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Fortschritt?

JUHU Fortschritt, vorwärts mit KI? Hm, Vorsicht. Voooorsicht!
Was da in jüngster Zeit öffentlich wurde, lässt mich erneut zweifeln, ob es eine gute Idee wäre, KI mal auszuprobieren und sie in Anspruch zu nehmen. Zwei Beispiele:
1. https://www.spiegel.de/netzwelt/rumaenien-hacker-legt-offenbar-gesamten-immobilienmarkt-lahm-a-3cbf96b5-6447-4833-927b-13cce64857f1
2. https://www.spiegel.de/netzwelt/web/openai-ausgebrochenes-ki-modell-ging-tagelang-unbemerkt-auf-hacker-tour-a-fe0326a8-25f6-4b78-a77d-3aacee6d669f
Beispiel 1 zeigt, dass KI in den falschen Händen alles Andere als ungefährlich ist. Und Beispiel 2 zeigt, welches Risiko Menschen eingehen, wenn sie KI in einem scheinbar sicheren Gehege frei laufen lassen.
Eigentlich reichen diese beiden Fälle schon, um festzustellen: Nur weil interessierte Leute da viel Geld investiert haben (und noch viel mehr kassieren wollen) und angeblich alles unter Kontrolle haben, darf man solche neu entwickelten Systeme nicht einfach auf die Welt loslassen.
Während heute jeder Depp sagen würde, dass die Entwicklung der Atombombe ein Fehler war und offensichtlich unsere heutige Welt unsicherer gemacht hat, gibt es anscheinend genug Deppen, Nerds und Fachidioten, die eifrig an neuen KI-Modellen basteln. Verantwortung für die Folgen? Ach Blödsinn, wir treiben doch nur den technologischen Fortschritt weiter!
Was aber erkennbar negative Folgen für die Menschen hat, ist die Tatsache, dass Nutzer der KI das Denken an die KI delegieren und damit verlernen, selbst zu denken und ihren kritischen Verstand zu schärfen.
Und das, liebe Besucher dieser Website fu-frechen.de, läuft ganz klar unserem erklärten Ziel zuwider: Wir ermuntern und rufen dazu auf, den eigenen Verstand nicht in den Schlafmodus zu legen, sondern selbst zu denken und sich das nicht von irgendwelchen VordenkerInnen abnehmen zu lassen — also auch nicht von einer KI.
Mag sein, dass man KI für gewisse Fleißarbeiten gebrauchen kann, die selbige statt in Wochen in einer Stunde erledigt. Aber aufgepasst! Wo überschreite ich die Grenze zur Denkfaulheit, weil ich mich darauf verlasse, dass KI die Denkarbeit schnell und für mich bequem erledigt?
Das zumindest sollte man bedenken, ehe man so „easy“ Vieles der KI überlässt. Und wenn es unbedingt sein soll: Bleiben Sie HerrIn des Verfahrens!

Es hat sich langsam herumgesprochen: Blinde Fortschrittsgläubigkeit und KI-Entwicklung vertragen sich nicht. Schon mehrfach sind Experimente, die scheinbar gut abgesichert waren, aus dem Ruder gelaufen (siehe oben, Beispiel 2). Manche Kritiker warnten schon lange: Passt auf, sonst übernimmt ein KI-Programm die Initiative und macht, was es will. Im schlimmsten Fall passiert, was vor Jahrzehnten im Film „2001 — Odyssee im Weltraum“ vorweggenommen wurde. Da nahm der Bordcomputer den Menschen die Kontrolle über ihr Raumschiff…

Heutzutage läuft so unglaublich viel über digitale Systeme, dass man höllisch aufpassen muss, bevor man so einer KI-Entwicklung den Zugang in ein anderes System ermöglicht, und sei es aus Fahrlässigkeit. Auf jeden Fall aber eröffnet KI böswilligen Hackern große neue Möglichkeiten (siehe oben: Beispiel 1).

Man möchte bisweilen nostalgisch an die Zeit zurückdenken, als Computer noch große Maschinen mit begrenzter Leistung waren, verglichen mit heute. Und an die Zeit vor der Erfindung des Internet und des World Wide Web. Kein Wunder, dass es bei manchen jungen Leuten eine Art Nostalgie für Zeiten gibt, in denen sie noch nicht geboren waren, z.B. für die 1960er Jahre.

Natürlich war das nicht die „Gute Alte Zeit“, auch damals gab es Kriege und Bedrohungen auf der Erde. Aber wer keine Atombombe besaß, konnte damals auch nicht die halbe Welt lahmlegen oder an den Rand der Vernichtung bringen. Heute bin ich mir nicht so sicher, ob es nicht jemandem gelingen könnte, das hinzukriegen. Durchgeknallte Idioten und Größenwahnsinnige gab es schon immer, nur waren ihre Möglichkeiten, Unheil anzurichten, früher überschaubarer als heute.

