{"id":998,"date":"2013-11-21T19:42:51","date_gmt":"2013-11-21T18:42:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fu-frechen.de\/?page_id=998"},"modified":"2025-11-09T13:17:40","modified_gmt":"2025-11-09T12:17:40","slug":"clio","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/?page_id=998","title":{"rendered":"Clio"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<h1 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #008000;\">\u2014\u2014\u2013Inhalt von &#8222;Clio&#8220;:<\/span><\/h1>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">1.\u00a0 Einleitung<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">2a.\u00a0 Was ist &#8222;Geschichte&#8220;?<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">2b.\u00a0 Wozu &#8222;Geschichte&#8220;?<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">3.\u00a0 Philosophie und Geschichte<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">4.\u00a0 Apropos: &#8222;Fortschritt&#8220; (Gru\u00dfbotschaft des SR zum 100j\u00e4hrigen Gedenken des Ersten Weltkriegs)<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">5.\u00a0 Krise, Fortschritt, Vision<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">6.\u00a0 &#8222;Friede auf Erden&#8220; \u2013 ein Wort zum Pazifismus \/ + Essay &#8222;Und den Menschen ein Wohlgefallen&#8220;<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">7.\u00a0 R\u00fcckschritt &#8211; ja, bitte: vom Orientierungs- zum Realit\u00e4tsverlust<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">8. Lokal, regional, national, kontinental und global &#8211; oder: Das Allgemeine findet sich im Konkreten &#8211; und umgekehrt, an Beispielen: \u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 8.1 \u00a0 Frechen und die Industrie<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">8.2 <\/span><span style=\"color: #808000;\">lokales Baudenkmal als Hinweis auf eine weltgeschichtliche Entwicklung: <span style=\"color: #339966;\">Bahnhof<\/span> Belvedere in K\u00f6ln-M\u00fcngersdorf<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #808000;\">9. Beurteilung von historischen Pers\u00f6nlichkeiten und pers\u00f6nliche Urteile; dazu die Anlage: &#8222;Ist die Debatte um Carl Diem beendet?&#8220;<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #008000;\"><strong>9.1\u00a0 Geschichte und Deutungshoheit<\/strong><\/span><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #008000;\"><strong>9.2\u00a0 Historische Pers\u00f6nlichkeiten als Leitfiguren der Gegenwart?<\/strong><\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #808000;\">10.\u00a0 Demokratie &#8211; war und ist sie eine \u00fcbersch\u00e4tzte Regierungsform?<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #808000;\">11. Was macht ein(e) HistorikerIn?<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #808000;\"><strong>12. Was taugt der Begriff &#8222;Nation&#8220;? \u00dcber Nationalismus und die Alternative\u00a0<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/13a.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1897 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/13a-300x109.jpg\" alt=\"13a\" width=\"245\" height=\"89\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/13a-300x109.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/13a-1024x375.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/13a-624x228.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/13a.jpg 1607w\" sizes=\"(max-width: 245px) 100vw, 245px\" \/><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<h1 style=\"text-align: justify;\">1. Einleitung<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/5.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1043 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/5-277x300.jpg\" alt=\"5\" width=\"166\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/5-277x300.jpg 277w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/5-948x1024.jpg 948w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/5-624x673.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 166px) 100vw, 166px\" \/><\/a>C<\/strong>lio oder Klio ist in der griechischen Mythologie eine der neun Musen, die die Inspiration des Kulturlebens versinnbildlichen. Die Muse Clio ist zust\u00e4ndig f\u00fcr den Bereich Geschichtsschreibung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier sind aber nicht Teilbereiche oder Einzelbetrachtungen historischer Vorg\u00e4nge und Ereignisse das Thema, vielmehr geht es auf &#8222;Clio&#8220; um eine grunds\u00e4tzliche Betrachtung und Reflexion von Geschichte an sich. Man k\u00f6nnte auch sagen: Schwerpunkt dieser (Unter-) Seite von <span style=\"text-decoration: underline;\">fu-frechen.de<\/span> ist eine <em>geschichtsphilosophische Sicht<\/em>. Darum geht diese Seite am Welttag der Philosophie online.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine geschichtsphilosophische Sicht &#8211; was bedeutet das konkret?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\">1. Geschichte als solche wird zum Thema gemacht, wir fragen nach dem Sinn von Geschichte und von &#8222;Geschichte&#8220; als Wissenschaft sowie als Unterrichtsfach.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\">2. Wir wollen unsere \u00dcberlegungen nicht abgehoben-wissenschaftlich oder elit\u00e4r-philosophisch formulieren, sondern &#8211; im Sinne des Bildungs-Anliegens der F.U.F. &#8211; m\u00f6glichst allgemeinverst\u00e4ndlich reden. Sprache dient schlie\u00dflich in erster Linie der Kommunikation und weniger der Selbstdarstellung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir also \u00fcber Geschichte reden wollen, m\u00fcssen wir uns nat\u00fcrlich dar\u00fcber klar sein, was wir unter &#8222;Geschichte&#8220; genau verstehen.<span style=\"color: #ffffff;\">.<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"105\" height=\"78\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify;\"><strong>2a. Was ist &#8222;Geschichte&#8220;?<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Geschichte&#8220; wird in Schulb\u00fcchern meist von &#8222;Geschehen&#8220; hergeleitet, also befasst sich das Fach &#8222;Geschichte&#8220; mit dem, was in der Vergangenheit geschehen ist. Bevor nun die Sch\u00fclerInnen \u00fcber dieses Geschehen und \u00fcber das Fach schlechthin diskutieren k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie erst einmal einiges Geschehen kennenlernen, es durch Epochenbegriffe gliedern und sich einen groben \u00dcberblick verschaffen. (Dazu gibt es einen Beitrag im &gt;<em>Blog:<\/em> &#8222;Wie war das noch&#8230;&#8220; Daraus zeigen wir hier die \u00dcbersichts-Grafik noch einmal:)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/0.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4072\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/0-300x215.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/0-300x215.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/0-768x550.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/0-1024x733.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/0-624x447.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>(zum Scharfstellen anklicken)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann erst lernen sie auch die Methoden kennen, mit denen HistorikerInnen ihre Informationen und Erkenntnisse aus und \u00fcber vergangene Zeiten gewinnen. Da steht ganz obenan und im Zentrum der Forschung die Auswertung von <strong><em>Quellen<\/em><\/strong>. Unter einer &#8222;Quelle&#8220; verstehen HistorikerInnen einen Text oder ein Bild oder ein Tondokument, aus dem die Vergangenheit zu uns spricht. Dazu geh\u00f6ren auch Gegenst\u00e4nde, z.B. M\u00fcnzen. Diese Informationsquellen sollten m\u00f6glichst nahe am Geschehen entstanden sein, damit wir m\u00f6glichst aus erster Hand von Ereignissen und Vorg\u00e4ngen erfahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu beachten ist dabei, dass die untersuchten Quellen oft nicht neutral und nicht immer gut informiert berichten, sondern parteiisch einen bestimmten Standpunkt vertreten und\/oder nur einen Teil des Geschehens wiedergeben k\u00f6nnen (oder wollen). Selbst bei gro\u00dfem Bem\u00fchen um &#8222;objektive&#8220; Berichterstattung ist der zeitnah berichtende Mensch befangen in seiner Denk- und Sichtweise. Man muss also in der Quellenkritik Fragen ber\u00fccksichtigen wie: Wer berichtet hier? Was kann er\/sie zu jenem Zeitpunkt wissen? Welche Absichten verfolgt der\/die VerfasserIn der Quelle? u.a.m. Nur so kann die M\u00f6glichkeit eingegrenzt werden, dass sehr subjektive oder tendenzi\u00f6se Quellen oder sogar Propaganda als Tatsachenberichte fehlgedeutet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiel: Pharao Ramses II. lie\u00df in einem Relief seine gro\u00dfen Erfolge in Stein mei\u00dfeln, darunter seinen Sieg in der Schlacht von Kadesch \u00fcber die Hethiter. Ein Tatsachenbericht in Bildern? Nein, nach Erkenntnissen der Forschung ging diese gro\u00dfe Schlacht unentschieden aus, der Pharao &#8222;verkaufte&#8220; sie seinen Untertanen trotzdem als Sieg. Das Relief muss also durch kritische Bewertung (= <em>Quellenkritik<\/em>) in seiner Aussage als Besch\u00f6nigung, Lobhudelei, Propaganda gedeutet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4tten wir nicht Informationen aus anderen Quellen, dann k\u00f6nnten wir den Wahrheitsgehalt dieser Darstellung nicht \u00fcberpr\u00fcfen. Das zeigt: Wir brauchen m\u00f6glichst viele Quellen, um zu einer einigerma\u00dfen zuverl\u00e4ssigen Bewertung zu kommen \u2014 \u00e4hnlich dem Kriminalisten, der<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/1995-byG..jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-3510\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/1995-byG.-246x300.jpg\" alt=\"\" width=\"246\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/1995-byG.-246x300.jpg 246w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/1995-byG.-768x936.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/1995-byG.-840x1024.jpg 840w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/1995-byG.-624x761.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 246px) 100vw, 246px\" \/><\/a> m\u00f6glichst viele Zeugenaussagen und dazu noch die Spurenlage am Tatort auswertet. Letzteres ist Aufgabengebiet der <em>Arch\u00e4ologie<\/em>. Die liefert dem Historiker wichtige zus\u00e4tzliche Informationen und Hinweise. Besonders bei der Untersuchung lange zur\u00fcckliegender Epochen st\u00fctzen sich Historiker auf Erkenntnisse der Arch\u00e4ologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fcher definierte die Geschichtswissenschaft ihr Arbeitsfeld <em>Geschichte<\/em> als die Zeit, in der schriftliche Zeugnisse, also Schriftquellen, hinterlassen wurden. Davor lag die <em>Vorgeschichte <\/em>(ohne schriftliche Quellen). Doch l\u00e4ngst hat sich diese strenge Abgrenzung als unpraktisch erwiesen. Wieso sollte sich ein Historiker z.B. nicht mit den Kelten befassen, die keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterlie\u00dfen, aber sehr wohl eine hochentwickelte Kultur hatten, w\u00e4hrend die zeitgleich wirkenden R\u00f6mer aufgrund ihrer hinterlassenen Papyrus-Schriftrollen und in Stein gemei\u00dfelten Inschriften Gegenstand intensiver historischer Forschung sind?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich muss man f\u00fcr eine Quellenkritik des &#8222;Gallischen Krieges&#8220; von Julius C\u00e4sar nicht nur r\u00f6mische Quellen der Zeit heranziehen, sondern auch versuchen, C\u00e4sars Aussagen \u00fcber seine keltischen Gegner durch andere Quellen und arch\u00e4ologische Erkenntnisse zu \u00fcberpr\u00fcfen. Diese Erkenntnisse erweiterten und erweitern sich im Laufe der Jahre durch neue Ausgrabungen. Dabei st\u00f6\u00dft man auf manche Irrt\u00fcmer C\u00e4sars und auch auf manche propagandistische Verf\u00e4lschung, und selbstverst\u00e4ndlich fragt man sich: Warum schrieb C\u00e4sar \u00fcberhaupt dieses Buch? Antwort: Er wollte sich dem r\u00f6mischen Senat und anderen gebildeten R\u00f6mern als erfolgreicher Feldherr im Dienste des r\u00f6mischen Imperiums pr\u00e4sentieren \u2014 und damit seine weitere politische Karriere f\u00f6rdern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sehen schon: <strong>Geschichte ist<\/strong> eigentlich nicht der Bericht von vergangenem Geschehen, sondern oft nur der vorl\u00e4ufige Stand der Ermittlungen, <strong>der gegenw\u00e4rtige Stand der Forschung<\/strong>. Wir m\u00fcssen also der Genauigkeit halber sagen: Geschichte ist unsere Sicht der Vergangenheit auf der Grundlage des Forschungsstandes (ausf\u00fchrlicher in: W. Reinert, DIE BEATUS-CHRONIK, S. 93 ff.)\u00a0 Soweit die Definition f\u00fcr&#8217;s Erste.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify;\">2b. Wozu Geschichte?<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das &#8222;Was&#8220; ist soweit gekl\u00e4rt, bleibt noch das &#8222;Warum&#8220;: Genauer: Wozu soll Geschichte gut sein, was bringt uns die Besch\u00e4ftigung mit Vergangenem \u00fcberhaupt? Gen\u00fcgt es nicht, im Hier und Jetzt zu leben und alles zu nehmen, wie es kommt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und au\u00dferdem ist sowieso Manchem die Geschichte in der Schule verleidet worden, weil der Lehrer unsympathisch war, weil die Lehrerin nur ihre Lieblingsthemen behandelt hat, weil man soviele Daten lernen sollte, oder weil man aus Schul-Unlust glaubte, man k\u00f6nnte &#8222;Nebenf\u00e4cher&#8220; auf der linken Pobacke absitzen und sich mit der Konzentration auf die &#8222;Hauptf\u00e4cher&#8220; \u00fcber die Schulzeit bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie uns &#8222;Geschichte&#8220; bereichert, fand ich gut formuliert bei J. Rohlfes:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Historisch bewusst leben hei\u00dft: das Vergangene im Gegenw\u00e4rtigen wahrnehmen. Damit verbindet sich die Einsicht, dass fast alle uns derzeit besch\u00e4ftigenden Ph\u00e4nomene und Probleme eine historische Herkunft haben, die nur der Naive f\u00fcr belanglos h\u00e4lt. (Umrisse einer Didaktik der Geschichte. 3. 1973, S. 138)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Dinge auch in ihrer historischen Dimension erfassen bedeutet meist, ein tieferes Verst\u00e4ndnis zu entwickeln und fr\u00fchere Erfahrungen mit einem Problem nutzbar zu machen. Das bedeutet ferner, <strong>den Blick zu sch\u00e4rfen f\u00fcr Entwicklungsprozesse<\/strong>: Die Dinge oder Zust\u00e4nde sind nicht fertig vom Himmel gefallen, sondern haben eine <em>Entwicklung<\/em> durchlaufen, die man vielleicht schon fr\u00fchzeitig heraufziehen sah oder h\u00e4tte sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Dinge in ihrer historischen Dimension wahrzunehmen sch\u00e4rft oft auch den Sinn f\u00fcr eine <strong><em>multiperspektivische<\/em> Betrachtung<\/strong>: Man versucht, sich bei der Betrachtung einer historischen Situation in verschiedene Parteien hineinzuversetzen und deren Standpunkte bzw. deren Gr\u00fcnde f\u00fcr ihre Haltung und ihr Handeln zu verstehen, ihre <em>Interessen<\/em> zu erkennen. Mit dieser Sicht kann man evtl. kreative L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zu einem \u00e4hnlichen, aktuellen Problem entwickeln und auf den Tisch bringen, ohne dabei gleich einen Teil der Betroffenen vor den Kopf zu sto\u00dfen und in Abwehrhaltung zu versetzen. Im g\u00fcnstigen Fall gelingt dann ein Interessenausgleich, eine friedliche Entsch\u00e4rfung oder gar Bereinigung eines Konflikts. Das gilt nicht nur f\u00fcr&#8217;s Politische, das kann auch im Gesch\u00e4fts- und Privatleben weiterhelfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"105\" height=\"78\" \/><\/a><\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify;\">3. Philosophie und Geschichte<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist nun der Gegenstand der Betrachtung von <strong>Philosophie<\/strong> in Bezug auf <strong>Geschichte?<\/strong> Es geht nicht allein um die Frage, ob eine Befassung mit Geschichte Sinn macht, sondern auch, welcher Sinn hinter der Geschichte steht, und ob und wie wir diesen Sinn erkennen <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/2d++.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-577 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/2d++-175x300.jpg\" alt=\"2d++\" width=\"126\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/2d++-175x300.jpg 175w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/2d++-600x1024.jpg 600w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/2d++-624x1064.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/2d++.jpg 1775w\" sizes=\"(max-width: 126px) 100vw, 126px\" \/><\/a>k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind zweifellos philosophische Fragen, denn sie nehmen das Ganze in den Blick, nicht die Fragen nur einer einzelnen Wissenschaft. Warum wir uns mit Geschichte befassen (sollten), wird kurz und \u00fcbersichtlich schon in dem Buch DIE BEATUS-CHRONIK (S. 98) erkl\u00e4rt. Wir werden dadurch auch zum Nachdenken \u00fcber uns selbst angeregt (Woher kommen wir, wohin gehen wir?) und dar\u00fcber hinaus zu der Frage: Hat die ganze Geschichte der Menschheit, ja der Welt, \u00fcberhaupt einen Sinn, und wenn ja, welchen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Sinnfrage hat nat\u00fcrlich schon viele Menschen vor uns besch\u00e4ftigt. Im Christentum orientierte man sich dabei an der Bibel, die nicht von Geschichte in unserem heutigen Sinne spricht, sondern von <em>Heilsgeschichte<\/em>. Soll hei\u00dfen: Gott hat die Welt nicht nur geschaffen, er bestimmt auch ihr Ende. Die Heilsgeschichte ist auf ihr Ziel gerichtet, das Weltende mit dem Weltgericht. Bis dahin durchl\u00e4uft sie mehrere Epochen, n\u00e4mlich die Zeit des Alten Testaments, die des Neuen, und die Zeit danach bis zur Wiederkehr des Jesus Christus als Weltenrichter <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/1c.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1739\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/1c-244x300.jpg\" alt=\"1c\" width=\"167\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/1c-244x300.jpg 244w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/1c-834x1024.jpg 834w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/1c-624x765.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/1c.jpg 1453w\" sizes=\"(max-width: 167px) 100vw, 167px\" \/><\/a>(vgl. ebda., S. 10).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Heilsgeschichte kennt keine historische Entwicklung in unserem heutigen, wissenschaftlichen Verst\u00e4ndnis. So sah z.B. Martin Luther (im fr\u00fchen 16. Jahrhundert) noch ein &#8222;irdisches Jammertal&#8220; ohne Entwicklung bis zum J\u00fcngsten Gericht. Die heute vorherrschende Sicht ist eine s\u00e4kulare, die Gottes Wirken oder Eingreifen (da nach wissenschaftlichem Verst\u00e4ndnis nicht beweisbar) unber\u00fccksichtigt l\u00e4sst und die Geschichte als Menschheitsgeschichte sieht, in der man nachvollziehbare Regeln oder Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten zu finden sucht, nach denen sich diese Entwicklung vollzieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine dieser Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten fu\u00dft auf dem <em>Fortschrittsgedanken<\/em>. Diesen erbte die moderne Geschichtswissenschaft vom 19. Jahrhundert, in dem sie selbst entstand. Angesichts der Entwicklung der menschlichen Zivilisation, insbesondere der wissenschaftlich-technischen Entwicklung, griff die Vorstellung vom Fortschritt in der Geschichte im 19. Jahrhundert in Europa um sich. Man glaubte, dass eine allgemeine H\u00f6herentwicklung auf allen Gebieten der Zivilisation stattfinde, und dass Europa an der Spitze dieser Entwicklung stehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das marxistische Modell, das im selben Jahrhundert entstand, sah in der Menschheitsgeschichte eine Abfolge von Klassenk\u00e4mpfen bis hin zum Kapitalismus, der abgel\u00f6st werde durch eine Phase des Sozialismus, die zum Kommunismus als h\u00f6chstem Ziel der Geschichte hinf\u00fchre. Der kommunistische Endzustand werde keine Klassenk\u00e4mpfe mehr kennen, da alle Menschen ihre Bed\u00fcrfnisse befriedigen k\u00f6nnten und die Klassenunterschiede beseitigt seien. (Manche Kritiker meinen: Dieses Modell zielt wie die christliche Heilsgeschichte auf einen Endzustand.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen sind Staaten, in denen kommunistische Bewegungen die Macht \u00fcbernahmen, nicht in der Lage gewesen, eine \u00fcberzeugende Alternative zu anderen Systemen aufzubauen, d.h. eine menschlichere Gesellschaft mit einer stabilen Grundversorgung der Bev\u00f6lkerung zu gew\u00e4hrleisten. Der &#8222;Ostblock&#8220; ist von der politischen Landkarte verschwunden, China auf dem Weg in eine teilkapitalistische Ordnung, Nordkorea ein Macht(anbetungs)apparat mit einer zeitweise hungernden Bev\u00f6lkerung, und Kuba (auch durch den fortw\u00e4hrenden Boykott der nahen USA) wirtschaftlich kaum lebensf\u00e4hig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bisher haben Staaten, in denen eine gesellschaftliche Utopie zur bestimmenden Ideologie erhoben wurde, keine bleibenden Nachweise der Realisierung ihrer Ziele vorgelegt. Machteliten wurden gest\u00fcrzt, aber neue bildeten sich, die auch wiederum meist ihre privilegierte Stellung zum pers\u00f6nlichen Vorteil nutzten und Kritik unterdr\u00fcckten (aktuelle Beispiele: China, Venezuela). Das betrifft nicht nur s\u00e4kulare Ideologien, sondern auch religi\u00f6se, also die von Gottesstaaten: Der Iran ist ein Beispiel daf\u00fcr, wie die neuen Machteliten ein Land auspl\u00fcndern, dessen Reichtum h\u00e4tte gerechter verteilt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann sich, mit Blick auf viele L\u00e4nder, in denen die Bev\u00f6lkerung in Umst\u00fcrzen gro\u00dfe Opfer brachte, stirnrunzelnd fragen, ob es sich f\u00fcr ebendiese Bev\u00f6lkerung gelohnt hat, oder ob unterm Strich nur andere Eliten an die Macht kamen und sich daran klammerten. Die eigentliche Frage ist, ob es weiterhin Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung gab, oder doch ein besseres Leben f\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit&#8230; Oder reicht es, sich damit zu tr\u00f6sten, dass nach der Revolution die eigene Partei oder die eigene Religion den Staat beherrscht? In manchen Staaten haben die Revolution\u00e4re, an der Macht etabliert, die Probleme des Landes auch nicht unter Kontrolle bekommen und das Volk mit Parolen und Meinungsmanipulation ruhig zu stellen versucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie <em>unsere Zeit<\/em> sp\u00e4ter, sagen wir: in 50 oder hundert Jahren von HistorikerInnen gesehen und bewertet werden wird, l\u00e4sst sich schwer voraussagen. Die sogenannte Globalisierung hat nicht nur wirtschaftliche Auswirkungen, sie weist auch die politischen Machteliten in ihre Schranken, sofern diese nicht zugleich auch wirtschaftliche Macht besitzen, d.h. Einfluss auf die globalen Geldstr\u00f6me nehmen k\u00f6nnen. Vielleicht wird man daher unsere Zeit sp\u00e4ter als die Macht\u00fcbernahme des Gro\u00dfen Geldes sehen, die Epoche der GGG (<strong>g<\/strong>lobalisierte <strong>G<\/strong>eld<strong>g<\/strong>ier).