{"id":250,"date":"2013-06-05T14:44:53","date_gmt":"2013-06-05T12:44:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fu-frechen.de\/?p=250"},"modified":"2014-03-30T14:51:16","modified_gmt":"2014-03-30T12:51:16","slug":"5-6-1288-schlacht-bei-worringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/?p=250","title":{"rendered":"5.6.1288 Schlacht bei Worringen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Z<\/strong>u diesem Er<a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/052fa.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-810 alignleft\" alt=\"052fa\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/052fa-300x189.jpg\" width=\"241\" height=\"152\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/052fa-300x189.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/052fa-1024x646.jpg 1024w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/052fa-624x393.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 241px) 100vw, 241px\" \/><\/a>eignis erschien am<strong> 5.6.2013<\/strong> <strong><\/strong> im K\u00f6lner Stadt-Anzeiger ein ganzseitiger <strong>Artikel<\/strong> <strong>von Carl Dietmar<\/strong>, einem ausgewiesenen Kenner der Geschichte K\u00f6lns. Dieser Autor wird daher auch zu verschiedenen Fragen in DIE BEATUS CHRONIK zu Rate gezogen. In der Chronik selbst wird das Ereignis mit wenigen S\u00e4tzen behandelt (s.S.26, \u00a755), der Chronist Beatus vergisst dabei nicht, auf den Treubruch der K\u00f6lner hinzuweisen: &#8222;Doch kurz vor einer wichtigen Schlacht (&#8230;) lie\u00dfen die K\u00f6lner ihren Herrn im Stich, wechselten die Seiten&#8230;&#8220; Auch Carl Dietmar beschreibt den pl\u00f6tzlichen Seitenwechsel als Vertrags- und Treubruch. Damit folgt er nicht der \u00fcblichen Bewertung der Schlacht, die den Treubruch eher \u00fcbergeht und sie als Entscheidung f\u00fcr die Freiheit der Stadt K\u00f6ln bejubelt. Dietmar weist zu Recht darauf hin, dass es nicht um K\u00f6ln, sondern um die Machtverh\u00e4ltnisse am Niederrhein ging, und dass die Schlacht den Limburgischen Erbfolgekrieg entschied.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dessenungeachtet feierte K\u00f6ln sich als Mitsieger der Schlacht und stilisierte sie zum entscheidenden Ereignis der Stadtgeschichte im Kampf um Unabh\u00e4ngigkeit vom Stadtherrn, dem Erzbischof. Sogar eine Dankeskapelle f\u00fcr den Sieg wurde gebaut; ab 1309 f\u00fchrte der Rat am Jahrestag der Schlacht eine Prozession zur Bonifatiuskapelle und gedachte feierlich des Sieges.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An der Seite der k\u00f6lnischen Abordnung k\u00e4mpfte in der Schlacht im Kontingent des Grafen von Berg ein Haufen bergischer Bauern. Diese Bauern fielen durch ihr Verhalten aus dem Rahmen: Sie nahmen keine Gefangenen, um diese, sofern adelig und verm\u00f6gend, sp\u00e4ter gegen L\u00f6segeld freizugeben, vielmehr schlugen sie auf alles ein, was einen bunten Waffenrock trug, auf Freund wie Feind. War dies vielleicht ein fr\u00fches Beispiel von Klassenbewusstsein? Sahen diese Bauern in jedem Adligen einen Feind und potentiellen Unterdr\u00fccker?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dietmar schreibt, die bergischen Bauern seien &#8222;mit den Regeln ritterlicher Kriegskunst nicht vertraut&#8220; gewesen. Mag sein, dass niemand vor der Schlacht daran gedacht hatte, diese Bauern in einem &#8222;Briefing&#8220; in diese Regeln einzuweisen. So gingen sie in die Schlacht, um zu schlachten. Auch deswegen lagen am Ende des Tages tausende Tote auf dem Schlachtfeld &#8211;\u00a0 kein Grund zum Jubeln. Allerdings machten auch die Brabanter in einer kritischen Phase der Schlacht keine Gefangenen und t\u00f6teten jeden Besiegten. Der Graf von Luxemburg lag am Ende mit seinen Br\u00fcdern ebenso unter den Toten wie eine gro\u00dfe Zahl Adliger aus den Grafschaften Brabant, Berg, Geldern, J\u00fclich, Limburg und dem Erzstift.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro\u00dfer Sieger ist Johann I. Herzog von Brabant, gro\u00dfer Verlierer (unter den \u00dcberlebenden) Erzbischof Siegfried von Westerburg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Handfesten Nutzen haben die K\u00f6lner durch die Zerst\u00f6rung der Zollburg des Erzbischofs in Worringen. Damit hatte Johann von Brabant sie auch gek\u00f6dert, ihrem Stadtherren in den R\u00fccken zu fallen. Aus K\u00f6lner Sicht ist es wichtig, die Handelswege um K\u00f6ln von zus\u00e4tzlichen Z\u00f6llen freizuhalten. Wie die Kartenskizze zeigt, griffen die K\u00f6lner in jener Zeit mehrfach auch zu milit\u00e4rischen Mitteln, um Zollburgen des Erzbischofs zu beseitigen, teils im B\u00fcndnis mit dem Grafen von J\u00fclich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/14b+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-255 aligncenter\" alt=\"14b+\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/14b+-242x300.jpg\" width=\"428\" height=\"530\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/14b+-242x300.jpg 242w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/14b+-828x1024.jpg 828w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/14b+.jpg 1970w\" sizes=\"(max-width: 428px) 100vw, 428px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend Siegfried von Westerburg auf Schloss Burg gefangen sa\u00df, eigneten sich einige K\u00f6lner seine Besitzungen und Einnahmen in der Stadt an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Jahre nach der Schlacht von Worringen tagte in Bonn ein p\u00e4pstlicher Untersuchungsausschuss zum Treubruch der K\u00f6lner gegen\u00fcber dem Erzbischof. K\u00f6ln zahlte die ziemlich hohe Geldstrafe nicht und wurde mit dem Interdikt (Verweigerung kirchlicher Amtshandlungen) belegt, das erst von Siegfrieds Nachfolger Wikbold von Holte 1298 im Zuge einer Auss\u00f6hnung mit der Stadt aufgehoben wurde. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Inhaltlich gest\u00fctzt auf Carl Dietmars o.g. Artikel und das Buch &#8222;Worringen 1288&#8220; von Vera Torunsky, K\u00f6ln 1988) <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Eine weitere Leseempfehlung: Carl Dietmar, K\u00f6lner Mythen. K\u00f6ln 1999, S. 22-31. Hier h\u00e4lt Dietmar nicht mit deutlichen Wertungen zur\u00fcck, z.B. dieser: &#8222;In der sogenannten &#8218;K\u00f6ln-Literatur&#8216; sucht man vergebens nach einem Hinweis auf die Rolle der Stadt als &#8218;lachende Dritte&#8216;, die &#8211; skrupellos und vertragsbr\u00fcchig &#8211; einen Konflikt ausnutzte, der sie nichts anging.&#8220; (ebda., S. 30)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-256 aligncenter\" alt=\"13g+\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" width=\"96\" height=\"71\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 96px) 100vw, 96px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu diesem Ereignis erschien am 5.6.2013 im K\u00f6lner Stadt-Anzeiger ein ganzseitiger Artikel von Carl Dietmar, einem ausgewiesenen Kenner der Geschichte K\u00f6lns. 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