetzt bedeuten sie soviel wie: &#8222;Ins Neue f\u00fchrt der Mut.&#8220; Oder: &#8222;Zu Neuem tr\u00e4gt der Esprit.&#8220; **<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ovid erz\u00e4hlt in Buch VIII der <em>Metamorphosen<\/em> vom griechischen Baumeister D\u00e4dalus, der mit seinem Sohn Ikarus auf der Insel Kreta festgehalten wurde, aber in seine Heimatstadt Athen zur\u00fcckkehren wollte. K\u00f6nig Minos z\u00f6gerte die Gew\u00e4hrung einer Ausreisegenehmigung immer wieder hinaus, weil ihm D\u00e4dalus als innovativer Kopf wertvolle Dienste leistete. Er wollte also einen &#8222;brain drain&#8220; aus Kreta verhindern.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Der Geist verleiht Fl\u00fcgel<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher begann D\u00e4dalus im Geheimen, eine besondere Erfindung zu entwickeln. Wenn K\u00f6nig Minos die K\u00fcsten und H\u00e4fen kontrollierte, dann musste eben ein anderer Weg gefunden werden &#8211; durch die Luft: <em>&#8222;Omnia possideat, non possidet aera Minos.&#8220;<\/em> (Alles mag Minos besitzen, die L\u00fcfte besitzt er nicht. &#8211; VIII, 187) Also baute D\u00e4dalus f\u00fcr sich und seinen Sohn Ikarus Fl\u00fcgel aus G\u00e4nsefedern und Bienenwachs, und mit diesen erhoben sich die beiden eines Tages in die L\u00fcfte und entschwanden dem Machtbereich des K\u00f6nigs Minos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erfindung des D\u00e4dalus funktionierte. Doch sein Sohn ignorierte nach einiger Zeit die Gebrauchsanweisung, flog in jugendlichem \u00dcberschwang zu hoch, und das Wachs schmolz in der Hitze der Sonne. Ikarus st\u00fcrzte aus gro\u00dfer H\u00f6he ab und ertrank im Meer, nahe der nach ihm benannten Insel Ikaria. D\u00e4dalus erreichte allein und in tiefer Trauer Athen. Von seinen Erfindungen brachte ihm vor allem das Labyrinth auf Kreta bleibenden Nachruhm. \u2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das nebenstehend abgebildete Emblem entwickelte W. R. 1970 f\u00fcr eine Reihe seiner Individual-Publikationen, die unter der Flagge &#8222;Animus-Verlag&#8220; und sp\u00e4ter &#8222;Edition Animus&#8220;<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/1-Animus-Verlags-Emblem-ab-ca.-1980.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-189 alignright\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/1-Animus-Verlags-Emblem-ab-ca.-1980-300x297.jpg\" alt=\"1-Animus-Verlags-Emblem ab ca. 1980\" width=\"192\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/1-Animus-Verlags-Emblem-ab-ca.-1980-300x297.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/1-Animus-Verlags-Emblem-ab-ca.-1980-1024x1015.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/1-Animus-Verlags-Emblem-ab-ca.-1980-624x618.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/1-Animus-Verlags-Emblem-ab-ca.-1980.jpg 1529w\" sizes=\"(max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/a> segelten, und f\u00fcr die das umlaufende Zitat, in \u00fcbertragenem Sinne, besonders passend schien. Denn diese Editionen kn\u00fcpfen u.a. an die Tradition der &#8222;Gegenkultur&#8220; an, in der nach Bedarf bestimmte, am Markt nicht verf\u00fcgbare Werke als sogenannte Raubdrucke nachgedruckt und zu einem geringen Preis in &#8222;alternativen&#8220; L\u00e4den verkauft wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesem Zeichen erscheinen Unikate und Kleinstauflagen, die in erster Linie f\u00fcr die Freie Universit\u00e4t Frechen hergestellt wurden, nicht jedoch zu kommerziellen Zwecken. In der hier gezeigten Form wird es seit 1980 verwendet. Es findet sich auch in der Buchver\u00f6fffentlichung DIE BEATUS-CHRONIK, S. 2, unter der Information \u00fcber den Autor, und im B\u00fcchlein FRECHENER GESCHICHTE (mehr zu diesen B\u00fcchern &gt;Unterseite <em>Frekena<\/em> von fu-frechen.de).