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht steht uns aber auch noch ein gro\u00dfer Crash bevor, indem dieses System, wenn es unreguliert wuchert, an sich selbst erstickt. Wer wei\u00df? Es liegen uns nach meiner Kenntnis keine Denkmodelle vor, die uns den tieferen Sinn hinter diesen Vorg\u00e4ngen in einem Deutungszusammenhang erkl\u00e4rten, der <em>nicht<\/em> auf religi\u00f6sen Grundannahmen fu\u00dfte. Dabei scheint es dem menschlichen Geist keine Ruhe zu lassen, einen Sinn hinter alldem zu suchen und die Geschichte in diesem Sinne zu deuten. In fr\u00fcheren Jahrhunderten war man gewohnt, im Zweifel hinter allen unerkl\u00e4rlichen Ereignissen Gottes F\u00fcgung zu sehen. Dann kamen, wie oben erw\u00e4hnt, s\u00e4kulare Geschichtsdeutungen auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dahinter steht immer der Wunsch, Geschichte habe einen Sinn und eine (vielleicht dem ersten Blick verborgene) Entwicklung. Schon die Einteilung der Geschichte in Epochen ist ein Deutungsversuch. Selbst Anfang der 1990er Jahre deuteten Viele den Zusammenbruch des Ostblocks als Beginn einer friedlichen \u00c4ra, gar einer ersehnten Welt-Friedens-Endzeit, sozusagen eine s\u00e4kulare Erl\u00f6sung der Menschheit von menschengemachten Plagen. Inzwischen sehen Alle, dass diese Erl\u00f6sung ausblieb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht er\u00fcbrigt sich die Sinnsuche aber auch demn\u00e4chst, sollte aus den Tiefen des Alls ein gro\u00dfer Brocken auf unseren Planeten zufliegen, den wir nicht davon abhalten k\u00f6nnen, die Erde zu treffen. Dann ginge es uns wie den Dinosaurieren, die einst die Erde beherrschten, aber durch einen gewaltigen Kometeneinschlag und seine Folgen ausgel\u00f6scht wurden. Das w\u00e4re auch f\u00fcr uns das Ende der Geschichte. So gesehen, sollten wir nichts f\u00fcr garantiert und selbstverst\u00e4ndlich halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sinn der Geschichte k\u00f6nnte darin liegen, dass wir versuchen, ihr eine positive Richtung zu geben: positiv im Sinne einer humanen, d.h. zugleich vern\u00fcnftigen und menschlich mitf\u00fchlenden Ordnung. Dazu m\u00fcssten aber mehr Menschen bereit sein, gewohnte Egoismen zu \u00fcberwinden und die Vorteile einer ausgleichenden, Konflikte entsch\u00e4rfenden, multilateral vereinbarten Ordnung zu erkennen und zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>S. R.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"108\" height=\"79\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h1 style=\"text-align: left;\">4. Apropos: &#8222;Fortschritt&#8220;<\/h1>\n<p><strong>Gru\u00dfbotschaft des SR zum 100j\u00e4hrigen Gedenken des Ersten Weltkriegs<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer ein wenig l\u00e4nger dar\u00fcber nachdenkt, dem stellt sich der Begriff &#8222;Fortschritt&#8220; als ein problematischer dar. Denn dieser Begriff ist au\u00dferordentlich wertungsschwanger: Es h\u00e4ngt ganz<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/027.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1193 alignright\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/027-300x288.jpg\" alt=\"027\" width=\"300\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/027-300x288.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/027-1024x985.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/027-624x600.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> vom Weltbild und den Wertvorstellungen des Betrachters ab, was er als Fortschritt bezeichnet und was nicht. Und daher gilt auch f\u00fcr die Geschichte: Was als &#8222;historischer Fortschritt&#8220; gilt, ist eine Frage der Bewertung aufgrund vorgefasster Ansichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es bedarf eines &#8222;Zivilisationsbruches&#8220;, um solche Bewertungen ins Wanken zu bringen. So wurde der vorherrschende, optimistische Fortschrittsglaube am Ende des &#8222;langen 19. Jahrhunderts&#8220; durch den <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/67a.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1696 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/67a-300x197.jpg\" alt=\"67a\" width=\"180\" height=\"118\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/67a-300x197.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/67a-624x411.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/67a.jpg 1008w\" sizes=\"(max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>Untergang der angeblich unsinkbaren &#8222;Titanic&#8220; 1912 schon ein wenig angekratzt, aber erst nachhaltig ins Wanken gebracht durch die Katastrophe des Ersten Weltkriegs (1914-18) mit seinem nie zuvor gekannten Massenschlachten, als der waffentechnische Fortschritt, der zuvor Europas Gro\u00dfm\u00e4chte zu Kolonial- und Weltm\u00e4chten werden lie\u00df, sich nun in Europa selbst verheerend auswirkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicher, es gab auch dann noch, gerade hierzulande, etliche Unbelehrbare, gepr\u00e4gt von einem militaristischen M\u00e4nnlichkeitskult, die von &#8222;Stahlgewittern&#8220; <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/26b.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1700\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/26b-300x109.jpg\" alt=\"26b\" width=\"335\" height=\"121\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/26b-300x109.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/26b-1024x374.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/26b-624x228.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 335px) 100vw, 335px\" \/><\/a>in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben bramarbasierten und den immensen Kriegssch\u00e4den einen angeblichen moralischen Gewinn gegen\u00fcberstellten. Die dann gern die &#8222;Dolchsto\u00dflegende&#8220; aufgriffen, somit Ursache und Wirkung der Kriegsniederlage vertauschten, und sp\u00e4ter Hitlers Revanche-Parolen zujubelten. Diese &#8222;M\u00e4nnlichkeit&#8220; war Starrsinn anstelle von Einsicht: Leid sollte mit noch mehr Leid &#8222;geheilt&#8220; werden\u00a0\u2014 ein Unsinn mit fatalen Folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anderen gab der Zivilisationsbruch des Ersten Weltkriegs zu denken, und sie hofften auf Einsicht und z.B. den Impuls zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung, den die Einrichtung des V\u00f6lkerbundes mit Sitz in Genf versprach. In Deutschland blieb die Parole &#8222;Nie wieder Krieg&#8220; leider die Maxime einer Minderheit. Ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung sah Deutschland durch den Versailler &#8222;Diktatfrieden&#8220; hart und ungerecht behandelt und gedem\u00fctigt. Das war bekanntlich der N\u00e4hrboden, auf dem rechtskonservative, chauvinistische und revanchistische Kr\u00e4fte wuchsen, denen sich Hitler als F\u00fchrer andiente.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der totalen Niederlage im Zweiten Weltkrieg, so k\u00f6nnte man meinen, sei endlich in allen K\u00f6pfen die Einsicht durchgebrochen, dass Deutschland auf einen falschen Weg gef\u00fchrt worden war. Aber selbst danach gab es noch einen braunen Bodensatz in Nachkriegs(West-)deutschland, der die demokratische Ordnung ablehnte und meinte, sie sei abzulehnen, weil von den Siegerm\u00e4chten aufgezwungen. Immer noch spukte das Versailles-Syndrom in diesen K\u00f6pfen, die einfach nicht f\u00e4hig zum Umdenken waren, die an \u00fcberalterten Denkschemata festhielten und sich nicht an humanen Grundprinzipien (Menschenrechte) orientieren wollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was hei\u00dft das im Hinblick auf den Begriff &#8222;Fortschritt&#8220;? Zun\u00e4chst einmal: Wenn man eine <em>Entwicklung hin zu einer humaneren Staats- und auch Weltordnung<\/em> als Fortschritt sieht (darauf m\u00fcsste man sich schon einigen), dann hat das 20. Jahrhundert mit seinen beiden Weltkriegen bei vielen Menschen durch schmerzliche Erfahrungen einen Lernprozess in Gang gesetzt, wenn nicht sogar fr\u00fchere Annahmen best\u00e4tigt, die in zwei Grundforderungen m\u00fcnden:<\/p>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li>Krieg darf keine Option der Politik sein.<\/li>\n<li>Eine gerechtere Ordnung des Interessen-Ausgleichs entsch\u00e4rft oder vermeidet Konflikte, die zu Spannungen und Kriegen bzw. B\u00fcrgerkriegen f\u00fchren k\u00f6nnten.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\"><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie wir alle wissen, haben wir auf diesem Weg des humanit\u00e4ren Fortschritts bis heute nur(?) Teilerfolge erzielt. F\u00fcr manche Gegenden der Welt sieht es derzeit d\u00fcster aus, sie machen gerade schmerzhafte Erfahrungen, die wir in Europa hinter uns haben. Ob sie wenigstens aus ihren eigenen Erfahrungen lernen? Oben wurde ja schon erw\u00e4hnt, dass es selbst in Deutschland lernresistente Menschen gibt, die, statt sich ihres Verstandes zu bedienen,\u00a0 lieber dumpfen Gef\u00fchlswallungen folgen und die einfachsten Parolen f\u00fcr die besten halten (zu besichtigen z.B. bei Neonazi-Aufm\u00e4rschen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider h\u00e4ngt der Fortschritt nicht nur von der Einsicht einzelner Personen ab, sondern auch von der Entwicklung politischer und wirtschaftlicher Machtverh\u00e4ltnisse. Wo machtpolitische und wirtschaftsimperialistische Interessen durchgesetzt werden, da werden immer wieder Minderheiten und ganze V\u00f6lker Opfer von Gier und Egoismus. Zwar wurden nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs die Vereinten Nationen (UNO) eingerichtet, aber auch im Sicherheitsrat der UNO werden Machtspiele gespielt, sodass oft Hilfe f\u00fcr Menschen in Krisengebieten verz\u00f6gert oder blockiert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was bleibt zu tun? Um den humanit\u00e4ren Fortschritt zu unterst\u00fctzen, m\u00fcssen die vielen betroffenen Menschen zu verhindern suchen, dass sich zuviel Macht in den H\u00e4nden Weniger konzentriert, weil Macht leicht dazu verf\u00fchrt, sie zu pers\u00f6nlichen oder gruppenegoistischen Zwecken einzusetzen. Diese Gefahr wurde schon in der ersten Demokratie der Geschichte im antiken Athen erkannt, und man suchte ihr mit dem Scherbengericht zu begegnen, das zu m\u00e4chtig gewordene Politiker f\u00fcr zehn Jahre verbannen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Machtkonzentration verf\u00fchrt auch dazu, schw\u00e4chere Kr\u00e4fte unterzubuttern, z.B. Minderheiten in einem Staat zu unterdr\u00fccken, ihnen die politische Mitsprache zu verwehren, ihre Sprache offiziell (in Medien, staatlichen Beh\u00f6rden und Schulunterricht) zu verbieten, ihnen die kulturelle Identit\u00e4t zu rauben. Stalin ging sogar so weit, im Vielv\u00f6lkerstaat Sowjetunion durch Zwangsumsiedlungen ganze V\u00f6lker zu zerstreuen. So erging es u.a. den Krimtataren; die sp\u00e4ter Zur\u00fcckgekehrten wurden durch Zuzug vieler Russen zur Minderheit auf der Krim. Daraus leitete Putin im Februar 2014 den Anspruch ab, die Krim sei russisch &#8211; und habe schon Jahrhunderte zu Russland geh\u00f6rt &#8211; und sprach am 18. M\u00e4rz 2014 bei der Annexion der zur Ukraine geh\u00f6renden Krim sogar von einer &#8222;Wiedervereinigung&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein solches Vorgehen und solche vorgeschobenen Rechtfertigungen sind uralt und kein historischer Fortschritt, sondern ein R\u00fcckfall in eigentlich \u00fcberholte Muster von Gro\u00dfmachtpolitik. Selbst wenn ein Gro\u00dfteil der russischen Bev\u00f6lkerung Putins Muskelspielen und seinem Auftreten als &#8222;starker Mann&#8220; Beifall spendet: Das hat mit Demokratie oder Politik zum Wohle Aller nichts zu tun, und nur Menschen, die in einem Land ohne demokratische Erfahrung oder Tradition leben, die quasi nur gute und schlechte Zaren kennen, k\u00f6nnen sich \u00fcber so einen &#8222;starken Mann&#8220; an der Spitze freuen &#8211; und beten, dass er sich als guter Zar erweisen m\u00f6ge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ist eine Staats- oder Regierungsform kein absoluter Wert an sich, denn die entscheidende Frage der Bewertung, die oben schon gestellt wurde, muss nat\u00fcrlich lauten: Was bringt diese f\u00fcr die Menschen in diesem Staat? Schafft sie Ausgleich, oder nutzt sie Macht, um einen Teil der Bev\u00f6lkerung auf Kosten eines anderen zu bevorzugen? Es d\u00fcrfte klar sein, dass eine moralische Bewertung sich allein an diesem Kriterium orientiert. Diesem Kriterium muss sich selbst ein demokratisch verfasster Staat stellen: Es reicht nicht zu sagen, wir haben eine Demokratie, und daher sind wir automatisch ein guter Staat und ein guter Partner in den internationalen Beziehungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine <em>funktionierende Demokratie<\/em> erfordert n\u00e4mlich auch wache Demokraten, die den Beauftragten (Abgeordneten und Regierenden) auf die Finger sehen, und \u00fcberhaupt eine wache \u00d6ffentlichkeit, die sich dessen bewusst ist, dass man sich nach Wahlen nicht zur\u00fccklehnen und die Beauftragten einfach machen lassen kann. Fortschritt misst sich daran, in welchem Ma\u00dfe Demokratie <em>verwirklicht<\/em> ist, und wie frei in einem \u00f6ffentlichen Diskurs \u00fcber die richtige Politik debattiert wird. Das ist ein wichtiges Merkmal einer lebendigen Demokratie, die nicht nur auf dem Papier steht. (mehr siehe unten &gt;10.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was moderne Menschen unter Fortschritt verstehen sollten, ist damit hinreichend gekl\u00e4rt. Eingangs stellten wir fest, dass Viele unter &#8222;Fortschritt&#8220; verschiedene Dinge verstehen, allgemein <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/116.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1340 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/116-300x225.jpg\" alt=\"116\" width=\"156\" height=\"118\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/116-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/116-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/116-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 156px) 100vw, 156px\" \/><\/a>gesprochen k\u00f6nnte man sagen: Jeder versteht darunter eine Entwicklung, die auf dem Weg zu einem von ihm ins Auge gefassten Ziel ein St\u00fcck weiter f\u00fchrt. In der Geschichte hei\u00dft das: Je nach dem, welchem Geschichtsmodell ich anh\u00e4nge, sehe ich ein Ereignis oder eine Entwicklung als Fortschritt oder auch als R\u00fcckschritt an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiel: F\u00fcr Kommunisten hat es um 1990 mit der Aufl\u00f6sung des Ostblocks und dem sogenannten Sieg des Kapitalismus einen historischen R\u00fcckschritt gegeben, w\u00e4hrend Anh\u00e4nger eines demokratischen Sozialismus sagen, einen echten Sozialismus habe es ja gar nicht gegeben (obwohl die DDR-Oberen in der Sp\u00e4tphase dauernd vom &#8222;real existierenden Sozialismus&#8220; sprachen), und um den Kommunismus mit stalinistischen Z\u00fcgen sei es nicht schade. Im \u00fcbrigen d\u00fcrfen Vertreter verschiedener Spielarten des Marxismus weiter \u00fcber Ziel und Wege dorthin streiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das oft bem\u00fchte &#8222;Rad der Geschichte&#8220; dreht sich weiter, und f\u00fcr Manche ist es schlicht nur das Rad des Schicksals, oder des Gl\u00fccks, das eine Mischung aus Fortschritt und R\u00fcckschl\u00e4gen bereith\u00e4lt, dessen Lauf man aber nicht aufhalten k\u00f6nne. Doch unser Hirn neigt nun mal dazu, einzelne Beobachtungen und Fakten irgendwie in einen Zusammenhang zu bringen und in ein System einzuordnen. Und daher waren und sind viele Denker darum bem\u00fcht, doch hinter der Geschichte einen Sinn zu entdecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da erhebt sich die Frage: Sind wir \u00fcberhaupt in der Lage, in oder hinter der Geschichte Prinzipien und Regeln zu erkennen? Und wenn ja, was tun wir daraufhin? Hegel \u00e4u\u00dferte dazu eher resignierend: &#8222;Die Geschichte hat noch nie etwas anderes gelehrt, als dass die Menschen nichts aus ihr gelernt haben.&#8220; Und im Hinblick auf &#8222;Fortschritt&#8220; \u00e4u\u00dferte der Dichter Robert Musil ebenso treffend wie sarkastisch: &#8222;Wir irren vorw\u00e4rts.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paradoxerweise spornen uns aber solche Erkenntnisse erst recht dazu an, uns mit Geschichte zu besch\u00e4ftigen. Denn wir denken: Das kann doch nicht alles umsonst gewesen sein \u2014 wir k\u00f6nnen, ja m\u00fcssen doch aus den Erfahrungen der Menschheit lernen! Schon Cicero sprach von der Geschichte als Lehrmeisterin. Dann, hoffentlich, brauchen wir nicht st\u00e4ndig das Rad neu zu erfinden, oder immer wieder unter denselben Fehlern zu leiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und vielleicht k\u00f6nnen wir die Welt sogar ein St\u00fcck weit verbessern &#8211; zum Wohle aller Menschen. Also: positiv denken! \u2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">S.R., 01.01.2014, aktualisiert 31.03.2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"101\" height=\"74\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 101px) 100vw, 101px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h1 style=\"text-align: left;\"><strong>5. Krise, Fortschritt, Vision<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&#8222;D<\/strong>a haben wir&#8217;s mal wieder!&#8220; rief ich kopfsch\u00fcttelnd vor dem Fernseher, als Ausz\u00fcge von Putins Rede anl\u00e4sslich der aktuellen Entwicklung der Krise in der Ukraine und der Annexion der Krim durch Russland gesendet wurden. Da wurde die Geschichte bem\u00fcht und als Argumentations-Steinbruch benutzt:<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/65.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1782\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/65-300x190.jpg\" alt=\"65\" width=\"242\" height=\"153\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/65-300x190.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/65-1024x650.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/65-624x396.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/65.jpg 1869w\" sizes=\"(max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><\/a> Man pickt sich heraus, was einem in den Kram passt, und ignoriert, was nicht passt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir Deutsche, sagte Russlands Pr\u00e4sident Putin, m\u00fcssten doch Verst\u00e4ndnis haben f\u00fcr diese &#8222;Wiedervereinigung&#8220; der Krim mit Russland. (Er meinte damit 1990, nicht 1938.) Wo geltendes V\u00f6lkerrecht die bestehenden Staatsgrenzen sch\u00fctzt, schieben Machtpolitiker gern vor, notleidenden oder drangsalierten &#8222;Landsleuten&#8220; helfen zu m\u00fcssen, indem man sie, nein, das Territorium, in dem sie leben, &#8222;heim ins Reich&#8220; holt. Die Krim, egal wieviele Russischsprechende dort leben, ist v\u00f6lkerrechtlich Teil der Ukraine &#8211; egal, wie lange schon, und egal, wie lange sie vorher zum russischen Staatsgebiet geh\u00f6rte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Heim-ins-Reich-Logik jedoch m\u00fcssten die Krim-Tataren Russen und Ukrainer von der Halbinsel werfen und sich &#8222;ihr&#8220; Land zur\u00fcckholen; d.h. die von Stalin brutal nach Sibirien deportierten Tataren m\u00fcssten alle auf die Krim zur\u00fccksiedeln. Und die T\u00fcrkei k\u00f6nnte Anspruch erheben, weil die Krim lange Teil des Osmanischen Reiches war. Und so kann es weitergehen: Wer hat noch nicht, wer will nochmal historisch begr\u00fcndete Anspr\u00fcche erheben? Bitte hinten anstellen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die deutschsprachige Bev\u00f6lkerung in Ostbelgien, im Versailler &#8222;Diktatfrieden&#8220; 1919 von Deutschland abgetrennt, m\u00fcsste nach der Heim-ins-Reich-Logik ja nichts sehnlicher w\u00fcnschen, als von Deutschland annektiert zu werden. Tut sie aber nicht! Im Gegenteil, im spaltungsbedrohten Belgien, wo die Flamen aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden aus dem Staatsverband ausscheren wollen, sind die ehemaligen Deutschen im Osten Belgiens sogar die besten Belgier \u00fcberhaupt: Sie sehen keinen Sinn darin, den Staat zerbrechen zu lassen, und sie kommen als Minderheit in Belgien ganz gut zurecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fragt man sich, warum denn die Ostbelgier sich nach Anschluss an Deutschland sehnen sollten, dann kommt man als vern\u00fcnftiger Mensch ins Gr\u00fcbeln \u2014 es sei denn, man ist gedankenlos nationalistisch und chauvinistisch und meint, am deutschen Wesen m\u00fcsse die Welt genesen, und Alle strebten selbstverst\u00e4ndlich das h\u00f6chste irdische Gl\u00fcck an, n\u00e4mlich: zu Deutschlands Bev\u00f6lkerung zu z\u00e4hlen. Solcher Sichtweise liegt aber eine Vermischung von Dingen zugrunde, die man trennen kann: Heimat, wo man aufgewachsen ist und sich zu Hause f\u00fchlt, ist ein emotionales Gut. Der Nationalstaat dagegen ist ein politisches Konstrukt, und nicht identisch mit Heimat. Denn letztere ist vor allem regional bestimmt und fragt nicht nach weiter gefassten Staatsgrenzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ostbelgier, als Gebiet Eupen-Malmedy nach dem Ersten Weltkrieg zu Belgien geschlagen, haben keineswegs ihre Heimat verloren. Sie wurden nicht vertrieben, sie bekamen nur eine andere Staatszugeh\u00f6rigkeit. Und nachdem sie auch ihre deutsche Sprache wieder offiziell gebrauchen durften, fehlte ihnen eigentlich nichts \u2014 zumal Belgien von Anfang an mit Nachbar Deutschland in der EWG, sp\u00e4ter EU, sowie in der Nato Mitglied war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mal ehrlich: Wozu sind Staaten eigentlich da? Und was genau ist eine Nation? Wenn man mal alle emotionalen Momente, die pseudorelig\u00f6sen Glaubensvorstellungen und allen Hurra-Patriotismus beiseite l\u00e4sst, dann kann man erst wirklich dar\u00fcber nachdenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst einmal: Die &#8222;Nation&#8220; als Begriff ist historisch ein Kampfbegriff der Franz\u00f6sischen Revolution von 1789, und unter der Losung &#8222;libert\u00e9, \u00e9galit\u00e9, fraternit\u00e9&#8220; betonte man damals die Gleichheit aller Franzosen \u2014 im Gegensatz zu der St\u00e4ndegesellschaft mit ihrer schroffen Ungleichheit und dem absolutistisch regierenden K\u00f6nig an der Spitze. Die &#8222;Nation&#8220; wurde also als <em>innenpolitisch<\/em> neue Konzeption verstanden, der Begriff richtete sich gegen ein veraltetes Herrschafts- und Gesellschaftsystem \u2014 und keineswegs gegen andere Nationen (die es im modernen Sinne auch noch nicht gab). Erst die Intervention ausl\u00e4ndischer Truppen, die das alte Herrschaftssystem (das Ancien R\u00e9gime) in Frankreich retten sollte, l\u00f6ste als Gegenbewegung den Krieg Frankreichs gegen europ\u00e4ische Staaten aus, der dann die Revolution auch in andere L\u00e4nder exportieren sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daraus machte Napoleon bekanntlich einen Eroberungskrieg, der wiederum bei anderen V\u00f6lkern antifranz\u00f6sische Gef\u00fchle entstehen lie\u00df; zugleich wollten diese aber auch die Errungenschaften der Franz\u00f6sischen Revolution gewinnen oder behalten. So gab es in Deutschland zwar aufkommenden Nationalismus, der ein geeintes Deutschland wollte, zugleich aber auch die Forderung nach Abschaffung der vielen F\u00fcrstent\u00fcmer mit absolutistischer Herrschaft, und die Gew\u00e4hrung b\u00fcrgerlicher Freiheiten wie in Frankreich. In Deutschland und einigen anderen L\u00e4ndern verband sich also die Idee der geeinten Nation mit B\u00fcrgerfreiheit. Somit war in <em>dieser<\/em> historischen Situation Nationalismus eine fortschrittliche politische Idee.