{"id":1425,"date":"2014-03-11T18:46:06","date_gmt":"2014-03-11T17:46:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fu-frechen.de\/?p=1425"},"modified":"2020-03-11T20:48:47","modified_gmt":"2020-03-11T19:48:47","slug":"1425","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/?p=1425","title":{"rendered":"11. M\u00e4rz &#8211; ein Gedenk- und Bedenktag"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2917\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-2917\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181-300x270.jpg\" alt=\"IMG_5181\" width=\"213\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181-300x270.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181-768x690.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181-1024x920.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181-624x561.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a>11. M\u00e4rz<\/strong> &#8211; wieder ein <strong>Gedenktag<\/strong>, alles Andere als ein Jubil\u00e4um: Vor drei Jahren ereignete sich die <strong>Katastrophe von Fukushima.<\/strong> Es war eine doppelte, eine sozusagen kombinierte Katastrophe. Erst ein selten starkes Erdbeben, gefolgt von einem ungeahnt wuchtigen Tsunami, der ganze Ortschaften an der K\u00fcste wegsp\u00fclte und Schiffe weit weg von ihren H\u00e4fen im Lande absetzte &#8211; und damit noch nicht genug, hatten Erdbeben und Tsunami im Zusammenwirken die Stromversorgung des Atomkraftwerks (AKWs) von Fukushima gekappt, und w\u00e4hrend die Techniker des AKWs im Dunkeln tappten und falsche Messdaten \u00fcber die K\u00fchlung der Reaktoren registrierten, liefen diese hei\u00df, sodass es schlie\u00dflich in drei Reaktorbl\u00f6cken zu Explosionen kam. Radioaktive D\u00e4mpfe traten aus, sp\u00e4ter lief verstrahltes K\u00fchlwasser ins Meer.<br \/>\nWer die Filmaufnahmen vom Tsunami sieht, glaubt sich in das unwirkliche Szenario eines Katastrophenfilms versetzt &#8211; doch die Aufnahmen bilden die Wirklichkeit vor Ort ab, man h\u00f6rt das Brausen und Gurgeln der Flutwelle, das Rufen und Schreien von Menschen, die sich nicht alle in h\u00f6her gelegenes Gel\u00e4nde retten k\u00f6nnen&#8230;<br \/>\nDie hohe Zahl der Todesopfer, die Massen von unvermittelt obdach- und besitzlosen, traumatisierten Menschen, das alles sackt erst im Gefolge dieser Bilder ins Bewusstsein.<br \/>\nHinzu kommen die immensen Auswirkungen und Folgesch\u00e4den des GAUs im AKW. Tausende Einwohner im Umkreis wurden wegen der Strahlung evakuiert, etliche davon erst mit Versp\u00e4tung. Und die Fischerei an einem langen K\u00fcstenabschnitt kam zum Erliegen &#8211; nicht nur wegen der Zerst\u00f6rungen in den K\u00fcstenorten und Fischereih\u00e4fen, sondern auch wegen der ins Meer laufenden, verstrahlten Wassermengen aus dem AKW-Gel\u00e4nde (K\u00fchl-, L\u00f6sch- und \u00dcberschwemmungswasser).<br \/>\nUnsere AKWs sind sicher und auf dem technischen Stand der Zeit! Das hatten Politik und Atomwirtschaft Hand in Hand in Japan st\u00e4ndig verk\u00fcndet, bis sie es selbst glaubten. Das wollten nun viele Japaner nicht mehr hinnehmen und verlangten weitreichende Konsequenzen.<br \/>\nDie sahen so aus: Wir, Regierung und Betreiberfirma Tepco, sitzen die erste Emp\u00f6rung mit ein paar \u00f6ffentlichen Entschuldigungen aus, schalten erstmal alle AKWs ab, und nach etwas Zeit erkl\u00e4ren wir, dass Japan gar nicht aus der Atomernergie aussteigen kann, dann fahren wir die AKWs wieder an.<br \/>\nDabei zeigt sich bis heute, dass sie mit so einer Katastrophe heillos \u00fcberfordert sind. Weder bekam Tepco sein havariertes AKW in den Griff, noch konnte die Regierung \u00fcberzeugende Katastrophenpl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft vorlegen &#8211; kam sie doch schon mit der Bew\u00e4ltigung der Fukushima-Katastrophe nicht nach.<br \/>\nIn der Region Fukushima liegen an vielen Sammelpl\u00e4tzen die Beutel mit vertrahlter Erde, die entwurzelten Menschen d\u00fcrfen nicht in ihre Heimat zur\u00fcck, leben z.T. immer noch in Notunterk\u00fcnften und warten auf wirksame Unterst\u00fctzung zur Normalisierung ihres Lebens, wenn es so etwas denn gibt (Das Trauma bleibt). An manchen Stellen hat man alles dekontaminiert, sagt man, und l\u00e4sst die Evakuierten zur\u00fcckkehren. Experten warnen dennoch. Man hat in der Region bereits Strahlensch\u00e4den an Tieren beobachtet, z.B. h\u00e4ufige Missbildungen an Schmetterlingen. Aktuelle Lage 2015: &gt;<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/sites\/www.greenpeace.de\/files\/publications\/japans-atomkrise-09032015.pdf\">Japans Atomkrise | Greenpeace &#8211; japans-atomkrise-09032015.pdf<\/a><br \/>\nDas Wort &#8222;Katastrophe&#8220; klingt angesichts des Geschehens und der Folgen eher zu harmlos, um all das zusammenzufassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und die Sicherheit? Alles Beteuern und Verharmlosen nach Katastrophen wie Tschernobyl (26. Aprl 1986) und Fukushima (2011), alle Ablenkung vom weltweit ungel\u00f6sten Problem der Endlagerung von Atomm\u00fcll (krass: Der M\u00fcll aus dem ehemaligen Salzbergwerk Asse muss aufw\u00e4ndig wieder herausgeholt werden) bedeutet nichts Anderes als die Feststellung: Auf offizielle Verlautbarungen ist kein Verlass, wir werden im Zweifel nur \u00fcber das nicht mehr zu Verheimlichende informiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_0632.