<\/p>\n<p>-SR-<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* Nach meiner Beobachtung wird dieses Wort im Englischen h\u00f6chst selten benutzt und bezeichnet eine heftige Abneigung, die oft auf Vorurteil oder b\u00f6sem Willen basiert. Das hat erkennbar nichts mit unserem Preis zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">** Kundige Altphilologen m\u00f6gen hier stutzen und die Lippen zu einem Einwand sch\u00fcrzen, denn wer den Originaltext liest und Ovids Dichtkunst nur ein wenig kennt, der wei\u00df, dass die oben zitierten vier W\u00f6rter f\u00fcr sich nicht den bei Ovid kunstvoll verschachtelten Eingangssatz wiedergeben, der auf das Thema &#8222;Verwandlungen&#8220; hinweist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"133\" height=\"97\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 133px) 100vw, 133px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/h2>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Weltliteratur: Erbe der Menschheit<\/h1>\n<h4><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dc<\/strong>ber das Buch an sich kann man B\u00fccher schreiben, und die gibt es auch auf dem Markt. So wird nicht zuletzt im Jubil\u00e4umsjahr &#8222;500 Jahre Reformaton&#8220; daran erinnert, dass der neu erfundene Buchdruck wesentlich dazu beitrug, Luthers Schriften und seine Bibel\u00fcbersetzung ins Deutsche zu verbreiten. Nun wird die Bibel oft das Buch der B\u00fccher genannt und ist in vielen \u00dcbersetzungen \u00fcber die Welt verbreitet. Daneben gibt es B\u00fccher, die man zur Weltliteratur z\u00e4hlt, und die man gelesen haben (oder zumindest, deren Titel und AutorIn man kennen) sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist Weltliteratur? Das sind Werke der Literatur, die nicht blo\u00df in einem Land gelesen werden und bekannt sind, sondern in andere Sprachen \u00fcbersetzt wurden und in vielen L\u00e4ndern ebenfalls bekannt sind. Man sch\u00e4tzt sie, weil sie vielen Menschen etwas zu sagen haben, allgemein-menschliche Probleme behandeln und daher auch von Vielen in unterschiedlichen L\u00e4ndern verstanden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1da.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-3874\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1da-215x300.jpg\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1da-215x300.jpg 215w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1da-768x1074.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1da-732x1024.jpg 732w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1da-624x872.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/a>Man muss nicht lange nachdenken, um Werke der Weltliteratur zu nennen. Da fallen einem ein: aus der Antike die ILIAS von Homer; aus dem Mittelalter die ARTUS-Romane und Dichtungen, die den Sagenkreis um K\u00f6nig Artus&#8216; Tafelrunde zum Inhalt haben; dann das DECAMERONE von Boccaccio; die Gedichte und Lieder des Fran\u00e7ois Villon; aus der Neuzeit Dramen wie MACBETH und andere von William Shakespeare, der DON QUICHOTTE von Miguel Cervantes, usw. Aus neuerer Zeit erinnern wir spontan noch mehr AutorInnen und Werke, da fallen nat\u00fcrlich auch die Namen von Schiller und Goethe&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer B\u00fccher liebt und sich zu Hause eine gepflegte Bibliothek aufbaut, weil er oder sie einfach jederzeit seine\/ihre geliebten Druckwerke zur Hand haben m\u00f6chte, der ist bibliophil. Die Steigerung zur B\u00fccher-Besessenheit nennt man biblioman. Manchen Leuten bedeuten B\u00fccher aber auch nur eine teure Deko im Wohnzimmer, um sich vor ihren G\u00e4sten als gebildet auszuweisen, und wer es sich leisten kann, hat sch\u00f6ne Holzregale mit teils ledergebundenen B\u00e4nden mit Goldpr\u00e4gung, die komplette Encyclopedia Britannica, Goethes Gesammelte Werke, und dergleichen Renommier-Meter im Regal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man Menschen kennenlernen will, die B\u00fccher wirklich zu sch\u00e4tzen wussten und sich auf die Suche nach seltenen oder verschollenen Werken machten, dann schaue man zur\u00fcck in die italienische Renaissance. Da gab es Leute, die versessen darauf waren, in Bibliotheken in ganz Europa nach verstaubten, vergessenen Rarit\u00e4ten zu suchen. Sehr anschaulich beschreibt dies Stephen Greenblatt in seinem Buch <em>DIE WENDE: Wie die Renaissance begann<\/em> (2011, deutsch 2012). Sie wurden f\u00fcndig in manch einer Klosterbibliothek, wo Abschriften antiker Werke schon lange von niemandem mehr gelesen wurden und in der hintersten Ecke im Dornr\u00f6schenschlaf lagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Begeisterung jener Leute f\u00fcr B\u00fccher war ein bedeutender Anschub, die R\u00fcckbesinnung auf die Antike zu verst\u00e4rken und damit die Renaissance in Schwung zu bringen. Den bedeutendsten Impuls gab Poggio Bracciolini, indem er die letzte existierende Abschrift von DE RERUM NATURA des antiken Autors Lukrez fand und vor dem Vergessen rettete. Klaus Binder, der Greenblatts Buch ins Deutsche \u00fcbersetzte, lieferte auch eine kommentierte Neu\u00fcbersetzung besagten Werkes: Lukrez, \u00dcBER DIE NATUR DER DINGE (2014). Die lateinischen Verse (Hexameter) hat er in deutscher Prosa wiedergegeben; nat\u00fcrlich muss dabei manch dichterische Finesse verloren gehen, doch wird f\u00fcr heutiges Publikum das Verst\u00e4ndnis erleichtert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(ausf\u00fchrlicher dazu: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/jahre-wiederentdeckung-von-de-rerum-natura-feiert-lukrez-statt-luther-1.3723464\">600 Jahre &#8222;De rerum natura&#8220;: Feiert Lukrez statt Luther &#8211; Kultur &#8211; S\u00fcddeutsche.de<\/a> )<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kunst der \u00dcbersetzung wird zwar meist unterbewertet, aber ihre Bedeutung f\u00fcr die Weltliteratur ist fundamental. Wir erw\u00e4hnten eingangs schon Luthers Bibel\u00fcbersetzung, bei der er sich auf lateinische und hebr\u00e4ische Texte st\u00fctzte. Die wurde viel gelobt, und sp\u00e4ter hie\u00df es, er habe &#8222;dem Volk auf&#8217;s Maul geschaut&#8220; und dabei einen Beitrag zur Entwicklung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache geleistet. Mehr noch: Luther schuf dabei auch eine Menge Redewendungen, die in den allgemeinen Sprachgebrauch \u00fcbergingen. Seine \u00dcbersetzung wurde zu einem Meilenstein der Sprachentwicklung in Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00dcbersetzung ist eine hochbrisante Sache, wenn es um eine Heilige Schrift geht, zumal wenn diese von vielen Anh\u00e4ngern einer Religion w\u00f6rtlich verstanden und befolgt wird. Jesus sprach zu den Menschen seiner Zeit in Aram\u00e4isch. Aber auch der Koran steht in Verbindung mit dieser Sprache, die im Nahen Osten jahrhundertelang eine lingua franca war. Mehr dazu siehe &gt;<em>H\u00f6heres\/Der Blick auf die eigene Geschichte<\/em>. Allgemein gesprochen, ist es schwer, etwas zu korrigieren, das gedruckt in B\u00fcchern vorliegt und seit langer Zeit als g\u00fcltig anerkannt ist. Denn man verl\u00e4sst sich darauf: &#8222;Was man schwarz auf wei\u00df besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.&#8220; (Goethe, Faust I, 1966f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider gilt das auch f\u00fcr B\u00fccher, die als<em> Fakes<\/em> \u00fcberhaupt nicht empfehlenswert sind, wie das ber\u00fcchtigte Beispiel der &#8222;Protokolle der Weisen von Zion.&#8220; Dieses Machwerk wurde nach Erscheinen sogar von der seri\u00f6sen <em>Times<\/em> in London eines langen Artikels gew\u00fcrdigt (8.5.1920), doch war ihr das sp\u00e4ter hochpeinlich, nachdem das Buch als F\u00e4lschung entlarvt worden war, und sie entschuldigte sich bei ihren Lesern Ende August 1921. Die &#8222;Protokolle&#8220; waren vor dem Ersten Weltkrieg in Russland fabriziert worden, um Juden mit einer angeblichen Weltverschw\u00f6rung zu diskreditieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese omin\u00f6se Weltverschw\u00f6rung tauchte dann auch in Hitlers Reden auf. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg (Hitler plante l\u00e4ngst einen Angriffskrieg) drohte er sogar f\u00fcr den Fall eines Krieges dem Judentum die Vernichtung an. Da war er offenbar schon entschlossen, bei passender Gelegenheit seine &#8222;Endl\u00f6sung&#8220; ins Werk zu setzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trauriges Nachspiel: In den arabischen L\u00e4ndern wurde das Buch sp\u00e4ter neu aufgelegt und viel verkauft, weil man damit die antij\u00fcdische Propaganda befeuern konnte. Traurig daran ist, dass die Araber, ein altes Kulturvolk, im 20. Jahrhundert solch ein Buch lesen, das doch eine erwiesene F\u00e4lschung ist. Aber das ist ja der Zweck von Verschw\u00f6rungstheorien &#8212; oder besser: Verschw\u00f6rungsfantasien: Mangels Fakten erfindet man haneb\u00fcchene Komplotte, um jemand bzw. eine Gruppe von Menschen unter Verdacht zu stellen und zu diffamieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wenn wir uns an die deutsche Nase fassen, m\u00fcssen wir ja auch zugeben, dass in diesem Land noch im 20. Jahrhundert eine Menge Leute den Schund glaubten, den besonders die Nazis \u00fcber Juden verbreiteten. Und lange, nachdem dieser Spuk vorbei ist, versuchen wieder Leute im 21. Jahrhundert, die alte Hetze vor allem im Internet neu zu propagieren. Auch der bekannte deutscher Musiker X. N. lie\u00df sich infizieren und nannte die hetzerischen