{"id":3749,"date":"2017-08-22T13:06:49","date_gmt":"2017-08-22T11:06:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fu-frechen.de\/?p=3749"},"modified":"2020-02-16T20:00:16","modified_gmt":"2020-02-16T19:00:16","slug":"der-grantler-meint","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/?p=3749","title":{"rendered":"Der Grantler meint&#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/6eo.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-3786\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/6eo-292x300.jpg\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/6eo-292x300.jpg 292w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/6eo-768x790.jpg 768w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/6eo-995x1024.jpg 995w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/6eo-624x642.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 182px) 100vw, 182px\" \/><\/a><strong>D<\/strong>as h\u00e4ltst du im Kopf nicht aus: Den Diesel kriegen sie nicht sauber, auf dem &#8222;Diesel-Gipfel&#8220; haben sie nicht viel zustande gebracht, aber gemeinsam kreischen sie: &#8222;Blo\u00df keine Fahrverbote in Innenst\u00e4dten!&#8220; Ist ja gerade Bundestagswahlkampf, da muss man etwas lauter tun, als ob man was t\u00e4te&#8230; Ja, so sieht sie aus, die &#8222;Blaufront&#8220; von Automobilwirtschaft und Politik.<br \/>\n&#8222;Blaufront&#8220;: Sie versprechen das Blaue vom Himmel herunter, die Autobauer erfinden sch\u00f6ne Etiketten wie &#8222;bluetec&#8220; und &#8222;blue motion&#8220;, die nach sauberer Luft unter blauem Himmel klingen sollen (Die Zigaretten-Werbung hat&#8217;s vorgemacht: gesundes Rauchen). Was hinter sch\u00f6nen Werbebildern wirklich passiert, ist nun allseits bekannt.<br \/>\nDen Bewohnern gr\u00f6\u00dferer St\u00e4dte und den Anwohnern an Hauptverkehrsstra\u00dfen kann man nur raten: Flach atmen! Und zu Hauptverkehrszeiten nicht l\u00fcften, sondern Fenster und T\u00fcren geschlossen halten, bis die schlechte Luft ein wenig verweht ist (&#8222;Bis die Gefahr vor\u00fcber ist&#8220;, kann man leider nicht sagen).<br \/>\nSo bleiben in unserer Republik manche Dinge so lange auf dem Tisch liegen (oder unter dem Teppich, wo sie hingekehrt wurden), bis es zum Himmel stinkt. <!--more-->Wenn ein Politiker oder eine Politikerin erkennt, dass Probleme angepackt werden m\u00fcssten, die uns langfristig auf die F\u00fc\u00dfe fallen, der\/die h\u00f6rt von seinen ParteikollegInnen: Sei blo\u00df still, das lassen wir erstmal liegen, zumindest in dieser Legislaturperiode!<br \/>\nSo kommt es zu solchen Missst\u00e4nden wie maroder Infrastruktur (Br\u00fccken, Stra\u00dfen, Schulgeb\u00e4ude) und Personalmangel in \u00c4mtern, bei der Polizei, bei der Justiz, im Kranken- und Altenpflegebereich. Jahrelang wird einfach weitergewurschtelt, die \u00d6ffentlichkeit dummgeschw\u00e4tzt, in Fensterreden immer wieder zukunftsorientiertes Handeln versprochen, aber nicht geliefert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 1990er Jahren\u00a0 verbreitete sich in Deutschlands Wirtschaft die in Mode gekommene <em>neoliberale Denkweise.<\/em> Das hie\u00df im Klartext: Kosten sparen vor allem beim Personal \u2014 durch &#8222;Verschlankung&#8220; des Personalbestandes, durch Arbeitsverdichtung, durch Mehrarbeit, durch Einfrieren der Reall\u00f6hne (auch bei steigenden Unternehmensgewinnen), durch Abbau von Arbeitnehmerrechten bei gleichzeitiger Miesmache der Gewerkschaften (alles nach US-Vorbild, wo das l\u00e4ngst Alltag war). Man verabschiedete sich von der bisherigen Vorstellung, dass Mitarbeiter und nicht nur Vorst\u00e4nde Anteil am Firmengewinn haben.<br \/>\nDamit nicht genug: Was f\u00fcr die Wirtschaft als &#8222;zeitgem\u00e4\u00df&#8220; gepredigt wurde, sollte dann auch in die \u00f6ffentlichen Verwaltungen Einzug halten\u00a0\u2014 und auch ins Erziehungs- und Gesundheitswesen. PolitikerInnen lie\u00dfen sich von Unternehmensberatern beschwatzen. Schlimm, schlimm! An den Folgen leidet unsere Gesellschaft zunehmend. Das ist inzwischen \u00fcberall sichtbar geworden, auch wenn manche immer noch Nebelkerzen werfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit noch nicht genug, will der Bundesfinanzminister weiter die &#8222;schwarze Null&#8220; im Bundeshaushalt (bei der Nettoneuverschuldung) und l\u00e4sst sparen, w\u00e4hrend sein Ministerium jahrelang die Missbr\u00e4uche von Steuergesetzesl\u00fccken nicht in den Griff kriegte und so dem Bund<em> zig Milliarden(!)