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4ter \u00e4nderte sich das: Nachdem 1849 die Revolution in Deutschland wie in \u00d6sterreich-Ungarn niedergeschlagen worden war und freiheitlich gesinnte Menschen verfolgt wurden, band man die Idee des Nationalstaates zunehmend an das Streben nach einem deutschen Kaisertum in einem konservativ gepr\u00e4gten Deutschland. Das wurde 1871 auch etabliert, der preu\u00dfische K\u00f6nig zugleich deutscher Kaiser. Nun war Nationalismus staatstragend und eher antidemokratisch. Er war auch antisozialistisch, denn Sozialisten und Sozialdemokraten waren international orientiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da wir im Jahr 2014 an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnern, sei auch erw\u00e4hnt, dass sich damals fast alle Deutschen, auch die Mehrheit der Sozialdemokraten, dazu hinrei\u00dfen lie\u00dfen, dem Ruf unter die nationale Fahne zu folgen und die internationale Solidarit\u00e4t der Arbeiterklasse wie auch die allgemeine menschliche Solidarit\u00e4t hintanzustellen. In den kriegf\u00fchrenden Staaten lie\u00dfen sich die Menschen gro\u00dfenteils freiwillig f\u00fcr das &#8222;Vaterland&#8220; einspannen: Wir sind die &#8222;Guten&#8220;, die Menschen feindlicher Staaten die &#8222;B\u00f6sen&#8220;. Klingt das kindisch? Aha&#8230; dann sollte das zu denken geben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den Schlachtfeldern geschahen ab August 1914 Dinge, die sich kaum jemand in seinen schlimmsten Albtr\u00e4umen vorgestellt hatte. Menschen wurden zu Menschenmaterial, verheizt in einem Krieg, dessen Sinn\u00a0\u2014 mal die Ehrenpusselei und Vaterlandsrhetorik beiseitegelassen\u00a0\u2014 niemand plausibel darlegen konnte. Klar, es wurden am Kartentisch Kriegsziele gesteckt: Es ging den Strategen um Verschiebung von Staatsgrenzen, um Ver\u00e4nderung der Machtverh\u00e4ltnisse zwischen den europ\u00e4ischen Staaten, um Hegemonialtr\u00e4ume. Aber was sollten die gewinnen, die Leib und Leben daf\u00fcr einsetzten, die &#8222;verheizt&#8220; wurden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer gewinnt denn in einer solchen Gewaltorgie, die man &#8222;Krieg&#8220; nennt? Selbst die Siegerm\u00e4chte des Ersten Weltkrieges schauten fassungslos auf die Opfer und Sch\u00e4den \u2014 und schraubten ihre Reparationsforderungen an die Unterlegenen entsprechend in die H\u00f6he. Zur Rechtfertigung der H\u00e4rte gegen die Verlierer erkl\u00e4rten die Sieger die &#8222;B\u00f6sen&#8220;, insbesondere das Deutsche Reich, zu den allein Schuldigen am Ausbruch des Krieges. Bei den Siegern herrschten Rachegedanken \u00fcber politische Weitsicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wiederum r\u00e4chte sich: Als sie endlich die H\u00e4rten des Versailler Vertrages zu mildern bereit waren, kam das schon den falschen Kr\u00e4ften in Deutschland zugute, n\u00e4mlich den Revanchisten und den Strategen des n\u00e4chsten Krieges: Mit der Dem\u00fctigung Deutschlands hatte man Hitler die Plattform zum Aufstieg geschaffen, die dieser in der Wirtschaftskrise konsequent nutzen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutsche wie Franzosen, Briten u.a. hatten starke emotionale Bindungen an Begriffe wie &#8222;Nation&#8220; und &#8222;Vaterland&#8220; entwickelt. Auf dieser Tastatur spielte auch Hitler und f\u00fchrte Deutschland in den Zweiten Weltkrieg. Selbst Graf Stauffenberg, der f\u00fchrende Hitler-Attent\u00e4ter des 20. Juli 1944, stie\u00df vor seiner Exekution als Letzte Worte den Ruf aus: &#8222;Es lebe das heilige Deutschland!&#8220; Es ging ihm also darum, Deutschland vor einem zerst\u00f6rerischen Hitler zu retten. Es lag ihm wie Anderen fern, die Nation als Wertbegriff in Frage zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und doch muss diese Frage nach alldem gestellt werden. W\u00e4hrend die Welt noch in Kategorien dachte, in denen der Nationalstaat, ein Ideal des 19., auch im 20. Jahrhundert einen hohen politischen Stellenwert hatte, entwickelten sich die Bl\u00f6cke des Kalten Krieges als Teilung der Welt. In Deutschland empfand man die Block-Grenze als besonders schmerzlich, spaltete sie doch die Nation politisch und ideologisch. Die Wiedervereinigung wurde 1949 als Staatsziel in die Pr\u00e4ambel des Grundgesetzes geschrieben, auch die DDR verwies in ihrer ersten Verfassung auf die Einheit der Nation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Deutschland 1990 wiedervereinigt wurde, war der Jubel gro\u00df, da ja die innerdeutsche Grenze nicht nur eine Nation gespalten, sondern konkret auch Menschen getrennt und Familien zerrissen hatte. Doch so schnell wuchs nicht zusammen, was zusammmengeh\u00f6rte (nach einem Spruch von Willy Brandt). In Westdeutschland, dem &#8222;kapitalistischen Westen&#8220; zugeh\u00f6rig, f\u00fcrchteten Viele, sie m\u00fcssten von ihrem Wohlstand an die &#8222;armen Br\u00fcder und Schwestern im Osten&#8220; etwas abgeben. Da war mehr egoistische Besitzstandswahrung als nationale Solidarit\u00e4t in den K\u00f6pfen und Herzen. Nation? Ja, aber&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber diese Haltung wurde viel Kritik und Emp\u00f6rung ge\u00e4u\u00dfert. Aber hier zeigte sich auch <strong>der wahre Wert des Begriffs &#8222;Nation&#8220;:<\/strong> Er taugt in erster Linie dazu, die eine gegen\u00fcber anderen Nationen abzugrenzen, aber er verbindet nicht die Menschen innerhalb des Landes automatisch zu einer Solidargemeinschaft. Wer sagte denn schon in den 1990er Jahren: &#8222;Du bist auch ein Deutscher, also gebe ich Dir etwas ab, und ich zahle auch gern den<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/IMG_4434.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2876\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-2876\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/IMG_4434-300x210.jpg\" alt=\"IMG_4434\" width=\"300\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/IMG_4434-300x210.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/IMG_4434-768x537.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/IMG_4434-1024x716.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/IMG_4434-624x436.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> Solidarit\u00e4tsbeitrag auf meine Steuern, damit ich Ostdeutschland aufhelfen kann.&#8220; Im Westen wurde viel lieber gemeckert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was also bedeutet uns heute der Begriff &#8222;Nation&#8220;? In der Nachkriegszeit waren wir in Westdeutschland bereit, uns in Europa zu integrieren, weil die Nazis die deutsche Nation mit Ihrem &#8222;Blut-und-Boden&#8220;-Gesabbel \u00fcberstrapaziert und Nationalismus desavouiert hatten. Folge: Von Deutscht\u00fcmelei wollten die meisten Leute nichts mehr h\u00f6ren. Stattdessen verbanden die Westdeutschen ihr &#8222;Wirtschaftswunder&#8220; mit Westorientierung und politischer West-Integration. Andere Nationen teilten aber unsere Erfahrung nicht und meinten weiterhin, Nationalgef\u00fchl und Nationalstolz seien positiver Bestandteil eines gemeinsamen, einigenden nationalen Erbes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So galten die (West-)Deutschen als die eifrigsten &#8222;Europ\u00e4er&#8220; in der EU. In anderen EU-L\u00e4ndern hingegen propagierten einige Politiker ein &#8222;Europa der Vaterl\u00e4nder&#8220;. Das sollte hei\u00dfen: Wir wollen keine Kompetenzen und Rechte an europ\u00e4ische Zentral-Instanzen abgeben, sondern unabh\u00e4ngige Nationalstaaten bleiben. Damit h\u00e4tte man die Entwicklung zur europ\u00e4ischen Einigung praktisch auf der Stelle treten lassen bzw. verhindert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rational betrachtet muss Europa seine Bedeutung in der Welt durch mehr Geschlossenheit erhalten. Nationalegoistische Quersch\u00fcsse schw\u00e4chen die EU. Doch wider besseres Wissen sch\u00fcren einige Politiker immer noch nationale Gef\u00fchle und machen die EU schlecht (wobei sie die Vorteile der EU-Zugeh\u00f6rigkeit verschweigen), um auf emotionalen Wellen zu surfen und W\u00e4hlerstimmen zu sammeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das l\u00e4sst sich leider in vielen L\u00e4ndern der EU beobachten \u2013 nicht nur 2013\/14 in Gro\u00dfbritannien, wo Premierminister Cameron einen anti-europ\u00e4ischen Kurs steuerte und sich damit im Amt zu halten versuchte. (Ironie der Geschichte: Viele Schotten streben nach Losl\u00f6sung aus Gro\u00dfbritannien, Schottland soll als eigener Nationalstaat aber weiterhin der EU angeh\u00f6ren.) Jahre sp\u00e4ter haben britische Politiker nach einem erb\u00e4rmlichen Gez\u00e4nk den &#8222;Brexit&#8220; herbeigef\u00fchrt \u2014 entgegen dem Willen vor allem j\u00fcngerer Briten, und entgegen den Warnungen aus der Wirtschaft. Der nationale Eigensinn schie\u00dft hier ein Eigentor zum Schaden des ganzen Landes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch einmal: Was bringt den Menschen die &#8222;Nation&#8220; bzw. der Nationalstaat? Ist der Appell an nationale Gef\u00fchle nicht eher ein billiger Trick von Politikern, die Nationalgef\u00fchl f\u00fcr ihre fragw\u00fcrdigen Ziele ausnutzen wollen? Ausgerechnet ein Brite sagte einmal: &#8222;Patriotism is the last refuge of a scoundrel.&#8220; (Patriotismus ist die letzte Zuflucht eines Schurken.) Ist Patriotismus nicht nach den Kriegen des 20. Jahrhunderts derma\u00dfen \u00fcberlebt, dass die Menschen jeden Politiker aus dem Amt lachen m\u00fcssten, der es noch wagt, Patriotismus einzufordern?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Perspektiven<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage des 21. Jahrhunderts muss lauten: Wie schaffen wir ein Europa, das <em>allen<\/em> Einwohnern Frieden und ein Auskommen garantiert, ein Europa, in dem die b\u00fcrgerlichen Freiheiten respektiert werden und jede Art von Diskriminierung total &#8222;out&#8220; ist? Die Errungenschaften der Franz\u00f6sischen Revolution werden somit weiterentwickelt als Freiheit, Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit f\u00fcr ganz Europa. Ein Europa, das die <em>Menschenrechte<\/em> im ganzen Kontinent garantiert und sch\u00fctzt, w\u00e4re auch ein attraktives Modell f\u00fcr den Rest der Welt. Dort w\u00fcrden die meisten Menschen sagen: So etwas wollen wir auch bei uns. <em>Die Vision:<\/em> An einem <em>solchen<\/em> europ\u00e4ischen Wesen k\u00f6nnte die Welt genesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Realisierung dieser Vision steht derzeit ein gro\u00dfes Hindernis im Weg: Nein, ich meine jetzt nicht die Barrieren in vielen K\u00f6pfen, sondern die existierende Weltwirtschaftsordnung mit ihren Verflechtungen und global flie\u00dfenden Kapitalstr\u00f6men, die noch immer, wie Karl Marx und Friedrich Engels schon 1848 schrieben, um den Globus rasen auf der Jagd nach noch mehr Profit. Die gnadenlose Ausbeutung der Schw\u00e4cheren treibt auch die Fl\u00fcchtlinge aus armen L\u00e4ndern nach Europa, die in ihrer Verzweiflung sogar ihr Leben auf \u00fcberf\u00fcllten Seelenverk\u00e4ufern im Mittelmeer riskieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Europa hat darauf leider noch nicht die wirklich passende Antwort gefunden, passend zum Anspruch einer &#8222;Wertegemeinschaft&#8220;. Dabei sind unsere Politiker nicht blind: Einige haben vorgeschlagen, den armen L\u00e4ndern so zu helfen, dass die Fl\u00fcchtlinge eine Perspektive sehen, sich im Herkunftsland zu ern\u00e4hren. Doch greifen einige Millionen Entwicklungshilfe aus unseren Steuergeldern viel zu kurz. Nur ein systembezogener Eingriff in wirtschaftliche Machtverh\u00e4ltnisse w\u00fcrde die Perspektive <em>nachhaltig<\/em> verbessern. &#8222;Global Players&#8220;, gro\u00dfe Konzerne, wo auch immer sie ihren Stammsitz haben und Geld in Steueroasen verstecken, m\u00fcssten mit eingebunden werden und sich soweit Zur\u00fcckhaltung auferlegen, dass Schwache in benachteiligten Regionen nicht ruiniert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wer kann sich vorstellen, dass <strong><em>die existierende Geldgier-Ordnung des globalisierten Neoliberalismus<\/em><\/strong> sich auf etwas Anderes einlie\u00dfe als Aussichten auf weitere Gewinnsteigerungen? Wer jetzt sagt, das sei eben im System so festgeschrieben, da k\u00f6nne man nichts machen, der l\u00e4sst sich vom &#8222;Erfolg&#8220; dieses Systems blenden. Erst einmal ist es kein festes System mit Regeln, sondern eher ein Haifischbecken. Zweitens wird es immer wieder von Krisen ersch\u00fcttert: Mal platzt eine Aktienblase an der B\u00f6rse, mal eine Immobilien-Spekulationsblase, deren Schockwellen eine Weltwirtschaftskrise bewirken. *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und bei alldem sind es (selbst bei den vielen computergesteuerten Automatismen) immer noch menschliche K\u00f6pfe, die denken, lenken und dabei auch mal Fehler machen. Und wer wei\u00df, ob sich nicht bald auch in den neoliberal verseuchten Hirnwindungen einmal eine Erkenntnis Bahn bricht, die den Sinn all dieses hektischen Raffens in Frage stellt und eine Umorientierung erm\u00f6glicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer das f\u00fcr utopisch h\u00e4lt, sollte sich fragen, ob er sich nicht besser gleich in den Sarg legen und auf das Ende warten sollte. Wenn alles so weiterl\u00e4uft, schafft der Mensch die Menschlichkeit ab und damit auch sich selbst. Wie war das noch mit K\u00f6nig Midas im griechischen Mythos? Er bekam seinen Wunsch erf\u00fcllt, dass alles, was er anfasse, zu Gold w\u00fcrde. Die Folge: Auch das, was er essen oder trinken wollte, wurde vor seinen Lippen zu Gold&#8230;<\/p>\n<p>-SR- April 2014<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ffffff;\">*.<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"98\" height=\"72\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify;\">6. &#8222;Friede auf Erden&#8220; \u2013 ein Wort zum Pazifismus<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man es so sehen will, kann man den Pazifismus unter die utopischen Ideen der Menschheit einreihen. Denn wenn man die Geschichte im L\u00e4ngsschnitt betrachtet, findet man nirgendwo eine historisch belegte Epoche, in der es keine kriegerischen Auseinandersetzungen gegeben h\u00e4tte. Daraus kann man schlie\u00dfen, dass es auch in Zukunft keinen dauerhaften Frieden auf Erden geben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann aber auch den entgegengesetzten Schluss ziehen und lauter fordern, dass damit endlich Schluss sein m\u00fcsse, weil endlich Konsequenzen aus den vielen leidvollen Erfahrungen der Menschheit gezogen werden m\u00fcssten. Und das sei nicht utopisch, sondern m\u00f6glich \u2013 denn der Mensch alias Homo Sapiens legt schlie\u00dflich Wert darauf, vernunftbegabt zu sein, und die Vernunft r\u00e4t eindeutig dazu, Konflikte friedlich zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun, eine kleine Minderheit von Kriegsgewinnlern mag es vern\u00fcnftig finden, dass Kriege ihnen satte Profite in die Kasse sp\u00fclen. Aber, wie jeder Mensch wei\u00df, trifft das auf die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit nicht zu: <span style=\"color: #ff0000;\">So gut wie alle Menschen wollen in Frieden leben, ohne Todesangst vor mordenden Soldaten oder Massenvernichtungswaffen, sie wollen eine Lebensperspektive mit Aussicht auf ein wenigstens bescheidenes Auskommen, auf Familie und Freundschaftsbeziehungen, auf ein geregeltes Zusammenleben in einem geordneten Gemeinwesen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberall da, wo Krieg und Gewalt herrschen, werden diese Bed\u00fcrfnisse missachtet und mit F\u00fc\u00dfen getreten. Es ist nicht der Mehrheitswille, der einen Krieg oder B\u00fcrgerkrieg vom Zaun bricht, der Terror gegen die Zivilbev\u00f6lkerung und den Zusammenbruch wirtschaftlicher Strukturen begr\u00fc\u00dfen w\u00fcrde. Das wohlverstandene allgemeine Interesse will so etwas nicht. \u00dcberall auf der Welt wissen die Menschen, dass ein Leben in Frieden w\u00fcnschenswert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der altgriechische Dichter Pindaros, der um 500 v.Chr. lebte, schrieb:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Scheint s\u00fc\u00df ja der Krieg nur dem, der ihn nicht kennt,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">schaudert, wenn er naht, vor ihm \u00fcbers Ma\u00df im Herzen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diejenigen, die Krieg wollten, suchten ihn immer zu verharmlosen, oft untersch\u00e4tzten und verkl\u00e4rten sie ihn sogar selbst als gro\u00dfes Abenteuer und Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr &#8222;harte M\u00e4nner&#8220;, als Chance auf Ruhm und Ehre. Auf vielen Darstellungen von Schlachten der Vergangenheit sieht man daher wenig Schreckliches, einige Wenige sterben im Bild Heldentode; so sieht man auch im Bild in Beitrag 9 unten (Schlacht bei K\u00f6niggr\u00e4tz) wenig von der Schlacht, also keine von S\u00e4belhieben gespaltenen K\u00f6pfe und entstellten Leiber, keine von Kanonenkugeln zerrissenen K\u00f6rper, und auch nicht die von Kart\u00e4tschen zerfetzten Leichen von Menschen und Pferden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieso gab es eigentlich an einigen Punkten in der Geschichte so etwas wie Kriegsbegeisterung, wieso gab es Gewaltausbr\u00fcche und Pogrome? Das kann nur daran liegen, dass Aufwiegler es verstanden, eine Stimmung zu verst\u00e4rken und mit von ihnen gesteuerten Vorstellungen zu verbinden, dass es einen Feind gebe, der nun bek\u00e4mpft werden m\u00fcsse, und dessen Bosheit so gro\u00df sei, dass kein Reden, sondern nur noch Gewalt helfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man sieht mit Erstaunen, wie oft in der Geschichte vernunftbegabte menschliche Wesen auf Kriegsparolen abfuhren oder hereinfielen und tats\u00e4chlich zu glauben bereit waren, die zum &#8222;Feind&#8220; erkl\u00e4rten Menschen seien &#8222;die B\u00f6sen&#8220;, auf der eigenen Seite walte dagegen das Gute und Gerechte. So arbeitet die Kriegspropaganda: Wir sind die Guten, wir k\u00e4mpfen einen &#8222;gerechten Krieg&#8220;, aber die Anderen sind die B\u00f6sen, die uns nehmen wollen, was wir haben, und uns an den Kragen gehen. Daher werden im Krieg Schandtaten der eigenen Soldaten m\u00f6glichst verschwiegen, die des Feindes aber angeprangert zum &#8222;Beweis&#8220;: Seht, wie b\u00f6se die sind!