Fake-&#8222;Protokolle&#8220; ein &#8222;wichtiges Dokument der Menschheitsgeschichte&#8220;. Ein Dokument ist dies allerdings, n\u00e4mlich als Beispiel f\u00fcr die Leugnung von Fakten und die ideologische Verbohrtheit von Menschen. Einfach nur peinlich: Si tacuisses&#8230; (Wenn du geschwiegen h\u00e4ttest&#8230;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man muss eben Vieles \u00fcber den Menschen lernen, um zu begreifen, dass er oft leichtgl\u00e4ubig ist, dass er sich gegen andere aufhetzen l\u00e4sst, und dass er, leicht zu manipulieren, seine Aggressionen auf irgendwelche Feindbilder lenken l\u00e4sst. Nur so kann man sich wenigstens halbwegs erkl\u00e4ren, dass dieses Land nicht nur Schiller und Goethe, sondern auch Himmler und Eichmann hervorgebracht hat (Sie wissen doch, wer diese Leute waren!?).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Land wurden viele gute B\u00fccher geschrieben, darunter viele, die Humanit\u00e4t \u00fcber v\u00f6lkischen Kleingeist stellen. Darum haben die Nazis im Mai 1933 solche B\u00fccher \u00f6ffentlich verbrannt, woran sich z.B. in K\u00f6ln Studenten der Universit\u00e4t(!) beteiligten. Das beweist, dass Intelligenz und Belesenheit allein nicht vor Rassismus und Verhetzung sch\u00fctzen. Und wie obiges Beispiel zeigt, kann man auch ein guter Musiker und trotzdem Antisemit und Hetzer sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was hilft: Man muss schon auch einen <em>moralischen Kompass<\/em> besitzen, der einem die Richtung zur Menschlichkeit weist.<\/p>\n<p>S. R.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">WICHTIGER HINWEIS:<\/h1>\n<h2 style=\"text-align: center;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Am 25. April 2023 zeigte Arte im Fernsehen um 20.15h den Film<strong> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0<em>&#8222;Die B\u00fccher, die Hitler nicht verbrannte.&#8220;<\/em><\/strong><\/h2>\n<p><strong>D<\/strong>arin geht es um Hitlers Privatbibliothek, insbesondere um B\u00fccher, die er gelesen und teils f\u00fcr die Bildung seiner eigenen Weltanschauung verwertet hat &#8212; mit weitreichenden Folgen. Dieser Film ist ein Muss f\u00fcr HistorikerInnen und andere historisch Interessierte.<\/p>\n<p>Wer den Film zur Sendezeit nicht sehen konnte, rufe ihn unbedingt in der Arte-Mediathek auf &#8212; zu einem Zeitpunkt, wenn die n\u00f6tige Ruhe und Aufnahmebereitschaft vorhanden ist. (Sowas kann man nicht mal eben husch-husch zwischendurch im Multi-tasking gucken!)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"112\" height=\"82\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 112px) 100vw, 112px\" \/><\/a><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff6600;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Buch-Empfehlungen<br \/><\/span><\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">f\u00fcr die Mu\u00dfestunden im Urlaub, aber auch f\u00fcr den Herbst und Winter, wenn die Tage k\u00fcrzer, die Abende l\u00e4nger werden und man sich gern mit guter Lekt\u00fcre in den Sessel kuschelt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 Wolf Biermann, <span style=\"color: #ff0000;\"><em>Warte nicht auf bessere Zeiten! Die Autobiografie.<\/em> <\/span>Propyl\u00e4en\/ Ullstein: Berlin 2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 Andrea Wulf, <span style=\"color: #ff0000;\"><em>Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur.<\/em> <\/span>dt. Ausgabe 2016 bei C. Bertelsmann, M\u00fcnchen; engl. London 2015<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 Carel van Schaik u. Kai Michel, <span style=\"color: #ff0000;\"><em>Das Tagebuch der Menschheit: Was die Bibel \u00fcber unsere Evolution verr\u00e4t.<\/em><\/span> Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2016; amerikan. Originalausg. New York 2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 Thilo Bode, <span style=\"color: #ff0000;\"><em>Die Diktatur der Konzerne: Wie globale Unternehmen uns schaden und die Demokratie zerst\u00f6ren.<\/em><\/span> S. Fischer-Verlag Frankft.\/M. 2018<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 Maren Urner, <span style=\"color: #ff6600;\"><em>Schluss mit dem t\u00e4glichen Weltuntergang: Wie wir uns gegen die digitale Verm\u00fcllung unserer Gehirne wehren.