{"id":9197,"date":"2025-01-27T22:17:36","date_gmt":"2025-01-27T21:17:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/?p=9197"},"modified":"2025-02-02T20:50:31","modified_gmt":"2025-02-02T19:50:31","slug":"der-27-januar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/?p=9197","title":{"rendered":"Der 27. Januar"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">D<strong>ER<\/strong> 27. Januar ist der Gedenktag f\u00fcr die Opfer des Nationalsozialismus. Warum braucht es diesen Gedenktag? Weil das NS-Regime auf Menschen keine R\u00fccksicht nahm und f\u00fcr seine Wahnvorstellungen \u00fcber Berge von Leichen ging. Man kann keinen Schlusstrich ziehen und zur Tagesordnung \u00fcbergehen, wenn man vermeiden will, dass sich ein \u00e4hnlich verbrecherisches Regime noch einmal in Mitteleuropa etabliert. <br>Darum interessieren wir uns f\u00fcr Geschichte: Wir wollen wissen, was unsere Vorfahren Gutes und Schlechtes getan haben, wie wir vermeiden k\u00f6nnen, Fehler unserer Vorfahren zu wiederholen, und wie wir ihre positiven Seiten zum Vorbild nehmen k\u00f6nnen.<br>Wir haben es beim Thema Nationalsozialismus teilweise mit Leuten zu tun, die versuchen, die \u00f6ffentliche Meinung mit L\u00fcgen und Verf\u00e4lschungen zu beeinflussen. Sie leugnen oder verharmlosen die verbrecherische Seite der Nazi-Rassenideologie, sie leugnen oder verharmlosen die Verbrechen des Nazi-Regimes. Warum tun sie das? Sie wollen uns weismachen, dass die Weltanschauung der Nazis doch nicht schlecht sei, und versuchen ein Bild zu verbreiten, in dem Vieles gut und richtig gewesen sei, was Hitler und seine Gefolgsleute veranlasst haben.<br>Damit wollen sie erreichen, dass die Nazi-Vorstellungen von Rasse, imperialistischer Aggressivit\u00e4t gegen andere Staaten, und Versklavung und Vernichtung &#8222;minderwertiger&#8220; Menschen und V\u00f6lker wieder hoff\u00e4hig werden, dass diese menschenfeindlichen Ansichten als &#8222;normal&#8220; neben anderen Ansichten gestellt werden, und im n\u00e4chsten Schritt wieder Leitvorstellung zu neuem Krieg gegen die Menschlichkeit werden.<br>Also Vorsicht: Holocaust-Leugner und -Verharmloser \u00e4u\u00dfern nicht eine Meinung, die man im Rahmen der Meinungsfreiheit dulden sollte. Es geht ihnen nicht um die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung, es geht ihnen um die Vergiftung der Meinungsbildung in der Gesellschaft durch menschenfeindliche Ansichten. Tatsachen zu leugnen ist keine Meinung, es ist Verf\u00e4lschung der Wahrheit, also L\u00fcge.<br>Um diese zu verschleiern, setzen die Verf\u00e4lscher allerlei Verschw\u00f6rungsfantasien in die Welt, die nicht nur der Ablenkung von den wirklichen Verh\u00e4ltnissen dienen, sondern auch Verwirrung stiften und unsere Unterscheidung von Wahr und Falsch durcheinander bringen sollen.<br>Wir haben erst neulich erlebt, wie in den USA die seri\u00f6sen Medien, eine S\u00e4ule der Demokratie und der Kontrolle der M\u00e4chtigen, von einem ins Pr\u00e4sidentenamt gekommenen Gro\u00dfmaul beschimpft wurden (&#8222;you are fake news!&#8220;) &#8212; das waren Zeitungen, die investigativ den Politikern auf die Finger schauten (Sowas ist einem Donald Trump prinzipell ein Dorn im Auge) und z.B. damals den Watergate-Skandal aufdeckten, der kriminelle Machenschaften eines Pr\u00e4sidenten publik machte.<br>Wir sehen ja, wie autorit\u00e4re Machthaber und Diktatoren immer die Meinungsfreiheit einschr\u00e4nken und die Medien unter Kontrolle bringen wollen, sodann auch die unabh\u00e4ngige Justiz. <br>Darum ist die Gewaltenteilung und die gegenseitige Kontrolle der Instanzen in einem Staat von grundlegender Bedeutung. Das sollte nicht gering gesch\u00e4tzt werden.<br>Daher ist das Gelaber mancher Leute vom &#8222;starrken Mannn,&#8220; der mal aufr\u00e4umen und f\u00fcr Ordnung sorgen sollte, ein dummes Gerede ohne Nachdenken. Stattdessen sollten sich alle B\u00fcrgerInnen dar\u00fcber klar sein, dass eine starke Zivilgesellschaft alle Menschen sch\u00fctzt, vor allem gegen staatliche Willk\u00fcr. Eine solche Zivilgesellschaft macht sich f\u00fcr Meinungsfreiheit stark, und sie \u00fcbt Toleranz gegen\u00fcber Andersdenkenden sowie anderen Lebensentw\u00fcrfen (au\u00dfer sie sind antisozial ausgerichtet).<br>Die Erfahrungen der Nazi-Diktatur und des Holocaust haben zur Ausarbeitung unserer Verfassung gef\u00fchrt, dem Grundgesetz. Es orientiert sich am \u00fcbergeordneten Prinzip der allgemeinen Menschenrechte. Und diese gelten allgemein f\u00fcr Alle. Also Vorsicht: Wer dieses Leitprinzip in Frage stellt, der meint es nicht gut mit allen Menschen, sondern f\u00fchrt B\u00f6ses im Schilde. B\u00f6ses, das hei\u00dft: Er will sein machtpolitisches S\u00fcppchen kochen, indem er die Freiheit der B\u00fcrgerInnen einschr\u00e4nkt und ihnen vorschreiben will, wie sie zu leben haben und was sie denken sollen. <\/p>\n\n\n\n<p>All das h\u00e4ngt miteinander zusammen. Wenn wir an den Holocaust erinnern, werfen wir automatisch auch die Frage auf: Wie konnte es dazu kommen? Eine starke, freiheitliche Zivilgesellschaft h\u00e4tte das nicht zugelassen. Aber eine starke Machtkonzentration im Staate erm\u00f6glicht eben auch monstr\u00f6se Verbrechen gegen die Menschlichkeit. <\/p>\n\n\n\n<p>W. R.