<\/em> entgangen sind. Gespart wurde z.B. auch bei der Bundeswehr viele Jahre lang\u00a0\u2014 was Pazifisten freuen mag, aber&#8230; inzwischen zeigen sich auch da die negativen Folgen. Deutschland kann seine internationalen Verpflichtungen kaum erf\u00fcllen, wenn es um einen milit\u00e4rischen Beitrag geht &#8230; und ja, liebe Pazifisten, es gibt auch milit\u00e4rische Aufgaben, die der Stabilisierung und der Friedenssicherung dienen, wo sonst Anarchie, andauernde bewaffnete Stammesfehden und permanenter B\u00fcrgerkrieg drohen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Findet Ihr nicht? Dann habt Ihr z.B. vergessen, wie der B\u00fcrgerkrieg im zerfallenen Jugoslawien in den 1990er Jahren beendet wurde. Das war nicht mal Afrika, das war in Europa, ganz in der N\u00e4he. Da waren Volksgruppen gegeneinander gehetzt worden, da wurden &#8222;ethnische S\u00e4uberungen&#8220; versucht, da war keine politische Vernunft mehr, geschweige denn Menschlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und es gibt sie auch bei uns, die Stimmen, die allen gesunden Menschenverstand und alle geschichtliche Erfahrung vergessen und uns allen Ernstes vormachen wollen, man k\u00f6nnte so borniert wie vor 80-100 Jahren eine Politik der simplen Spr\u00fcche machen \u2014 und uns f\u00fcr noch bl\u00f6der halten, als es manche Politiker eh schon tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Apropos bl\u00f6d: Wie Menschen sich trotz besseren Wissens auf den Leim locken lassen, hat schon vor Jahrzehnten ein Schriftsteller sehr anschaulich auf den Punkt gebracht. &#8222;Dirty old man&#8220; Charles Bukowski (1920-1994) schrieb eine (zu Unrecht kaum bekannte) Kurzgeschichte ohne Titel, die sich vordergr\u00fcndig um Pferdewetten dreht. &#8222;Santa Anita, March 22, 1968, 3:10 p.m.&#8220; Damit beginnt die Erz\u00e4hlung, eher eine Reportage* \u00fcber ein Erlebnis, das zeigt, wie eine \u00fcber Betrug aufgebrachte Menge kurz vor der Revolte sich beschwichtigen und einlullen l\u00e4sst. Eine Parabel!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W. R.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* Pr\u00e4zise gesagt: ein Text einer w\u00f6chentlichen Kolumne, die Bukowski in den sp\u00e4ten 1960er Jahren f\u00fcr die Underground-Zeitung <em>Open City<\/em> in L.A. schrieb: &#8222;Notes of a dirty old man&#8220;. (Als Paperback-Textsammlung ver\u00f6ffentlicht in den USA: <em>Notes of a dirty old man.<\/em> City Light Books: SF, Calif., 1st 1973, 6th 1981; deutsche Fassung:<em> Aufzeichnungen eines Au\u00dfenseiters: Notes of a dirty old man.<\/em> 1. Darmstadt: Melzer 1970, als Fischer-TB: Frankfurt\/M. 1973, N.D. bis 1983, dort S. 43ff. die o.g. Story)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-256\" src=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg\" alt=\"\" width=\"108\" height=\"79\" srcset=\"https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+-624x457.jpg 624w, https:\/\/www.fu-frechen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/13g+.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 108px) 100vw, 108px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das h\u00e4ltst du im Kopf nicht aus: Den Diesel kriegen sie nicht sauber, auf dem &#8222;Diesel-Gipfel&#8220; haben sie nicht viel zustande gebracht, aber gemeinsam kreischen sie: &#8222;Blo\u00df keine Fahrverbote in Innenst\u00e4dten!&#8220; Ist ja gerade Bundestagswahlkampf, da muss man etwas lauter tun, als ob man was t\u00e4te&#8230; Ja, so sieht sie aus, die &#8222;Blaufront&#8220; von Automobilwirtschaft [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[477,474,478,476,475],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3749"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3749"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3749\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6209,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3749\/revisions\/6209"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}