<\/em><\/span> Droemer, M\u00fcnchen 2019 [keine Lekt\u00fcre f\u00fcr denkfaule Menschen, auch nicht geeignet f\u00fcr die Minuten kurz vor dem Einschlafen \u2014 wenn man es mit Gewinn lesen will] Wer sich mit Medien, Journalismus und aktuellen Problemen der Wahrheitsfindung auseinandersetzt oder dies vorhat, landet genau richtig bei der Lekt\u00fcre dieses Buches.<\/p>\n<p>\u2192 Nicole Seifert, <em><span style=\"color: #ff0000;\">Ein paar Herren sagten etwas dazu<\/span><\/em>. Kiepenheuer &amp; Witsch, K\u00f6ln 2024 \u2014\u00a0 Eine wichtige Erg\u00e4nzung zur Literaturgeschichte der BRD in der Nachkriegszeit, nicht nur f\u00fcr Feministinnen. Dazu Rezensionen z.B. hier: <a href=\"https:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/nicole-seifert\/einige-herren-sagten-etwas-dazu.html\">Nicole Seifert: &#8222;Einige Herren sagten etwas dazu&#8220;. Die Autorinnen der Gruppe 47 &#8211; Perlentaucher<\/a>\u00a0 &#8212; Auch interessant: Info zu <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nicole_Seifert_(Autorin)\">Nicole Seifert (Autorin) \u2013 Wikipedia<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>\u2192 Christian St\u00f6cker, <span style=\"color: #ff0000;\"><em>M\u00e4nner, die die Welt verbrennen: Der entscheidende Kampf um die Zukunft der Menschheit. <\/em><\/span>Berlin: Ullstein, 2024 \u2014 Wer sich nicht vorstellen konnte, dass viele \u00dcbel der gegenw\u00e4rtigen Welt miteinander zusammenh\u00e4ngen und der Fortschritt von einflussreichen M\u00e4nnern mit den Weltbildern von gestern und vorgestern behindert wird, der bekommt hier wertvolle Hilfe zum Durchblick. Und wer diesen Durchblick mitvollzieht, begreift, warum auch in Deutschland Klimaschutz und Energiewende bewusst torpediert wurden und nur schleppend vorankommen. Es liegt schlicht am gro\u00dfen Geld, das mit dem Verbrennen fossiler Brennstoffe (\u00d6l, Gas, Kohle) verdient wurde und wird, und dass die Profiteure lieber unsere Lebensgrundlagen weltweit zerst\u00f6ren, als von diesem toxischen Gesch\u00e4ftsmodell Abstand zu nehmen.<\/p>\n<p>Aktueller Nachsatz: Im Februar 2026 entzieht Pr\u00e4sident Trump dem Klimaschutz in den USA die rechtliche Grundlage, zuvor hat er schon den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaschutz-Abkommen erkl\u00e4rt.\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"112\" height=\"82\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 112px) 100vw, 112px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Entdeckungen<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man mag es kaum glauben, aber es gibt eine Reihe von B\u00fcchern, die einst durchaus gelesen wurden und bekannt waren, jedoch aus verschiedenen Gr\u00fcnden der Vergessenheit anheim fielen. Und es hat Menschen gegeben, die vergessene B\u00fccher aus dem Schattenreich geholt und wieder bekannt gemacht und zu Ehren gebracht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein fr\u00fches Beispiel, oben bereits erw\u00e4hnt (\u2192Weltliteratur), f\u00fcr solche Entdecker ist der Italiener Poggio Bracciolini, der im 15. Jahrhundert Reisen unternahm, um verschollene Werke der Antike aufzusp\u00fcren, und dabei in einem deutschen Kloster das letzte verf\u00fcgbare Exemplar einer Abschrift des einst ber\u00fchmten &#8222;De rerum natura&#8220; von Lukrez fand und rettete. Stephen Greenblatt hat in seinem Buch &#8222;Die Wende&#8220; thematisiert, wie daraus ein geistiger Schub f\u00fcr die Renaissance wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein anderer Entdecker war der deutsche Schriftsteller Arno Schmidt (1914-1979), der nicht nur selbst schrieb, sondern als literarischer Au\u00dfenseiter der fr\u00fchen BRD Autoren aus dem angels\u00e4chsischen Sprachraum ins Deutsche \u00fcbertrug, da er von seinen eigenen Ver\u00f6ffentlichungen nicht leben konnte. Arno Schmidt brachte dem deutschen Lesepublikum vergessene oder wenig beachtete Autoren nahe, z.B. den Amerikaner J.F. Cooper, von dem hierzulande nur der &#8222;Lederstrumpf&#8220; in meist f\u00fcr die Jugend bearbeiteten Ausgaben bekannt war. Arno Schmidt warf auch einen neuen Blick auf die Werke Karl Mays, den man auch eher als Jugendbuchautor unterbewertete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Arno Schmidt selbst, als bemerkenswerter deutscher Autor, k\u00f6nnte auch bald dem deutschen Lesepublikum aus dem Blickfeld geraten und in einer Spezialisten-Nische verschwinden. Dieses Schicksal erlitten auch schon Werke von Fritz Reuter (1810-1874), dem Arno Schmidt zu neuen Ehren\u00a0 verhelfen wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Arno-Schmidt-Kenner