{"id":9344,"date":"2025-04-30T21:15:04","date_gmt":"2025-04-30T19:15:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/?p=9344"},"modified":"2025-07-21T14:49:34","modified_gmt":"2025-07-21T12:49:34","slug":"und-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fu-frechen.de\/?p=9344","title":{"rendered":"&#8230; und Europa!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">N<strong>UN<\/strong> ist der verstorbene Papst Franziskus beigesetzt und der Medienrummel erstmal abgeebbt. Was bleibt? fragen Viele. <br>Was mir zuerst einf\u00e4llt, ist sein Besuch gleich nach Amtsantritt &#8212; nicht bei einem Gro\u00dfkopferten und m\u00e4chtigen Staatsmann, sondern &#8212; auf der Insel Lampedusa im Fl\u00fcchtlingslager, wo sich Menschen dr\u00e4ngten, die mit kaum seet\u00fcchtigen Booten eine gef\u00e4hrliche Fahrt von Afrika \u00fcber das Mittelmeer nach Europa hinter sich gebracht hatten. <br>Und ich erinnere mich daran, dass er den Politikern Europas ins Gewissen redete und sie mahnte, Europa als Wertegemeinschaft nicht zu vergessen. Das habe ich schon 2016 auf der Unterseite &gt;<em>H\u00f6heres<\/em> ausgef\u00fchrt. Franziskus bekam damals sogar den Karlspreis zugesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nominierung f\u00fcr den Karlspreis bef\u00fcrworteten vor allem Leute, die sich um die europ\u00e4ische Idee Sorgen machten. Denn in der praktischen Politik galten oft die Prinzipien nicht viel, die in Fensterreden gern hochgehalten wurden. Das zeigte sich z.B. in der Fl\u00fcchtlingspolitik. Aber grunds\u00e4tzlich war ja Europa ein Friedensprojekt: Nach Jahrhunderten voller kriegerischer Konflikte sollte unser Kontinent endlich die Lektion begriffen haben, dass Kriege immer viel Leid verursachen, dass sie immer mit Zerst\u00f6rung und wirtschaftlichen Verlusten verbunden sind, und dass sie moralische Verw\u00fcstungen anrichten (indem Gewalt als Mittel der Wahl ausgerufen wird), w\u00e4hrend sie nur Wenigen Nutzen bringen, wenn \u00fcberhaupt. Und: dass Kriege vermeidbar sind, wenn man vern\u00fcnftig bleibt und machtl\u00fcsternen Kriegstreibern kein Geh\u00f6r schenkt!<\/p>\n\n\n\n<p>In der gegenw\u00e4rtigen politischen Weltlage erscheint es besonders dringlich, dass Europa zusammenr\u00fcckt und gemeinsam als Stimme der Vernunft auftritt, dass Europa sich der vereinten Wirtschaftsmacht mit ihrem m\u00f6glichen Gewicht bewusst wird &#8212; um darauf zu dr\u00e4ngen, dass internationale Regeln des Miteinanders, der Kommunikation und des Austausches eingehalten werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Gegen die ideologischen Irrl\u00e4ufer, die Nationalismus und nationalen Egoismus wieder als einen quasi-religi\u00f6sen Glauben etablieren wollen, muss Europa sich auf ein <em>positives Leitbild<\/em> besinnen und eine positive, zukunftstaugliche Idee voranbringen. Schlie\u00dflich hat Europa mit seiner konfliktreichen Geschichte wei\u00df Gott genug Lehrgeld bezahlt: Gewalt und Krieg sind untaugliche Mittel, um ein Europa zu schaffen, das allen seinen B\u00fcrgerInnen ein ertr\u00e4gliches Leben erm\u00f6glicht und sich entwickeln kann in Frieden mit anderen Regionen. <\/p>\n\n\n\n<p>Europa hat nur damit eine Chance, sich gegen die gro\u00dfen Player der Weltpolitik zu behaupten. <strong>Der \u00fcberholte Nationalismus f\u00fchrt zur Zersplitterung Europas und zur Bedeutungslosigkeit der Einzelstaaten<\/strong>, die allein nicht bestehen k\u00f6nnen und sich h\u00f6chstens an gro\u00dfe Player heranwanzen k\u00f6nnen &#8212; und damit zu deren Satelliten werden. Damit m\u00fcssen sich die Zwerge der Weltpolitik, ob sie wollen oder nicht, in die Abh\u00e4ngigkeit von Riesen begeben. Und die Nationalisten, die immer von neuer nationaler Gr\u00f6\u00dfe tr\u00e4umen und fantasieren, reden in Wahrheit einer Verzwergung ihres Landes das Wort. Diese selbsternannten Patrioten sind das genaue Gegenteil, sie schaden ihrem Land, wenn sie an die Macht kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was momentan in der Weltpolitik abl\u00e4uft, ist ein sichtbarer Beweis: Donald Trump hat unter seiner Parole &#8222;Make America great again&#8220; (MAGA) in den ersten 100 Tagen seiner zweiten Amtszeit schon eine Menge Schaden angerichtet. Das sagen alle Fachleute von Wirtschaft und Politik, die eine Krempe am Hut haben und nicht ihren Vorteil als Trumps Speichellecker suchen. Er schadet vor allem den vielen US-B\u00fcrgerInnen, die keine Milliard\u00e4re sind, die aus seinen Zoll-Tollheiten keinen Nutzen ziehen konnten, die nicht zu den Tech-Bonzen geh\u00f6ren, usw. Leider best\u00e4tigt sich, was ich schon gleich nach Trumps Amtsantritt erwartet habe: Die W\u00e4hlerInnen, die in Trump Hoffnungen gesetzt haben, werden entt\u00e4uscht. Da kommt keine Schadenfreude auf, denn es trifft leider in erster Linie die \u00e4rmeren Schichten der US-Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die europ\u00e4ischen Staaten, nicht nur die EU-Mitglieder, die gemeinsame Idee Europa st\u00e4rken und mit realer Politik unterf\u00fcttern, dann kann das auch den armen Amerikanern n\u00fctzen, die sonst die Politik von Trump und seinen Kumpanen erdulden und ausbaden m\u00fcssen. Trumps Zoll-Wahn ist es nicht allein, wir m\u00fcssen uns auch wirksam gegen die Internet-Giganten und ihre sch\u00e4dlichen Gesch\u00e4ftsmodelle wehren. Solange die von Hass und Hetze profitieren, wird unsere Gesellschaft (und nicht nur unsere) weiter gespalten und zu Grobheit und R\u00fccksichtslosigkeit erzogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurzum: St\u00e4rkt die europ\u00e4ische Idee, st\u00e4rkt die internationale Verst\u00e4ndigung und Zusammenarbeit, und verweigert Euch den Versuchen, gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen zu normalisieren, genauso wie den Versuchen, Staaten mit Foltergef\u00e4ngnissen als normale Partner zu sehen. <\/p>\n\n\n\n<p>W. R. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NUN ist der verstorbene Papst Franziskus beigesetzt und der Medienrummel erstmal abgeebbt. Was bleibt? fragen Viele. 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