CSD: ein Fest nicht nur für die queere Community, vielmehr auch ein Fest der Freiheit, der Liebe, der Lebenslust, der Toleranz, der bunten Gesellschaft mit Offenheit für verschiedene Lebensentwürfe.
Das passt ein paar Leuten gar nicht, und einige davon haben einen richtigen Hass darauf. Das führte zu dem Anschlag in Berlin am Abend des 25.07.2026.
Soweit man hört, handelt es sich um einen Anschlag mit islamistischem Hintergrund. Islamistisch ist eine extreme Auslegung des Islam, nicht der „normale“ Islam, dem fast alle Moslems und Muslima angehören. Islamisten sind auf gewalttätige Aktionen ausgerichtet, wollen die ihrer Ansicht nach einzig wahre Religion im Zweifel mit Gewalt und Mord verbreiten, wobei alle Ungläubigen Zielscheibe werden können, auch alle Nicht-Islamisten.
Eine solche Weltanschauung ist nach europäischen Maßstäben ein Rückschritt ins Mittelalter, kann also in unseren Augen nur mit Lächeln, Kopfschütteln und/oder totaler Ablehnung quittiert werden.
Aber es gibt nicht nur Islamisten (besonders die Anhänger des IS), es gibt auch andere Gruppen mit extremer Weltanschauung, die nicht nur über andere Menschen feindlich denken, sondern ihnen auch Gewalt androhen und sie bei Gelegenheit ausüben.
Kurz gesagt: In Sachen Hass auf Andersdenkende, Andersgläubige oder anderen Lebensentwürfen Folgende reichen sich Islamisten und Faschisten ideologisch die Hand. Sie wollen eine nach ihrer Weltanschauung ausgerichtete Gesellschaft, in der nicht Menschenrechte gelten, sondern die Zuteilung von Rechten durch einen Führer. Was Wunder, dass beide Ideologien einen Männlichkeitskult betreiben und Gewaltbereitschaft für eine zentrale männliche Eigenschaft halten. Da haben Frauen wenig zu sagen und, vor allem, sich den Männern unterzuordnen.
Der Männlichkeitskult ist zugleich ein Gewaltkult, folglich ergehen sich die Vertreter dieser Ideologien in Gewalt-Fantasien, in denen Schwächere unterjocht werden — und ganz besonders Frauen. Wo Faschisten oder Islamisten Macht erlangen, werden Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradiert, werden sie weitgehend aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen, werden sie zu sexuellen Objekten und zu Gebärmaschinen gemacht.
Diese Feststellungen kann man auch auf Leute anwenden, die vorgeben, aus scheinbar ganz anderen religiösen oder weltanschaulichen Motiven solche mittelalterlichen Vorstellungen zu propagieren. Neulich hörte ich von einer Influencerin im Netz, die als „Christfluencerin“ jungen Menschen ihre eigene Art von Lebenshilfe und Orientierung geben will: Sie rät jungen Frauen, sie sollten „sehr gut auswählen, welchem Mann sie sich unterordnen.“ Wie bitte? Da bleibt mir die Spucke weg! Und als Begründung für diese Weibchen-Haltung wurde angeführt, dass das in der Bibel vorgegeben sei. Au weia! Für das 21. Jahrhundert sollen (ausgewählte!) Textpassagen aus einer Zeit zur Orientierung dienen, die nur Patriarchat und autoritäre Strukturen kannte. Unsere Gesellschaft soll demnach die Männerherrschaft und Sklavenhaltung des Römischen Reichs oder noch früherer Staaten zum Vorbild nehmen? Leute, geht’s noch?
Lasst Euch nicht jeden Sch… auf social media einblasen! Es gibt in der Bibel, speziell im Neuen Testament, eine Menge guter Orientierung, z.B. von einem Jesus, der den Frauen auf Augenhöhe begegnete. Aber das könnt Ihr, wenn Ihr möchtet, etwas ausführlicher hier auf fu-frechen.de auf der Unterseite Höheres lesen.
Soweit zur Unfreiheit in mittelalterlichen und noch weiter zurückliegenden Zeiten. Die können heute kein Vorbild sein. Nein, wirklich nicht! Das haben wir hinter uns gelassen. Und das wollen wir auch nicht wieder hochkommen lassen. Dagegen spricht schon die Vernunft, dagegen spricht auch das Bedürfnis nach Freiheit und Selbstbestimmung.
Der Anschlag am 25.07. zeigt, worauf Islamismus und andere extreme, gewaltbereite Vorstellungen hinauslaufen. In ihrer Verbohrtheit können diese nicht ertragen, dass Menschen nicht dieselben Vorstellungen teilen und sich auch nicht ihren Gewaltfantasien unterwerfen wollen. Darum müssen diese Fanatiker der Gewalt mit allen vertretbaren Mitteln bekämpft und unschädlich gemacht werden. Wenn wir Menschlichkeit, Demokratie und christliche wie islamische Werte ernst nehmen, dürfen wir diese menschenfeindlichen Ideen nicht verharmlosen.
Und, unter uns gesagt: Wer z.B. Musik und Tanz verbietet, verrät seine Angst vor unkontrollierter Emotionalität. „Männliche“ Ausbrüche von Hass und Gewalt werden da toleriert, wo gleichzeitig den Frauen so ziemlich alles verboten wird, was Männer nicht ständig kontrollieren können. Diese Männer sind in einem Korsett von „Männlichkeit“ gefangen und dazu verdammt, ihre Gefühle maximal zu kontrollieren. Sie sind nicht frei, sondern ständig gezwungen, sich als Macker zu zeigen. Die „starke“ Seite solcher Männer ist zugleich ihre Schwäche. Pst, nicht laut weitersagen, ein Macker in der Nähe könnte sonst ausrasten!
W. R.