Hartwig Suhrbier versucht, beiden, n\u00e4mlich Schmidt und Reuter, die geb\u00fchrende Ehre zu erweisen. Er schrieb nicht nur als Journalist \u00fcber Arno Schmidt, sondern forschte auch \u00fcber Fritz Reuter, den fr\u00fcher popul\u00e4ren Autor seiner mecklenburgischen Heimat, und brachte einige Erkenntnisse zutage: Reuter wurde sp\u00e4ter teils in zensierten und verst\u00fcmmelten Ausgaben verlegt, Viele schrieben bei ihm ab, und die Wenigsten kannten den Satiriker Fritz Reuter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All dies floss in sein Buch &#8222;Der andere Fritz Reuter&#8220; (2010) ein. Au\u00dferdem schrieb er f\u00fcr Kindlers Literatur-Lexikon (3. Aufl., Bd. 13, 2009) den hervorragenden Artikel \u00fcber Fritz Reuter, der geeignet ist, Interesse f\u00fcr diesen Autor zu wecken und zu f\u00f6rdern, und ihn zu einer Entdeckung zu machen.<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/1dc.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-4713 alignright\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/1dc-300x257.jpg\" alt=\"\" width=\"434\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/1dc-300x257.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/1dc-768x659.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/1dc-1024x879.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/1dc-624x535.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 434px) 100vw, 434px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Suhrbier hat einen Teil seiner fr\u00fcheren Arbeiten \u00fcber Arno Schmidt noch einmal hervorgeholt und 2018 zu einem Buch zusammengefasst: &#8222;\u00dcber Arno Schmidt &amp; einige seiner Werke.&#8220; Diese Ver\u00f6ffentlichung m\u00f6chte ich ausdr\u00fccklich empfehlen: Sie bietet Noch-nicht-Fans einen Einstieg in die Welt des Autors Arno Schmidt, und Schmidt-LeserInnen so manches Schmankerl und so manche Information zur Bereicherung ihres Bildes von einem deutschen Schriftsteller der Sonderklasse.<\/p>\n<p>S. R.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"\" width=\"106\" height=\"77\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 106px) 100vw, 106px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong>er B\u00fccher liest, entwickelt immer auch eine mehr oder weniger ausgepr\u00e4gte pers\u00f6nliche Beziehung zu einem Buch. So entdeckte ich f\u00fcr mich pers\u00f6nlich ein Buch, das schon l\u00e4nger in meiner Bibliothek schlummerte. Ich wollte einmal richtig abschalten von den vielen Sachtexten und den vielen negativen Nachrichten, mit denen ich mich befasst hatte, denn irgendwann braucht der Mensch auch wieder mal eine Aufheiterung und einen frischen Impuls von einer Seite, die er\/sie lange vernachl\u00e4ssigt hat. Also, sagte ich mir, lenke dich ab und lies mal ganz was Anderes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So begann ich <strong><span style=\"color: #800000;\">&#8222;Das kunstseidene M\u00e4dchen&#8220;<\/span> von Irmgard Keun<\/strong> zu lesen und wurde gleich von der frischen, scheinbar einfachen und unbek\u00fcmmerten Art zu schreiben hineingezogen in die Lekt\u00fcre. Lange hatte ich kein Buch mehr so verschlungen wie dieses. Einfach toll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei erschien der Roman bereits im Jahr 1932. Er liest sich aber sehr modern, liefert zugleich ein wenig Zeitkolorit aus der Wirtschaftskrise der fr\u00fchen 1930er Jahre, und das aus der Sicht einer Betroffenen, die sich irgendwie durchschlagen muss. Die Ich-Erz\u00e4hlerin Doris schreibt auf, was sie erlebt und was ihr durch den Kopf geht, und hat trotz (und auch wegen) fehlender &#8222;h\u00f6herer Bildung&#8220; einen n\u00fcchternen Blick auf das Leben, und auf die M\u00e4nner. Gut, dass die Werke von Irmgard Keun (1905-1982) vor wenigen Jahren noch einmal aufgelegt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaum war das Buch erfolgreich auf dem Markt, kamen die Nazis an die Macht und zensierten Kunst, Musik und Literatur. Irmgard Keuns Romane landeten auf der Liste unerw\u00fcnschter Literatur. Man fragt als heutige\/r Leser\/in, was die so schlimm an ihren Werken wie &#8222;Das kunstseidene M\u00e4dchen&#8220; fanden. Es muss ihnen gegen den Strich gegangen sein, dass hier nicht das verkitschte Nazi-Rollenbild der Frau und das des Mannes propagiert wurde, dass im Gegenteil eine Frau einen kritischen und entlarvenden Blick auf M\u00e4nner entwickelt hatte, dass sie sich eigenst\u00e4ndig durch&#8217;s Leben zu schlagen suchte, dass sie ganz nebenbei auch mal den Antisemitismus als irrationales Vorurteil blo\u00dfstellte, dass sie \u00fcberhaupt eine eigene Meinung hatte, die nicht auf Parolen und Schablonen basierte.