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch schlimmer w\u00fctet der aggressiv gemachte Mob, wenn <em>Religion<\/em> missbraucht und zu irdischen Zwecken eingesetzt wird. Da wird das Gemetzel zum Gottesdienst erkl\u00e4rt, die Welt soll von b\u00f6sen Teufeln gereinigt werden, usw. So kann man Menschen in die Irre leiten, die zuwenig Menschenkenntnis, zuwenig Lebenserfahrung, zuwenig Weltl\u00e4ufigkeit besitzen, um den Schwindel kritisch zu hinterfragen. Denn solche Hetze verf\u00e4ngt nur in K\u00f6pfen, in denen ein unrealistisches Menschenbild haust, das egozentrisch, wie die Made im Sprichwort, den eigenen K\u00e4se f\u00fcr die Welt h\u00e4lt, das bezweifelt, ob die Fremden \u00fcberhaupt Menschen sind, ja ob es \u00fcberhaupt Menschen geben darf, die anders denken, anders aussehen, andere Lebensgewohnheiten oder eine andere Gottesvorstellung haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn sich Menschen mit solch engem Weltbild zusammenrotten, sich gegenseitig best\u00e4rken und aufstacheln, dann kommt es zu Ausschreitungen, Pogromen, Verfolgung von Minderheiten. Und ein solches Gewaltpotential l\u00e4sst sich auch auf erkl\u00e4rte Feinde lenken, wenn man Krieg plant. Oft sind es gerade die &#8222;kleinen Leute&#8220;, die geschundenen, ausgebeuteten, deren angestauter Frust sich leicht in gewaltt\u00e4tige Aktionen leiten l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das kann zu Situationen f\u00fchren, in denen an der Front ein armer Schlucker dem anderen an die Gurgel geht, nur weil sie verschiedene Uniformen tragen. Dabei h\u00e4tten sie Grund genug, ihre Gemeinsamkeiten zu erkennen und sich gegen ihre Unterdr\u00fccker zusammenzutun. Man kennt auch Erz\u00e4hlungen von Soldaten, die den Feind beobachteten und pl\u00f6tzlich erkannten, dass da auch nur Menschen waren wie sie, und daraufhin nicht auf diese schie\u00dfen konnten. Das, und nicht das Kriegsgebr\u00fcll, ist die wahre menschliche Verhaltensweise!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Where have all the flowers gone?&#8220; ist ein bekanntes Lied, zumindest in der Generation, die in den USA und dann auch in Europa in den 1960er Jahren gegen den Vietnamkrieg und in den fr\u00fchen 1980er Jahren gegen die Nato-Nachr\u00fcstung mit Atomraketen protestierte und demonstrierte. In dem Lied hei\u00dft es: &#8222;When will they ever learn?&#8220; (in der deutschen Fassung: &#8222;Wann wird man je verstehn?&#8220;).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es g\u00e4be wohl kaum noch Kriege, wenn die Soldaten erkennen w\u00fcrden: Wir sollen auf Unseresgleichen schie\u00dfen, wir haben aber keinen Grund zum Morden. Daraufhin w\u00fcrden die meisten ihr Gewehr in die Ecke stellen und sagen: Tsch\u00fcss, da mache ich nicht mit, ich gehe nach Hause! Zur\u00fcck blieben vielleicht ein paar Gewaltt\u00e4ter und Sadisten. Wenn die sich dann drau\u00dfen gegenseitig umbr\u00e4chten, w\u00e4re das nicht ganz so schlimm \u2013 zumindest w\u00e4re die friedliebende Mehrheitsgesellschaft\u00a0 sie los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber dieser &#8222;Idealfall&#8220;, wenn man so will, tritt ja selten ein. Vielmehr sind die Geschichtsb\u00fccher voll von Berichten, wie Soldaten bzw. bewaffnete Banden marodierend die Zivilbev\u00f6lkerung terrorisierten \u2013 oder sogar auf &#8222;Befehl von oben&#8220; Gr\u00e4ueltaten ver\u00fcbten, vergewaltigten und pl\u00fcnderten, &#8222;verbrannte Erde&#8220; hinterlie\u00dfen. Leider h\u00f6ren wir dazu auch aktuelle Beispiele in den Nachrichtensendungen. Und gerade deshalb ist die Frage aktuell: Warum h\u00f6rt Homo Sapiens nicht endlich auf mit diesem Kriegswahnsinn?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schaut auf den Menschen, und verschont uns mit den h\u00f6heren Zielen, f\u00fcr die es sich zu sterben lohnte! Heldentod f\u00fcr die nationale Ehre, T\u00f6ten f\u00fcr den Glauben, und all dieser Kitsch und Schwachsinn, das geh\u00f6rt auf den M\u00fcllhaufen der Geschichte. H\u00f6rt endlich auf, Phrasen zu dreschen, statt von den wahren menschlichen Werten zu reden! Statt den Tod zu verherrlichen, solltet ihr das Leben preisen, das euch euer Gott geschenkt hat, und davon reden, wof\u00fcr es sich zu <em>leben<\/em> lohnt. So wird am ehesten Wirklichkeit, was Manche altklug als Utopie abtun wollen: Friede auf Erden&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">-SR- im Juli 2014<\/p>\n<div id=\"attachment_1769\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/76.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1769\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1769 \" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/76-300x235.jpg\" alt=\"76\" width=\"300\" height=\"235\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/76-300x235.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/76-1024x804.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/76-624x490.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1769\" class=\"wp-caption-text\">Beati pacifici &#8211; selig sind die Friedfertigen (eine der Seligpreisungen aus der Bergpredigt)<br \/>Bodenmosaik in der romanischen Kirche Gro\u00df-Sankt-Martin in K\u00f6ln<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Erg\u00e4nzung im September 2016:<\/em><\/strong> Viele Menschen glauben, es k\u00f6nnte doch bei uns im zivilisierten Europa keinen Krieg mehr geben, schon weil alle f\u00fcr Frieden sind und die Abwesenheit von Krieg zu sch\u00e4tzen wissen. Doch stimmt das, k\u00f6nnen wir da beruhigt sein? Erfahrungen aus j\u00fcngster Vergangenheit warnen uns: Seid wachsam. Ein Beispiel ist der Jugoslawien-Krieg: Die Menschen, die in Jugoslawien friedlich zusammenlebten, konnten sich um 1990 noch nicht vorstellen, dass in den Jahren danach Slowenen, Serben, Kroaten, Bosnier sich gegenseitig \u00fcberfallen und aufeinander schie\u00dfen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Und schaut Euch an, was in der Ost-Ukraine vor sich geht&#8230; !\u00a0 &#8212;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">++++++++++<\/p>\n<p><em><strong>Dazu ein Essay vom August 2024:<\/strong> &#8222;Und den Menschen &#8212; ein Wohlgefallen?&#8220; Hier anklicken<\/em> &gt;<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Pazifismus-aktuell.pdf\">Pazifismus aktuell<\/a>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"101\" height=\"73\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 101px) 100vw, 101px\" \/><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/h2>\n<h1 style=\"text-align: left;\">7. R\u00fcckschritt &#8211; ja, bitte!<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>D<\/strong>iese \u00dcberschrift ist nicht etwa unsere neueste Marschparole, und wir sind auch nicht vom \u00dcberdru\u00df an der Moderne gepackt. Hier geht es vielmehr um das, was in einem Beitrag oben (in 5.) schon als &#8222;Barriere in den K\u00f6pfen&#8220; erw\u00e4hnt wurde und das Denken, F\u00fchlen und Handeln von Menschen mitbestimmt. Eingefahrene Denkgewohnheiten, archaische Gef\u00fchlsmuster, atavistische Vorstellungen von der Welt und ihrer &#8222;nat\u00fcrlichen&#8220; Ordnung, das sind solche Barrieren, die nicht nur dem Fortschritt oft im Weg stehen, sondern sogar zu R\u00fcckf\u00e4llen in vorzeitige, \u00fcberholte Muster f\u00fchren k\u00f6nnen und damit Fortschritte zunichte machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wovon reden wir hier? Menschen brauchen Orientierung, und je mehr sie von ihrer gegenw\u00e4rtigen Welt verwirrt und verunsichert sind, desto eher greifen sie auf alte, scheinbar bew\u00e4hrte und verl\u00e4ssliche Ansichten und Verhaltensmuster zur\u00fcck. So bekommen in Krisenzeiten die Vertreter konservativer oder gar r\u00fcckst\u00e4ndiger Parolen und Ansichten die Chance, bei Menschen Geh\u00f6r zu finden. Wer scheinbar sicheres Terrain anbietet, zu dem fl\u00fcchten sich die auf schwankendem Boden Stehenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer noch tiefer verunsichert ist, glaubt selbst althergebrachten Heilmitteln nicht mehr und verf\u00e4llt dem Wunderglauben an selbsternannte Heilsbringer, die ganz neue Wundermittel anpreisen und den Weg zum Heil zu kennen vorgeben. Begabte Volksredner und Leute mit charismatischer Ausstrahlung gewinnen in solchen Zeiten leicht eine gro\u00dfe Zahl von Anh\u00e4ngern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werden wir konkret. Wenn z.B. Hitler das &#8222;F\u00fchrerprinzip&#8220; in Politik und Gesellschaft propagierte, zugleich die Demokratie (speziell die Weimarer Republik) ver\u00e4chtlich machte, dann zeigte er gern mit dem Finger auf negativ erscheinende Seiten der parlamentarischen Demokratie, lobte als positives Gegenbeispiel gegen endlose Debatten und Parteienschacher die Tatkraft und Klarheit eines starken F\u00fchrers\u00a0\u2014 und pr\u00e4sentierte sich selbst als Retterfigur f\u00fcr das Land.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das schien Manches f\u00fcr sich zu haben, zumal im Volk die Sehnsucht nach dem &#8222;starken Mann&#8220; verbreitet war, der in eine gesicherte Zukunft f\u00fchren, aber auch die hergebrachte Welt in Ordnung bringen und heilen sollte.\u00a0 Das Volk war an autorit\u00e4re Strukturen gew\u00f6hnt \u2014 sowohl in der Familie, der &#8222;Keimzelle des Staates&#8220; (!), wie auch in Politik und Gesellschaft. Bis 1918 hatte es einen Kaiser an der Spitze des Staates. Dann fehlte eine (Landes-)Vaterfigur, die ab 1925 von &#8222;Ersatzkaiser&#8220; Hindenburg verk\u00f6rpert wurde, der aber Hitler im Januar 1933 den Weg zur Macht im Staate \u00f6ffnete, indem er ihn zum Reichskanzler ernannte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hitler tat alles, um diese Macht zu behalten und f\u00fcr sich auszubauen: Er setzte die Verfassung St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck de facto au\u00dfer Kraft, vereinigte sofort nach dem Tod des Reichspr\u00e4sidenten Hindenburg (1934) die \u00c4mter von Reichspr\u00e4sident und Reichskanzler, vereidigte die Wehrmacht auf seine Person, und nannte sich fortan &#8222;F\u00fchrer und Reichskanzler&#8220;. Der entmachtete Rumpf-Reichstag nickte es ab. (Im Volksmund war das Parlament nur noch der &#8222;Reichsgesangsverein&#8220;, weil er, eh nur noch selten einberufen, seine Hitler-Bejubelungs-Sitzungen mit dem Absingen der Nationalhymne beendete.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um an alte, im historischen Bewusstsein verankerte Vorstellungen anzukn\u00fcpfen, verk\u00fcndete Hitler den Aufbruch in ein &#8222;Drittes Reich&#8220;, mit dem das 1919 durch den Versailler Vertrag gedem\u00fctigte Deutschland zu neuer Gr\u00f6\u00dfe aufgerichtet werde. Besonders sein Propagandaminister Goebbels fand Worte und Begriffe, die ein Bild positiver Erwartung in die K\u00f6pfe pflanzte, das bis zu einer pseudoreligi\u00f6sen Heilserwartung gesteigert wurde. Goebbels scheute sich nicht, Hitler zu einem Messias der Deutschen zu verkl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das gekr\u00e4nkte kollektive Selbstbewusstsein wurde gebauchpinselt mit dem Lob auf das deutsche Wesen, gekoppelt mit der &#8222;S\u00e4uberung des deutschen Kulturlebens&#8220; von allem &#8222;undeutschen&#8220; Geist. Damit konnten die Nazis sowohl alles Moderne, vom Gros des Volkes Unverstandene verbannen (z.B. &#8222;entartete Kunst&#8220;), als auch ihren rassistischen Kampf gegen alles J\u00fcdische inszenieren (und damit wertvolle Teile des deutschen Kulturlebens und der Wissenschaft ins Exil treiben).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man braucht nur an Heinrich Heines popul\u00e4res Lied von der Lorelei zu erinnern, dessen Autor in Nazi-deutschen Liederb\u00fcchern ein angeblich &#8222;unbekannter Dichter&#8220; war, um den Krampf dieser willk\u00fcrlichen Trennung von j\u00fcdischen und \u2013 ja was denn \u2013 &#8222;deutschen&#8220; Kulturschaffenden zu erkennen. Die j\u00fcdisch-st\u00e4mmigen Deutschen waren genauso Deutsche wie die als &#8222;arisch&#8220; bezeichneten. \u00dcberhaupt war diese ganze &#8222;Rassentheorie&#8220; wissenschaftlicher Humbug, da konnten &#8222;Rassen&#8220;-Forscher noch so viele Messungen an Sch\u00e4deln usw. anstellen. Aber besonders in Diktaturen finden sich immer auch Wissenschaftler, die ihrer Karriere zuliebe gern politisch erw\u00fcnschte &#8222;wissenschaftliche Erkenntnisse&#8220; liefern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verf\u00e4lschung der Wahrheit gelingt der rassistischen Propaganda oft leicht, denn Menschen trennen sich nicht gern von liebgewordenen Vorstellungen und Vorurteilen. Und <em>an Vorurteile wussten die Nazis anzukn\u00fcpfen!<\/em> Das &#8222;gesunde Volksempfinden&#8220; wurde gelobt und hofiert, sogar Richter wie der gef\u00fcrchtete Volksgerichtshof-Pr\u00e4sident Roland Freisler nahmen ausdr\u00fccklich darauf Bezug. &#8222;Zigeuner&#8220;, Homosexuelle und andere, nicht ins Wunschbild des &#8222;normalen&#8220; Deutschen passende Menschen wurden ins KZ gesteckt, drangsaliert, ermordet. Damit wurden angeblich &#8222;Sch\u00e4dlinge aus dem gesunden Volksk\u00f6rper entfernt.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Eine solche Phrase sollte eigentlich jedem vernunftbegabten Menschen signalisieren: Hier reden Unmenschen. Ihre Untaten sollen durch &#8222;h\u00f6heren Bl\u00f6dsinn&#8220; gerechtfertigt werden.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der &#8222;normale&#8220;, meist vorurteilsbehaftete Deutsche billigte dieses Vorgehen, da er die &#8222;Blut-und-Boden&#8220;-Mentalit\u00e4t einer agrarisch gepr\u00e4gten Gesellschaft akzeptierte, die Fremdenfeindlichkeit f\u00fcr normal hielt und Au\u00dfenseiter mobbte und vertrieb. Dabei stand eine solche Mentalit\u00e4t (schon damals!) in krassem Widerspruch zur Realit\u00e4t eines Industrielandes mit internationalen Handelsbeziehungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf diesem Morast des angeblich &#8222;gesunden Volksempfindens&#8220; geht die Saat der Fortschritts-Feindlichkeit auch heute bei einigen Menschen immer noch auf. Wir leben in einer verst\u00e4dterten Welt, in der der eher weltoffene Lebensstil des St\u00e4dters die Gesellschaft pr\u00e4gt \u2014 und doch gibt es verunsicherte Gem\u00fcter, die sich f\u00fcr \u00fcberholte Ansichten und Parolen gewinnen lassen. Das ist nichts Anderes als ein Leben im falschen Film, d.h. mit dem falschen Bewusstsein, das nicht zur Wirklichkeit passt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer das in evolutionsbiologischer Perspektive sieht, stellt fest: Klar, die Menschheit lebte zehntausende von Jahren als J\u00e4ger und Sammler, danach Jahrtausende als Bauern. Erst seit ca. 150 Jahren bildeten sich im Gefolge der Industrialisierung die meisten St\u00e4dte und Gro\u00dfst\u00e4dte. Oberfl\u00e4chlich nahmen die vom Land Zugezogenen in der Stadt bald die Lebensformen des St\u00e4dters an, doch tief im Bewusstsein sa\u00df die Herkunft vom Land, aus d\u00f6rflichen Gemeinschaften&#8230; und pr\u00e4gte in verkl\u00e4rter Erinnerung eine Nostalgie nach l\u00e4ndlicher Idylle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das l\u00e4sst sich nicht so schnell l\u00f6schen. Es braucht sowohl f\u00fcr den Einzelnen wie f\u00fcr Gesellschaften lange Zeit, um neue Traditionen zu etablieren, die der modernen, verst\u00e4dterten Welt angepasst sind. Dann werden aus Menschen mit engem, xenophoben Horizont, aus vom Fortschritt Verunsicherten, solche, die Fremden vorurteilsfrei und weltoffen begegnen, die eine Weltb\u00fcrger-Mentalit\u00e4t entwickeln, die sich also nicht allein in einem engen lokalen Rahmen verwurzelt sehen, und die auch nationalistische \u00dcberheblichkeit als dumme Ignoranz erkannt und abgelegt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einer solchen Einstellung kann man leicht kommen, wenn man einen gewissen Bildungsstandard erreicht und versteht, dass es auf der Welt viele &#8222;beste&#8220; V\u00f6lker und Kulturen gibt \u2014 die alle im Prinzip gleichwertig sind, denn \u00fcberall haben Menschen versucht, im Rahmen ihrer Lebensbedingungen ein sinnvoll strukturiertes Gemeinwesen zu bauen. Fremde Kulturen sind nicht &#8222;fremd&#8220;, sie erscheinen uns nur so, weil wir nicht in diesen L\u00e4ndern gelebt haben und erst einmal unseren eigenen K\u00e4se f\u00fcr &#8222;normal&#8220; halten: &#8222;Die Made h\u00e4lt ihren K\u00e4se f\u00fcr die Welt.&#8220; Man kann aber auch ohne einen weiten Bildungshorizont, n\u00e4mlich durch pers\u00f6nliche Begegnung und Erfahrung, erkennen: Die Fremden sind auch nur Menschen, sie haben dieselben Grund-bed\u00fcrfnisse wie wir, und es gibt eine gro\u00dfe Menge Gemeinsamkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man auf Menschen in Deutschland, aber auch in anderen L\u00e4ndern schaut, so fragt man sich teilweise, ob sie wirklich im 21. Jahrhundert angekommen sind. Manche scheinen<\/p>\n<div id=\"attachment_2385\" style=\"width: 252px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/8b.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2385\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2385 size-medium\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/8b-242x300.jpg\" alt=\"8b\" width=\"242\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/8b-242x300.jpg 242w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/8b-826x1024.jpg 826w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/8b-624x774.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/8b.jpg 1938w\" sizes=\"(max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2385\" class=\"wp-caption-text\">Pegida verteidigt das Abendland<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">den Wandel der modernen Welt noch nicht verarbeitet zu haben und str\u00e4uben sich gegen den Abschied von alten Vorurteilen, wollen keine Weltb\u00fcrger werden, verschlie\u00dfen die Augen vor dem Zusammenwachsen der Welt zum &#8222;globalen Dorf&#8220;, reagieren im Gegenteil auf Globalisierung und weltumspannende Kommunikation mit R\u00fcckzug ins Nationale, Regionale und Lokale und verkl\u00e4ren die Vergangenheit zu einer kuscheligen Idylle, die es so wei\u00df Gott nicht gab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das w\u00e4re nicht so schlimm, wenn damit nicht auch alte Werte, die einer fr\u00fcheren, vorindustiellen Gesellschaft angepasst waren, wieder aufleben w\u00fcrden. Die R\u00fcckschritts-Orientierung ist verh\u00e4ngnisvoll, denn sie gaukelt Menschen vor, in eine &#8222;gute, alte Zeit&#8220; zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. Das bedeutet Realit\u00e4tsverlust und Sehnsucht nach einer Utopie: &#8222;R\u00fcckschritt \u2014 ja, bitte!&#8220; ist keine Verhei\u00dfung, sondern eine Bedrohung, die dem ganzen Land schadet: Mit dieser Mentalit\u00e4t setzt man falsche Ziele. So besteht man sicher nicht die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts\u00a0\u2014 im Gegenteil: Man hat pl\u00f6tzlich auch noch mit Problemen zu tun, die l\u00e4ngst der Vergangenheit angeh\u00f6ren sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also: Begreift, dass die Welt sich wandelt und nicht alles bleiben kann, wie es fr\u00fcher (auch nicht) gewesen ist! Blickt nach vorn! Werdet citoyens, und bem\u00fcht euch, euren Horizont zu erweitern, werdet Weltb\u00fcrger!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">S. R.\u00a0 29.08.2014<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"101\" height=\"73\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 101px) 100vw, 101px\" \/><\/a><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/h2>\n<h1 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">8. Lokal, regional, national, kontinental und global<\/span><\/h1>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"> oder: Das Allgemeine findet sich im Konkreten &#8211; und umgekehrt<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie jede Geschichtslehrerin und jeder Geschichtslehrer wei\u00df, kann den EinsteigerInnen in das weitl\u00e4ufige Feld der Geschichte nur schrittweise und nur teilweise die komplexe Stofff\u00fclle, dosiert in verdaulichen Happen, nahegebracht werden. Zum Gl\u00fcck gibt es in der Vermittlung der Geschichte ja den <strong>Begriff des Exemplarischen<\/strong>: Man greift zu einer f\u00fcr eine Epoche, ein Ph\u00e4nomen, ein h\u00e4ufig auftretendes Forschungsproblem, oder was sonst, einen typischen Fall heraus, der als Beispiel dient und es zun\u00e4chst er\u00fcbrigt, alle dazu passenden F\u00e4lle zu erw\u00e4hnen und zu behandeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Prinzip findet Anwendung, wenn etwa die Stadt des Mittelalters betrachtet wird und man dazu als Beispiel eine Stadt w\u00e4hlt, die ausreichendes Quellenmaterial bietet und \u00fcber eine l\u00e4ngere Entwicklung verf\u00fcgt. Die Schulgeschichtsb\u00fccher w\u00e4hlen als Beispiel oft die Stadt K\u00f6ln, die ja bereits um Christi Geburt entstand und im Mittelalter zur gr\u00f6\u00dften Stadt Deutschlands aufbl\u00fchte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer \u00fcber dieses Einstiegsstadium hinaus sich weiter interessiert oder gar weiter forschen m\u00f6chte, st\u00f6\u00dft fast schon in jedem Reisef\u00fchrer (nicht nur von Florenz, Prag oder London) auf eine kurzgefasste Stadtgeschichte, die ihm, auf der Basis seines o.a. Einsteigerwissens, erste Anhaltspunkte f\u00fcr weitere Fragen bietet. An Geschichte interessierte Menschen wollen nat\u00fcrlich\u00a0\u2014 \u00fcber exemplarische F\u00e4lle hinaus\u00a0\u2014 fr\u00fcher oder sp\u00e4ter mehr \u00fcber ihren Geburts- bzw. Heimatort wissen und sichten die (oft nur sp\u00e4rlich verf\u00fcgbaren) Informationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Besch\u00e4ftigung mit der Geschichte Frechens muss zwangsl\u00e4ufig eingebettet sein in die regionale und allgemeine Geschichte<\/strong> (siehe <em>&gt;Frekena:<\/em> &#8222;Wie Frechen entstand&#8220; 1+2, &#8222;Wie kam Audomar nach Frechen?&#8220;). Denn Vieles ist quellenm\u00e4\u00dfig kaum belegt, f\u00fcr Frechen gilt das bis ins sp\u00e4te Mittelalter. Daher muss Manches durch R\u00fcckschl\u00fcsse und Analogien aus der regionalen und \u00fcberregionalen Geschichte erschlossen werden. Soll hei\u00dfen: Wo uns konkrete historische Details fehlen, k\u00f6nnen wir zumindest annehmen, dass Vieles \u00e4hnlich ablief wie in anderen Orten oder Regionen, aus denen mehr Informationen vorliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Neuzeit und Zeitgeschichte liegt dagegen vielf\u00e4ltiges Quellenmaterial zu Frechen vor. Dennoch ist eine Stadtgeschichte immer auch mit der regionalen und allgemeinen Geschichte verwoben. Das zeigt sich (geradezu exemplarisch) beim Blick auf die zeitgeschichtliche und j\u00fcngste Vergangenheit Frechens, die bis an die Gegenwart heranreicht. Der Historiker W. R. stellt dies im folgenden Beitrag dar:<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/h5>\n<h1 style=\"text-align: center;\">8.1\u00a0 Frechen und die Industrie<\/h1>\n<div id=\"attachment_400\" style=\"width: 122px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/48.