Das ist wohl der Reiz an der o.g. Nostalgie: Im Rückblick erscheint Vielen die analoge Welt der 1960er Jahre überschaubar — im Gegensatz zur heutigen, weitgehend digitalisierten, in der wir aus allen Kanälen mit Informationen, Nachrichten und Fake News aus allen Ecken der Welt überschüttet werden. Das kann der Mensch nicht mehr gut verkraften und ordnen. Auch deshalb kommen die Verführer mit den einfachen Parolen bei vielen Überforderten gut an. Das ist gefährlich, weil damit ein politisch-moralischer Rückfall in die 1930er Jahre droht.

Da sage ich: Nein, danke. Mir ist eine Demokratie mit Mängeln immer noch lieber als ein autoritäres System. In einem demokratischen System sind Verbesserungen nicht nur denkbar, sondern auch möglich. Aber in einem Einparteienstaat oder in einer Diktatur? Man darf sich unsere Demokratie nicht schlechtreden lassen und der Illusion erliegen, eine autoritäre Alternative würde aus Deutschland ein Wünsch-dir-Was-Land machen, in dem ein Führer das große Glück bringt. Ich persönlich glaube jedenfalls nicht an den Weihnachtsmann. Ihr etwa?

W. R.

P.S. Was ich mit den 1930er Jahren meine? Ich bitte Euch, soviel Wissen und Verstand solltet Ihr selbst mitbringen!


Dumm, dümmer, KI-gesteuert?

WAS ist los mit der Menschheit? Will sie zurück ins Mittelalter, mit selbstherrlichen Königen, mit Brainwash? Früher durch Kirchen-Autoritäten, nun ersetzt durch allerlei Internet-Plattformen, Foren, Kanäle, etc.?), mit rassistisch-engstirnigem Weltbild, mit fremdenfeindlichem Provinzialismus und aggressivem Minderheiten-Bashing?
Das sogenannte Informations-Zeitalter wächst sich zum Zeitalter gigantischer Manipulation aus: Die Informationsflut wird von Algorithmen beherrscht, die undurchsichtige Vorgaben von Tech-Milliardären ausführen. „Künstliche Intelligenz“ macht uns ein X für ein U vor, damit wir das Vertrauen in Fakten, Wahrheit und Wissen verlieren. Wie im Mittelalter lebt bald jeder Mensch nur noch in einer Glaubens-Welt, Wissen und Wahrheit werden unglaubwürdig und damit unwichtig.

Und was geschieht daraufhin in der realen Welt? Die Manipulierten geben ihr Denken an der Kasse virtueller Verführungen ab und glauben, was ihnen da schön vorgegaukelt wird, sie jubeln „starken“ Führern zu und wollen nur noch ferngelenkt werden. Hauptsache: Entertainment! Dabei haben sie alle Daten über sich selbst längst preisgegeben und können perfekt manipuliert werden. Wer ist schuld? Beschwert euch nicht, ihr Einfaltspinsel, ihr habt doch selbst daran mitgewirkt!

Und wer profitiert davon? Die Fürsten und Führer scheffeln große Reichtümer zusammmen, ihre Tech-Diener scheffeln mit und sorgen dafür, dass die große Masse mit Entertainment abgelenkt, eingelullt, sediert wird und im Wachschlaf träumt, was die Algorithmen ihnen präsentieren.
Der feuchte Traum der Multimilliardäre wird wahr, er überflügelt längst die utopische Vision von „Brave New World“. Das Buch kennt Ihr doch, oder? Was ist los mit der Menschheit, diese Frage scheint auf eine bestimmte Antwort zuzusteuern. Vor Jahren trug ein Buch den Titel: „Wir amüsieren und zu Tode“. Man könnte auch sagen: Wir lassen uns das Denken abkaufen und jubeln noch, während wir ungebremst auf der Achterbahn in einen Abgrund rasen.

Sorry, das hört sich schon wieder so pessimistisch an. Schnell im Internet ein paar drollige Tierbilder suchen, das bessert die Stimmung, und die Welt wird hübsch rosig. Hilft das noch nicht, werfe ich was ein oder rauche ’ne Tüte. Scheißegal, was in der realen Welt vor sich geht, ich koppele mich ab!

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann saufen und kiffen sie sich noch heute ihren Verstand weg… oder wischen den lieben langen Tag auf dem Handy herum und vergessen Zeit und reale Bedürfnisse.

W. R.

Keine Angst! (?)

WÄHREND die meisten Menschen auf dem Globus ihrer Arbeit nachgehen — oder Arbeit suchen — oder auf der Suche nach genießbarem Trinkwasser lange Wege gehen — oder ihren Feierabend mit einem Bier vor dem Fernseher genießen — oder Hunger leiden — oder vor Krieg und Bandenkämpfen auf der Flucht sind — oder an einer Küste auf eine Chance warten, mit einem überladenen Schrott-Boot ein sicheres Land mit besseren Lebensbedingungen zu erreichen — beschäftigen einige Andere sich damit, Künstliche Intelligenz zu erschaffen und diese auf die Welt loszulassen.

Muss man vor Künstlicher Intelligenz alias KI Angst haben? Sollte man sich auf Chancen der Menschheitsbeglückung durch KI freuen?

