Deal?

AM Tresen herrschte gute Laune, man hatte sich die Welt schon ein wenig schön getrunken, und Einer meinte zum aktuellen Problem mit Trump und Grönland:

„Warum hat eigentlich noch niemand Trump einen Deal angeboten, einfach einen Tausch: Hör mal, Donald, wenn du unbedingt Grönland als Bundesstaat der USA haben willst, dann tausche es doch einfach gegen einen anderen Bundesstaat, z. B. Kentucky. Oder besser noch: Florida, weil das von Grönland per Boot erreichbar ist. Dann können die Grönländer über eine echte Alternative nachdenken. Und vergiss die hässlichen Drohungen mit Militär, das verdirbt die Stimmung am Verhandlungstisch. Versuch es doch mal mit Freundlichkeit, das löst die Spannungen, damit kommst du wahrscheinlich weiter.“

„Meinst du wirklich, Trump würde sich auf sowas einlassen? Doch nicht Florida, das fest in der Hand einer republikanischen Regierung ist. Trump würde eher, sagen wir, Connecticut anbieten…“

„… diesen Zwerg unter den US-Bundesstaaten? Von der Größe her schon, aber das ist, habe ich gehört, eine Art Steuerparadies, dagegen hätten viele reiche Trump-Wähler etwas einzuwenden. Das scheidet damit praktisch als Tauschobjekt aus.“

„Was dann? Montana vielleicht, im Norden gelegen und winterkalt?“

„Nee, glaub ich nicht. Der Trump meint doch, er kann alle in die Tasche stecken, mit Drohungen, wie ein Mafiaboss. Der verhandelt nur auf Augenhöhe, wenn ein ähnlich rücksichtsloser Mafiaboss am Tisch sitzt.“

„Stimmt leider. Jetzt droht er wieder mit der Zollkeule. Strafzölle für europäische Länder, die seinen Griff nach Grönland kritisieren. Damit will er Europa klar spalten.“

„Und leider stehen die Chancen nicht schlecht, dass Europa mal wieder uneinig bleibt…“

„… weil zwei oder drei Regierungen lieber ihr eigenes Süppchen kochen und sich Vorteile bei Trump erschleimen wollen — das alte Spiel, das Europa nicht vorankommen lässt.“

„Ja, schlimm, das kann man selbst mit leckerem Kölsch nicht schöntrinken.“

„Un? Wat willste maache? Jupp, trotzdem noch ne Runde!“

aufgezeichnet von W. R.