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-400\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-400 \" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/48-252x300.jpg\" alt=\"48\" width=\"112\" height=\"134\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/48-252x300.jpg 252w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/48-863x1024.jpg 863w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/48-624x739.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/48.jpg 1103w\" sizes=\"(max-width: 112px) 100vw, 112px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-400\" class=\"wp-caption-text\">Frekena<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230; oder: die Industrie und Frechen? Auf jeden Fall war und ist es eine enge Beziehung. Und &#8211; es ist eine Medaille, die man von zwei Seiten betrachten kann. Einerseits bedeutet Industrie am Ort Arbeitspl\u00e4tze und wom\u00f6glich ein gutes Einkommen f\u00fcr viele Einwohner. Andererseits bedeutet sie je nach Sparte L\u00e4rm, Dreck und verschmutzte Luft, bei Abbau von Bodensch\u00e4tzen auch Wegbaggern der Landschaft, der Heimat, und Umsiedlung von D\u00f6rfern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das alles ist im Allgemeinen bekannt. Nur: Der Teufel liegt im Detail, und hier stellt sich konkret die Frage: Mit welchen Nachteilen wurden Vorteile erkauft, und wie sieht eine m\u00f6gliche Bilanz von Verlust und Gewinn f\u00fcr den Ort Frechen aus?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was konkret den <strong><em>Braunkohle-Tagebau westlich von K\u00f6ln<\/em><\/strong> betrifft, so k\u00f6nnte man den historischen Ablauf wie folgt beschreiben: Da kommen Gro\u00dfunternehmer, die bereits im Osten, in Mitteldeutschland, mit dem Abbau von Braunkohle in gro\u00dfem Stil erste Erfahrungen gemacht haben, ins Rheinland und sehen sich den gekleckerten Abbau in vielen kleinen und kleinsten Gruben an, kommen zu dem Schluss, dass sich hier mit gr\u00f6\u00dferem Kapitaleinsatz gro\u00dffl\u00e4chig gro\u00dfe Gewinne machen lassen, und fangen an, Land zusammenzukaufen, um gro\u00dfe Abbaugebiete zu bilden, die man mit Maschineneinsatz in gro\u00dfem Stil ausbeuten kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man nimmt Geld in die Hand und bietet den Landbesitzern schnelles Cash, das viele sehr verlockend finden, und den Einwohnern umzusiedelnder D\u00f6rfer an anderem Ort die M\u00f6glichkeit, sich in moderneren Neubauten einzurichten. Wer trotzdem an der Heimat h\u00e4ngt und nicht wegziehen will, muss erleben, wie sich sein Dorf entv\u00f6lkert, wie erste H\u00e4user verfallen oder abgerissen werden, und dass bald die Kneipe, der B\u00e4cker und der Dorfladen dicht machen. Was vertraute Heimat und lebenswert schien, zersetzt sich zusehends. Wer will da noch bleiben, wenn er nicht den Vorsatz gefasst hat, aus Prinzip der \u00dcbermacht die Stirn zu bieten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch der Widerstand st\u00f6\u00dft an Grenzen: Das Land hat Gesetze gemacht, die die Gro\u00dfunternehmen mit den n\u00f6tigen M\u00f6glichkeiten ausstatten, ihre Interessen zum Wohle der Allgemeinheit (z.B. Sicherung der Energieversorgung) gegen Einzelinteressen durchzusetzen. Wer gegen Abbaupl\u00e4ne klagt, scheitert an diesen legalen, d.h. per Gesetz aufgerichteten Barrieren. Und Widerstand regt sich ohnehin kaum, da die Interessen kaum divergieren: Arbeitnehmer und ihre Gewerkschaften arrangieren sich mit dem gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber in der Region, Stadt- und Gemeinder\u00e4te nehmen vom ohnehin gr\u00f6\u00dften Gewerbesteuer-Zahler gro\u00dfz\u00fcgige Hilfen bei gemeinn\u00fctzigen Projekten (z.B. Sportst\u00e4tten) entgegen, und viele Vereine der Region erhalten Spenden bzw. Sponsorengelder. Wer will da den Mund aufmachen und laute Kritik \u00e4u\u00dfern, um wom\u00f6glich als Querulant ins Abseits gestellt zu werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies alles greift ineinander wie eine gut ge\u00f6lte Maschinerie. Oft sind die kommunalen Entscheidungstr\u00e4ger ja auch personell verbandelt mit dem gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber der Region, z.B. sitzen Angestellte des Gro\u00dfunternehmens auch als Stadtverordnete in Gemeinder\u00e4ten, Stadtparlamenten, oder im Kreistag und im Landtag, und manch ein hochrangiger Angestellter wechselt in politische \u00c4mter oder in leitende Funktionen in Landesministerien, und ggf. wieder zur\u00fcck. Da wundert es niemanden, dass es bei politischen Entscheidungen auf kommunaler, Kreis- und Landesebene selten Interessenkollisionen zwischen dem Gro\u00dfunternehmen und der Politik gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb sind, wie oben schon gesagt, die Interessen des Gro\u00dfunternehmens fast deckungsgleich mit dem Allgemeinwohl, was dann auch in Gesetzesform f\u00fcr den Bergbau gegossen wird. So prallen Proteste von B\u00fcrgern gegen neue Abbaugruben und damit verbundene Landenteignungen und Umsiedlungen an der g\u00fcltigen Rechtslage ab, die quasi natur- und gottgegeben das Gro\u00dfunternehmen sch\u00fctzt. Wer auch immer im Land regiert, es sind mehrheitlich Kohlefreunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Frechen<\/strong> hat damit konkret inzwischen nicht mehr viel zu tun: Die gro\u00dfen Braunkohlegruben auf der Ville, die um die Mitte des 20. Jahrhunderts u.a. die Umsiedlung von Benzelrath, Grefrath und Habbelrath verlangten, sind l\u00e4ngst Geschichte, sind rekultiviert, d.h. neu gestaltet als Ackerland oder Forstgebiete. In der Landschaft am Papsth\u00fcgel oder Boisdorfer<\/p>\n<div id=\"attachment_2332\" style=\"width: 295px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/16-Boisdorfer-See.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2332\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-2332\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/16-Boisdorfer-See-300x225.jpg\" alt=\"Boisdorfer See, um 2012\" width=\"285\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/16-Boisdorfer-See-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/16-Boisdorfer-See-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/16-Boisdorfer-See-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 285px) 100vw, 285px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2332\" class=\"wp-caption-text\">Boisdorfer See 2013, Teilansicht<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">See l\u00e4sst sich gut radeln und wandern, und im Verlauf von Jahrzehnten entsteht so etwas wie eine Erholungslandschaft, der man bald nicht mehr ansehen wird, dass sie neu angelegt wurde und keine in Jahrhunderten gewachsene Kulturlandschaft ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicher, es fehlen hier die historischen Siedlungen, Landmarken, Kircht\u00fcrme und Burgen &#8211; doch in zwei bis drei Generationen werden sie nicht mehr vermisst; das 21. Jahrhundert schl\u00e4gt in B\u00fcchern mit alten Fotos die Erinnerung an Geschichte und Heimat nach, von der die Gro\u00dfeltern fr\u00fcher erz\u00e4hlt haben. Deren Kinder fanden Arbeit bei Rheinbraun, und z.T. noch bei RWE Power, bis auch dort Arbeitspl\u00e4tze rar wurden. Zugleich wurden Proteste gegen neue Riesengruben lauter, f\u00fcr die RWE gro\u00dfe Altw\u00e4lder (Hambacher Forst) rodet und weitere Siedlungen und historische Bauten abr\u00e4umt. Angesichts einer sich ver\u00e4ndernden Lage in der Energie-Erzeugung und -versorgung wurde auch die Braunkohle-Verstromung zunehmend als wenig effizient, aber Schadstoffe emittierend und sehr klimasch\u00e4dlich kritisiert.<\/p>\n<div id=\"attachment_2334\" style=\"width: 333px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/013-2010-21.07..jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2334\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2334 \" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/013-2010-21.07.-300x154.jpg\" alt=\"013-2010-21.07.\" width=\"323\" height=\"166\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/013-2010-21.07.-300x154.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/013-2010-21.07.-1024x526.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/013-2010-21.07.-624x320.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 323px) 100vw, 323px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2334\" class=\"wp-caption-text\">Quarzsand-Abbau in Frechen: Ganz hinten erkennt man die S\u00e4ulen des Buchenwaldes (2010), links neue Aufforstungen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Schatten des gro\u00dffl\u00e4chigen Abr\u00e4umens von Landschaft f\u00fcr den Braunkohle-Tagebau f\u00e4llt dann kaum noch auf und ins Gewicht, dass am Rande von Frechen noch weiter gebaggert wird: F\u00fcr den <em>Abbau von Quarzsand <\/em>verschwindet alter Buchenwald zwischen dem Quarzsandwerk und der Autobahn A4. Zwar forstet auch die Quarzwerke AG im R\u00fccken ihrer Bagger die Grube neu auf, doch auch hier hinterl\u00e4sst der Tagebau eine nachhaltig ver\u00e4nderte Landschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was dem menschlichen Auge h\u00f6chstens indirekt erkennbar wird, ist z.B. die Absenkung des Grundwasserspiegels infolge der tiefen Grabung, wo st\u00e4ndig Grundwasser abgepumpt wird, damit die Grube nicht volll\u00e4uft. Das Fl\u00fcsschen <em>Erft<\/em> flie\u00dft friedlich dahin, ist aber in Wahrheit l\u00e4ngst ein k\u00fcnstliches Gew\u00e4sser, gespeist aus dem abgepumpten Grubenwasser \u2014 und damit auch reguliert, sodass es nicht mehr die \u00dcberflutungen und S\u00fcmpfe im Erfttal gibt wie noch im 19. Jahrhundert. Und der <em>Frechener Bach<\/em>, der fr\u00fcher durch Frechen floss, existiert nur noch theoretisch in einem Abschnitt entlang der Bahngleise zwischen Frechen und St\u00fcttgenhof.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Braunkohletagebau mit seinen immensen Abpump-Mengen hat u.a. Sch\u00e4den an historischen Geb\u00e4uden nach sich gezogen, die dem Abbaggern entgangen sind: Schloss T\u00fcrnich z.B. erlitt Risse im Mauerwerk, weil die Eichenholzst\u00fctzen, die vor Jahrhunderten in<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/IMG_3913.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" size-medium wp-image-2335 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/IMG_3913-300x225.jpg\" alt=\"IMG_3913\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/IMG_3913-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/IMG_3913-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/IMG_3913-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> den sumpfigen Boden der Erftniederung gerammt wurden, durch die Absenkung des Grundwasserspiegels trocken fielen und zu verfaulen begannen. \u00c4hnliches geschah an Teilen von Schloss Bedburg und anderswo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch ehe Rheinbraun bzw. RWE Power die Eigent\u00fcmer entsch\u00e4digte, mussten diese z.T. langwierige Prozesse f\u00fchren. Die Sch\u00e4den an Schloss T\u00fcrnich etwa sind betr\u00e4chtlich, das Hauptgeb\u00e4ude (Foto links von 2015) ist seit Jahrzehnten unbewohnbar. Eine Einigung zwischen den streitenden Parteien kam erst vor Kurzem zustande.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein anderes Problem ist der <em>Feinstaub<\/em>, den der Wind in der trockengelegten Grube aufwirbelt und hinaustr\u00e4gt. Das f\u00e4llt sogar dem menschlichen Auge auf, das beim Besuch an den gro\u00dfen Braunkohlegruben von Hambach und Garzweiler sieht, welche Wolken gr\u00f6beren Staubs sich bei st\u00fcrmischem Wind erheben. Anwohner der umliegenden Ortschaften bem\u00e4ngeln, dass Messstationen f\u00fcr Feinstaub z.T. nicht dort stehen, wo sie n\u00f6tig w\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon fernab von Frechen, vor Erkelenz, liegt <em>Garzweiler II<\/em>, wo noch viel Kohle gef\u00f6rdert werden soll. <em>Problem 1<\/em>: In den heutigen Abbaugebieten liegt der Kohle-Fl\u00f6z sehr viel tiefer als z.B. damals auf dem Viller\u00fccken. Es wird also viel mehr Abraum bewegt, folglich entsteht auch ein bedeutend gr\u00f6\u00dferes und tieferes Loch in der Landschaft als in den fr\u00fcheren Abbaugebieten. Durch tief gehende Grundwasserabsenkung werden damit auch weiter entfernte Gebiete in Mitleidenschaft gezogen, wo Feucht- und Waldgebieten Austrocknung<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/94e.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-2379\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/94e-300x269.jpg\" alt=\"94e\" width=\"403\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/94e-300x269.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/94e-1024x918.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/94e-624x559.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 403px) 100vw, 403px\" \/><\/a> droht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Problem 2<\/em>: Was passiert nach der Auskohlung des Riesenlochs? Der Betreiber will z.B. f\u00fcr den <em>Tagebau Inden<\/em> eine kosteng\u00fcnstige L\u00f6sung: Statt Auff\u00fcllen mit Abraum ein Volllaufenlassen mit Wasser. Die von RWE Power favorisierte L\u00f6sung soll der \u00d6ffentlichkeit schmackhaft gemacht werden als neues Erholungsgebiet an einem See bei Inden, mit Wassersportm\u00f6glichkeiten etc. Kritiker warnen vor dem enorm tiefen Gew\u00e4sser (&#8222;Indener Ozean&#8220;), das biologisch weitgehend tot bleiben w\u00fcrde. Au\u00dferdem k\u00f6nnte es dort lange Zeit immer wieder zum Abrutschen von Hang- und Uferteilen kommen, zumal es Jahrzehnte dauern w\u00fcrde, bis der See vollgelaufen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und angesichts der j\u00fcngsten Entwicklung auf den Feldern der Energie- und der Klimapolitik wird der Sinn des Gro\u00dfprojekts Garzweiler II angezweifelt. \u00dcberhaupt ist es fraglich, inwieweit diese Rahmenbedingungen den Braunkohletagebau langfristig noch wirtschaftlich machen \u2014 auch wenn die Lobby von RWE Power, Vattenfall und anderen Interessierten ihren Einfluss geltend machen wird, damit f\u00fcr sie die Weichen g\u00fcnstig gestellt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frechen hat, wie gesagt, mit dem Wirtschaftssektor Energieerzeugung nicht mehr viel zu tun. Die Stadt hat in den vergangenen Jahrzehnten auf diese absehbare Entwicklung reagiert und einen Strukturwandel hin zum Sektor Handel und Dienstleistungen vollzogen. Viele Firmen haben sich \u2013 in verkehrsg\u00fcnstiger Lage zu den Autobahnen \u2013 neu angesiedelt. Die Stadt hat neue Gewerbegebiete erschlossen und vermarktet, nachdem sie 1975 Marsdorf an K\u00f6ln abtreten musste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frechens Verh\u00e4ltnis zur Industrie muss man also heute mit anderen Augen sehen. Nur noch wenige Industriebetriebe sind vor Ort, die meisten Arbeitspl\u00e4tze bieten l\u00e4ngst die Firmen in Handel und Dienstleistungsbereich. Selbst die <em>Quarzwerke<\/em> mit Abbau und Aufbereitung von Bodensch\u00e4tzen bieten heute weniger Arbeitspl\u00e4tze als noch vor einigen Jahrzehnten \u2014 infolge fortschreitender Maschinisierung, Automatisierung und Computersteuerung. Von den vielen Steinzeugwerken des vorigen Jahrhunderts ist allein Rhenania an der K\u00f6lner Stra\u00dfe geblieben. Auf dem Gel\u00e4nde der ehemaligen Steinzeugfabrik Cremer&amp;Breuer entstand ein weiteres Gewerbegebiet &#8211; was sonst?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R\u00fcckblickend mag jeder f\u00fcr sich entscheiden, wie das Verh\u00e4ltnis von Gewinn und Verlust f\u00fcr Frechen in seiner Beziehung zur Industrie war und ist. Ob jemand den Verlust historischer Substanz wie z.B. von Burg Benzelrath hoch, weniger hoch oder verschmerzbar findet, h\u00e4ngt sehr von seiner pers\u00f6nlichen Einstellung ab. Wer Sinn f\u00fcr Geschichte und Denkmalschutz hat, muss diesen Verlust bedauern. Aber diesen Sinn findet man nicht \u00fcberall, auch nicht immer bei den Entscheidungstr\u00e4gern in Wirtschaft und Politik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier bewahrheitet sich im Zweifel der alte Spruch: &#8222;Wenn Einer ein Ding von zwei Seiten sehen kann, hat er bestimmt kein Geld darin stecken.&#8220; Wo satte Gewinne winken, setzt man sich umso <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/062f.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1400\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/062f-300x247.jpg\" alt=\"062f\" width=\"326\" height=\"268\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/062f-300x247.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/062f-1024x846.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/062f-624x515.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 326px) 100vw, 326px\" \/><\/a>leichter \u00fcber Bedenken hinweg: Das sah man schon bei der Niederlegung der Spiesburg mitten in Frechen 1830, als das Burggel\u00e4nde parzelliert und verkauft wurde. In K\u00f6ln verfuhr man \u00e4hnlich mit der gro\u00dfen mittelalterlichen Stadtmauer, kaum dass der Dom im Jahre 1880 endlich fertiggestellt war. Und Rheinbraun verzichtete 1954 auch nicht auf die Beseitigung der Burg Benzelrath (Abb. rechts) am Rande des Abbaugebietes; denn in diesem Bereich stand der Kohlefl\u00f6z sozusagen dicht unter der Grasnarbe, sodass man leicht an viel Kohle kam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Entscheider in der Chefetage hatten ein anderes Wertesystem im Kopf als die Kritiker, die es schon damals gab, und die die Burgen gern erhalten h\u00e4tten. Doch f\u00fcr die Abbau-Entscheider in den Chefetagen war es weder ihre Heimat, noch lag ihnen viel an der Erhaltung historischer Bauwerke in einer ihnen fremden, zur wirtschaftlichen Ausbeutung \u00fcberlassenen Region. Und die, deren Heimat verschwand, hatten sie f\u00fcr ein Linsengericht verkauft, das noch ihre Kinder satt machte, aber ihre Enkel schon nicht mehr\u00a0 um es einmal\u00a0 in biblischer Sprache mit den Worten einer Weissagung des sp\u00e4ten Mittelalters zu formulieren (vgl. W. Reinert, DIE BEATUS-CHRONIK, S. 74).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der historische Bilderbuch-Ort <em>Kaster<\/em>, heute ein Stadtteil Bedburgs, verdankt sein \u00dcberleben<\/p>\n<div id=\"attachment_2336\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/15h-Stadttor-Alt-Kaster.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2336\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2336\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/15h-Stadttor-Alt-Kaster-300x225.jpg\" alt=\"Stadttor von Alt-Kaster\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/15h-Stadttor-Alt-Kaster-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/15h-Stadttor-Alt-Kaster-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/15h-Stadttor-Alt-Kaster-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2336\" class=\"wp-caption-text\">Stadttor von Alt-Kaster<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">auch nur heimatliebenden Kritikern, die Geh\u00f6r bei der Regierung des (damaligen) Landkreises K\u00f6ln fanden. Der Regierungspr\u00e4sident erweichte Rheinbraun, das historische Kaster zu verschonen. Weniger Gl\u00fcck hatte z.B. Burg Reuschenberg s\u00fcdwestlich von Elsdorf: Am Rande des neu erschlossenen Abbaugebietes &#8222;Hambach I&#8220; gelegen, wurde sie 1998\/99 abger\u00e4umt, wie eine Anzahl anderer historischer Burganlagen in den Jahrzehnten zuvor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jahrzehntelang war das Hauptargument f\u00fcr Rheinbraun und gegen Kritik: Es schafft Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die Region. Tats\u00e4chlich waren Braunkohle-Abbau und -verarbeitung sowie -verstromung in Kraftwerken lange der gr\u00f6\u00dfte Arbeitgeber im (heutigen) Rhein-Erft-Kreis. Und heutzutage, da die Zahl seiner Arbeitspl\u00e4tze r\u00fcckl\u00e4ufig ist, wird gern angef\u00fchrt: RWE Power schenkt uns gro\u00dfe Erholungsgebiete mit einer tollen Seenlandschaft, die es fr\u00fcher nicht gab. Zus\u00e4tzlich wird seit einigen Jahren gern ein &#8222;gr\u00fcner&#8220; Aspekt ins Feld gef\u00fchrt: Im Rekultivierungsgebiet siedeln sich z.T. seltene Pflanzen und Tiere an, manche waren hier fr\u00fcher sogar fremd. Sowas nennt man Imagepflege, Kritiker sprechen von &#8222;Greenwashing&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch infolge der &#8222;Energiewende&#8220; verk\u00fcndete die rot-gr\u00fcne Landesregierung im M\u00e4rz 2014, dass der geplante Abbau im Gebiet Garzweiler II nicht in vollem Umfang n\u00f6tig sei und deshalb f\u00fcr den am sp\u00e4testen vorgesehenen Teil der Abbau nicht mehr durchgef\u00fchrt werde, was f\u00fcr das Dorf Holzweiler mit umliegenden Geh\u00f6ften bedeutete, sie m\u00fcssten sich nicht mehr auf eine Umsiedlung um 2030 einstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Krise um die Krim-Annexion und die Ost-Ukraine 2014 meldeten sich prompt Stimmen, die die Sicherheit der Energieversorgung ins Spiel brachten: Man d\u00fcrfe die Braunkohlef\u00f6rderung nicht zur\u00fcckfahren, damit Deutschland nicht zu sehr von russischen Gaslieferungen abhinge. Da versucht man noch ganz schnell die Kurve zu kriegen und die alte Planung zu retten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andererseits fragt man sich, warum sich RWE Power nicht schon l\u00e4ngst st\u00e4rker im Sektor &#8222;erneuerbare Energien&#8220; engagiert hat. Das war offenbar bewusste Konzernpolitik: Man setzte stur weiter auf Braunkohle und Atomkraft. Und dann wurde man von der Ank\u00fcndigung der &#8222;Energiewende&#8220; auf dem falschen Fu\u00df erwischt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">RWE Power war v\u00f6llig unvorbereitet, vielleicht weil es bis dahin keine Probleme in der Zusammenarbeit mit der Politik gegeben hatte und man glaubte, dass man vor sowas wie der &#8222;Energiewende&#8220; sicher sei, hatte doch erst kurz vorher die schwarz-gelbe Bundesregierung unter Merkel den Atomkonsens der rot-gr\u00fcnen Regierung mit der Atomindustrie gekippt und die Laufzeiten der AKWs verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun k\u00f6nnte jemand denken: In oder im Umkreis von Frechen gibt es kein AKW, also, was k\u00fcmmert mich dieses Thema? Was uns daran k\u00fcmmern muss, wei\u00df inzwischen jeder informierte B\u00fcrger: Seit der Katastrophe im AKW Tschernobyl, weit weg in der West-Ukraine, wissen wir, welche gro\u00dfr\u00e4umigen Folgen ein &#8222;St\u00f6rfall&#8220;, aber erst recht ein GAU (gr\u00f6\u00dfter anzunehmender Unfall) in einem AKW haben kann. 1986 nahm dieser GAU praktisch einen gro\u00dfen Teil Europas, auch unsere Region, in Mitleidenschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damals redeten sich Atomwirtschaft und Politik noch damit heraus: Das war ein schlechter Ostblock-Reaktor, unsere guten Anlagen dagegen sind anders und v\u00f6llig sicher. Aber als der GAU im hochtechnisierten AKW von Fukushima in Japan am 11.3.2011 eintrat, zog diese Ausrede nicht, und Kanzlerin Merkel reagierte schnell, schon am 14.3.: deutsche AKWs 3 Monate abschalten und \u00fcberpr\u00fcfen, und mittelfristig alternative (d.h. regenerative) Energiegewinnung ausbauen mit dem Fernziel, Atomstrom entbehrlich zu machen (Atomausstieg).