Dazu gibt es bereits kluge Einlassungen und lange Artikel, die uns das Pro und Kontra vortragen. Einer kann hier als Beispiel angeklickt werden: Künstliche Intelligenz: Die Rückkehr des Wunderglaubens – Kolumne – DER SPIEGEL

Meine persönliche und einstweilige Meinung: Das ist ein selbstlernendes System, es kann sich schnell in eine nicht gewünschte Richtung entwickeln. Also muss man Kontrollsicherungen einbauen — inklusive die Möglichkeit, das System abzuschalten oder zu zerstören.

Der Film „2001 — Odyssee im Weltraum“ (1968) führte uns im Kino schon vor Jahrzehnten vor Augen, was passieren kann, wenn allzu große Technikgläubigkeit Dinge schafft, die dem Menschen die Kontrolle entwinden. In jenem Film ist es der umfassend befähigte Bordcomputer des Raumschiffs, der unerwartet Befehle verweigert und die Kontrolle über das Raumschiff übernimmt. Da wurde das Problem schon vorweggenommen, das uns mit der KI ins Haus stehen könnte (oder wird?).

Heutzutage ist ja fast alles vorstellbar, z.B. auch (angesichts der Begehrlichkeit von autoritären Regierungen, die totale Kontrolle über alles zu haben) die Aneignung einer KI-„Maschine“ durch eine Macht, die die globale Kontrolle anstrebt.

Schon lange vor dem o.g. Film gab es die Ballade vom Zauberlehrling, der „die Geister, die ich rief“, nicht mehr beherrschen konnte… Diese Warnung existierte also schon, als der zunehmende wissenschaftlich-technische Fortschritt die industrielle Revolution in Gang setzte*, und lange, bevor wir die digitale Revolution unserer Lebenswelt erlebten.

Die Frage ist, ob es interessierten Gruppen (das sind die, die darin Geld investieren und mehr Geld erwirtschaften wollen) gelingt, die öffentliche Meinung so zu beeinflussen, dass die Menschen falschen Erzählungen glauben und gegen ihre eigenen Interessen den profitorientierten Gruppen freie Hand lassen.

Gegenwärtig sehen wir z.B. den Einfluss von Lobby-Verbänden am Werk, die die Energiewende behindern, die das Aus für Atomkraft in Deutschland rückgängig machen wollen, die (besonders zur Freude Putins) den Abschied von fossilen Energieträgern (Öl, Gas) verzögern und möglichst vereiteln wollen. In den Medien wird ein Informationskrieg geführt, bei dem Leute von „Vernunft“ sprechen, die alles möglichst beim Alten lassen wollen. Diese Art von Vernunft verharmlost den Klimawandel und seine immer stärker sichtbaren Folgen, versucht die Gemüter zu sedieren, verschweigt dabei die Konzeptlosigkeit für die Zukunft, wirft aber ständig mit Worthülsen wie „Technologie-Offenheit“ um sich und verschleiert die Verantwortungslosigkeit gegenüber unseren Nachkommen.

Diese Sorglosigkeit der Konzernlenker (um noch ein paar Milliarden mehr zu scheffeln) und Diktatoren (Putin ist die Umwelt in Russland und anderswo völlig egal) kann Einem schon Angst machen. Gerade ist der Iran dabei, nach chinesischem Vorbild die Überwachung der Bevölkerung auszubauen (mit zahlreichen Kameras mit Gesichtserkennung). Wenn bald auch noch KI hinzukommt, um die Menschen noch viel effektiver zu täuschen und zu unterdrücken… **

Wir kannten die Egomanen mit Allmachtsfantasien und Streben nach Weltherrschaft bisher eher aus James-Bond-Filmen. Nun stellt sich heraus, dass ein paar Großmannssüchtige das tatsächlich versuchen. Putin will ein großrussisches Imperium erobern, China die Weltmacht Nr. 1 werden, und daneben strampeln noch ein paar Diktatoren der zweiten Liga danach, ihre Macht mit allen Mitteln zu sichern und auszubauen. Allen ist gemeinsam: Menschen sind bloß Nummern und austauschbar, einzigartig ist (nach seiner Selbst-Einschätzung) nur der Diktator.

Fazit: Die Entwicklung neuer Techniken und Technologien ist weder gut noch schlecht, es kommt wesentlich darauf an, wer sie in die Hände bekommt und mit welchen Absichten verwendet. Mir persönlich reicht schon der Hinweis auf die „social media“ des Internet, um mir ein flaues Gefühl im Magen zu machen. Wo bleibt da die Informationsfreiheit, wenn Google und Andere ihre Algorithmen nicht offenlegen? Und was sollen wir noch für wahr halten, wenn uns erst die KI alles Unmögliche als Wahrheit vorgaukeln kann?

W. R.

* Goethe schrieb die Ballade 1797, in einer Zeit, als die Industrielle Revolution in England einsetzte. Wer sie nachlesen möchte, klicke hier: Johann Wolfgang von Goethe – Das Gedicht ‚Der Zauberlehrling‘

** Dazu ein Update vom 02.05.23, das zeigt: Meine Bedenken sind nicht nur meine > Die Gefahren von KI: Warum Geoffrey Hinton Google verlässt – Wirtschaft – SZ.de