<\/p>\n<p>W. R.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"\" width=\"106\" height=\"77\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 106px) 100vw, 106px\" \/><\/a><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Noch ein Beispiel zum Thema &#8222;Weltliteratur&#8220; (siehe Beitrag weiter oben):<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1db-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-6974\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1db-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1db-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1db-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1db-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1db-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1db-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1db-624x936.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1db-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"(max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a><strong>V<\/strong>iele haben vom altr\u00f6mischen Philosophen Seneca (geboren\u00a0 um Chr. Geb.) geh\u00f6rt. J\u00fcngst war zu erfahren, dass er bei vielen Menschen der Gegenwart wieder zu Ehren gekommen ist und sie von seinen Gedanken \u00fcber Moral und den Menschen beeindruckt sind.<\/p>\n<p>Ein schon zu seinen Lebzeiten viel gelesenes Werk ist <em>De Vita Beata<\/em>. Ich entdeckte es nach Jahren in meinem B\u00fccherregal wieder, nachdem ich es im Jahre 1975 in einem Antiquariat erstanden (und zum gro\u00dfen Teil gelesen) hatte.<\/p>\n<p>Dieses Buch ist eines n\u00e4heren Blickes wert, schon \u00e4u\u00dferlich: Es erschien im Jahre 1946, zu einer Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als in Deutschland das Papier knapp war. Der bescheidenen Papierqualit\u00e4t ist denn auch die materielle Beschaffenheit dieses Buches geschuldet: Das Cover (siehe Foto oben) ist aus <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1dba-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-6975\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1dba-216x300.jpg\" alt=\"\" width=\"216\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1dba-216x300.jpg 216w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1dba-736x1024.jpg 736w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1dba-768x1069.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1dba-1104x1536.jpg 1104w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1dba-1471x2048.jpg 1471w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1dba-624x869.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1dba-scaled.jpg 1839w\" sizes=\"(max-width: 216px) 100vw, 216px\" \/><\/a>nicht sehr stabiler Pappe gefertigt (und inzwischen von Licht teilweise gebr\u00e4unt), aber immerhin geschm\u00fcckt mit einer Pr\u00e4gung, die einen Fels in heftiger Brandung in einem runden Medaillon zeigt. Dies weist symbolisch auf ein zentrales Anliegen der Ansichten Senecas hin: Der Mensch soll sich nicht von Wellen und Wogen wetterwendischer Stimmungen um ihn her bestimmen lassen, sondern sich selbst eine begr\u00fcndete Meinung und Haltung bilden und darin seinen inneren Halt und seine ruhige Gelassenheit finden.<\/p>\n<p>Seneca nimmt \u00fcbrigens in seinem Buch den schon damals von Einigen geschm\u00e4hten und missdeuteten Lukrez in Schutz. Lukrez habe keineswegs den schrankenlosen sinnlichen Genuss propagiert, das sei eher eine Schutzbehauptung derer, die sich gehen lassen und das durch eine philosophische Begr\u00fcndung verstecken bzw. aufwerten wollten. (Notabene: Sp\u00e4ter haben auch christliche Autoren Lukrez \u00e4hnlich kritisiert und verurteilt, ihm wurden Fake News angedichtet: ein liederlicher Lebenswandel, der angeblich in Verzweiflung und Selbstmord endete.)<\/p>\n<p>Das Sch\u00f6ne an dieser Ausgabe der <em>Vita Beata<\/em> ist: Sie ist eine Textfassung mit Links-rechts-\u00dcbertragung. Links liest man den lateinischen Originaltext, rechts eine \u00dcbertragung ins Deutsche. Frau\/man kann sich also im deutschen Text erst einmal \u00fcber den Textinhalt informieren, und wer Lateinkenntnisse besitzt, kann auf der linken Seite die lateinische Formulierung vergleichen und daraus ggf. die urspr\u00fcngliche Bedeutungsspanne eines Begriffs herauslesen.