\u00a0 Hinzukommen sollte f\u00fcr den Klimaschutz auch die Abkehr von der Braunkohle als &#8222;schmutzigstem&#8220; Energietr\u00e4ger. Das nannte man wohlklingend &#8222;Energiewende&#8220;.<\/p>\n<div id=\"attachment_2337\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/14-\u00dcberlandleitungen-bei-Frechen.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2337\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2337 size-medium\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/14-\u00dcberlandleitungen-bei-Frechen-300x225.jpg\" alt=\"14-\u00dcberlandleitungen bei Frechen\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/14-\u00dcberlandleitungen-bei-Frechen-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/14-\u00dcberlandleitungen-bei-Frechen-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/14-\u00dcberlandleitungen-bei-Frechen-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2337\" class=\"wp-caption-text\">\u00dcberlandleitungen bei Frechen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie alle wissen, ist diese &#8222;Wende&#8220; noch lange nicht vollzogen (Stand: August 2015). Es t\u00fcrmten sich Schwierigkeiten auf, Energiekonzerne zierten sich, beschwerten sich, drohten mit Schadenersatzklagen, und bald gab es \u00c4rger um neu zu ziehende Stromtrassen f\u00fcr den Stromtransport aus den Windparks des norddeutschen Flachlandes in den S\u00fcden der Republik. Und in den Medien trommelten Konzernsprecher und einige Politiker unisono daf\u00fcr, die Braunkohleverstromung als unverzichtbare &#8222;Br\u00fcckentechnologie&#8220; sowie als Reserve noch lange zu nutzen&#8230; Wir wollen das Thema an dieser Stelle nicht weiter vertiefen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klar ist: Der Rhein-Erft-Kreis, ja die Region zwischen K\u00f6ln und Aachen, sind von der RWE-Konzernpolitik wie von der Energiepolitik der Landes- und der Bundesregierung in hohem Ma\u00dfe betroffen. Hier greift, f\u00fcr alle offensichtlich, Lokales, Regionales und \u00dcberregionales ineinander \u2014 und das eigentlich schon seit Beginn der gro\u00dffl\u00e4chigen Braunkohlegewinnung im sp\u00e4ten 19. Jahrhundert. Wer eine Geschichte Frechens bis in unsere Zeit schreiben will, wird nicht umhin kommen, neben dem Focus auf das lokale Geschehen auch die oben kurz angesprochenen Zusammenh\u00e4nge in den Blick zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W.R., im August 2015<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Links f\u00fcr Leute, die sich genauer informieren wollen&#8230;<\/em><\/span><\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"color: #993300;\">&#8230; zum Thema Braunkohle:<\/span><\/em><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rheinisches_Braunkohlerevier#\/media\/File:Rheinisches_Braunkohlerevier_DE.png\">Rheinisches Braunkohlerevier DE &#8211; Rheinisches Braunkohlerevier \u2013 Wikipedia<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.bund-nrw.de\/themen_und_projekte\/braunkohle\/\">BUND. Landesverband Nordrhein-Westfalen: Braunkohle<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.burgerbe.de\/2013\/05\/31\/schloss-thuernich-ein-wasserschloss-kaempft-gegen-tagebauschaeden\/\">Schloss T\u00fcrnich: Ein Wasserschloss k\u00e4mpft gegen Bergsch\u00e4den | Burgerbe-Blog<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Buch: Frank Kretzschmar, <em>Kulturregion Erftkreis: Verluste einer Denkmallandschaft<\/em>. 1991<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Film, ausgestrahlt vom WDR am 3.3.2017 &gt;<a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/video\/sendungen\/doku-am-freitag\/video-das-grosse-loch---heimat-gegen-kohle-100.html\">Das gro\u00dfe Loch &#8211; Heimat gegen Kohle &#8211; Doku am Freitag &#8211; Sendung &#8211; Video &#8211; Mediathek &#8211; WDR<\/a><\/p>\n<p>Ein aktuelles Update im Dez. 2019: <a href=\"http:\/\/verheizte-heimat.de\/tag\/keyenberg\/\">Keyenberg \u2013 Verheizte Heimat<\/a><\/p>\n<p>Ausf\u00fchrliche Darstellung zur Entwicklung um Abholzungen im Bereich Hambacher Forst und Proteste dagegen: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hambacher_Forst\">Hambacher Forst \u2013 Wikipedia<\/a><\/p>\n<h5><em><strong>Aktualisierung\/Update<\/strong><\/em> 24.01.2020 zum Stand der Dinge, mit Focus auf NRW: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/kohleausstieg\/\">Kohleausstieg &#8211; DER SPIEGEL<\/a><\/h5>\n<h4><em>&#8230; zum Thema Rekultivierung:<\/em><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/video\/2018-10\/5852700669001\/braunkohle-wald-ist-nicht-gleich-wald\">Braunkohle: Wald ist nicht gleich Wald |\u00a0ZEIT ONLINE<\/a><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333399;\"><em>&#8230; zum Thema Quarzsandabbau:<\/em><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Quarzsand\">Quarzsand \u2013 Wikipedia<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.quarzwerke.com\/de\/standorte\/werke-der-quarzwerke-gruppe\/quarzsandwerke\/frechen\">Frechen &#8211; Quarzwerke Gruppe<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.buschbellerwald.de\/geologie.html\">Historie &#8211; buschbellerwald.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.regenwald.org\/files\/de\/Erwiderung%20Brief%20Quarzwerke%20BUND.pdf\">Sehr geehrter Herr Reith, &#8211; Erwiderung Brief Quarzwerke BUND.pdf<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/frechen\/quarzwerke-in-frechen-sandabbau-kann-weitergehen-,15189184,28157368.html\">Quarzwerke in Frechen: Sandabbau kann weitergehen | Frechen\u00a0&#8211; K\u00f6lner Stadt-Anzeiger<\/a><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff00ff;\"><em>&#8230; zum Thema Atomkraft: <\/em><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&gt;Blog \/ 11.3.2014: &#8222;11. M\u00e4rz \u2014 ein Ge- und Bedenktag&#8220;<\/em><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"color: #008000;\">&#8230; zum Thema Energiewende:<\/span><\/em><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Energiewende\">Energiewende \u2013 Wikipedia<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/energiewende\">Das Zeitalter der Erneuerbaren beginnt | Greenpeace<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/29\/energiewende-kohle-ausstieg-klima\">Energiewende: Nicht ablenken lassen | ZEIT ONLINE<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da soll mal einer sagen, Zeitgeschichte sei nicht spannend &#8211; zumal dann, wenn ihr Schauplatz die eigene Heimat bzw. Wohngegend ist! Es mag zwar nicht von Bedeutung sein, wenn (nach einem popul\u00e4ren Spruch) in China ein Sack Reis umf\u00e4llt. Aber wenn an einem Konferenztisch in Essen, in der Konzernzentrale von RWE Power, Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft diskutiert und beschlossen werden, dann hat das durchaus Folgen auch f\u00fcr die Region zwischen K\u00f6ln und Aachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und was den Sack Reis betrifft, so w\u00fcrden Verfechter der Chaostheorie sagen: Vorsicht, keine voreiligen Schl\u00fcsse! Und Wirtschafts-Analysten und B\u00f6rsen-Beobachter w\u00fcrden mit erhobenem Finger beipflichten\u00a0\u2014 mit Blick auf Chinas B\u00f6rsen-Turbulenzen im Sommer 2015. So gesehen, ist der Spruch vom Sack Reis veraltet und passt nicht mehr in unsere globalisierte Welt: China ist l\u00e4ngst Teil des &#8222;globalen Dorfes&#8220; \u2014 das haben schon u.a. deutsche Gro\u00dfinvestoren besorgt, die in China nicht nur Autos verkaufen und bauen, sondern auch viel Geld in die dortige Kohleindustrie gesteckt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">-S. R.-<\/p>\n<p>Im Dezember des Jahres 2021 konnte man feststellen: Die Regierungen unter Kanzlerin Merkel haben Manches an Problemen liegen lassen oder nur halbherzig bearbeitet. Um ein Datum des Kohleausstiegs wurde Jahre gefeilscht und verhandelt, \u00e4hnlich wie zuvor um den Atomausstieg, und Energiekonzerne schlugen dabei Milliarden an Entsch\u00e4digung f\u00fcr sich heraus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20211029_171209-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-7402 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20211029_171209-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20211029_171209-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20211029_171209-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20211029_171209-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20211029_171209-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20211029_171209-624x832.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20211029_171209-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Wie zuvor um den Erhalt des Hambacher Forsts (genauer: eines Restst\u00fcckes davon) wurde im Jahr 2021 erbittert um den Erhalt einiger D\u00f6rfer im westlichen Tagebaugebiet Garzweiler II gestritten. RWE versteifte sich darauf, dass der Tagebau wie geplant auch das Dorf L\u00fctzerath einschlie\u00dfe. Hier konzentrierte sich daher auch 2021 der Protest. Das Plakat mit Aufruf zu einer Demo vom Oktober 2021 stellt ausdr\u00fccklich den Zusammenhang mit den von der Politik angestrebten Klimazielen her.<\/p>\n<p>Und in der Tat erkl\u00e4rt der neue Bundeswirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Gr\u00fcne) Anfang 2022, dass Deutschland aufgrund jahrelanger Vers\u00e4umnisse im Klimaschutz hinter den selbst gesteckten Zielen zur\u00fcckliege und diese nicht nur 2021 verfehlt habe, sondern auch 2022 nicht erreichen werde.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"92\" height=\"67\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 92px) 100vw, 92px\" \/><\/a><\/h2>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist ein <span style=\"color: #ff0000;\">Baudenkmal<\/span>?<\/strong> Es ist ein \u00dcberbleibsel aus vergangener Zeit, das selten und au\u00dfergew\u00f6hnlich geworden ist. Und mehr noch, es ist eine Br\u00fccke in die Vergangenheit, die sonst dem Auge nicht mehr direkt sichtbar ist. Ein Baudenkmal hilft uns, wenn wir uns eine versunkene Zeit vorstellen wollen, wenn wir sie bis in Einzelheiten sinnlich erfahrbar kennenlernen wollen. Es ist Historie zum Anfassen, Begehen, Sichhineinversetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">8.2\u00a0 Lokales Baudenkmal<\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\">als Hinweis auf eine weltgeschichtliche Entwicklung:<\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Der Bahnhof &#8222;Belvedere&#8220; in K\u00f6ln-M\u00fcngersdorf<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>A<\/strong>m Tag des offenen Denkmals im September 2016 entschloss ich mich, an einer F\u00fchrung an und in einem Baudenkmal teilzunehmen, das der \u00d6ffentlichkeit bis auf Weiteres nicht zug\u00e4nglich ist. Durch einen Zeitungsartikel neugierig gemacht, besuchte ich zuvor die Homepage des F\u00f6rdervereins, der sich f\u00fcr die Erhaltung dieses Objektes einsetzt &gt;<a href=\"http:\/\/www.bahnhof-belvedere.de\/\">Willkommen bei &#8211; F\u00f6rderkreis Bahnhof Belvedere e.V.<\/a> . Das war f\u00fcr mich der Eintritt in ein Thema, das ich bisher nur gelegentlich in Geschichtsb\u00fcchern gestreift hatte: Die Anf\u00e4nge der Eisenbahngeschichte, eng verbunden mit der Entwicklung der Dampfmaschine, diese wiederum ein wesentlicher Teil der Industriellen Revolution, die in England im 18. Jahrhundert ihren Anfang nahm und im 19. Jahrhundert auf das europ\u00e4ische Festland, die USA und schlie\u00dflich gro\u00dfe Teile des Globus \u00fcbergriff.<\/p>\n<div id=\"attachment_3314\" style=\"width: 477px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/14c2.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3314\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3314\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/14c2-300x200.jpg\" alt=\"14c2\" width=\"467\" height=\"311\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/14c2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/14c2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/14c2-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/14c2-624x416.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 467px) 100vw, 467px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3314\" class=\"wp-caption-text\">Bahnhof Belvedere, Gartenfront\u00a0 &#8212;\u00a0 Foto: W.R., Sept. 2016<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist der Sch\u00f6nheit dieses Bauwerks, seiner Einzigartigkeit in Deutschland, und der kompetenten F\u00fchrung an jenem Tag geschuldet, dass ich verst\u00e4rktes Interesse an diesem Themenbereich entwickelte und nicht nur dem F\u00f6rderkreis beitrat, sondern mich auch in Literatur zum Thema vertiefte. Einen guten kulturhistorischen \u00dcberblick und konkreten Einblick in die Entstehung dieses Bahnhofs im Zusammenhang der Planung und Bedeutung der Eisenbahnstrecke liefert der Vortrag von Prof. Norbert Nu\u00dfbaum (mit Bildern) auf der o.g. Homepage: &gt;<a href=\"https:\/\/cdn.website-start.de\/proxy\/apps\/aek2oo\/uploads\/gleichzwei\/instances\/E7479B32-F782-4CA7-9E25-495AE396B15E\/wcinstances\/epaper\/488105c1-4783-4ed6-96cb-9e9b24947db4\/pdf\/Vortrag%20Belvedere%2023-05-13_MS.pdf\">Vortrag Belvedere 23-05-13_MS.pdf<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bahnhofsgeb\u00e4ude, erbaut 1838\/39, mit der heute parkartigen Anlage ist einzigartig, weil es aus dieser fr\u00fchen Zeit des Eisenbahnwesens in Deutschland sonst kein derartiges Geb\u00e4ude mehr gibt. Man hatte zu jener Zeit noch gar kein Vorbild f\u00fcr den Bautyp &#8222;Bahnhof&#8220; und orientierte sich daher an anderen Beispielen, wie der Vortrag ausf\u00fchrt. Ebenso zeigt sich auch am rollenden Material jener Zeit, dass man (aus heutiger Sicht) noch gar nicht so recht wusste, wie man Lokomotiven und Waggons am zweckm\u00e4\u00dfigsten konstruieren sollte.<\/p>\n<div id=\"attachment_3316\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok1.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3316\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3316\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok1-300x273.png\" alt=\"Skizze: fr\u00fche Lokomotive\" width=\"150\" height=\"137\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok1-300x273.png 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok1-768x699.png 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok1-1024x932.png 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok1-624x568.png 624w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3316\" class=\"wp-caption-text\">Skizze: fr\u00fche Lokomotive<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten Lokomotiven, die noch aus England importiert wurden, waren quasi auf R\u00e4der gestellte Dampfmaschinen, zur Personenbef\u00f6rderung nahm man zun\u00e4chst die Oberbauten von Kutschen und montierte sie auf ein f\u00fcr den Schienenverkehr geeignetes Fahrgestell. F\u00fcr die billigsten Pl\u00e4tze gab es offene Waggons, wo Ru\u00df und gl\u00fchende Partikel aus dem Rauch der Lokomotive so manchen Ausgehanzug einsauten und so manches Kleid durch Brandl\u00f6cher ruinierten.<\/p>\n<div id=\"attachment_3318\" style=\"width: 181px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok-4-Waggon.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3318\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3318\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok-4-Waggon-300x196.jpg\" alt=\"Skizze: Beispiel eines fr\u00fchen gedeckten Eisenbahnwaggons zur Personenbef\u00f6rderung\" width=\"171\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok-4-Waggon-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok-4-Waggon-768x501.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok-4-Waggon-1024x668.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Lok-4-Waggon-624x407.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 171px) 100vw, 171px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3318\" class=\"wp-caption-text\">Skizze: Beispiel eines fr\u00fchen gedeckten Eisenbahnwaggons zur Personenbef\u00f6rderung<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber diese m\u00f6glichen &#8222;Kollateralsch\u00e4den&#8220; nahm man in Kauf, das K\u00f6lner Publikum jedenfalls begr\u00fc\u00dfte und nutzte die M\u00f6glichkeit der Ausflugsfahrten nach M\u00fcngersdorf, wo man sich im Gartenlokal ergehen und den Blick nach K\u00f6ln bis ins Bergische Land (&#8222;Belvedere&#8220; = sch\u00f6ne Aussicht) genie\u00dfen konnte. Diese erste Teil- (und Test-) Strecke, er\u00f6ffnet 1839, erfreute sich regen Zuspruchs, wie auch sp\u00e4ter die Fahrt weiter bis Gro\u00dfk\u00f6nigsdorf, wo Ausfl\u00fcgler aus K\u00f6ln Waldspazierg\u00e4nge und die Erfrischung in mehreren Gartenlokalen sch\u00e4tzten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die als &#8222;Eiserner Rhein&#8220; geplante Eisenbahnlinie musste hinter Gro\u00dfk\u00f6nigsdorf den H\u00f6henr\u00fccken der Ville \u00fcberwinden. Statt einer zuerst erwogenen Umgehung der Ville baute man mit betr\u00e4chtlichem Aufwand einen Tunnel. Der Streckenverlauf (&#8222;Rheinische E.B.&#8220;) ist in einer Karte des Landkreises K\u00f6ln aus dem sp\u00e4teren 19. Jahrhundert gut zu erkennen, siehe &gt;<em>Blog<\/em>, Bach-Revival, gegen Ende des Beitrags. (Der Tunnel wurde Mitte des 20. Jahrhunderts &#8222;aufgeschlitzt&#8220;, indem man das Deckgebirge abtrug.) An der belgischen Grenze traf die Strecke dann auf den von Belgien vorangetriebenen Streckenteil, sodass die erste grenz\u00fcberquerende Eisenbahnlinie Europas 1843 komplett in Betrieb gehen konnte. Eine Daten\u00fcbersicht zur fr\u00fchen Eisenbahn-Entwicklung finden Sie hier: &gt;<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Daten-Eisenbahn-Anf\u00e4nge.pdf\">daten-eisenbahn-anfaenge<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Londoner Science Museum kann man eine der fr\u00fchen Lokomotiven von Stephenson<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/P1010294.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-3322\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/P1010294-300x222.jpg\" alt=\"p1010294\" width=\"300\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/P1010294-300x222.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/P1010294-768x569.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/P1010294-1024x758.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/P1010294-624x462.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> besichtigen. Ich fotografierte sie 1997 und stellte dabei mit Bedauern fest, dass ein Teil des Antriebs fehlte, n\u00e4mlich die Pleuelstange, die die Dampfkraft aus dem Zylinder auf das vordere (Antriebs-) Rad \u00fcbertr\u00e4gt. \u00dcberhaupt machte die Lok auf mich den Eindruck, als sei sie auf einem Schrottplatz gefunden und nach einer S\u00e4uberung direkt ins Museum gebracht worden (Foto rechts).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine beigef\u00fcgte Erl\u00e4uterung gab Auskunft: <em>Stepenson&#8217;s &#8222;Rocket&#8220;, the first modern steam locomotive, 1829 \/ technical improvements in the &#8222;Rocket&#8220; of 1831 (on display), e.g. front buffer; speed: 29 mph<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Zeichnung von\u00a0 J. P. Weyer von ca. 1845 (&gt;Abb. im o.g. Vortrag von N. Nu\u00dfbaum, S. 7) sieht man einen Zug am Bahnhof Belvedere, bereit zur Abfahrt nach K\u00f6ln. Dort hatte man aus handelspolitischen Gr\u00fcnden schon lange \u00fcber eine Verbindung zur belgischen K\u00fcste nachgedacht, um die Z\u00f6lle an der niederl\u00e4ndischen Rheinm\u00fcndung zu umgehen. Noch ahnte niemand, wie schnell innerhalb von ein paar Jahrzehnten das Streckennetz wachsen w\u00fcrde\u00a0\u2014 trotz Behinderung durch viele L\u00e4ndergrenzen (Der deutsche Nationalstaat ohne Staats- und Zollgrenzen wurde bekanntlich erst 1871 gegr\u00fcndet).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wenn wenn wir \u00fcber den Atlantik schauen, sehen wir, dass der Bau der Eisenbahnen die USA erst in die Lage versetzte, den &#8222;Wilden Westen&#8220; zu erobern und zu erschlie\u00dfen. Au\u00dferdem erm\u00f6glichten sie schnelle Truppentransporte im Sezessionskrieg 1861-65, ein Vorteil, den auch das preu\u00dfische Milit\u00e4r in Deutschland im Auge hatte. Aber vor allem die Wirtschaft nutzte die Transportkapazit\u00e4ten der Eisenbahn, etwa um Kohle oder Eisenerz zu den Hoch\u00f6fen zu bringen. Die Industrielle Revolution hielt damit Einzug auch auf dem Kontinent, und bald \u00fcberfl\u00fcgelte das junge Deutsche Reich in vielen Bereichen sogar Gro\u00dfbritannien, das Mutterland dieser Entwicklung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In England, und nicht nur dort, gibt es eine Gemeinde von Eisenbahn-Enthusiasten und -historikern, die sich auch um Pflege und Erhalt von \u00dcberresten der Eisenbahngeschichte k\u00fcmmern. Wer sich ausf\u00fchrlich in englischer Sprache \u00fcber die Entwicklung von den fr\u00fchen Dampfmaschinen zu den ersten Eisenbahnen informieren will, klicke auf diesen Film (45 Min.) von National Geographic: &gt;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=wOGYZC-IJPQ\">Britain&#8217;s Greatest Machines With Chris Barrie &#8211; S02E04: Trains &#8211; The Steam Pioneers (5.1 DPL II, HD) &#8211; YouTube<\/a> .