<\/p>\n\n\n\n<p>P.S. <em>Diese Mail ging am Abend noch an die CDU-Zentrale in Berlin:<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Guten Tag,<\/p>\n\n\n\n<p>die Ank\u00fcndigung von Herrn Merz, seinen Antrag im Bundestag ggf. mit den Stimmen der AfD durchzubringen, l\u00f6st auch bei mir Entsetzen aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem vermisse ich konkrete, praktische Folgerungen aus Anschl\u00e4gen wie in Berlin (Breitscheid-Platz) und den letzten beiden Aufregern. F\u00fcr mich w\u00e4re eine dringende Baustelle, die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen den deutschen Beh\u00f6rden zu verbessern. Das vermisse ich seit Jahren! Das scheint mir kein Thema der Parteipolitik zu sein, da muss jede Regierung ran. Das erwarte ich als B\u00fcrger, der Sicherheitsfragen nicht mit Stammtischparolen angeht. &#8222;Grenzen dicht&#8220; ist nicht DIE L\u00f6sung, wie alle Informierten wissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Reinert<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Nachbemerkung am 02.02.2025:<\/em> Die Messerattacken und Anschl\u00e4ge mit Fahrzeugen, \u00fcber die man sich in den letzten Jahren zu Recht aufregte, wurden von Personen ver\u00fcbt, die bereits jahrelang im Lande waren. Die spontanen Reaktionen einiger Politiker, jetzt m\u00fcssten die Grenzen dicht gemacht und ausreisepflichtige Personen radikal oder zumindest z\u00fcgiger abgeschoben werden, waren keine Vorschl\u00e4ge, die diese Anschl\u00e4ge verhindert h\u00e4tten. Denn in den meisten F\u00e4llen waren die T\u00e4ter vorher schon den Beh\u00f6rden aufgefallen, in einigen F\u00e4llen (z.B. Anis Amri, der T\u00e4ter vom Breitscheidplatz) in mehreren Bundesl\u00e4ndern. Die Informationen zu Amri wurden aber nicht zusammmengef\u00fchrt, sodass die zuletzt zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden jeweils nur mangelhaft \u00fcber Amri Bescheid wussten. \u00c4hnlich lief es im Falle des Messerstechers, der j\u00fcngst auf eine Kindergartengruppe losging. Das Problem des teils mangelhaften Informationsaustausches zwischen Beh\u00f6rden verschiedener Bundesl\u00e4nder, aber auch innerhalb eines Bundeslandes, ist schon l\u00e4nger bekannt. Wer meint, den Messerstecher h\u00e4tte man durch Zur\u00fcckweisung an der deutschen Grenze stoppen k\u00f6nnen, macht sich die Sache zu einfach, und au\u00dferdem ignoriert er die o.g. Probleme, die oft wirksame Ma\u00dfnahmen innerhalb des Landes ausbremsen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber wir sind leider im Wahlkampf, und da werden gern Emotionen angesprochen und Stammtische bedient, um Stimmen zu mobilisieren &#8212; egal, ob mit falschen Versprechen. Es scheint sogar eher so, dass simple, emotionale Botschaften mehr Wahlerfolg bringen als durchdachte, vern\u00fcnftige L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge. W\u00e4re es anders, l\u00e4ge die AfD (zumindest in Umfragen) nicht bei 20%, und die CDU mit Kanzlerkandidat Merz w\u00fcrde nicht \u00e4hnliche Forderungen vertreten, um Stimmen vom rechten Rand zur\u00fcckzuholen. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist schon beklagenswert, dass in demokratischen Wahlen in einigen L\u00e4ndern diejenigen Zulauf bekommen, die radikal-emotionale Forderungen propagieren &#8212; Forderungen wohlgemerkt, die nicht nur moralischen Grunds\u00e4tzen der Demokratie widersprechen, sondern auch (innerhalb der EU) europ\u00e4ischem Recht. Verst\u00e4rkt werden dadurch fremdenfeindliche Einstellungen und rassistische Ressentiments. Und das wiederum (siehe Brexit und seine Folgen) zeigt, dass diese Forderungen alles andere als patriotisch sind, sondern dem Land schaden. Das wissen auch Leute, die ihren Verstand gebrauchen und nicht nur darmgesteuert sind. Aber anscheinend sind z.B. TikTok-Nutzer so sehr an schnelles Konsumieren und Weiterwischen gew\u00f6hnt, dass sie verlernen, innezuhalten und mal ihren Verstand einzuschalten. So zerst\u00f6ren auch <em>social media<\/em> die politische Debattenkultur, und Viele meinen, in der Politik brauchte es kein Nachdenken, weil ja die knalligen Parolen alles klar machten. &#8212;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">: ( <\/p>\n\n\n\n<p><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DER 27. Januar ist der Gedenktag f\u00fcr die Opfer des Nationalsozialismus. Warum braucht es diesen Gedenktag? Weil das NS-Regime auf Menschen keine R\u00fccksicht nahm und f\u00fcr seine Wahnvorstellungen \u00fcber Berge von Leichen ging. 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