<\/p>\n<p>Was auch dem Lateinunkundigen auffallen d\u00fcrfte: Der deutsche Text ist umfangreicher als der lateinische, die rechte Seite also enger bedruckt. Das macht augenf\u00e4llig: Die lateinische Sprache (zumindest in der &#8222;klassischen&#8220; Zeit des Latein) ist komprimierter im Ausdruck. Wie das? Etwa in ihren grammatischen Konstruktionen: Der <em>ablativus<\/em> <em>absolutus<\/em> z.B. verk\u00fcrzt eine Aussage, f\u00fcr die wir im Deutschen einen ganzen Nebensatz bilden.<\/p>\n<p>Wir kennen die heute oft im Juristendeutsch noch verwendete Redewendung &#8222;mutatis mutandis&#8220;, fr\u00fcher jedem Akademiker gel\u00e4ufig. Diese zwei Worte bedeuten: nachdem das zu Ver\u00e4ndernde ver\u00e4ndert worden ist. Sie wird eingesetzt, wenn zwei Dinge oder Sachverhalte verglichen werden und daf\u00fcr \u00c4nderungen gedacht werden m\u00fcssen, um die beiden wirklich vergleichbar zu machen.\u00a0 Klar: Hier wird die lateinische Formel gern zur Verk\u00fcrzung gebraucht.<\/p>\n<p>Heutzutage ist es nicht mehr angesagt, solcherlei lateinische Formeln oder Zitate in die Konversation einflie\u00dfen zu lassen. Fr\u00fcher, um die Mitte des 20. Jahrhunderts, galt das noch als Ausweis h\u00f6herer Bildung. Heute kann man sich damit eher als eingebildeter Sonderling outen. Schade. Denn auch die FUF zitiert in einem ihrer Leits\u00e4tze Seneca. Und mein pers\u00f6nliches Lieblingszitat von Seneca ist: &#8222;Natura enim duce utendum est.&#8220; (Die Natur n\u00e4mlich muss als F\u00fchrerin gebraucht werden.)<\/p>\n<p>W. R.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/1b.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-8294\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/1b-300x187.jpg\" alt=\"\" width=\"135\" height=\"84\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/1b-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/1b-1024x637.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/1b-768x478.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/1b-624x388.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/1b.jpg 1093w\" sizes=\"(max-width: 135px) 100vw, 135px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Z1b.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9544 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Z1b-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"107\" height=\"107\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Z1b-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Z1b-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Z1b-768x770.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Z1b-624x626.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Z1b.jpg 813w\" sizes=\"(max-width: 107px) 100vw, 107px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Z2.png\"><strong>UM<\/strong><\/a><\/span> Lesen und Vorlesen kann frau\/man in dieser Datei wom\u00f6glich Geeignetes finden: <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ein-Paket-Vers.-LH-Hp-mSz-col-k-40-S..pdf\">Ein Paket, Vers. LH-Hp, mSz, col, k 40 S.<\/a><\/p>\n<p>Anmerkung: <em>\u00a0Ein Paket<\/em>\u00a0 wurde ver\u00f6ffentlicht anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4ums &#8222;25 Jahre Lit.Cologne&#8220;. Ein kleinerer, kompakter Ableger &#8222;Lit.Cologne spezial&#8220; findet in K\u00f6ln seit 15 Jahren jeweils im Herbst statt. &#8212;<\/p>\n<p><em>\u00dcbrigens:<\/em> Hier auf\u00a0 <em><span style=\"color: #ff0000;\">fu-frechen.de<\/span><\/em>\u00a0 gilt grunds\u00e4tzlich: soviel wie m\u00f6glich Hand- und Kopfarbeit. As far as possible handmade and self-created, i.e. without using AI. &#8212;\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-3224\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-300x79.png\" alt=\"8b\" width=\"365\" height=\"96\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-300x79.png 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-768x203.png 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-1024x271.png 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-624x165.png 624w\" sizes=\"(max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/h4>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Hinweis: f\u00fcr die Datei &#8222;Ein Paket&#8220; ganz herunterscrollen!] IE Freie Universit\u00e4t Frechen ist online seit dem 23. 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