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich Anfang der 1980er Jahre im S\u00fcden Englands auf der Suche nach einer B&amp;B-Unterkunft war, verschlug es meine Begleiterin und mich unverhofft in ein ruhiges, teils bewaldetes, kleines Tal auf dem Lande, wo wir einen alten, stillgelegten Bahnhof vorfanden. Die Besitzer betrieben hier eine Bed-and-Breakfast-Pension f\u00fcr Eisenbahn-Fans und hatten den Bahnhof liebevoll in allen m\u00f6glichen Details restauriert. Man schlief in Abteilen, an den Fenstern waren Emaille-Schilder angeschraubt: &#8222;Do not lean out.&#8220; Das Dach des Bahnsteigs wurde von schlanken Eisens\u00e4ulen getragen, deren Kapitelle in floralen Formen ausf\u00e4cherten. (In \u00e4hnlichem Stil kann man solche Bauelemente noch am Bahnhof Rolandseck sehen\u00a0\u2014 oder in der K\u00f6lner Flora.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Bahnhof stammte nicht aus der Fr\u00fchzeit wie unser Belvedere, aber auch dort war im Laufe der Zeit ein fast m\u00e4rchenhaftes Ensemble entstanden. Jenes Tal wirkte v\u00f6llig weltabgeschieden, wie aus der Zeit gefallen; die alten Bahngleise waren nur noch nahe am Bahnhof vorhanden. Ich wei\u00df nicht, ob sich jenes Idyll bis heute als private Initiative halten konnte. Unserem Bahnhof Belvedere, weniger weltabgeschieden, wird es hoffentlich in ein paar Jahren verg\u00f6nnt sein, nicht nur als ein historisches Kleinod, sondern auch als beliebter Veranstaltungsort zu strahlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis dahin sind noch einige Probleme zu l\u00f6sen, im Jahre 2016 vor allem der Konflikt zwischen <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14b.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-3333\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14b-300x200.jpg\" alt=\"14b\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14b-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14b-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14b-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14b-624x416.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Naturschutz (Erhaltung der nahe am Bau hochgegangenen Platanen) und Denkmalschutz (Erhaltung der Bausubstanz, die an der Nordwestseite durch starke Baumwurzeln gesch\u00e4digt wird). Aus meiner Sicht sollte eine <em>Gesamtbetrachtung<\/em> m\u00f6glich sein, die das ganze Ensemble in den Blick nimmt und nicht nur ein Teilinteresse, so berechtigt es auch im Allgemeinen ist. So sieht man die n\u00e4here Umgebung (Bahnhofsgarten und B\u00f6schung der Mittelterrasse entlang des Milit\u00e4rrings) reich best\u00fcckt mit Baum und Busch. Aus meiner Sicht bedeutet das: Im Rahmen einer Gesamtbewertung w\u00e4re es evtl. zu verschmerzen, wenn am Bahnhof ein (zum Naturdenkmal erkl\u00e4rter) Baum f\u00fcr den Erhalt des Baudenkmals geopfert wird. Da die anderen Platanen stehen bleiben, w\u00fcrde auch der Eindruck der Garten- bzw. Parkanlage nicht beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<div id=\"attachment_3334\" style=\"width: 447px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14f.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3334\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3334\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14f-300x200.jpg\" alt=\"14f\" width=\"437\" height=\"291\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14f-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14f-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14f-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/14f-624x416.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 437px) 100vw, 437px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3334\" class=\"wp-caption-text\">Blick aus dem Obergeschoss in den Garten<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">W. R., im November 2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Nachtrag zum Stand der Problembew\u00e4ltigung vom 22.04.2017<\/em> &gt;<a href=\"http:\/\/www.rundschau-online.de\/region\/koeln\/restaurierung-der-erste-schritt-am-bahnhof-belvedere-ist-gemacht-26812170\">Restaurierung: Der erste Schritt am Bahnhof Belvedere ist gemacht | K\u00f6lnische Rundschau <\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">und &gt;<a href=\"http:\/\/www.bahnhof-belvedere.de\/aktuell\/\">F\u00f6rderkreis Bahnhof Belvedere e.V. &#8211; Aktuell<\/a><\/p>\n<p><em>Update am 27.06.2024:<\/em> Kaum zu glauben, aber der die Bausubstanz gef\u00e4hrdende Baum ist immer noch nicht gef\u00e4llt! Sturheit ohne R\u00fccksicht auf die Gesamtsituation, so w\u00fcrde ich die Blockadepolitik der treibenden Kraft gegen die Baumf\u00e4llung nennen. Das kann nicht im \u00f6ffentlichen Interesse sein, denn es schadet nicht nur dem Baudenkmal, es schadet auch dem Ansehen des Naturschutzes. Siehe dazu auch: &gt;<a href=\"https:\/\/www.ksta.de\/leserbriefe\/leserbriefe-zum-bahnhof-belvedere-naturschutz-ad-absurdum-gefuehrt-817626\">Leserbriefe zum Bahnhof Belvedere: Naturschutz ad absurdum gef\u00fchrt | K\u00f6lner Stadt-Anzeiger<\/a><\/p>\n<p><em>Update am 11.08.2025:<\/em> Fassungslos h\u00f6re und lese ich, dass die Naturschutz-Schraube weiter \u00fcberdreht wird. Nachdem wieder einmal klargestellt worden war, dass im vorliegenden Fall zumindest eine Platane gef\u00e4llt werden soll, wurde der B.U.N.D. mobilisiert und klagte dagegen, und ein Gericht stellte in einem Eilbeschluss (nach Rechtslage) fest: Der Baum darf nicht gef\u00e4llt werden. Der <em>formale<\/em> Grund ist, dass nach Landesgesetz Naturschutz gleichberechtigt neben Denkmalschutz steht. Damit ist eine Abw\u00e4gung nach gesundem Menschenverstand und\/oder \u00f6ffentlichem Interesse blockiert. So entscheiden eben \u00f6fters Gerichte: nach Aktenlage.<\/p>\n<p>Dabei ist jedem Blinden mit Kr\u00fcckstock erkennbar, dass eine alte Platane, auch wenn formal zum Naturdenkmal erkl\u00e4rt, in dieser \u00fcberaus gr\u00fcnen Umgebung mit vielen B\u00e4umen weniger selten ist als das Baudenkmal von 1839, das in Deutschland einzigartig ist. In neutraler Sicht erscheint es daher logisch, dass hier das \u00f6ffentliche Interesse am Erhalt des Baudenkmals \u00fcberwiegt. In der n\u00e4heren (siehe auch Fotos oben) und weiteren Umgebung gibt es jede Menge Gr\u00fcn und Natur, aber nur dieses eine Baudenkmal und sonst kein \u00e4hnliches bundesweit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">P.S.\u00a0 Als heiteres Bonbon kann man sich hier ein Filmchen anschauen, das in der Stummfilmzeit entstand und die ersten Eisenbahnen karikiert (Dauer: 4:50min.): &gt;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QXBwzC4JYC0\">1829 Stephenson&#8217;s Rocket steam locomotive &#8211; YouTube<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"101\" height=\"73\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 101px) 100vw, 101px\" \/><\/a><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/h2>\n<h1 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: left;\">9. Beurteilung von historischen Pers\u00f6nlichkeiten und pers\u00f6nliche Urteile<\/h1>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Von Helden, Schurken und pers\u00f6nlicher Sympathie<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Friedrich Schiller, der sich nicht nur bei den Recherchen zu seinen Dramen mit Geschichte besch\u00e4ftigte, schrieb \u00fcber Wallenstein, den er zum Helden seines gleichnamigen Zweiteilers machte:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000080;\">Von der Parteien Gunst und Hass verzerrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte.<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das kann man zum Bild so mancher Pers\u00f6nlichkeit sagen, die uns in historischen Darstellungen begegnet. Mal ist es die Perspektive des Zeitgeistes einer Epoche, mal die Sympathie oder Voreingenommenheit eines Autors, die eine Pers\u00f6nlichkeit der Geschichte in positiven oder negativem Licht erscheinen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu kann man etwa das Beispiel Alexander der Gro\u00dfe anf\u00fchren, der seit der Antike als gefeierter Feldherr und Halbgott erscheint, den man aber auch ganz anders bewerten kann (mehr &gt;<em>F.U.F.-Bibliothek <\/em>\/ Der Animus-Preis \/ Matthias Schulz).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieso kam es \u00fcberhaupt dazu, dass jener Alexander der \u00fcber Epochen hinweg strahlende Held wurde? Als die europ\u00e4ische Geschichtswissenschaft im 19. Jahrhundert aufbl\u00fchte, war eine Sehweise verbreitet, die man unter dem Schlagwort &#8222;M\u00e4nner machen Geschichte&#8220; zusammenfassen kann. Verst\u00e4rkt wurde diese Anschauung dadurch, dass man Geschichte weitgehend als eine Folge von Feldz\u00fcgen und Kriegen betrachtete, \u00fcber die auch das meiste Quellenmaterial vorlag. Und aus den Quellen ergab sich fast zwangsl\u00e4ufig, dass gro\u00dfe Feldherren und m\u00e4chtige Herrscher die V\u00f6lker und ihre Geschicke lenkten, dass es an ihnen hing, ob Reiche aufstiegen oder untergingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ergingen sich Historiker in ihren W\u00e4lzern darin, gro\u00dfe Herrscher anzuschw\u00e4rmen und erfolgreiche Feldherren zu bewundern\u00a0\u2014 z.B. ebenjenen Alexander. Den himmelten schon viele antike Autoren an, r\u00f6mische schm\u00fcckten ihn mit dem Beinamen &#8222;der Gro\u00dfe&#8220;, und antike Herrscher schon nahmen sich Alexander zum Vorbild. Vom r\u00f6mischen Kaiser Augustus wird berichtet, dass er pers\u00f6nlich das Grab Alexanders in Alexandria besucht und zum Zeichen der Verehrung einen goldenen Lorbeerkranz spendiert\u00a0 habe.<\/p>\n<div id=\"attachment_2651\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/7e_sp.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2651\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2651\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/7e_sp-300x251.jpg\" alt=\"Bismarck und Generalstabschef Helmuth von Moltke w\u00e4hrend der Schlacht von K\u00f6niggratz (3.7.1866), nach einem Gem\u00e4lde von C. R\u00f6chling, erg\u00e4nzt von W.R. Die Anekdote hierzu: K\u00f6nig Wilhelm dr\u00e4ngte Bismarck, Moltke \u00fcber den zu erwartenden Ausgang der Schlacht zu befragen. Bismarck ritt an Moltke heran und bot dem&quot;Schweiger&quot; sein Zigarrenetui. Moltke w\u00e4hlte mit Bedacht und nahm sich eine. Darauf ritt Bismarck zum K\u00f6nig zur\u00fcck und meldete: &quot;Majest\u00e4t, es steht gut f\u00fcr uns: Er hat sich die beste genommen.&quot;\" width=\"300\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/7e_sp-300x251.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/7e_sp-1024x857.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/7e_sp-624x522.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/7e_sp.jpg 2040w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2651\" class=\"wp-caption-text\">Bismarck und Generalstabschef Helmuth von Moltke w\u00e4hrend der Schlacht von K\u00f6niggratz (3.7.1866), nach einem Gem\u00e4lde von C. R\u00f6chling, erg\u00e4nzt von W.R. Die Anekdote hierzu: K\u00f6nig Wilhelm dr\u00e4ngte Bismarck, Moltke \u00fcber den zu erwartenden Ausgang der Schlacht zu befragen. Bismarck ritt an Moltke heran und bot dem &#8222;Schweiger&#8220; sein Zigarrenetui. Moltke w\u00e4hlte mit Bedacht und nahm sich eine. Darauf ritt Bismarck zum K\u00f6nig zur\u00fcck und meldete: &#8222;Majest\u00e4t, es steht gut f\u00fcr uns: Er hat sich die beste genommen.&#8220;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass so mancher deutsche Historiker des 19. Jahrhunderts es ihm (Augustus) am liebsten gleich getan h\u00e4tte. Diese Sehweise der Geschichtsschreibung hatte erst richtig Konjunktur, als im sp\u00e4ten 19. Jahrhundert das zweite deutsche Kaiserreich errichtet war (1871). Man bewunderte die preu\u00dfischen Siege in den &#8222;Einigungskriegen&#8220; und erz\u00e4hlte Anekdoten vom preu\u00dfischen K\u00f6nig und sp\u00e4teren Kaiser Wilhelm I. und seinen Gener\u00e4len, wie zuvor schon vom &#8222;Alten Fritz&#8220;. Man sah &#8222;gro\u00dfe M\u00e4nner&#8220; der deutschen Geschichte das Deutsche Reich errichten, wie\u00a0\u2014 allen voran\u00a0\u2014 Bismarck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wen wundert es, dass man am Deutschen Eck in Koblenz 1897 eine Reiterstatue Kaiser Wilhelms I. auf einem hohen Sockel in einem weitl\u00e4ufigen Denkmalsgel\u00e4nde aufstellte. Die Aufschrift auf dem Sockel lautete: &#8222;Wilhelm dem Gro\u00dfen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/7q2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2517 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/7q2-300x225.jpg\" alt=\"Monumental-Reiterstatue des Kaisers, begleitet von einem gefl\u00fcgelten Genius, am Deutschen Eck in Koblenz\" width=\"496\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/7q2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/7q2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/7q2-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 496px) 100vw, 496px\" \/><\/a><em>Monumental-Reiterstatue des Kaisers, begleitet von einem gefl\u00fcgelten Genius, am Deutschen Eck in Koblenz (Foto anklicken zum Scharfstellen), aus: Unser Kaiser, 1898, S. 365<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch zahlreicher waren allerdings Denkm\u00e4ler f\u00fcr Bismarck, gern als monumentale &#8222;Bismarck-S\u00e4ule&#8220;. Eine solche wurde 1903 auch in K\u00f6ln-Bayenthal am Rheinufer errichtet, inzwischen ist sie in hohen B\u00e4umen teilweise versteckt. Wie beliebt das Prinzip &#8222;M\u00e4nner machen Geschichte&#8220; war, zeigt sich auch an der Konvention, bestimmte historische Gestalten mit dem Beinamen &#8222;der Gro\u00dfe&#8220; zu versehen. In den Genuss dieser Auszeichnung kamen nur wenige Frauen, genauer: die russische Zarin Katharina die Gro\u00dfe. Ansonsten kennen wir Kaiser Konstantin den Gro\u00dfen (nat\u00fcrlich von der christlichen Kirche so benannt), Kaiser Karl den Gro\u00dfen (dto.), Kaiser Otto den Gro\u00dfen, K\u00f6nig Friedrich den Gro\u00dfen, Zar Peter den Gro\u00dfen&#8230; Im oben erw\u00e4hnten Fall von Kaiser Wilhelm I. hat sich der Beiname allerdings\u00a0\u2014 ungeachtet des Denkmalstextes in Koblenz \u2014 nicht durchgesetzt. (Eine Aura historischer Gr\u00f6\u00dfe wird eher mit seinem Kanzler Bismarck verbunden.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit &#8222;Gr\u00f6\u00dfe&#8220; ist dabei vor allem historische Bedeutung gemeint, weniger K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe, schon gar nicht charakterliche Gr\u00f6\u00dfe. Letztere wurde den &#8222;Gro\u00dfen&#8220; aber gern angedichtet, wenn lobhudelnde Autoren loslegten. Alexander sorgte sogar h\u00f6chstselbst daf\u00fcr, dass man ihn im gew\u00fcnschten Licht sah:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem extrem strapazi\u00f6sen Marsch durch die W\u00fcste Gedrosiens litt sein Heer Durst. Da brachte ein Soldat ihm in seinem Helm eine kleine Menge Wasser, die er nahebei aufgetrieben hatte. Alexander nahm den Helm, sch\u00fcttete das Wasser vor aller Augen aus, und sprach: &#8222;Ein Alexander trinkt nicht, wenn seine Soldaten d\u00fcrsten.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Anekdote diktierte er auch gleich seinem begleitenden Historiker Kallisthenes in die Feder. Und weitere Schreiber sorgten daf\u00fcr, dass diese Kunde bald in die Welt hinausging. So war Alexander u.a. auch Vorbild f\u00fcr sp\u00e4tere Propagandisten. Manche Herrscher kannten in dieser Hinsicht gar keinen Respekt vor der Wahrheit oder der Historie: Sie lie\u00dfen eifrig f\u00e4lschen. Das begann schon fr\u00fcher, bei den Pharaonen im Alten \u00c4gypten, die den Namen eines missliebigen Vorg\u00e4ngers aus allen Monumenten herausmei\u00dfeln lie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Karolinger das Frankenreich regierten, bastelten Chronisten eifrig am Ruhm des Herrscherhauses, indem sie die Vorg\u00e4nger und ihr Wirken in ein m\u00f6glichst schlechtes Licht stellten. So kamen die Merowinger-K\u00f6nige im Ganzen schlecht weg, w\u00e4hrend vor allem Karl der Gro\u00df(gelobt)e im Glanz seiner milit\u00e4rischen Erfolge und seiner Kulturf\u00f6rderung (&#8222;karolingische Renaissance&#8220;) erstrahlte und die vorangegangenen Merowinger verblassen lie\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn es ein Theaterdichter und kein Geschichtsschreiber war: William Shakespeare ging \u00e4hnlich vor und verkaufte den K\u00f6nig Richard III., der dem ersten Tudor-K\u00f6nig voranging, seinem Publikum 1592 als Monster und Scheusal (womit er die Geschichte stark verf\u00e4lschte). Er diente damit politischen Zwecken, indem er den Mythos der Tudor-Monarchie st\u00e4rkte und damit auch die Herrschaft seiner K\u00f6nigin Elisabeth I. ideologisch festigte. Man darf dabei nicht untersch\u00e4tzen, dass seinerzeit das Theater sehr popul\u00e4r war und sowohl Unterhaltung bot als auch politische Erziehung. &#8222;Richard III.&#8220; z\u00e4hlte seinerzeit zu den beim Publikum beliebtesten St\u00fccken Shakespeares (Mehr zu politischen und historischen Bez\u00fcgen in Shakespeares Dramen siehe &gt;<em>This<\/em> <em>wooden O<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurzum, ein Historiker muss die Quellen mit Vorsicht genie\u00dfen, muss, wie oben (\u21922.a) schon erl\u00e4utert, &#8222;Quellenkritik&#8220; \u00fcben und nicht 1:1 glauben, was die Vergangenheit der Nachwelt schriftlich hinterlie\u00df, bzw. in manchen F\u00e4llen: auftischte. Was sonst an Schwierigkeiten auftauchen kann, wenn wir historische Figuren und ihr Verhalten zu bewerten versuchen, beschreibt ausf\u00fchrlicher ein Beitrag, der sich z.T. mit Carl Diem befasst und hier angeklickt werden kann:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Diem-1.9.2015.pdf\">Diem 1.9.2015<\/a> (PDF-Datei: &#8222;Ist die Debatte um Carl Diem beendet?&#8220;) &#8212;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W. R.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erg\u00e4nzung vom 31.01.2016:<\/strong> Auf &gt;<em>Historische Forschung<\/em> kann man im dortigen Beitrag 3 sehr gut nachvollziehen, welche Schwierigkeiten sich ergeben oder ergeben k\u00f6nnen, wenn man die Biografien von Menschen zu erforschen sucht, die im NS-Staat Karriere machten und\/oder an Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren, sp\u00e4ter aber unbehelligt als angesehene B\u00fcrger in Deutschland lebten.<\/p>\n<h2><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"101\" height=\"73\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 101px) 100vw, 101px\" \/><\/a><\/h2>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">9.1\u00a0 Geschichte und Deutungshoheit<\/h1>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir erst einmal ein betimmtes Bild von einem historischen Vorgang oder Sachverhalt haben und dieses Bild oft genug in Publikationen verbreitet wurde, sitzt es in allen K\u00f6pfen \u2014 und ist schwer zu korrigieren. Das sehen wir am Beispiel des Neandertalers, der immer noch als Urbild eines ungeschlachten, der Sprache nicht m\u00e4chtigen Grobians herhalten muss. Und das, obwohl wir alle inzwischen davon geh\u00f6rt haben, dass dieses Bild l\u00e4ngst \u00fcberholt ist und der Neandertaler (homo sapiens neanderthaliensis) dem sp\u00e4ter in Europa eingewanderten modernen Menschen (homo sapiens sapiens) in vielen Belangen ebenb\u00fcrtig, in einigen sogar \u00fcberlegen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wir brauchen nicht in die Urzeit und Vorgeschichte zur\u00fcckzugreifen, auch nicht auf die einseitige, parteiliche (Ver-)Zeichnung des r\u00f6mischen Kaisers Nero; die Geschichte der letzten, sagen wir: 130 Jahre bietet Beispiele, an denen wir auch erkennen k\u00f6nnen, wie sehr wir oft von \u00fcberkommenen Vorstellungen bestimmt werden und kaum &#8211; oder nur mit Verz\u00f6gerung &#8211; auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse reagieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage ist also: Welche Version vergangener Geschehnisse wird &#8222;Geschichte&#8220;, wird zur <em>g\u00fcltigen<\/em> Darstellung und Deutung der Vergangenheit? Dazu kann man hier als PDF eine Untersuchung an konkreten Beispielen anklicken: &gt; <a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sansibar-Helgoland-und-die-Deutungshoheit.pdf\">Sansibar, Helgoland und die Deutungshoheit<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tats\u00e4chlich ist es so, dass die meisten Menschen es schwer ertragen, dass man manche Dinge verschieden deuten oder von verschiedenen Seiten betrachten kann. Man liebt die einfachen Antworten und die gewohnten Deutungsmuster. Das macht es ja auch Populisten in der Politik einfach, Menschen die Welt vereinfachend zu erkl\u00e4ren und zu emotionalisieren, wo komplizierte Sachverhalte sachlich analysiert werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W. R.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"101\" height=\"73\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 101px) 100vw, 101px\" \/><\/a><\/h1>\n<h1><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\">9.2 Historische Pers\u00f6nlichkeiten als Leitfiguren der Gegenwart?<\/h1>\n<p><strong>I<\/strong>n der Zeit der Corona-Pandemie sind viele Menschen nach 2 Jahren der Vorsichtsma\u00dfnahmen und Einschr\u00e4nkungen m\u00fcde und m\u00f6chten diese Pandemie endlich beenden. Als probates Mittel dazu sehen Viele eine allgemeine Impfpflicht, wie sie z.B. zur Bek\u00e4mpfung der Pocken vor Jahrzehnten beschlossen wurde. In dieser Diskussion entdeckten Einige bei Goethe \u00c4u\u00dferungen, die ganz klar f\u00fcr eine Impfpflicht argumentieren. Es geht dabei um von Eckermann notierte S\u00e4tze aus einem Tischgespr\u00e4ch vom 19.02.1831, als Goethe zu einem Blattern-(=Pocken-)Impf-durchbruch in Eisenach Stellung nimmt und sich f\u00fcr die Beibehaltung der im Herzogtum geltenden allgemeinen Impfpflicht ausspricht.