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1433 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_0632-300x120.jpg\" alt=\"IMG_0632\" width=\"623\" height=\"249\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_0632-300x120.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_0632-1024x410.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_0632-624x250.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 623px) 100vw, 623px\" \/><\/a>(zum Scharfstellen die Karikatur anklicken)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Radioaktive Strahlung ist zwar messbar, aber unsichtbar und geruchlos. Unsere Sinne (und anscheinend auch die der Tiere) sind nicht auf diese Gefahr eingestellt. Ich erinnere mich noch gut, wie verunsichert wir im Mai 1986 bei strahlendem Wetter nach drau\u00dfen blickten und uns fragten, ob wir da drau\u00dfen gefahrlos spazierengehen k\u00f6nnten, ob wir das Laub der Str\u00e4ucher anfassen und uns auf eine Wiese setzen k\u00f6nnten, ohne mit verstrahltem Material in Ber\u00fchrung zu kommen. Der Wind hatte \u00fcber Europa den strahlenden Auswurf des geschmolzenen Reaktors von Tschernobyl verteilt: Vielerorts waren frisch geerntete Lebensmittel unverk\u00e4uflich geworden und wurden vernichtet. In Bayern durften l\u00e4ngere Zeit keine in der Natur gepfl\u00fcckten Pilze verzehrt werden.<br \/>\nDas war noch gar nichts gegen die Sch\u00e4den an Leben und Gesundheit, die die Bev\u00f6lkerung in Teilen der Ukraine und Wei\u00dfrusslands erlitt.<br \/>\nUnd gerade auch in Japan wei\u00df man sehr genau, was Strahlungssch\u00e4den bedeuten: Bis heute leiden dort Menschen an den Folgen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Davon wurde aber ungern gesprochen, besonders nachdem japanische Regierungen das Land in der Energieversorgung auf Atomkurs festgelegt hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht beim Thema &#8222;Atomkraft&#8220; (die positiv gef\u00e4rbte Wortwahl sagt &#8222;Kernkraft&#8220;) nicht nur um die Gefahr gro\u00dfer Katastrophen, sondern auch um Gefahren unterhalb der Katastrophenschwelle. Gro\u00dfe Energiekonzerne lassen sofort ein Rudel Experten von der Leine, die Gefahren dementieren oder herunterspielen, wenn jemand z.B. ein statistisch erh\u00f6htes Krebsrisiko im Umfeld von Atomkraftwerken \u00f6ffentlich macht: Da werden Messwerte angezweifelt, als zuf\u00e4llig oder fehlerhaft hingestellt und als nicht aussagekr\u00e4ftig abgetan. Zuverl\u00e4ssig sind dagegen nur die von den AKW-Betreibern ver\u00f6ffentlichten Messwerte, Aussagen und Statistiken. Na klar. Und wieder h\u00f6ren wir im Falle eines nicht vertuschbaren &#8222;St\u00f6rfalles&#8220; im AKW: &#8222;F\u00fcr die Bev\u00f6lkerung bestand zu keiner Zeit eine Gefahr.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland wird weiter nach einem sicheren Endlager f\u00fcr Atomabfall gesucht. In einigen Jahren wird nach Ausstiegsplan das letzte AKW abgeschaltet &#8211; wenn nicht noch einmal eine Kehrtwende der Politik dazwischenkommt. Der strahlende M\u00fcll bleibt. Auf Jahrhunderte&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">-SR-<\/p>\n<p>Aktueller Nachtrag am 11.03.2020: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/fukushima-jahrestag-105.html\">Jahrestag des Reaktorungl\u00fccks: Die Zeit wird knapp in Fukushima | tagesschau.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2917\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2917 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181-300x270.jpg\" alt=\"IMG_5181\" width=\"87\" height=\"79\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181-300x270.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181-768x690.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181-1024x920.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/IMG_5181-624x561.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 87px) 100vw, 87px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11. 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