<\/p>\n<p>Dazu erschien ein Buch von Manfred Osten mit dem Titel <em>Die Welt,<\/em> <em>&#8222;ein gro\u00dfes Hospital&#8220;: Goethe und die Erziehung des Menschen zum &#8222;humanen Krankenw\u00e4rter&#8220;. <\/em>Und dazu wiederum schreibt Markus Schwering am 12.02.2022 im K\u00f6lner Stadt-Anzeiger eine Kritik, in der er zun\u00e4chst Ostens Sicht auf Goethes \u00c4u\u00dferungen referiert und dann kritisch beleuchtet, dass Osten den Altmeister quasi als Kronzeugen f\u00fcr die heutige Diskussion heranzieht. Schwering sieht &#8222;das Problem einer aktualistischen Kurzschlie\u00dfung verschiedener historischer Horizonte&#8220; \u2014 bei einer &#8222;Unterschlagung der Epochendifferenz.&#8220;<\/p>\n<p>Am Schluss des Artikels fasst Schwering gut zusammen, was wir beachten sollten, wenn wir historische Pers\u00f6nlichkeiten kurzerhand als Lieferanten von Argumenten f\u00fcr heute heranziehen wollen:<\/p>\n<blockquote><p>Goethe ist nicht unser fiktiver Zeitgenosse, an dessen Tiefsinn wir Eins zu Eins partizipieren k\u00f6nnten. Solches auch degradierte den Dichter letztlich nur zum Spender allemal zitatreifer Weisheiten. Goethe als Vademecum und Lebenshilfe \u2014 das w\u00e4re im Extremfall ein R\u00fcckfall in die gartenlaubenhafte Klassikerverehrung des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist der Dichter nur als Ganzer zu haben: Wer ihn als Quelle unverbr\u00fcchlicher Wahrheiten preist, m\u00fcsste in diesen Preis auch seine Ablehnung der Demokratie, seine Haltung zu Pressefreiheit und Todesstrafe einbeziehen. Da d\u00fcrften viele dann doch kalte F\u00fc\u00dfe bekommen. Keine Frage: Die &#8222;Impfstellen&#8220; sind interessant und einer einordnenden Diskussion wert \u2014 zumal sich hier die Bez\u00fcge zu unserer Lebenswelt einfach aufdr\u00e4ngen. Trotzdem: Goethe taugt nicht zum F\u00fchrer aus der Pandemie \u2014 daf\u00fcr ist er einfach zu weit weg. Mit den Herausforderungen unserer Zeit m\u00fcssen wir schon selber fertig werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Daran l\u00e4sst sich auch erkennen: &#8222;Aus der Geschichte lernen&#8220; ist eine gute Idee, aber sie ist nicht immer leicht umzusetzen.<\/p>\n<p>W. R.<\/p>\n<h1><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"101\" height=\"73\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 101px) 100vw, 101px\" \/><\/a><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: left;\">10. Demokratie: War und ist sie eine \u00fcbersch\u00e4tzte Regierungsform?<\/h1>\n<h2>Ein Beitrag zur Debatte um &#8222;mehr Demokratie&#8220;<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn in unserer Zeit eine Debatte um Unzufriedenheit mit der Demokratie im Lande wie in der EU gef\u00fchrt wird und Einige mehr Volksabstimmungen als Verbesserung fordern, lohnt sich ein Blick sowohl in die j\u00fcngste wie in die Alte Geschichte: Da wurden schon politische Erfahrungen gemacht, die wir heute zur Orientierung, aber auch zur Versachlichung der Diskussion nutzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W. R. hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und dazu einen eigenen Beitrag geschrieben, der hier aufgerufen werden kann: &gt;<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Demokratie-was-ist-das-eig.-Druckversion.pdf\">Demokratie &#8211; was ist das eig. Druckversion<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mag sein, dass mit diesem Beitrag das Thema nicht ersch\u00f6pfend behandelt ist\u00a0\u2014 auf jeden Fall sollte damit nicht die Diskussion beendet werden, vielmehr sollte er Anlass f\u00fcr weitere Gespr\u00e4che und\u00a0 Diskussionen bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage der \u00dcberschrift, ob die Demokratie nicht \u00fcbersch\u00e4tzt werde, kann man erst beantworten, wenn vorab klar ist, welche Erwartungen man \u00fcberhaupt an diese Regierungsform stellt. Hilfreich fand ich den Spruch von Winston Churchill (siehe o.g. Text, S. 7, letzter Abschnitt).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Begriff &#8222;Demokratie&#8220; (ins Deutsche meist \u00fcbersetzt als &#8222;Volksherrschaft&#8220;) w\u00e4re noch klarzustellen: &#8222;Demos&#8220; ist nicht im v\u00f6lkischen Sinne der (in unserem Falle) &#8222;biodeutsche&#8220; Anteil der Bev\u00f6lkerung der Bundesrepublik Deutschland, denn dann m\u00fcsste es &#8222;Ethnokratie&#8220; hei\u00dfen. Vielmehr bezeichnet &#8222;Demos&#8220; das Staatsvolk im politischen Sinne, bei Wahlen die Summe aller Wahlberechtigten. Das sind, einfach gesagt, alle Menschen mit deutschem Pass, also alle deutschen Staatsb\u00fcrgerInnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Sonderthema ist die Frage, inwieweit die EU ein Defizit an Demokratie in ihren Strukturen hat. Diese Frage stellt sich erst recht nach dem Brexit-Votum der Briten vom 23.06.2016. Populisten in Europa sorgen schon daf\u00fcr, dass diese Frage weiter in der \u00d6ffentlichkeit debattiert wird. Doch helfen Referenden weiter, oder n\u00fctzen sie nur den Neinsagern, die die EU zerschlagen und Europa in viele Nationalstaaten zersplittern wollen \u2014 zur Schadenfreude von gewissen M\u00e4chten au\u00dferhalb der EU?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend die Propagandisten der Brexit-Kampagne behaupteten, die Briten w\u00fcrden mit dem Austritt aus der EU &#8222;die Kontrolle zur\u00fcckgewinnen&#8220;, d\u00fcrfte es eher dazu kommen, dass sowohl Gro\u00dfbritannien als auch die EU durch den Brexit geschw\u00e4cht werden. Das wurde den Briten vor dem Referendum aber meist anders dargestellt: Die Brexit-Kampagne arbeitete mit bewusster Desinformation der Bev\u00f6lkerung, um sie als Stimmvieh vor ihren Karren spannen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt k\u00f6nnt ihr dar\u00fcber diskutieren, in wie weit das real gelaufene Brexit-Referendum demokratisch war oder nicht.* Die Rechtspopulisten Europas jedenfalls jubelten und forderten gleich \u00e4hnliche Referenden in weiteren EU-Staaten. Das ist sehr durchsichtig: Leute, die mit Demokratie wenig oder gar nichts am Hut haben, wollen mit demokratischen Mitteln die EU zerst\u00f6ren und ihre eigene Macht vergr\u00f6\u00dfern. Ihre Alternative f\u00fcr Europa: Viele Nationalstaaten grenzen sich wie in fr\u00fcheren Zeiten gegeneinander ab, jeweils gef\u00fchrt von autorit\u00e4r regierenden Machthabern, die Unzufriedenheit auf Ausl\u00e4nder und Fl\u00fcchtlinge umlenken, und notfalls dazu auch Konflikte mit Nachbarstaaten sch\u00fcren. So etwas kennen wir schon, das ist \u00fcberlebte Vergangenheit; nur Desorientierte, Faschisten, politisch Unbedarfte und \u2014 ja, Verzeihung, ein paar Vollidioten \u2014 trauern jener Zeit nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was war am Brexit-Referendum demokratisch? Der blo\u00df technische Vorgang der Abstimmung aller Wahlberechtigten (soweit sie teilnahmen)? Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau h\u00e4tte dazu wohl gesagt: In diesem Referendum hat sich die \u00bbvolont\u00e9 de tous\u00ab als numerische Mehrheit ge\u00e4u\u00dfert, aber nicht die \u00bbvolont\u00e9 g\u00e9n\u00e9rale\u00ab**, denn letztere ist durch Falschinformationen eher bet\u00e4ubt worden. Anders gesagt: Die Leute haben abgestimmt, aber mehrheitlich nicht in ihrem eigenen, wohlverstandenen Interesse, und auch nicht im Sinne des Allgemeinwohls (auf das nach Rousseau die volont\u00e9 g\u00e9n\u00e9rale gerichtet ist). Leider geschieht \u00e4hnliches oft auch bei anderen Urneng\u00e4ngen. Aber die W\u00e4hlerInnen werden durch ihre Stimmabgabe beteiligt \u2014 auch an der Verantwortung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer mitbestimmt, \u00fcbernimmt Mitverantwortung. Ist allein das nicht schon Grund genug, sich vor einem Wahlgang gr\u00fcndlich zu informieren und sich nicht allein auf knallige Parolen zu verlassen?*** Demokratie bedeutet, dass die Bev\u00f6lkerung Verantwortung \u00fcbernimmt und sie nicht an eine autokratische F\u00fchrung oder einen Diktator abgibt. Demokratie funktioniert technisch gesehen durch Abstimmungen, denen aber ein Prozess der Diskussion und Meinungsbildung vorausgehen muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das reicht nicht, um Demokratie inhaltlich zu definieren. Oh ja, Da gibt es auch eine <em>inhaltliche<\/em> F\u00fcllung des Begriffs, und darum kann nicht jede Regierung, die durch Abstimmung an die Macht kam, von sich ohne Weiteres behaupten, sie sei eine demokratische.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Volk gew\u00e4hlt hei\u00dft: beauftragt. Wozu beauftragt? F\u00fcr das ganze Land, f\u00fcr die gesamte Bev\u00f6lkerung Politik zu machen. Klar, in einem System mit politischen Parteien sind die Regierenden auch ihrer Partei, d.h. deren Programm verpflichtet. Aber \u00fcbergeordnet steht das Interesse des ganzen Landes. Das bedeutet auch, Politik nicht nur f\u00fcr bestimmte Gruppen zu machen und andere zu benachteiligen, also nicht die eine Gruppe auf Kosten der anderen zu bevorteilen. Und schon gar nicht kann es angehen, Minderheiten zu ignorieren oder gar sie zugunsten der Mehrheit zu unterdr\u00fccken und auszubeuten. In der Demokratie gilt daher auch das Prinzip Minderheitenschutz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Inhalte der Demokratie leiten sich vom Grundsatz ab, dass alle Staatsb\u00fcrgerInnen politisch gleich viel gelten, dass sie vor dem Gesetz gleich sind, und dass der Staat nicht willk\u00fcrlich in ihre Rechte eingreifen darf, die in der Verfassung und den geltenden Gesetzen definiert sind. Darum gilt in der Demokratie das Prinzip des Rechtsstaates. Der \u00fcbergeordnete, grundlegende Gedanke ist in den<em> Menschenrechten<\/em> niedergelegt. Darauf bezieht sich ausdr\u00fccklich der Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Diese Verfassung wurde vor allem vor dem Hintergrund der erlebten Willk\u00fcrherrschaft der Nazis formuliert und beschlossen. Das sind also keine theoretischen Spinnereien, sondern Lehren aus den teuer erkauften Erfahrungen der Nazi-Diktatur. Haltet euch das vor Augen, bevor ihr leichtfertig \u00fcber unsere Verfassung meckert!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und der Historiker f\u00fcgt hinzu: Wenn ich die deutsche Geschichte \u00fcber die Jahrhunderte \u00fcberblicke, kann ich feststellen: Noch nie zuvor war die b\u00fcrgerliche Freiheit in Deutschland so gut gesch\u00fctzt wie in dieser Verfassung, die am 23. Mai 1949 unter der Bezeichnung &#8222;Grundgesetz&#8220; in Kraft trat. Und die Staatsb\u00fcrgerInnen tun gut daran, wachsam darauf zu achten, dass diese Verfassung respektiert und praktisch befolgt und umgesetzt wird. Es gibt immer Punkte, an denen die Umsetzung in die Praxis verbessert werden kann oder sogar muss. Aber das ist eben Aufgabe nicht nur der Institutionen, die die Einhaltung der Verfassung kontrollieren sollen, sondern auch Aufgabe jedes Menschen mit deutschem Pass.<\/p>\n<p>W. R.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">____________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* Man k\u00f6nnte noch weiter gehen und fragen, ob Premierminister Cameron im Zeichen egoistischer, kurzfristiger, innerparteilicher Taktik \u00fcberhaupt berechtigt war, dem Wahlvolk eine Frage von solcher Tragweite zu stellen und dar\u00fcber abstimmen zu lassen..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">** zentrale Begriffe in seiner politischen Theorie, ausf\u00fchrlich nachzulesen in seinem Hauptwerk &#8222;Du contrat social&#8220; (Der Gesellschaftsvertrag) von 1762<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">*** Wie der Wahlausgang in den Pr\u00e4sidentschaftswahlen der <em>USA im November 2016<\/em> zeigte, geht es immer noch schlimmer. Aufgeputschte Emotionen f\u00fchren zu politisch naiven W\u00e4hlerentscheidungen, sogar im m\u00e4chtigsten Land der Welt wird ein egozentrischer Dummschw\u00e4tzer an die Spitze gew\u00e4hlt, der ohne Plan und ohne angemessenes Verst\u00e4ndnis der Weltpolitik nicht in der Lage ist, auch nur einen einzigen vern\u00fcnftigen Programmpunkt zu formulieren. Menschen mit politischer Bildung haben das in einem Land, das ein Vorbild f\u00fcr Menschenrechte und Demokratie war, nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten. Man r\u00e4tselt seitdem: Wurde das m\u00f6glich durch die gro\u00dfe Zahl von Abgeh\u00e4ngten, die sich von den reichen Establishment-Politikern nur hingehalten und verkauft f\u00fchlen? (Man betrachte dazu n\u00e4her die politischen und Verm\u00f6gensstrukturen in den USA.) Doch inzwischen sieht man auch den Anteil der im Netz gestreuten Hetze und Fake News sowie andere Aktivit\u00e4ten im Internet deutlicher als Mitwirkende, z.B. aus Russland.<\/p>\n<h1><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"101\" height=\"73\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 101px) 100vw, 101px\" \/><\/a><\/h1>\n<h1><strong>11. Was macht ein(e) HistorikerIn?<\/strong><\/h1>\n<p>Wer sich f\u00fcr Geschichte interessiert und sich damit besch\u00e4ftigt, ist zun\u00e4chst einmal ein geistig reger und neugieriger Mensch. Der Durst nach Wissen ist etwas Positives und sehr Menschliches. Und wer will nicht wissen, wie die Welt zu dem wurde, was sie heute ist?<\/p>\n<p>Man nimmt sich z.B. ein Geschichtsbuch vor und liest nach, was in fr\u00fcheren Zeiten passiert ist und wie die Welt fr\u00fcher war.\u00a0 Denn das, was wir heute um uns herum sehen und erleben, gibt uns wenig Aufschluss dar\u00fcber. Aber wer schreibt solche Geschichtsb\u00fccher, und woher beziehen die AutorInnen ihr Wissen \u00fcber Vergangenes? Dar\u00fcber wurde schon oben Einiges gesagt, z. B. \u00fcber Quellen (siehe oben, Teil 2.).<\/p>\n<p>Die Menschen, die sich eingehend mit Geschichte besch\u00e4ftigen und sie an einer Hochschule studieren, die ihr vertieftes Wissen in B\u00fcchern oder Aufs\u00e4tzen weitergeben, diese nennt man Historiker bzw. Historikerinnen. Sie sammeln nicht nur vorhandenes Wissen Anderer, sie forschen auch selbst nach, um Antworten auf Fragen zu finden, die bisher nicht beantwortet wurden oder sich neu stellen.<\/p>\n<p>Wer in den Artikeln und B\u00fcchern Anderer liest, dem kann auch einmal auffallen, dass es Ungenauigkeiten oder Unstimmigkeiten gibt und in dem einen Text etwas steht, das in einem anderen anders dargestellt wird. Mich z.B. fordert so etwas heraus, ich will es genau wissen und es nicht im Ungef\u00e4hren lassen. Dazu ein Beispiel:<\/p>\n<p>Im mittelalterlichen K\u00f6ln gab es oft Auseinandersetzungen zwischen der B\u00fcrgerschaft bzw. dem Rat der Stadt auf der einen und dem Erzbischof als Stadtherren auf der anderen Seite, weil die B\u00fcrger mehr Mitsprache und Mitbestimmung forderten. Im Zuge dieser Auseinandersetzungen gab es auch innerhalb der Stadt Streit zwischen Parteig\u00e4ngern des Erzbischofs und des Autonomiestrebens. Hier formierten sich die Overstolzen, dort die Weisen. Das eskalierte im Jahr 1268 zu bewaffneten Zusammenst\u00f6\u00dfen der beiden Parteien: Erst \u00fcberfielen die Weisen am 10.01. ein Bankett der Overstolzen, um deren Gast Wilhelm IV. von J\u00fclich zu fangen, doch der konnte fliehen. B\u00fcrgermeister Ludwig Weise von der M\u00fchlengasse wurde gefangen, entfloh aber bald darauf. Im Sommer desselben Jahres kam es zwischen den Parteiungen zu einer Stra\u00dfenschlacht, in der Ludwig Weise erschlagen wurde. Die Weisen flohen aus der Stadt. Noch im selben Jahr, am 14.\/15.10., versuchten sie mit Verst\u00e4rkung, von au\u00dfen einzudringen und sich der Stadt zu bem\u00e4chtigen. Das f\u00fchrte zur &#8222;Schlacht an der Ulrepforte&#8220;, in der auf beiden Seiten einige K\u00e4mpfer ihr Leben lie\u00dfen. Dabei, meint ein Text, sei Ludwig Weise zu Tode gekommen.<\/p>\n<p>Ja, was denn nun? Richtig ist, lapidar gesagt: Ludwig kam bei den Auseinandersetzungen 1268 ums Leben. Aber wann genau, und wie? Ich finde, man kann bei Zusammenfassung von Fakten auch leicht durch Verk\u00fcrzung des Geschehens eine Verf\u00e4lschung des Ablaufs erzeugen. Wer also eine Darstellung historischer Vorg\u00e4nge schreibt, muss aufpassen, dass dabei die &#8222;historische Wahrheit&#8220; nicht auf einen griffige Verk\u00fcrzung zusammengeschnurrt wird, die sich leicht konsumieren l\u00e4sst, aber den wahren Ablauf nicht korrekt wiedergibt. Damit m\u00fcssen \u00fcbrigens nicht nur HistorikerInnen zurecht kommen, das betrifft genauso JournalistInnen, die aktuelle Nachrichten in Worte gie\u00dfen und dem Publikum eine Sachverhalt in gebotener K\u00fcrze richtig und zugleich verst\u00e4ndlich darstellen wollen. Daher muss man in beiden T\u00e4tigkeiten mit der Sprache arbeiten und sich sowohl pr\u00e4zise als auch verst\u00e4ndlich ausdr\u00fccken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei der Erw\u00e4hnung der Schlacht an der Ulrepforte f\u00e4llt auch der Name des Johann von Frechen, der ebenfalls sein Leben verlor. Ein Autor hat einmal gemutma\u00dft, dieser Johann sei ein Ritter aus in Frechen ans\u00e4ssigem Adel gewesen, der auf Seiten der Ratspartei fiel. Das haben Andere so \u00fcbernommen. Doch der Haken an der Sache ist: Ein Rittergeschlecht &#8222;von Frechen&#8220; ist in den Quellen nicht zu finden. Au\u00dferdem ist ein &#8222;von&#8220; als Namensbestandteil erst in viel sp\u00e4terer Zeit als Adelspr\u00e4dikat festgelegt worden. Im Jahr 1268, am \u00dcbergang vom Hoch- zum sp\u00e4ten Mittelalter, war &#8222;von&#8220; nur eine Herkunftsbezeichnung. Was den Johann von Frechen betrifft, so handelt es sich um einen Angeh\u00f6rigen der Bierbrauer-Zunft in K\u00f6ln, er mag als junger Mann von Frechen nach K\u00f6ln gekommen sein und zur Unterscheidung von vielen anderen Johanns (der Name war sehr beliebt) mit dem Zusatz &#8222;von Frechen&#8220; benannt worden sein.<\/p>\n<p>Diese Ungenauigkeit zum Zusatz &#8222;von&#8220; ist ein Beispiel f\u00fcr allerlei Schwierigkeiten bei dem Bem\u00fchen, die Lebenswirklichkeit in lange vergangenen Zeiten richtig einzusch\u00e4tzen. Das trifft besonders auf das <em>Mittelalter<\/em> zu. In dieser (beinahe willk\u00fcrlich) abgesteckten Epoche von ca. 1000 Jahren \u00e4nderte sich so Manches, aber Vieles ist uns erst einmal so fern und fremd, dass wir unseren Blick von heute von dem Bem\u00fchen l\u00f6sen m\u00fcssen, alles mit Heutigem zu vergleichen. Au\u00dferdem sollten wir Vorurteile absch\u00fctteln, die uns vorgaukeln, wir w\u00fcssten ja im Prinzip schon Bescheid.\u00a0 Es geht dabei nur zum Teil um materielle \u00dcberreste, die man wissenschaftlich untersuchen kann; mehr geht es um das Weltbild in den K\u00f6pfen und das Lebensgef\u00fchl der Menschen, das wir verstehen wollen.<\/p>\n<p>Was macht also eine Historikerin oder ein Historiker? Sie oder er versucht, den Denk- und Gef\u00fchlswelten der Menschen vergangener Zeiten m\u00f6glichst nahe zu kommen, um zu verstehen, wie sie &#8222;tickten&#8220; und warum sie sich manchmal in einer Weise verhielten, die wir aus heutiger Sicht nicht nachvollziehen k\u00f6nnen. Das ist, neben der Zusammenstellung der Ereignisgeschichte, eine Herausforderung f\u00fcr die historische Forschung. Der Lohn der M\u00fche ist: Wir gewinnen dabei Kenntnisse und Erkenntnisse \u00fcber menschliches Verhalten und seine Variationen unter bestimmten Lebensverh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<p>\u00dcber allem steht immer die Frage: Wie sah unsere Welt fr\u00fcher aus, und wie konnte sie zu der werden, die sie heute ist? Und wer will, kann daraufhin spekulieren, welche M\u00f6glichkeiten der Entwicklung es f\u00fcr die Zukunft gibt &#8212; doch das ist nicht mehr Aufgabe der HistorikerInnen.<\/p>\n<h1><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-256 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"13g+\" width=\"101\" height=\"73\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 101px) 100vw, 101px\" \/><\/a><\/h1>\n<h1><strong><em>12. Was taugt der Begriff &#8222;Nation&#8220;? \u00dcber Nationalismus und die Alternative<\/em><\/strong><\/h1>\n<p>Diesen Essay schrieb der SR im Oktober\/November 2025, nachdem er lange den Kopf gesch\u00fcttelt hatte \u00fcber Menschen, die sich von nationalistischen Parolen beeindrucken und mitnehmen lassen &#8212; in eine Vergangenheit, die wir als Irrtum \u00fcberwunden glaubten: &gt;<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Nation.pdf\">Nation<\/a><\/p>\n<h1><\/h1>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h1 style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-3224\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-300x79.png\" alt=\"8b\" width=\"372\" height=\"98\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-300x79.png 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-768x203.png 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-1024x271.png 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/8b-624x165.png 624w\" sizes=\"(max-width: 372px) 100vw, 372px\" \/><\/a><\/h1>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2014\u2014\u2013Inhalt von &#8222;Clio&#8220;: 1.\u00a0 Einleitung 2a.\u00a0 Was ist &#8222;Geschichte&#8220;? 2b.\u00a0 Wozu &#8222;Geschichte&#8220;? 3.\u00a0 Philosophie und Geschichte 4.\u00a0 Apropos: &#8222;Fortschritt&#8220; (Gru\u00dfbotschaft des SR zum 100j\u00e4hrigen Gedenken des Ersten Weltkriegs) 5.\u00a0 Krise, Fortschritt, Vision 6.\u00a0 &#8222;Friede auf Erden&#8220; \u2013 ein Wort zum Pazifismus \/ + Essay &#8222;Und den Menschen ein Wohlgefallen&#8220; 7.\u00a0 R\u00fcckschritt &#8211; ja, bitte: vom [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":7,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/998"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=998"}],"version-history":[{"count":327,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/998\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9639,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/998\/revisions\/9639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}